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  • Rule of Rose: Horror-Märchen gefällig? - Leser-Test von Fabian1992

    Rule of Rose: Horror-Märchen gefällig? - Leser-Test von Fabian1992 Wisst ihr, wie grausam Kinder sein können? Glaubt ihr, dass euch Kinder in der Rolle einer erwachsenen Frau nicht die geringste Angst machen können? "Rule of Rose" lehrt euch eines Besseren. Nach diesem Schauermärchen werdet ihr keinem Kind mehr in die Augen schauen können.

    Story:
    Es war einmal ein hübsches, kleines Mädchen. Seine Freundin, Prinzessin Rosenrot war ihre treue Gefährtin. Eines Tages starben plötzlich seine Eltern und das kleine, arme Mädchen wurde in eine neues, unheimliches Haus geschickt...
    England, 1930. Die 19-jährige Jennifer sitzt im Bus und ist gerade eingenickt. Doch plötzlich steht ein Junge vor ihr, der ihr ein kleines Märchenbuch in die Hand drückt. Ehe Jennifer die Geschichte lesen kann, hält der Bus und der Junge rennt weg. Sofort versucht die junge Frau, ihm hinterher zu rennen, doch er verschwindet in der Dunkelheit. Zu allem Überfluss fährt auch noch der Bus weg und Jennifer findet sich an einer verlassenen Haltestelle am Wald wieder. Nach einem kurzen Marsch durch den Wald, entdeckt sie ein seltsames Waisenhaus. Sie kann es sich nicht erklären, doch das alles kommt ihr so vertraut vor. War sie schon einmal hier gewesen? Und wer ist der merkwürdige Junge?

    Bei keinem Survival-Horror passt die Bezeichnung Schauermärchen wohl besser, als bei "Rule of Rose". Denn Sonys neuster Horrortitel ist wie ein Märchen aufgebaut. Der einzige Unterschied zu den normalen Märchenbüchern; dieses Märchen ist mehr als grausam und vor allem beängstigend. Doch ob es wirklich das Zeug dazu hat, mit all den anderen guten Titeln dieses Genres mitzuhalten?
    Zuerst einmal will ich auf die besondere Art der Präsentation dieses Spiels zu sprechen kommen. Wie bereits erwähnt, ähnelt der Aufbau des Spiels dem eines Märchens. Nicht nur wegen des Buches, dass Jennifer am Anfang von dem mysteriösen Jungen erhält und dieses den Geschehnissen der Protagonisten verblüffend ähnelt. Nein, auch werden von Anfang an immer wieder kleine Texte eingeblendet, die die Geschichte fortführen und in einem typischen Märchenstil geschrieben worden sind. Durch diese Fenster werden nicht nur hin und wieder kleine Aufgaben gegeben, sondern auch oft die Gefühle unserer Heldin zum Ausdruck gebracht. Nun könnte man annehmen, "Rule of Rose" sei ein Spiel ohne jegliche Sprachaufnahmen. Keine Angst, selbstverständlich wird nicht immer nur Text eingeblendet. Natürlich gibt es in entsprechenden Zwischensequenzen echte Sprachaufnehmen, die, ganz nebenbei bemerkt, ein Ohrenschmaus sind, aber dazu später mehr. Der Punkt ist, dass das Gefühl, man befinde sich in einer Geschichte aus Grimms Märchen, wird äußerst wirkungsvoll auf den Spieler übertragen.
    Diese Horrorgeschichte spielt sich allerdings nicht ausschließlich in dem oben genannten Waisenhaus ab, viel mehr ist der Schauplatz dieses Spiels ein Zeppelin. Nachdem Jennifer nämlich ein wenig durch das dunkle Haus gerannt ist, gelangt sie in einen Zeppelin, der langsam durch den dunklen Himmel schwebt. Ich werde mich allerdings davor hüten, zu verraten, wie sie dort hingelangt ist und vor allem warum.
    Von da an nimmt das Grauen auf dem Zeppelin seinen Lauf, nur die letzten beiden Kapitel des Spiels, führen euch wieder in das besagte Waisenhaus.
