Heldenhafte Strumpfhosenhelden!
Wir befinden uns mitten im finsteren englischen Mittelalter. König Richard Löwenherz kämpft im Heiligen Land bei den Kreuzzügen für die Befreiung Jerusalems von den Ungläubigen. Der in der Heimat gebliebene Adel unter Prinz John Ohneland herrscht mit eiserner Faust über die einfachen Bauern, denen angesichts der puren Waffengewalt nichts bleibt, als sich zu beugen. Nur ein Mann nimmt den Kampf gegen die Unterdrücker auf, unterstützt von einer kleinen Schar treuer und tapferer Gefolgsleute. Die Rede ist von Robin Hood, dem königstreuen Gesetzlosen, der von den Reichen nahm, um es den Armen zu geben.
Robin Hood - Die Legende von Sherwood ist ein waschechtes Echtzeit-Taktikspiel, dass mit einigen zukunftsweisenden Verbesserungen gespickt wurde: Dem Spieler werden diesmal wesentlich mehr Freiheiten geboten, als es der indirekte Vorgänger "Desperados" seinerzeit ermöglichte. So ist es an vielen Stellen ohne weiteres möglich, sich einfach wie ein Rambo durch die feindlichen Soldaten zu metzeln. Sollte also mal ein Gegner auf uns aufmerksam werden, dann ist nicht gleich das Laden eines Spielstands nötig, sondern wir können in den meisten Fällen schnell die Oberhand gewinnen und trotz alarmierten Wachen unsere Mission weiterführen.
Auch haben wir diesmal wesentlich mehr Begleiter mit dabei, welche über jeweils unterschiedliche Fähigkeiten verfügen: So sind Little John, Will Scarlet, Stutely die Eule, Bruder Tuck und die liebreizende Lady Marian mit von der Partie und stehen uns mit allerlei verschiednen hilfreichen Eigenschaften zur Seite. Vor einer Mission können wir in unserer Hauptbasis im "Sherwood Forrest" in aller Ruhe die teilnehmenden Mitglieder zusammenstellen und eventuell nötige Hilfsmittel einpacken. Es gibt nämlich in diesem Spiel sogar eine Art von Ressourcenmanagement: Sobald wir einen unserer treuen Gefolgsleute vor einer entsprechenden Hütte postieren, beginnt dieser zum Beispiel Pfeile für unseren Bogen zu schnitzen oder Heilkräuter für Bruder Tuck anzubauen. Von unserer Basis aus planen wir auch Überfälle auf Transporte der Reichen um damit an Geld für die Armen zu kommen. Diese "Mini-Missionen" laufen etwas zügiger ab und erfordern weniger taktisches Geschick. Ja sogar ein kleines Erfahrungssystem ist integriert, unserer tapferen Recken können im Laufe des Spiels an ihre Fähigkeiten durch Training oder echte Kämpfe verbessern.
Grafisch bietet das Spiel sehr liebevoll gezeichnete Hintergründe, die durch zahlreiche Animationen zum Leben erweckt werden. Die Atmosphäre des Mittelalters kommt sehr gut rüber und man entdeckt ständig weitere Details in den hervorragend gestalteten Szenarien. Die Grafiker bei Spellbound haben wirklich einen Preis für diese hervorragende Arbeit verdient. Der Hintergrundsound passt ebenfalls in die Zeit, nur die Sprachausgabe mancher Figuren wirkt nicht immer ganz authentisch.
Die Steuerung des ganzen Spektakels geht sehr einfach von der Hand: Obwohl wir 'zig verschiedene Möglichkeiten haben mit unserer Umwelt zu interagieren, bleibt alles sehr übersichtlich und kann dank dem Einsatz von Hotkeys sogar noch weiter vereinfacht werden. Besonders das neue Kampfsystem funktioniert einfacher als es anfangs aussieht und es macht dank der intuitiven Steuerung jedes mal wieder aufs neue Spaß sich mit den Gefolgsleuten des bösen Prinzen anzulegen. Hierbei kommt nämlich ein sehr intelligentes "Mausgesten-System" zum Einsatz, bei dem der Spieler nur noch durch die Richtung der Mausbewegung die entsprechenden Kampfaktionen auszulösen braucht. Für Einsteiger sind überall im Spiel zahlreiche Hinweise zur Bedienung versteckt, ein kleines richtiges kleines Tutorial wie bei Desperados hätte uns dennoch besser gefallen.
