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  • Robert Ludlums Das Bourne Komplott: Selbstfindungstrip mit Hindernissen - Leser-Test von jayjay1989

    Stellt euch vor ihr wacht eines Tages einfach auf und wisst nichts über euch und euer Leben, außer der Tatsache, dass ihr ein Profikiller seid, der so ziemlich jede Art des Tötens beherrscht. Was würdet ihr dann als nächstes tun? Klar: Versuchen herauszufinden wer ihr seid, was eure Identität ist und natürlich eure Freunde und Familie ausfindig zu machen. Blöd nur, wenn der ehemalige Arbeitgeber mit diesen Plänen überhaupt nicht konform geht, sondern euch vielmehr versucht unter die Erde zu bringen.
    Das ist die Ausgangslage für "Robert Ludlum's: Das Bourne Komplott". Das Spiel erschien am 27. Juni 2008 für die Playstation 3 sowie für Microsofts Xbox 360 und ist keine reine Umsetzung der ebenfalls erfolgreich verfilmten Bourne-Trilogie. Vielmehr weist die Handlung einen starken Bezug zum gleichnamigen Buch des mittlerweile verstorbenen amerikanischen Schriftstellers Robert Ludlum auf, dazu kommen noch einige Elemente aus dem ersten Film, welcher auf den Namen "Die Bourne Identität" hört und fertig ist das Grundgerüst. Netter Nebeneffekt ist, dass sich Entwickler High Moon Studios und Publisher Vivendi Games so erlauben konnten einen völlig neuen Bourne, also in Bezug auf Aussehen und Stimme zu kreieren, was natürlich deutlich billiger sein dürfte als eine Anstellung Matt Damons, welcher wiederum Bourne in den Filmen verkörpert.
    Ob sich die Suche nach dem eigenen Ego auch für uns Gamer lohnt oder ob ihr Bourne lieber weiterhin im Dunkeln (der Händlerregale) schlummern lassen solltet, könnt ihr nun im Review nachlesen.

    An dieser Stelle wie immer der Hinweis, dass sich der nachfolgende Absatz mit der Story des Spiels beschäftigen wird. Wer also nicht gespoilert werden möchte, kann dieses Absatz einfach überspringen.

    -Die Story-

    Geheimhaltung mit allen Mitteln

    Jason Bourne ist der Topagent der Untergrundorganisation Treadstone und muss zu Beginn der Handlung dafür sorgen, dass die Machenschaften Treadstones auch geheim bleiben. Für Gegenteiliges will nämlich der afrikanische Diktator Nykwana Wombosi sorgen, welcher offenbar im Besitz einiger heikler Informationen ist und nun damit droht diese zu veröffentlichen. So wird Bourne nun losgeschickt und soll Wombosi zum Schweigen bringen. Bei Treadstone heißt dies nichts anderes als dass Wombosi sterben muss. Nachdem Bourne sich zu Wombosi durchgekämpft hat, entdeckt er aber dessen Kinder und bekommt im letzten Moment Skrupel, sodass er nicht den Abzug seiner 9mm Pistole zieht. Allerdings ist dies aus Bournes Sicht der Anfang einer sehr ereignisreichen näheren Zukunft, denn hinter Bournes Rücken taucht auf einmal ein Leibwächter Wombosis auf, der euch einfach in den Rücken schießt, sodass ihr über Bord des Schiffes fallt, auf dem ihr das Attentat ausführen solltet.
    Bourne jeoch überlebt und wacht drei Tage später auf einem anderen Schiff auf, welches einfachen Fischern gehört, die Bourne im Wasser haben treiben sehen und ihn heldengleich gerettet haben.
    Doch leider ist durch die Treffer Bournes Erinnerung arg in Mitleidenschaft gezogen worden, sodass er nicht mehr weiß, wer er ist und was er macht. Natürlich will er seine Erinnerung und vor allem seine Identität zurückgewinnen, sodass sich Bourne nach Zürich begibt um dort in einer Bank seine Ersparnisse und einige Pässe abzuholen, wohlwissend, dass er dadurch abtrünnig gegenüber Treadstone wird und so deren Unmut heraufbeschwört. Doch sofort kommt ihm bereits die örtliche Polizei krum, sodass Bourne in die amerikanische Botschaft in der Stadt flieht. Aber auch dort gerät er schnell in Schwierigkeiten und sieht keine andere Möglichkeit als eine Flucht nach Paris. Dorthin gelangt er durch die Zivilistin Marie Kreutz, welche er zufällig in der Botschaft kennenlernt. Im Gegenzug zur Taxifahrt bekommt sie 10000$. In Paris angekommen macht Kreutz jedoch einen fatalen Fehler, denn in Bournes Unterschlupf benutzt sie ein Telefon, welches natürlich sofort alle Alarmglocken bei Treadstone ertönen lässt, sodass die Organisation alles was sie an Killern zu bieten hat auf Bourne ansetzt.
    Nun werden auch die Intrigen, welche um Bourne gesponnen wurden immer durchsichtiger und je mehr der auf ihn angesetzten Killer Bourne ausschaltet, umso näher kommt er der "Quelle" im Hauptquartier Treadstones. Am Ende gelingt es ihm natürlich den Kopf der Organisation zu eliminieren, sodass er wieder einigermaßen sicher leben kann. Um auch für ein entsprechend "romantisches" Ende zu sorgen, begibt sich Bourne im Abspann nach Griechenland und trifft sich dort mit der ebenfalls ausgewanderten Marie Kreutz.