    Apropos Kapitel. Wie es für die meisten Spiele dieser Art ein Klischee ist, so ist auch "Rule of Rose" in Kapitel, und zwar insgesamt in zehn aufgeteilt. Jedes Kapitel repräsentiert im Grunde jedoch einen Monat. Und nun zur eurer Hauptaufgabe im Spiel. Als Jennifer nämlich dann gefesselt im Zeppelin wieder aufwacht, teilt ihr eine kindliche Jungestimme über ein Funkgerät die Regeln seines makaberen Spiels mit. Alsbald stellt unsere Protagonistin fest, dass sie von einer Horde Kinder festgehalten wird, welche sich den Namen "Die Aristokraten des roten Stifts" gegeben haben. Diesen Kindern muss Jennifer jeden Monat ein Geschenk bringen. Tut sie dies nicht, so wird sie eiskalt umgebracht. Im ersten Monat, beispielsweise, muss Jennifer einen schönen Schmetterling für den "Aristokraten-Klub" besorgen. Zu Belohung wird sie in diesen Klub eingeladen und später auch aufgenommen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Natürlich stellen sich euch vor den eigentlichen Aufgaben noch weitere kleine Aufgaben in den Weg. Dies dann oft in Form von Rätseleinlagen. Doch zum Punkto Rätsel gehört noch ein großes Spielelement, welches ich bisher verschwieg. Rätsel werden nämlich hauptsächlich mit einem treuen Freund gelöst. Nach kurzer Spielzeit, findet unsere Heldin den Labrador Brown, der ihr nach seiner Befreiung auf Schritt und Tritt folgt, ähnlich wie in "Haunting Ground". Allerdings ist dieses Feature in "Rule of Rose" anders umgesetzt worden, als im Genrekollegen. Hier geht es nicht darum, den Hund gut zu erziehen. Er hört auf Jennifer von Anfang an. Auch kämpfen kann er nicht so gut, wie Hewie in "Haunting Ground". Was die beiden allerdings gemeinsam haben, ist, dass Kommandos herrlich einfach auf sie übertragen werden können. Durch das Betätigen der Viereck-Taste macht Brown beispielsweise Sitz. Soll er herkommen, so muss man bloß die Kreis-Taste drücken und schon kommt er. Was ihn aber am meisten von seinem Kollegen aus "Haunting Ground" unterscheidet ist, dass er eine echte Spürnase hat. Mit seiner Hilfe ist Jennifer oft in der Lage, versteckte Gegenstände im Szenario zu finden. Wenn ihr im Spiel nun eine Dose findet, so könnt ihr Brown daran riechen lassen. Um das zu erreichen, müsst ihr den entsprechenden Gegenstand im Inventarmenü unter dem Punkt "Fund" festlegen. Zurück im Spiel reicht das Drücken der Dreieck-Taste und schon verfolgt Brown den Geruch der Dose. Nach kurzer Zeit findet er somit einen Keks, der wohl ursprünglich in der Dose gelegen haben muss. Betätigt ihr nach dem Aufnehmen des gefundenen Gegenstandes erneut die Dreieck-Taste, so sucht Brown nach weiteren Gegenständen und findet letzt endlich noch einen Keks.
    Nachdem sich die Suche nach dem Inhalt der Dose also erledigt hat, könnt ihr nun die Kekse bei "Fund" auswählen und so nach weiteren Gegenständen suchen. Auf diese Weise erhält Jennifer immer mehr Objekte, welche dann wieder zum weiteren Suchen verwendet werden können. Durch dieses Suchspiel bekommt ihr dann oft auch Heilmittel. Der Keks beispielsweise, zählt zu einem von vielen Heilmitteln für Jennifer. Lollypops, Teegebäck oder eine Tafel Schokolade bringen hingegen sehr viel mehr Energie zurück. Denn natürlich wird Jennifer von Zeit zu Zeit verwundet und humpelt bald nur noch unspielbar vor sich hin. Die Energieleiste, welche ihr im Inventarmenü findet, zeigt euch, wie ernst die Lage wirklich ist. Aber auch euer treuer Freund kann verletzt werden und fällt einfach zu Boden, wenn er nicht mehr kann. Bei ihm hilft dann ein Stück Speck oder ein Fleischklos.
