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  • Saboteur: Sabotage im großen Stil - Leser-Test von jayjay1989

    Es gibt viele Spiele, die sich kaum von anderen unterscheiden, es gibt aber zum Glück auch Spiele, die sind so einzigartig und innovativ wie gutes Essen in England. Wiederum andere Spiele nehmen die Stärken aus bereits erschienenden Machwerken, vereinen diese und schaffen so ebenfalls etwas Neues.
    Ein Beispiel für diese Art von Kreation ist das im Dezember 2010 unter der Fahne von EA erschienende Spiel "The Saboteur". Fragt man einen Gamer, der dieses Spiel auch nur kurz angezockt hat, wird die Antwort was genau ihr da eigentlich geboten bekommt, wohl immer dieselbe sein: Einen Mix aus GTA, Assassins Creed und Sin City. Wie genau diese ganzen Grundzutaten harmonieren (oder auch nicht?) und ob den Mannen aus dem Entwicklerhause Pandemic Studios ein gelungenes Abschiedswerk (sogar noch kurz vor dem Release wurde das Studio geschlossen) gelungen ist, versuche ich euch in dem nun folgenden Review ein wenig zu erläutern.
    Zu Beginn wie immer die Bemerkung, dass ich im folgenden Absatz einiges zur Story sagen werde, wer also nicht gespoilert werden möchte, sollte diesen Absatz einfach überspringen.

    -Die Story-

    Von Autos, Nazis und Frauen

    Eigentlich ist Sean Devlin, der Protagonist des Spiels, bloß ein ganz normaler Automechaniker, der sich gelegentlich auch gerne einmal einen Drink gönnt und sich stark für das weibliche Geschlecht interessiert... eigentlich. Doch ein weiteres Hobby Seans ist es seine zuvor selber bearbeiteten Autos auch auf der Rennstrecke zu steuern. Zu eben solch einem Rennen kommt es zu Beginn des Spiels, denn Seans verhasster Konkurrent, der Nazi Kurt Dierker, nimmt ebenfalls an diesem Rennen teil; für Sean eine optimale Gelegenheit Dierker zu besiegen. Natürlich müsst ihr dieses Rennen selber fahren, doch sobald ihr Dierker schlagt, ist einer Zwischensequenz zu sehen, in der Dierker Seans Auto manipuliert und so das Rennen dennoch für sich entscheidet. Das kann der heißblütige Ire Sean natürlich nicht so auf sich sitzen lassen, sodass er sich zusammen mit seinem besten Freund Jules Rousseau dazu entschließt Dierkers Auto zu zerstören. Doch bei diesem Unterfangen werden beide von den zahlreich anwesenden Nazis erwischt, die Jules auch prompt gefangen nehmen, während Sean noch knapp entkommen kann. Allerdings muss dieser mitansehen wie Dierker Jules kaltblütig hinrichtet. Sean flieht nun in das von den Nazis besetzte Frankreich, genauer gesagt nach Paris wo er einen Unterschlupf und ein paar Kontakte hat. Hier kommt er auch mit der selbsternannten Resistancé in Kontakt, einer Untergrundorganisation französischer Aufständischer. Deren Mitglieder haben sich unter Leitung eines gewissen Luc zusammengeschlossen und planen Frankreich mit allen Mitteln von den deutschen Besetzern zu befreien.
    Der voll auf die Rache an Dierker konzentrierte Sean sieht so seine Chance sein Vorhaben, nämlich Dierker für den Mord an Jules zu bestrafen, in die Tat umzusetzen und erfüllt zunächste einige kleinere Aufgaben im Auftrag der Resistancé. Ab hier beginnt die Story immer mehr an Fahrt aufzunehmen bis schließlich klar ist, dass die Deutschen eine Atombombe gebaut haben und willens sind diese auch zu zünden. Sean muss nun sowohl diese Katastrophe verhindern, will aber gleichzeitig immernoch mit Dierker abrechnen. In den nun immer bombastischer (im wahrsten Sinne des Wortes) werdenen Missionen gelingt euch auch beides und Sean bekommt in einem spektakulären (aber auch leicht vorhersehbaren) Finale seine lang ersehnte Rache.
    Auch wenn die Story anfangs nur recht behäbig in die Gänge kommt, weiß diese aber letztlich doch zu überzeugen, zumal Dierker als dermaßen großer Unsympath dargestellt wird, dass ihr gar nicht anderes wollt als Sean zu helfen. Das Ende kommt dann aber doch etwas abrupt (vielleicht wegen der Schließung des Entwicklerstudios?), aber immerhin besteht die Chance nach Beendigung der Story weiter durch die Straßen Paris' zu streifen.