    Die Story ist an sich sehr spannend, wenn auch teilweise aus dem bereits erwähnten ersten Film bekannt. Doch leider kann man ihr kaum folgen, denn erzählt wird sie durch Filmclips, welche übrigens in Spielegrafik gehalten sind, und leider nicht immer aufschlussreich daherkommen. Bei einem zweiten Durchgang wird dann aber doch einiges klarer.

    -Gameplay-

    Immer mitten in die Fresse rein

    Diese Zeilen haben nicht zuletzt die Ärzte in ihrem "Schundersong" geprägt, sie beschreiben auch ziemlich genau das Gameplay des Bourne Komplotts.
    Eigentlich ist es in jedem Kapitel eure Aufgabe einen Endboss zu besiegen, nachdem ihr euch vorher aus der 3rd-person-Perspektive durch die extrem linearen Level geprügelt und geschossen habt. Lediglich ein einziges Level bringt etwas Abwechslung in die ganze Sache, denn in diesem steuert ihr einen Mini Cooper quer durch Paris, natürlich hinterlasst ihr auch hier eine Spur der Verwüstung.
    Das Hauptaugenmerk liegt aber, wie gesagt, ganz eindeutig auf den Kämpfen, vor allem direkt mit Fäusten, Füßen, dem Kopf oder auch diversen Gegenständen, von dekorativen Vasen über Laptops bis hin zu Regalen und Generatoren. Die Kämpfe an sich laufen eigentlich alle nach dem gleichen Schema ab: Ihr kommt um eine Ecke gerannt und dort wartet schon ein fieser Treadstone-Handlanger oder auch der eine oder andere Angestellte er örtlichen Polizei. Nun folgt eine kurze Videosequenz, in der gezeigt wird wie die beiden Kontrahenten das erste Geplänkel abhalten, bevor ihr dann selber wieder aktiv werden und euer Nahkampfkönnen unter Beweis stellen dürft. Angegriffen wird mit X (leichte Angriffe) und Y (schwere Angriffe) und natürlich auch durch diverse Kombinationen der beiden Buttons. Sollte der feindliche Raufbold auch einmal in die Offensive gehen, könnt ihr dessen Angriffe durch Drücken und halten des A-Buttons abwehren. Da dies auf Dauer ja mächtig langweilig werden würde, bekommt ihr für jeden erfolgreichen Treffer eurerseits Adrenalin, welches gesammelt werden kann. Habt ihr eine bestimmte Menge Adrenalin gesammelt, könnt ihr mittels eines Drucks auf den B-Button einen Spezial-Move, im Spiel Takedown genannt, ausführen. Es folgt ein Quicktime- Event, bei dem ihr die aufblinkende Taste drücken müsst und schon zeigt Bourne wieso er auch die "30 Millionen $ Waffe" genannt wird. Normalsterbliche Gegner werden durch einen solchen Takedown garantiert aus den Socken gehauen, Endbosse können allerdings mehr einstecken, sodass ihr hier auch mehrere Takedowns vollführen müsst. Solche starken Gegner können ihrerseits ebenfalls Takedowns ausführen, welche sich durch lauter werdende Musik ankündigen. Um diese abwehren zu können, müsst wieder dasselbe Quicktime-Event schaffen wie bei euren eigenen Takedowns. Besonders gelungen sind die so genannten Umgebungs- Takedowns, denn