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  • Rogue Ops im Gamezone-Test

    Rogue Ops stößt niemandem vom Thron, bringt aber durchaus etwas frischen Wind in das Genre.

    Es ist das Zeitalter der Schleichspiele, könnte man meinen. Zumindest können sich die Anhänger dieses Genres augenblicklich kaum über mangelnden Nachschub beschweren. Denn im Fahrwasser von Splinter Cell und Metal Gear Solid tummeln sich inzwischen einige, mehr oder minder gute Spiele die sich desselben Spielprinzips bedienen. Getrost in die gleiche Schublade können wir auch Rogue Ops stecken, welches mit einigen Einmaligkeiten aufwartet, trotzdem aber ein reinrassiges Schleichspiel ist mit besonderem Schwerpunkt auf die vielen sehr unterschiedlichen Gadgets.

    Wie gewohnt steht am Anfang des Spiels das Tutorial, welches uns nach der einführenden Geschichte zu Nikki, die den Tod ihrer beiden Kameraden noch nicht verwunden hat, präsentiert wird. Leider ist dieses nicht besonders gelungen und unterbricht das Spiel andauernd mit statischen Textfenstern, obwohl wir einen Ausbilder im Ohr haben der eigentlich alles bestens erklären könnte. Der beschränkt sich aber, wie auch das Tutorial selbst, auf das aller Nötigste und geht mit keinem Wort auf die wichtigen Waffen oder Gadgets ein, ohne die wir im Spiel keine Chance haben. Dafür hat man die Einweisung schnell hinter sich gebracht und kann sich sodann voll dem Spiel widmen, welches einen wesentlich besseren Eindruck macht als zugehöriges Einführungskapitel.

    Nachdem es das Tutorial versäumt hat, ist man das erste richtige Kapitel erst einmal damit beschäftigt die sehr vielschichtige Steuerung zu erlernen. Diese hält sich nämlich nur in Teilen an bekannte Standards und wartet mit mancher Überraschung auf. So beherrscht unsere Heldin Nikki selbstverständlich den Schleichgang aus dem FF, ein Druck auf die entsprechende Taste genügt um sie in die Knie gehen zu lassen, damit wir lautlos schleichen können. Auf diese Weise kann man sich in der bekannten Manier von Hinten an die Wachen, Terroristen o.Ä. heranschleichen und sie ausknocken. Denkt man, denn so einfach geht das nicht mit Nikki. Denn nur wenn wir stehen, wo einem also das Schleichen besonders schwer fällt, weil es schon genügt den Analogstick etwas zu weit zu drücken damit sie lautstark zu laufen beginnt, können wir einen tätlichen Angriff starten. Ähnlich wie bei Shenmue tauchen sodann mehrere Richtungspfeile in einem Kreis angeordnet auf, die wir in dem ganz knapp bemessenen Zeitraum nachdrücken müssen damit der Kampf als gewonnen gilt. Versuchen wir allerdings den Angriff aus der Hocke aus auszuführen, greift Nikki nicht an, sondern sie leert dem angepeilten Wurm die Taschen aus. So kommt man an Codekarten oder Sicherheitsschlüssel ohne einer Wache etwas zu Leide tun zu müssen. Besonders glaubwürdig ist das natürlich nicht, wenn man einer gehenden Wache hinterher schleicht und die so blind und gefühllos ist, dass man ihr während des Wachganges die Hose herunterziehen kann. Spannend ist es trotzdem, weil es schon etwas Feingefühl und Timing verlangt auf diese Weise vorzugehen.