    -Gameplay-

    Bomben bringen Farbe ins Spiel

    Wie bereits in der Einleitung beschrieben, ist Saboteur ein Mix aus GTA, Assassins Creed und Sin City. Die ersten beiden Vergleiche beziehen sich auf das Gameplay, letzterer ist eine Beschreibung der Atmosphäre beziehungsweise der visuellen Darstellung des Geschehens.
    Damit ist dann wohl auch sofort klar, dass es sich hierbei um ein Open World Spiel aus der Third Person Perspektive handelt. Dabei müsst ihr unterschiedliche Missionen erfüllen, welcher ihr durch verschiedene Kontakte und Auftraggeber erhaltet. Zu Beginn durchlauft ihr ein sehr geschickt in das Spiel integriertes Tutorial, das sich gar nicht wie eines anfühlt, da es bereits zur Handlung beiträgt. Darin werden zunächst Faustkämpfe und Bewungen wie klettern oder Sprinten vorgestellt und zwar im Rahmen einer Kneipenprügelei.
    In Paris angekommen, nehmt ihr zunächst einmal Kontakt zu einem örtlichen Schmuggler auf, der euch mit Waffen und vor allem Sprengstoff versorgt. Als erste Aufgabe wartet dann auch schon das Sprengen eines deutschen Scharfschützenturmes auf euch. Bevor es also richtig mit Aufträgen losgeht, solltet ihr also somit gut mit Seans Fähigkeiten vertraut sein.
    Die ersten richtigen Missionen sind allerdings auch nicht wirklich spektkulär, denn im Regelfall geht es darum von A nach B zu fahren und dann bei B ankommen etwas abzuliefern oder eine Zielperson zu eliminieren, nur um dann wieder nach A zurückfahren zu können. An dieser Stelle sei schon einmal direkt gesagt, dass teilweise wirklich lange Fahrten auf euch warten, was mit der Zeit auch ein bisschen nervig werden kann, denn leider gibt es keine Möglichkeit der Schnellreise wie es beispielsweise bei GTA IV mit einem Taxi machbar ist.
    Eine relativ große Freiheit habt ihr, wenn es darum geht WIE ihr ein Missionsziel erreicht. Ihr könnt die Rambovariante wählen, nämlich indem ihr euch vorher bis an die Zähne bewaffnet und zum Beispiel in ein deutsches Gebäude stürmt. Genauso ist es aber auch möglich, dass ihr einen Deutschen per Stealth Kill eliminiert und dessen Uniform anzieht, was euch dann tarnt. Allerdings solltet ihr so nicht allzu nahe an weitere deutsche Soldaten herantreten, denn diese erkennen euch nach einer Zeit. Wie euer aktueller Grad der Tarnung ist, könnt ihr an einer Skala in eurem HUD erkennen. Diese füllt sich gelb sobald ihr unter Verdacht steht und wird rot, wenn Alarm ausgelöst wird.
    Desweiteren ist natürlich auch eine Kombination aus beiden Vorgehensweisen realisierbar, zum Beispiel dringt ihr getarnt in das Gebäude ein und erschießt dann eure Zielperson, sodass ihr euch nur noch den Fluchtweg freiballern müsst.