immer wenn ein Objekt in der Nähe ist und ihr einen eleganten Takedown ausführt, benutzt Bourne dieses Objekt um dem Fiesling damit eins über die Rübe zu hauen, oder er schleudert ihn kurzer Hand in das Objekt, was beispielsweise bei Generatoren zu einem unweigerlichen Ableben des Opfers führt. Solche Takedowns sind wirklich spektakulär inszeniert und da sie sich eigentlich nie wiederholen auch immer aufs Neue nett mitanzusehen.
    Nicht selten muss es Bourne auch gleich mit einer ganzen Gruppe von Gegnern aufnehmen. In solchen Situationen ist es sinnvoll nicht sofort euer Adrenalin für einen einzigen Takedown zu verschwenden, denn wenn ihr weiter sammelt und euch immer weiter in Rage prügelt, kann Bourne bis zu drei Takedowns auf einmal ausführen. Für jeden zu vermöbelnden Bösewicht ist erneut ein Quicktime-Event erfolgreich zu absolvieren.
    Eure Lebensenergie regeneriert sich übrigens während eines Kampfes nicht, sondern erst sobald ihr siegreich wart. Gerade gegen die Endbosse ist also eine gute Verteidigung notwendig, da ihr sonst kurz bevor ihr selbigen besiegt habt, selbst auf die Matte geschickt werdet.
    Sehr tragisch ist dies allerdings nicht, denn die Checkpoints sind wirklich fair verteilt, sodass ihr keinen weiten Weg gehen müsst, um eine neue Runde prügeln zu können.

    Neben diesen Mann gegen Mann Kämpfen sind natürlich auch Schusswaffen mit von der Partie. Ihr könnt eine beidhändige Waffe (Maschinengewehr oder Schrotflinte) und eine Handfeuerwaffe (Pistole oder Uzi) mit euch führen. Doch leider scheinen einige der Waffen mit Platzpatronen gefüllt zu sein, denn zielt ihr zum Beispiel mit der Pistole auf den Rumpf, sind teilweise fünf oder gar noch mehr Schüsse von Nöten, bevor der Getroffene endlich einmal ausgeschaltet ist. Besonders gelungen (Achtung Ironie) ist diesem Zusammenhang die letzte Mission, bei der ihr dem Endboss mehrere Magazine eines AK 47 Maschinengewehrs! auf das Haupt abfeuern müsst, bevor dieser besiegt ist. Das grenzt wirklich schon an Veralberung.
    Ansonsten bekommt ihr auch für Treffer mit euren Waffen Adrenalin, welches dann erneut für einen Takedown genutzt werden kann. Habt ihr dabei immernoch die Waffe gezogen, vollführt Bourne nun (natürlich nach dem obligatorischen Quicktime-Event) einen Schuss-Takedown. Der getroffene Bösewicht wird dann ähnlich spektakulär wie aus der Nahdistanz zu Boden geschleudert und ausgeschaltet. Kämpft ihr gegen Polizisten oder andere nicht-Treadstone-Feinde, welche im Spiel übrigens als Zivilisten bezeichnet werden, sind solche Schuss-Takedowns nicht möglich. Der moralisch korrekte Bourne ist schließlich kein Unmensch. Da auch hier wieder mehrere Takedowns simultan machbar sind, kann man diese Kämpfe eigentlich so beschreiben, dass sie exakt wie Nahkämpfe ablaufen, nur eben nicht aus der Nähe.

