Der finale Teil der Adventure-Triologie bietet auch auf dem NDS jede Menge Humor, Rätsel und Unterhaltung.
Runaway - A Twist of Fate kommt um einiges düsterer als die Vorgänger daher. Und so beginnt das Spiel direkt am Grab unseres alten Helden Brian Basco... So, und jetzt bitte alle Abenteuer-Fans wieder beruhigen. Es ist alles in Ordnung - aber immer schön weiter in die Tüte atmen! Noch innerhalb des Trailers erhält seine trauernde Partnerin Gina einen Anruf der vermeintlichen Leiche. Ihr Partner Brian lebt, sein Tod war nur vorgetäuscht. Er hat nur ein kleines Problem: Eine massive Steinplatte, die sein Grab versiegelt.
Runaway: A Twist of Fate
Runaway - A Twist of Fate ist wie seine beiden Vorgänger ein Grafik-Adventure der alten Point & Click-Schule. Ihr sammelt fleißig alles an Gegenständen ein, was nicht niet- und nagelfest ist, um die Objekte am richtigen Ort miteinander zu kombinieren und einzusetzen. Alternativ werden Rätsel durch Dialoge gelöst.
Und dazu habt ihr sehr viele Gelegenheiten, um die hundert Rätsel wollen so geknackt werden.
Wie sollte es in Runaway - A Twist of Fate anders sein als wie in den Serienvorgängern, Brian und Gina werden immer noch von gar düsteren Gestalten verfolgt. 'A Twist of Fate' übernimmt die Story direkt beim unbefriedigenden Ende von Teil 2 - Brian wird eines Mordes für schuldig befunden, und aufgrund der Tatsache, dass er daran keinerlei Erinnerungen mehr hat, in eine Nervenklinik eingewiesen.
Runaway: A Twist of Fate
Die einzige Möglichkeit aus dieser misslichen Lage zu entkommen und die ewig währende Flucht zu beenden, ist es zu sterben.Oder wenigstens so zu tun. Um das zu erreichen, muss Brain verschiedene Rätsel in der Anstalt lösen, Mitinsassen gegeneinander ausspielen und Items gekonnt miteinander verbasteln. Da wir uns erinnern, das er ja zu Beginn des Spieles in seinem Grab liegt, findet das ganze in Erzählungen eines Mitpatienten statt, der die Vorgeschichte an Gina schildert. Dadurch switcht das Spiel immer mal wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart, und man hat die Möglichkeit beide Hauptpropagandisten zu steuern, mal Gina, und mal Brian. Dem Spieler wird so die Möglichkeit geboten, die Serienvorgänger im Form von Dias und als Erzählungen in Dialogen noch mal Revue passieren zu lassen. Eine sehr hilfreiche Tatsache, wenn man eine längere Spielpause eingelegt hatte, oder ganz neu mit der Serie beginnt.
Runaway: A Twist of Fate
Typisch für Runaway sind die teils sehr skurrilen Charaktere. Abgesehen von den trockenen Kommentaren der Hauptakteure haben auch die restlichen Figuren einiges an schwarzem Humor und ungewöhnlichen Macken zu bieten. Wer bereit ist, sich auf den speziellen Runaway-Charme der Dialoge einzulassen, wird mit intelligentem Witz belohnt, der nicht selten auf bekannte Filme (Pulp Fiction) oder Videogames (Monkey Island) anspielt.
Gerade beim Charakterdesign der Insassen der Irrenanstalt haben sich die Entwickler ausgetobt. Ob ein Patient die Tischtennisplatte für seinen fahrbaren Untersatz hält, oder ein anderer stundenlang mit Schild bewaffnet im Speisesaal auf Anhalter macht, an Merkwürdigkeiten ist so einiges geboten. Bei den Pflegern hat man das Gefühl, das der weiße Kittel den einzigen Unterschied zu ihren Schützlingen darstellt. Den auch an deren Geisteszustand beginnt man zu zweifeln im Laufe der Gespräche.
Runaway: A Twist of Fate
Zu Spielbeginn reißt die Story mit und man kommt zügig voran, dafür wird es im letzten Drittel etwas zäher im Gameplay. Die Rätsel werden teilweise dezent unlogisch und hemmen dadurch den Spielfluss.
Wie die meisten modernen Adventures verfügt auch dieses über sog. Hot Spots, die man bei Bedarf anzeigen lassen kann. So bekommt man ab und an den kleinen Wink, der einem noch gefehlt hat, das "wichtige Teil" zu finden. Zudem kann man jederzeit die Spielhilfe zu Rate ziehen. Der nette Herr gibt kryptische Tipps zum lösen der Rätsel. So bekommt man gute Hinweise, muss aber sein Köpfchen trotzdem selber noch anstrengen. Wir würden sagen: Ein guter Mittelweg.
Runaway: A Twist of Fate
Ein Nachteil ist in unseren Augen die Spieldauer. Diese ist leider mit etwa acht bis neun Stunden relativ kurz. Gerade für Adventure-Profis könnte das Spiel zum kurzweiligen, aber leider auch kurzen Vergnügen werden.
Wie auch in den Vorgängern kommt der Titel in aufpolierter Comic-Grafik daher. Der Gesamteindruck ist etwas düsterer. Statt Strand, Schildkröten und Surfbretter haben wir es diesmal mit Friedhöfen, Irrenanstalten und ähnlich heimeligen Plätzen zu tun. Die Szenarien ist aber durch die Bank alle sehr hübsch und mit Liebe zum Detail gestaltet. Auch beim Sound gibt es nichts zu meckern. Jeweils der Szenen-Stimmung angepasst ist sie die optimale Untermalung der Geschichte.