    Bei diesen ganzen Möglichkeiten ist auch sehr hilfreich, dass Sean ähnlich wie ein Ezio oder Altair in der Lage ist auf jedes beliebige Gebäude zu klettern und dann über Dächer einzudringen. In der Gegend hängende Telefonleitungen werden dann auch einmal gerne als Kletter- oder Rutschseil missbraucht. Aber auch hier muss Vorsicht geboten sein, denn klettern erregt besonders große Aufmerksamkeit unter den deutschen Fieslingen, sodass ein Alarm schneller ausgelöst werden kann. Sollte es einmal zu solch einem Alarm kommen, müsst ihr zusehen, dass ihr das Weite sucht und den Verfolgern entkommt. Mit steigendem Spielefortschritt und steigender Schwere eurer Vergehen (mehr Nazis getötet, großen Schaden angerichtet etc.) erhöht sich auch eure Alarmstufe und ein Entkommen wird deutlich schwieriger. Dies liegt zum einen daran, dass der von den Deutschen überwachte Bereich größer wird, aber auch das Aufgebot wird verstärkt, sodass auch Zeppeline und Flugzeuge zum Einsatz kommen. Um dennoch eine Flucht möglich zu machen, könnt ihr euch in auf der Karte grün gekennzeichneten Verstecken verkriechen und ganz entspannt zusehen wie die deutsche Meute an euch vorbeirennt. Dazu müsst ihr aber kurzzeitig außer Sichtweite sein.
    Im Laufe des Spiels werden die oben beschriebenen Missionen zusehends weniger, denn an ihre Stelle treten immer wichitgere Aufträge, die durch Seans steigendes Ansehen und seinen Ruf als effizienter "Mitarbeiter" freigeschaltet werden und dann auch klar machen wieso das Spiel etwas mit Sabatage zutun hat. Diese haben dann nämlich meist die Sprengung einer wichtiger deutscher Einrichtungen wie beispielsweise Fabriken, Bahnhöfe oder politische Gebäude, aber auch gelegentlich ein Attentat auf einen ranghohen Deutschen als Ziel. Da nicht zuletzt auch die Feinde immer besser bewaffnet werden ist es spätestens jetzt unabdingbar euer eigenes Arsenal gehörig aufzumotzen. Dies könnt ihr wiederum bei den zahlreichen in der Stadt verteilten Schmugglern erledigen. Als Bezahlung dient hier Schmuggelgut, welches ihr durch erfolgreich abgeschlossene Missionen oder gefundene Kisten erhaltet. Erwerben könnt ihr stärkere und bessere Schießeisen, effizienteren Sprengstoff, Karten oder auch die Möglichkeit von anderen Anhängern der Resistancé Unterstützung in Feuergefechten zu erhalten.
    Wenn wir nun schon bei den Shooterpassagen angekommen sind, will ich hier noch ein bisschen was zu schildern: Sean kann zwei Waffen mit sich herumtragen, wie ihr diese kombiniert ist euch selber überlassen. Es ist also egal ob ihr zwei Maschinengewehre oder doch lieber ein Distanzgewehr mit euch fürht. Dazu können noch Handgranaten und der wichtige Sprengstoff mitgenommen werden. Munitionsknappheit wird euch so gut wie nie erleiden, denn erschossene Gegner hinterlassen eigentlich immer Munition und sollte dies nicht reichen, steht an fast jeder Ecke eine Munitionskiste, die ihr plündern könnt. Die Waffenauswahl ist gut gelungen und beinhaltet von MP40 Maschinengewehren über Steiner-Scharfschützengewehre bis hin zu Flammenwerfern alles was dem Feindgelump ordentlich einschenkt.