    Die Entwickler waren offenbar große Freunde der Quicktime- Events, denn diese sind nicht nur in Kämpfen allgegenwärtig, sondern auch während immer wieder auftauchender Fluchtszenen oder Videosequenzen müsst ihr permanent einen eingeblendeten Knopf drücken. Für meinen Geschmack wurde hier ein bisschen übertrieben, denn leider kann man so nicht immer den Videos und damit der Story folgen, da ihr immer damit rechnen müsst gleich erneut zum Reagieren gezwungen zu werden, weshalb man immer auf die Stelle an der die Buttons eingeblendet werden starrt.
    Eine weitere Fähigkeit Bournes könnt ihr (außerhalb eines Kampfes) durch den Y-Button aktivieren, nämlich den Bourne-Instinkt. Durch diesen wird die Umwelt in ein kaltes Blau gefärbt, nur interessante Objekte und Gegner werden gelb oder orange hervorgehoben. Auf der Karte, die immer unten links auf dem Bildschirm verweilt, erscheint euer nächstes Ziel zudem grün. So können beispielsweise auch Kisten mit Munition erspäht und dann geplündert werden.

    Für quasi jedes Spiel obligatorisch sind mittlerweile ja auch Sammelobjekte, weshalb ihr euch im Bourne Komplott auf die Suche nach Reisepässen machen dürft. Ab einer bestimmten Anzahl werden dann ein paar Extras im Menü freigeschaltet, Auswirkungen auf den Verlauf des Spiels oder Bournes Fähigkeiten haben diese aber nicht.

    Insgesamt ist das Gameplay zwar sehr eintönig, denn außer rennen, kloppen, rennen, schießen... müsst ihr nichts weiter tun, aber durch die gelungenen Nahkämpfe, insbesondere die Takedowns, wurde mir nicht langweilig. Doch sicher besteht hier die Gefahr, dass der eine oder andere potenzielle Zocker abgeschreckt werden könnte. Schade ist allerdings, dass die Level schnurgerade sind, denn eigentlich sind Orte wie Flughäfen oder Häfen prädestiniert mehrere Wege einschlagen zu können.