    Am meisten Spaß aber vermitteln die Aufgebanstellungen selber, die erstaunlich abwechslungsreich ausgefallen sind und einen immer wieder zwingen die Situation und die Anwendungsmöglichkeiten der Werkzeuge zu überdenken. Ohne zuviel von der Geschichte verraten zu wollen, sollte man in diesem Game, trotz seines braven Erscheinungsbildes, ruhig mal damit rechnen auch eine Leiche als Mittel zum Zweck benutzen zu müssen. Ansonsten aber geht es eher unblutig zu, denn meist muss man möglichst unentdeckt zu arbeiten, oft sogar noch mit der Auflage niemanden töten oder verletzen zu dürfen. Für solche Fälle sind wir mit einem Wärmesichtgerät ausgestattet, welches leider ein nur sehr begrenztes Sichtfeld aufweist, sowie einem tragbaren Retinascanner, mit dem man den Augenhintergrund einer Wache aus erstaunlicher Entfernung scannen und abspeichern kann. Daneben existieren noch solche Spielereien wie ein Elektroschocker, der auch gegen Maschinen erstaunlich wirksam ist, ein Greifhaken um sich irgendwo hinaufzuziehen, Adrenalin für eine schnellere Reaktionsfähigkeit, eine ferngesteuerte fliegende Kamera sowie eine thermooptische Tarneinheit, die einen nahezu unsichtbar werden lässt. Unter Zuhilfenahme all diese Mittel wird Nikki meist in irgendwelchen Gebäuden eingesetzt, meist nur mit kurzer vorhergehender Anweisung worum es eigentlich geht. Das erspart einem aber nicht jeden Level erst genauestens zu erkunden um alle Möglichkeiten zu erkennen, was mitunter schon etwas an den Nerven zerren kann. Derweil ist der eigentliche Schwierigkeitsgrad recht gut ausgewogen und wenn man erst einmal weiß was zu tun ist, hat man keinerlei Probleme mehr. Bis es aber soweit ist, hat man schon einige virtuelle Leben bzw. Aufträge verloren.

    Grafisch kann die PS2-Version nicht mit dem Gamecube oder der Xbox mithalten. Besonders die unbeständige Framerate fällt auf Sony's Konsole auf, die nie so richtig in die Gänge zu kommen scheint, sowie der fehlende 60 Hertz Mode, ausschließlich PAL 50 steht uns zur Verfügung. Ansonsten kann man sich über die Qualität der Texturen nicht beschweren, auch wenn es hie und da zu Kantenflimmern und Unschärfen kommt, meist jedoch ist das gebotene Bild angenehm scharf und kontrastreich. Etwas ärgerlich hingegen, dass die Engine bestimmte, fein aufgelöste Objekte manchmal verschluckt. So z.B. das Seil an welchem man die erste richtige Mission verlassen kann. Obwohl man direkt daneben steht ist es nicht sichtbar, erst wenn man sich entfernt taucht es auf. Dafür sind die Charaktere, allen voran unsere Hauptdarstellerin Nikki, gut gelungen und auch nett und lebensecht animiert. Ebenfalls gelungen die Skelettansicht der Charaktere wenn wir durch unser Wärmesuchgerät blicken oder einen tödlichen Schlag anwenden.

    Die Soundkulisse gefällt nicht nur wegen der hervorragenden Geräusche und guten deutschen Synchronisation, sondern auch wegen dem gelungenem Einsatz der Musik, die sich der jeweiligen Situation immer blitzschnell anpasst und nie ungelegen wirkt oder gar wichtige Sounds unterdrückt. So geht einem nie ein Gespräch verloren und die meist darin enthaltenen Informationen. Denn wie bereits erwähnt, könnten die Anweisungen mitunter schon deutlicher sein und manchmal vermisst man den entscheidenden Hinweis.

    Rogue Ops (PS2)

    Singleplayer
    7 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Sound
    7/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    6/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Abwechslungsreiche Missionen
    viele verschiedene Gadgets und Waffen
    gelungene Charaktere
    ebenfalls gelungene Soundkulisse
    Mitunter etwas wiederwillige Steuerung
    nicht immer klare Anweisungen
    Trial & Error Missionsdesign
    kein 60 Hertz Mode
    Framerateneinbrüche
  • Rogue Ops
    Rogue Ops
    Developer
    Kemco
    Release
    05.02.2004

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989691
Rogue Ops
Rogue Ops im Gamezone-Test
Rogue Ops stößt niemandem vom Thron, bringt aber durchaus etwas frischen Wind in das Genre.
http://www.gamezone.de/Rogue-Ops-Spiel-30703/Tests/Rogue-Ops-im-Gamezone-Test-989691/
05.02.2004
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2004/03/rogueops2.jpg
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