Auf Starcraft 2 folgt direkt der nächste Strategiekracher: R.U.S.E. punktet mit toller Grafik und raffiniertem Finten-Feature.
Willkommen im zweiten Weltkrieg. Mal wieder. Hallo! Nicht einschlafen! Klar, der WW2 ist nicht mehr unbedingt die unverbrauchte Kulisse für ein Strategiespiel, aber so toll präsentiert und mit optimierter Steuerung für PC- und Konsolenplattform ist er noch nicht über Euren Monitor geflimmert.
Ergo: Stillgesessen! Weiterlesen!
Quelle: Ubisoft
Ruse
Potzblitz Herr Feldmarschall, so was haben wir noch nicht gesehen: Eine Strategiespiel, bei dem wir stufenlos vom Kartentisch bis in den Schützengraben zoomen dürfen. Drehen wir das Mausrad nach unten, oder bewegen auf den Konsolen den Analogstück abwärts, fährt das Geschehen auf dem Bildschirm auf die Höhe des strategischen Kartentisches unserer Generalität - die wir rein zufällig gleich selbst verkörpern. Auf dem Spielfeld sehen wir dabei die am Spielgeschehen teilnehmenden Einheiten als Plastikchips, wie in einer Partie des Brettspiels Risiko, vor uns auf der taktischen Karte liegen.
Ruse
Bewegen wir nun unser Mousewheel nach oben oder drücken den Analogstick aufwärts, rasen wir nahtlos, blitzschnell und ruckelfrei auf das Geschehen auf dem Schlachtfeld zu, bis wir uns in der höchsten Zoomstufe direkt bei unseren Einheiten im Gefecht befinden. Hier zischt uns das Artilleriefeuer um die Öhrchen und dröhnende Panzerkolonnen donnern uns über die virtuellen Zehen.
Am Kartentisch herrscht gespannte Ruhe. Wir planen unsere taktischen Züge, was bei RUSE auch dringend angebracht ist. Rein durch Einheitenmasse order sogenanntes Rushing, also dem überrennen des Gegners, gewinnt man hier spätestens nach den Einführungsmissionen keinen Blumentopf mehr, und schon gar keine Panzerschlacht.
Ruse
Die barrierelose Präsentation zwischen konzentrierter Strategieplanung am Kartentisch und Echtzeitstrategie im Schützengraben ist neuartig und macht sowohl in der spannenden Einzelspielerkampagne wie im dann folgenden, fein ausbalancierten Multiplayer einen Riesenspaß. Dabei bleibt das Kriegsgeschehen am Bildschirm aber immer so abstrakt, dass auch ein hippiebärtiger, kriegsdienstverweigernder GameZone-Autor ohne schlechtes Gewissen seine Freude daran haben kann.
Ruse
Das Gameplay lässt sich dabei am ehesten mit einer Runde eines stark aufgebohrten RISIKO (dem beliebten Brettspiel) in Echtzeit vergleichen, weniger mit einer Partie Command and Conquer. Durch die riesigen Maps und die großen Mengen an Einheiten, die in Form von computergesteuerten Alliierten um uns herum kämpfen, ist RUSE aber nicht weniger actiongeladen oder fordernd als z.B. ein Starcraft 2 - nur wesentlich taktischer im Ansatz.
Von Nazifeldherrn und Spionen in Feinstrumpfhosen.
Ruse
In der Einzelspielerkampagne begleiten wir den anfangs unbedarften amerikanischen Major Joe Sheridan bei seiner Armykarriere vom Wüstenkrieg in Nordafrika bis zum Endkrieg nach Deutschland. Zwischen jeder Mission wird uns die Hintergrundgeschichte in tollen Rendersequenzen weitererzählt - die deutsche Lokalisierung ist sehr gelungen. Die Agentengeschichte um Spionage und Verrat mag nicht ganz literaturnobelpreisverdächtig sein, sie unterhält aber prima und erzählt wenigstens nicht nur zum x-ten mal den historischen Schlachtenverlauf des zweiten Weltkriegs nach.
Ruse
Der Spieler wird in die einzelnen Einheiten eingeführt, die alle Bezug auf den WW2 haben (ein paar Fantasievehikel sind allerdings auch dabei), und sauber nach dem Papier-Steine-Schere-Prinzip jeweils ihre Stärken und Schwächen vorweisen. Zu jeder Problemstellung gibt es eine mögliche Lösung. Um die Ausgewogenheit der Einheiten, die vor allen Dingen auch im Multiplayer wichtig wird, zu garantieren, haben Eugen Systems wochenlang entsprechende Berechnungen auf einer extra dafür aufgebauten Serverfarm durchgeführt - das Ergebnis kann sich sehen bzw. spielen lassen.