    -Steuerung-

    Gut, dass es Schrotflinten gibt

    Auch in Sachen Steuerung müsst ihr wieder unterscheiden ob ihr euch gerade in einem Handfight befindet, oder doch eure Waffen als Argumentationsverstärker herhalten müssen.
    Zuerst betrachte ich einmal die Steuerung in ersterer Situation. Wie ihr eigene Angriffe ausführt und im Gegenzug feindliche Attacken pariert, habe ich bereits erklärt. Nun ist es aber noch sehr wichtig zu ergänzen, dass diese Kombinationen und schnellen Tastenfolgen auch wirklich immer genau erkannt und schnell umgesetzt werden. Auch wenn euer Gegenüber einmal selber eine ganze Salve an Fausthieben und Tritten auf euch abfeuert, könnt ihr dennoch (vorausgesetzt ihr reagiert fix genug) einige der vermeintlichen Treffer abblocken.
    Auch sonst ist Bourne in seiner Bewegung stets darauf bedacht eure Befehle in Form von Drücken des richtigen Buttons gehorsam umzusetzen. Wollt ihr euch zum Beispiel einmal schnell aus dem Staub machen, könnt ihr die RB- Taste gedrückt halten und schon schaltet Jason den Turbo an und lässt seine Verfolger stehen. Eure Waffen könnt ihr mit LB ziehen, wechseln (kurz drücken) oder wieder in den nicht sichtbaren Halfter zurück stecken (länger drücken). Auch sehr positiv ist zu erwähnen, dass es ein Deckungssystem gibt, welches an sich auch gut funktioniert. Befindet ihr euch in der Nähe geeigneter Objekte wie Autos, Säulen, Kisten oder sonstiges, könnt ihr kurz A betätigen und schon taucht Bourne ab und ist erst einmal in Sicherheit. Wollt ihr nun eurerseits zurückfeuern, müsst ihr zunächst eure Waffe ziehen und durch Halten von LT lugt euer alter Ego aus der Deckung heraus, sodass das Feuergefecht losgehen kann.
    Bis hierhin ist auch alles noch gut, doch nun zeigen sich aber gehörige Schwächen des Spiels, nämlich wenn es um die Shooter-Mechanik geht. Erstes Manko ist, dass ihr als Zielvorrichtung nur einen weißen Punkt habt. Zum einen ist dieser oftmals gar nicht sichtbar, beispielsweise wenn ihr einen Feind vor weißem Hintergrund aufs Korn nehmen wollt. Ach ja, wenn wir schon beim aufs Korn nehmen sind: Wieso kann man nicht einfach über Kimme und Korn der eigenen Waffe gucken? Ein einfaches Drücken der LT- Taste würde dies doch sicherlich möglich machen...
    Zum anderen ist es ebenfalls sehr rätselhaft, wenn ihr einen Feind über den Jordan schickt, dessen Gewehr ein Laservisier hat, denn sammelt ihr dieses Gewehr auf, ist selbiger Laser auf mysteriöse Art und Weise verschwunden.
    Weiterhin ist es unglaublich nervtötend mehrere Feinde gleichzeitig ohne ausreichend Adrenalin für einen Schuss-Takedown auszuschalten, denn das Zielen ist unfassbar schwergängig und macht einfach keinen richtig ausgereiften Eindruck.
    Immerhin ein kleiner Hoffnungsschimmer am Horizont ist die eingebaute Zielhilfe, welche sich einschaltet, sobald ihr mit eurem Zielpunkt in die Nähe eines Bösewichts kommt. Dann nämlich färbt sich dieser weiße Zielpunkt rot und bildet einen Kreis, welcher zu rotieren beginnt, sobald dieser exakt auf niederschießbare Objekte oder Zweibeiner zeigt. Doch leider muss ich euch auch an dieser Stelle ein wenig ernüchtern, denn oftmals bekommt ihr arge Probleme mit den Hitboxen. Denn selbst wenn der eben angesprochene Kreis rotiert, ist dies keine 100 prozentige Garantie für einen Treffer, wodurch eigentlich tödliche Headshots bloß in der Wand landen und eure Position verraten. Insgesamt muss man leider sagen, dass diese Schwächen der Shooter-Passagen nach einer Zeit doch für Frust sorgen, gerade wenn der höchste Schwierigkeitsgrad eingestellt wurde.
    Doch damit immernoch nicht genug der Rüffel für die Steuerung. Auch die anfangs erwähnte Mission, in der ihr durch Paris brettern müsst, zeigt einige Schwächen in Bezug auf Steuerung und Fahrzeugdynamik. Von irgendwelchen Auswirkungen der Geschwindigkeit auf das Fahrveralten kann ein Realismus erprobter Forza Motorsport Zocker nur träumen. Auch ein Schadensmodell sucht ihr vergeblich, sodass ihr den Mini Cooper gerne mehrmals mit voller Geschwindigkeit gegen die Wand setzen dürft, ohne irgendwelche Konsequenzen fürchten zu müssen. Würde das Spiel an sich nicht wenigstens sonst Spaß machen, würde es an dieser Stelle vermutlich den Weg aus dem Laufwerk zurück ins Regal finden, wo es dann auf unbestimmte lagern und in Vergessenheit geraten würde.
    Deshalb der gute Rat optimistisch zu bleiben und sich zu sagen, dass es ja zum Glück genug Schrotflinten im Spiel gibt, denn mit diesen könnt ihr quasi gar nicht daneben semmeln.