    Aber noch einmal zurück auf die Suchaktionen, die ihr regelmäßig mit Brown startet. Immer funktioniert das Ganze nämlich nicht. Befindet sich Jennifer an einem Ort, an dem Brown nicht den geringsten, passenden Geruch findet, so jault und schüttelt er seinen Kopf. Damit wird euch klar gemacht, dass ihr von diesem Stanpunkt aus, nicht weiterkommt. In solch einem Fall heißt es also ausprobieren. Dennoch ist es keines Wegs so, dass ihr stundenlang nach dem einen Raum suchen müsst, der das ganze fortsetzt. Zum einen habt ihr ständig andere Gegenstände im Gepäck, bei denen es auch noch etwas zu finden gibt und zum anderen dauert es oft nicht lange, bis ihr den richtigen Bereich findet. Dieses Spielelement ist eine willkommene Innovation dieses Spiels. Doch leider ist diese Sucherei genau das, was ihr in den elf Stunden Spielzeit größtenteils macht. Immer wieder gilt es, einen Gegenstand aufzusuchen um damit dann wieder einen neuen zu finden, bis das Kapitel zu Ende ist. Das lässt den Spielablauf ziemlich monoton wirken. Ansonsten haben es auch keine weiteren Rätsel in das Spiel geschafft. Schlüssel aufsuchen und ein paar Zahlencodes richtig eingeben, mehr Fantasie haben die Spielemacher im Punkto Rätsel leider nicht bewiesen.
    Doch zurück zu den guten Eigenschaften von "Rule of Rose". Beispielsweise die Charaktere und deren Verstrickungen mit dem Plot hinterlassen einen weitaus bessern Eindruck als der sonst so eintönige Spielverlauf. Und hierbei möchte ich gleich genauer auf den Aristokraten-Klub zu sprechen kommen. Dieser besteht ausschließlich aus Kindern. Diese haben sich selbst eine Rangordnung gegeben. Ganz oben ist die Prinzessin der Roten Rose, dessen Identität bis zum spannenden Ende geheim bleibt. Der Prinzessin untergestellt ist die Herzogin Diana, das älteste Mädchen der Gruppe, welche Jennifer am meisten quält. Dann kommt die Gräfin Eleanor, welche ein kaltherziges Mädchen ist, das nur selten mit Jennifer spricht. Dann die Baronin Meg, welche sehr intelligent ist und immer ein Buch mit sich herumträgt, wo sie ihre Nachrichten der Prinzessin der Roten Rose verfasst, oder ihre Erfindungen festhält. In der Unterschicht hingegen befinden sich Amanda, die Arme und Jennifer die Bettlerin. Amanda scheint die einzige zu sein, die Jennifer nichts Böses will. Sie sagt, dass sie Freundinnen seien, und näht wie eine Verrückte an der Nähmaschine. Dennoch scheint dieses Mädchen mehr als verängstigt und nervös. Sie kann nicht den Mut aufweisen, sich gegen die anderen zu wehren und mit den grausamen Spielchen aufzuhören.
    Jennifer ist es durch die Suche vom Geschenk des Monats möglich, im Rang aufzusteigen. Doch bei der Suche der Geschenke stellen sich euch nicht nur weitere Aufgaben in den Weg, sondern auch kleine Missgestalten, die durch den Zeppelin wandern. Eure Gegner sind kleine Kobolde, mit verzerrten Gesichtern, oder Ratten -, Hansen-, Ziegen, und Schweineköpfe. Diese greifen Jennifer von Zeit zu Zeit immer wieder in Massen an. Im Kampf stehen euch so einige Waffen bei. Ein Messer, eine Gabel, ein Stahlrohr, ein Hackmesser oder ein Revolver sind nur wenige von zahlreichen Waffen. Aber auch Brown kann in solchen Fällen sehr hilfreich sein. Er bellt und greift die gruselig flüsternden Gestalten an, die sich dann eingeschüchtert beugen und somit für kurze Zeit keine Gefahr mehr darstellen. Töten kann Brown die Viecher aber nicht. Dabei passiert es recht häufig, dass die Gegner auf Jennifer springen und sich an ihr festklammern. Um sich von den Monstern wieder zu befreien, muss man den rechten Analog-Stick schnell hoch und runter bewegen, dann geben die Gestalten schnell wieder auf und ihr könnt weiter auf sie einschlagen, bis sie tot sind. Bei den Kämpfen wird jedoch sehr deutlich, dass sich "Rule of Rose" nicht auf das Abmetzeln von Feinden konzentriert hat. Das gesamte Kampfsystem ist nämlich sehr träge ausgefallen. Bis Jennifer mal zum Schlag kommt, oder nach einem harten Treffer wieder aufsteht, zieht sehr viel Zeit ins Land. Vor allem bei den Bosskämpfen wird dies umso deutlicher. Eher hat man sich auf die bedrohliche Atmosphäre spezialisiert. Das ist glücklicherweise gelungen. In Verbindung mit der Story wirkt das gesamte Spielerlebnis äußerst bedrückend und aussichtslos. Die fiesen Kinder, die trotz ihres geringeren Alters, Jennifer quälen und die hässlichen Gestalten, die schreiend und flüsternd zu gleich in den dunklen Ecken des Zeppelins lauern, aus dem es keinen Ausweg gibt, verleihen euch ein beständiges Gefühl der Angst. Dennoch ist der Horror bei weitem nicht so wirkungsvoll wie in "Project Zero" oder "Silent Hill". Dazu fehlt es dem Titel einfach an Schockmomenten. Technisch hingegen kann sich "Rule of Rose" sehen lassen. Die herrlichen Render-Sequenzen sind schlichtweg grandios und kommen durch professionelle Sprachaufnahmen und die stimmungsvolle Musik mehr als gut rüber. Und auch die Ingame-Grafik ist keineswegs zurückgeblieben.