    Da Shootereinlagen (besonders bei der Rambomethode) sehr oft vorkommen, solltet ihr euch deshalb eine gute Waffenkonfiguration überlegen. Kommt es dann endlich zum eigentlichen Kugelaustausch, ist schnell zu erkennen, dass diese sehr oft gleich ablaufen- ihr geht in Deckung (demnach ist also ein Deckungssystem vorhanden), lugt ab und hervor und pumpt die zahlreichen Gegner mit Blei voll. Schade ist, dass die deutschen Wissenschaftler wohl nebst Atombombe auch eine Klonmaschine entwickelt haben, denn alle Gegner sehen gleich aus, bewegen sich gleich und sind oftmals auch leider gleich doof. Will heißen, dass die KI oftmals Aussetzer hat und ihr auf offenem Gelände nicht flankiert werdet, sondern vielemehr rennen einzelne Grüppchen auf euch zu... schade eigentlich, auch wenn dies nicht der Normalzustand ist sondern nur punktuell auftritt. Wurdet ihr dennoch einmal von einem deutschen Geschoss verwundet, werdet ihr gezwungen wieder Deckung zu suchen, denn so füllt sich eure Gesundheitsleiste wieder auf. Deshalb tauchen im gesamten Spiel auch keine Medipacks oder Verbandskästen auf.
    Wie es sich bei einem guten Open World Spiel gehört, könnt ihr neben der Hauptstory auch noch einige Nebenmissionen absolvieren. Diese unterscheiden allerdings nur marginal von den bereits bekannten Aufgaben, denn auch hier müsst ihr meist irgendetwas, das sich in deutschem Besitz befindet in die Luft jagen oder sabotieren. Ich möchte damit nicht sagen, dass die Missionen an sich alle gleich sind, ganz und gar nicht, denn diese sind sehr abwechslungsreich gehalten; lediglich das Ziel als solches ist meist dasselbe.
    Wem das noch nicht genug ist, der kann auch noch auf eine Vielzahl von so genannten Freeplay- Events zurückgreifen. Bei diesen handelt es sich um storyunabhängige Aufgaben, die ihr quasi im Vorbeigehen erledigen könnt. Meistens müsst ihr wiederum deutsche Propagandamittel zerstören (Lautsprecher, Fahnen, Türme usw.) aber auch weitere Rennen und Autostunts sind verfügbar.
    Autos gibt es in Saboteur übrigens auch reichlich. Neben den Vehikeln der französischen Bürger, könnt ihr auch deutsche Wagen stehlen und in Garagen in ganz Paris verstauen. Gegen ein kleines Entgelt kümmern sich sogar einige Schmuggler um eventuell nötige Reparturen oder Sonstiges. In den Freeplay- Rennen bekommt ihr als Sieger übrigens noch schicke Rennboliden als Belohnung, welche das Reisen durch Paris doch angenehmer machen, ganz einfach weil diese deutlich zügiger unterwegs sind als die "normalen" Schleichkisten der 40er Jahre.
    Speichern könnt ihr jederzeit, entweder im Hauptmenü oder in einem der immer zahlreicher werdenden Hauptqaurtiere der Resistancé. Innerhalb einer Mission sind die Checkpoints sehr fair verteilt und sorgen in Falle eines Ablebens dafür, dass nicht allzu viel Ärger in euch aufsteigt.
    Auch wenn meine Beschreibung vielleicht den Eindruck erwecken könnte, dass das Spiel ein wenig eintönig sein könnte, muss ich da klar widersprechen, denn Abwechslung hat man gerade durch die vielen Möglichkeiten reichlich. Ist euch mehr nach Stealth- Action, tarnt euch einfach und versucht unentdeckt zu bleiben. Wenn ihr hingegen ein Blutbad anrichten wollt... nur zu, besorgt euch starke Waffen und los geht's. Hier muss ich ganz klar sagen, dass der Mix aus GTA und Assassins Creed extrem gut gelungen ist, auch wenn (wie in jedem Spiel) ein paar kleinere Mängel noch vorhanden sind. Das Gameplay ist mich eindeutig das Highlight des Spiels, was denke ich auf jeden Fall immer einen aussagekräftigen Indikator für ein gelungenes Machwerk darstellt.