    Grafik und Sound

    Hauptsache es erfüllt seinen Zweck

    Betrachtet man die Grafik aus heutiger Sicht und nach heutigen Ansprüchen, wird das Bourne Komplott sicher niemanden mehr zufriedenstellen. Daher sollte an dieser Stelle doch ein wenig differenziert werden und wir tun einfach mal so als wären wir noch auf dem Stand zum Release des Spiels.
    Dann bekommt man immerhin solide Grafik und einen zweckmäßigen Sound zu sehen beziehungsweise zu hören. Zwar reißt weder das eine noch das andere Bäume aus, doch die Texturen wirken scharf und vor allem laufen die Kämpfe sehr rasant aber dennoch flüssig ab. Gerade die Umgebungen sind zusätzlich detailreich modelliert und wirken so als ob in Häusern wirklich Menschen wohnen und in Häfen wirklich Schiffe anliegen und beladen würden. Doch auch hier gibt es einen Wehrmutstropfen, denn leider sind alle Feinde einer treastoneeigenen Klonmaschine entsprungen, da sie in jedem Kapitel gleich aussehen. Immerhin sind dafür die Endbosse wieder etwas besser gestaltet und wirken einfach glaubwürdiger. Ebenfalls punkten kann das Schadensmodell der Deckungen, denn versteckt euch beispielsweise hinter Kisten oder Bänken, seid ihr keineswegs unverwundbar. Einige Kugeln durchschlagen eure Deckung und sorgen dafür, dass diese langsam aber sicher in ihre Einzelteile zerlegt wird.
    Auch der Sound bewegt sich auf festem Boden ohne dabei wirklich große Ausreißer, weder nach oben noch nach unten, verzeichnen zu können. Bourne wurde gut vertont, auch wenn die deutsche Übersetzung an der einen oder anderen Stelle ein wenig entschärft wurde. Beispiel: Aus dem englischen "get out there fu+#ing quick" wird im Deutschen einfach "sieh zu, dass du verschwindest". Auch sind die Anweisungen, die Bourne über sein Headset bekommt ein wenig zu leise, sodass ihr diese teilweise nicht richtig versteht. Leider verhindert auch ein Erhöhen der Lautstärker eurer Boxen oder Lautsprecher dieses Problem nicht immer, denn logischerweise werden somit auch die anderen Umgebungsgeräusche lauter, sodass die Ansagen und Informationen via Headset wiederum untergehen. Aber sonst klingen Waffen wie Waffen und schleicht ihr euch an Fieslinge heran, könnt ihr diese reden oder pfeifen hören. Zusammen mit den ebenfalls gelungenen Explosionen, stimmen also auch die Hintergrundgeräusche. Leider wurden in der deutschen Fassung aber die Geräusche von brechenden Knochen während der Kämpfe entfernt, welche noch einmal ein wenig mehr zur Atmosphäre beitragen.
    Noch einmal an dieser Stelle der Hinweis, dass im Spiel nicht Matt Damon als Bourne umgesetzt wurde, sodass Filmkenner nicht verwundert sein sollten, wenn sie einen völlig Unbekannten sehen und hören.

    Sonstige Anmerkungen

    -Wie gerade erwähnt, wurden in der USK- Fassung einige Schnitte vorgenommen. So sind große Teile der Ragdoll-Effekte (gerade bei Schuss-Takedowns) und die Geräusche von brechenden Knochen (im Handkampf) entfernt worden. Die Menge an fließendem Blut und auch durch Kämpfe gezeichnete Gesichter sind aber mit der ungeschnittenen Version identisch.