    Vor allem muss ich die Musikstücke loben. Sie harmonieren geradezu mit dem gesamten Stil des Spiels und bescheren euch beim Abspann mit einem schönen Song. Yutaka Minobe hat damit meiner Meinung nach, einer der besten Gamesoundtracks überhaupt geschrieben. Die Sound- und Grafikabteilung hat daher ganze Arbeit geleistet!
    Die Story hat glücklicherweise ebenso viel auf dem Kasten! Schon von Beginn an merkt man, dass eine sehr geheimnisvolle und interessante Hintergrundgeschichte gelöst werden will. Was wollen die Kinder von Jennifer? Warum kommt ihr alles so bekannt vor? Und was hat sie so Schlimmes getan? In Verstrickung mit dem Aristokraten-Klub, der strickten Regeln und einer Rangordnung folgt, was auf die strenge Erziehung der Kinder im England der 30er Jahre zurückführt, erwartet euch eine wunderbare Geschichte, die voller Geheimnisse und Emotionen steckt. Doch wie so oft gibt es bei der Story das große Aber. Denn auch "Rule of Rose" präsentiert die Geschichte nicht besonders verständlich. Wer alles verstehen will, der muss genau Nachforschen. Dazu bekommt man gerade im letzten Kapitel Gelegenheit, doch um in dieses zu gelangen, gilt es ein anderes Ende zu erspielen. Zu den Extras zählen außerdem ein paar neue Kostüme mit neuen Waffen. Im Vergleich zu anderen Spielen gibt es aber sehr dürftige und wenige Extras. Noch nicht mal ein weiterer Schwierigkeitsgrad ist eingebaut worden. In seiner Verarbeitung wirkt "Rule of Rose" ohnehin ein wenig unfertig. Beispielswiese passiert es oft, dass zwischen dem Wechsel von Zwischensequenz in das Szenario falsche Einblendungen erscheinen. Häufig in Form von Schrifteinblendungen, die für gewöhnlich den nächsten Raum ankündigen. Ebenso scheinen die Ladezeiten zwar nicht zu lang, aber zu oft vorkommend zu sein. Häufig ist für jeden einzelnen Raum eine Ladezeit von fünf Sekunden erforderlich und das widerspricht nicht nur der heutigen Technik, es verdirbt auch den Spielspaß wenn man gerade schnell zu einem Ort rennen will, obwohl Jennifer so oder so nicht dazu in der Lage ist, schnell zu sprinten.
    Außerdem sind die Aminationen des Hundes ebenfalls zu bemängeln. Wenn er sucht und schnüffelt, dann gibt es nichts daran auszusetzen, aber sobald er läuft, stimmen seine Bewegungen mit seiner Geschwindigkeit nicht im Geringsten überein. Zum Glück ist dies aber nur ein kleiner Mangel, angesichts der größeren Schwächen.

  • Rule of Rose
    Rule of Rose
    Publisher
    Sony
    Developer
    Punchline Inc.
    Release
    24.11.2006
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Rule of Rose
Rule of Rose: Horror-Märchen gefällig? - Leser-Test von Fabian1992
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30.03.2008
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