    -Grafik und Sound-

    Atmosphäre pur

    An dieser Stelle kommt nun auch endlich der letzte Einflussfaktor, nämlich Sin City dazu: Euch erwartet ein unfassbar atmosphärisches Farbenspiel, denn Bereiche in denen die Deutschen eine starke Präsenz aufweisen sind grau in grau gehalten. Lediglich die Flaggen und Fahnen (auf denen in der USK- Fassung kein Hakenkreuz abgebildet ist) der Nazis, sowie die Augen einiger Leute sind farbig gehalten und betonen so das graue Äußere, gleichzeitig aber auch die immernoch vorhandene Hoffnung in den Menschen. Tötet ihr einen Bösewicht, ist dessen nicht zu knapp fließendes Blut ebenfalls farbig, also natürlich rot. Erfüllt Sean einige Missionen in besetzten Gebieten, werden die Leute dort inspiriert, was sich dann darin äußert, dass das Grau verschwindet und die Farben zurückkehren. Auch auf Verfolgungsjagden kann es passieren, dass ihr von graue in farbige Bereiche gelangt, was wirklich ein geniales atmosphärisches Stilmittel ist. Zudem ist die ganze sonstige graphische Darstellung gut gelungen, denn Paris ist wirklich sehr detailgetreu dargestellt und wirkt trotz der Besatzung lebendig. Allerdings erwartet euch auch die eine andere unscharfe und matschige Textur und neben den bereits erwähnten Klongegner wirken auch die übrigen Bürger teilweise ein wenig hölzern. Auch schade ist, dass Gebäude nicht betreten werden können, außer es handelt sich dabei um Hauptquartiere oder gerade für die laufende Mission wichtige Bauwerke.
    Sean hingegen ist sehr gut dargestellt und rasante Bewegungen, zum Beispiel wenn er über Dächer flieht oder in einem flotten Gefährt die Stadt unsicher macht, sind stets flüssig. Sogar wenn ihr einmal einem großen Straßenkampf zwischen der Resistancé und den deutschen Soldaten beiwohnen dürft, bleibt die Framerate konstant und Ruckler sind so nicht wahrzunehmen.
    Auch vom Sound her macht Saboteur eine gute Figur. Wiederum wirkt die Stadt lebendig, denn Passanten unterhalten sich, Autogeräusche sind zu hören und auch das Dröhnen der deutschen Propaganda aus Lautsprechern in ganz Paris ist ebenfalls ein stetiger Begleiter. Die Dialoge sind gut vertont, sodass auch das eine oder andere Wort mit "sch" am Anfang über Seans Lippen wandert. Störend waren aber gelegentliche Aussetzer in der Lippensynchronität der Charaktere. Diese bewegten nämlich längst ihre Lippen, nur zu hören war rein gar nichts. Auch diesen Umstand könnte man unter fehlendes Finetuning fassen, was weiterhin in der frühzeitigen Schließung des Entwicklerstudios zu begründen sein kann.
    Die Waffen und genrell die Kämpfe wirken aber authentisch, nur die etwas bassarmen Explosionen kommen zu wenig durchschlagskräftig daher, denn diese wirken einfach zu hoch, in etwa als wenn ein Objekt in einer großen Höhle in die Luft fliegt.