    -Erfolgsjäger kommen mit dem Spiel relativ leicht an die 1000 GS, denn die meisten Erfolge gibt es durch das Beenden der Kampagne auf allen drei Schwierigkeitsgraden sowie durch eine entsprechende Anzahl von Kills durch Takedowns.

    -DLC's oder andere Erweiterungen sind nicht verfügbar.

    -Ein Multiplayer ist nicht mit von der Partie, weder online noch offline im Splitscreen.

    -Die Spielzeit der Kampagne ist mit ca. 6 Stunden auf dem niedrigsten Schwierigkeitsrad relativ kurz. Allerdings wird wohl sowieso ein zweiter Durchgang nötig sein um alle Erfolge zu holen. Beginnt ihr direkt auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad, könnt ihr von 8-10 Stunden Spielzeit ausgehen.

    -Fazit-

    "Das Bourne Komplott" ist ein Lizensspiel, zwar eines der besseren, aber dennoch merkt man das dem Titel an. Auf der einen Seite bekommt ihr einen netten und actionreichen Prügler, der sich aber auf der anderen Seite durch die 08/15 Shooter-Einlagen selber schlechter macht und einen schon einmal an die eigene Geduldsgrenze bringt. Dies ist vor allem durch die unglaublich schwergängige Steuerung in Kombination mit dem unausgereiften Zielen zu erklären und hätte einfach besser gelöst werden müssen.
    Grafik und Sound bewegen sich in einem soliden Mittelmaß, allerdings nur, wenn ihr heutige AAA nicht unbedingt als Referenz heranzieht.
    Auch wenn sich das Gameplay durchweg wiederholt, denn ihr rennt durch ein Level und verprügelt einen Endboss, macht das Spiel durch die schnellen und ereignisreichen Kämpfe Spaß und sorgen dafür, dass die DVD nicht wieder sofort aus dem Laufwerk herausrationalisiert wird.
    Schade ist jedoch, dass man sich durch Schlauchlevel kämpfen muss und dabei leider immer nur auf einheitliche Klongegner trifft.
    Insgesamt kann ich aber sagen, dass das Spiel für kurzweiligen Spaß gut geeignet ist und zudem nebenbei den eigenen Gamerscore recht schnell nach oben treiben kann.
    Gerade zum mittlerweile sehr geringen Preis, könnt ihr ruhig einen Blick riskieren, aber lasst euch nicht erwischen ;)

    Negative Aspekte:
    Schlimme Shooter-Steuerung, generelle 08/15 Shooter-Einlagen, lineare Level, Fahrzeugdynamik, sich wiederholendes Gameplay, oftmals zu leise, Story nicht immer ganz ersichtlich

    Positive Aspekte:
    Takedowns, präzise Kampfsteuerung, Deckungssystem, zerstörbare Umgebung, läuft flüssig, für kurzweiligen Spaß gut geeignet, interessante Story, mittlerweile zu Schnäppchenpreisen erhältlich

    Infos zur Spielzeit:
    jayjay1989 hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Robert Ludlums Das Bourne Komplott

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: jayjay1989
    7.4
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Steuerung
    6/10
    Sound
    7/10
    Gameplay
    8/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    8.0/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Robert Ludlums Das Bourne Komplott
    Robert Ludlums Das Bourne Komplott
    Publisher
    Vivendi
    Developer
    High Moon Studios
    Release
    25.06.2008
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

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1010805
Robert Ludlums Das Bourne Komplott
Robert Ludlums Das Bourne Komplott: Selbstfindungstrip mit Hindernissen - Leser-Test von jayjay1989
http://www.gamezone.de/Robert-Ludlums-Das-Bourne-Komplott-Spiel-30455/Lesertests/Robert-Ludlums-Das-Bourne-Komplott-Selbstfindungstrip-mit-Hindernissen-Leser-Test-von-jayjay1989-1010805/
01.08.2011
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