    -Steuerung-

    Wenn man sich daran gewöhnt hat, läufts doch

    Der meiner Meinung nach größte Makel des Spiels ist die Steuerung. Zwar bekommt ihr ja das bereits geschilderte Tutorial als kleine Einstieghilfe, allerdings ist die Steuerung ein wenig gewöhnungsbedürftig und gerade für Shooter-Freunde eher hakelig. Konkret bedeutet dies, dass besonders das Schießen ein wenig ungenau ist, da man als Fadenkreuz nur einen Kreis hat, welcher sich zwar rot färbt sobald ihr einen Gegner anvisiert, allerdings ist dies auf große Distanz ein völliges Glücksspiel. Genaues Zielen auf große Distanz dauert ewig, denn selbst ein sehr feinfühliges Bewegen des Analogsticks führt zu einem Verreißen des Gewehrs. Auf kurze Distanz ist dies glücklicherweise aber nicht zu bemerken. Hat Sean gerade mal kein Bleispuckgerät in der Hand oder plant einen Deutschen per Stealth-Kill zu beseitigen, kam es bei mir oft vor, dass dies nicht richtig funktionierte. Grund dafür war, dass ihr zunähst LT drücken müsst um Sean kampfbereit zu machen. Er hebt so seine Fäuste und ist für eine kleine Prügelei gewappnet. Das Problem ist nun aber, dass ihr LT die ganze Zeit gedrückt halten müsst und dann mithilfe von X oder Y Attacken ausführt. Ob eure manuelle Tötungsweise erfolgreich ist oder nicht ist dabei aber oft sehr entscheidend, denn wenn ihr beispielsweise LT loslasst und Sean sein Opfer nicht weiter malträtiert, kann dies Alarm auslösen und eure Tarnung ist dahin. Ebenfalls so meine Problemchen hatte ich mit der RB- Taste, denn hier werden Granaten geworfen. Allerdings kam es das eine oder andere Mal vor, dass ich aus Versehen auf die RB-Taste gekommen bin und schon flogen die Granaten. Eine vorherige Auswahl wäre nicht verkehrt gewesen. Wenn wir schon bei Granaten sind: Die Flugbahn erinnert eher an einen Papierflieger, denn diese machen auch was sie wollen, nur nicht das was sie eigentlich sollen. Meint konkret: Granaten landen überall, nur nicht da wo ihr sie gerne hättet. Zu guter letzt ist auch die Fahrzeugdynamik und deren Fahrverhalten sehr merkwürdig ausgefallen. Eigentlich steuern sich alle Autos gleich, egal ob ihr nun einen Rennwagen oder einen Transporter bewegt. Lediglich das Tempo ist unterschiedlich, beispielsweise die Kurvenlage ist aber völlig identisch. Leider finde ich die Steuerung insgesamt ein wenig überladen, denn wirklich jede Taste hat eine Bedeutung, allerdings oftmals nur in Kombination mit einem weiteren Button.
    Aber natürlich gibt es auch ein paar positive Aspekte an der Bedienung, die ich euch ebenfalls nicht vorenthalten möchte. Zum einen sei das wirklich leichte und schnelle Klettern angeführt. Sean kann (an der geeigneten Stelle) jedes Gebäude in Paris erklimmen. Dazu ist nur ein Drücken der A-Taste von Nöten, während ihr mit dem linken Analogstick die Kletterrichtung festlegt. Damit ihr auch wisst wohin der Weg eigentlich gehen soll, werden Vorsprünge oder Kanten an denen sich Sean festhalten kann durch einen leichten Weißschimmer hervorgehoben. So ist nebenbei auch das Erklimmen des Wahrzeichens Nummer eins in Paris, nämlich des Eifelturms, kein Problem. Ebenfalls sehr vorbildlich ist die Karte, beziehungsweise das HUD ausgefallen, denn alle wichtigen Informationen wie Alarmpegel, in der Umgebung answesende Feinde, Missionsziele, Verstecke und so weiter und sofort sind übersichtlich und ansprechend dargestellt. Über das Menü könnt ihr auf eurer Karte auch eigene Ziele in bester Stecknadelmanier festlegen, welche dann in einer anderen Farbe als die eigentlichen Missionsziele dargestellt werden.
    Zusammenfassend gilt aber für die Steuerung leider, dass diese das größte Manko am ganzen Spiel darstellt, doch immerhin kann man sich nach einiger Spielzeit durchaus an selbige gewöhnen, sodass es doch erträglicher wird. Wirklich schlecht ist die Bedienung auch nicht nur ein wenig unglücklich und teilweise eher weniger gut durchdacht.

    -Allgemeines-

    Von Gamerscore, Zensuren und nachträglichen Spielstunden

    -Achievements sind in Saboteur teilweise sehr leicht durch einfaches Durchspielen der Kampagne zu holen, andererseits gibt es auch wirklich zeitintensive Aufgaben, wie zum Beispiel alle Level 3- Herausforderungen zu schaffen. Dies sind in das Spiel integrierte Aufgaben, wie eine bestimmte Anzahl deutscher Generälen zu töten oder fünf deutsche Brücken zu zerstören. Für erfolgreich absolvierte Herausforderungen bekommt ihr im Spiel Schmuggelgut und euer Gamerscorekonto Zuwachs...wenn auch langsam.

    -Die deutsche Version ist leider (wie nicht anders zu erwarten) zensiert, denn die Hakenkreuze, welche quasi an jeder Ecke zu finden sind, wurden entfernt und durch, ich nenne sie mal "ähnliche Symbole", ersetzt. Ansonsten ist die Version identisch mit den internationalen Vertretern, was man vor allem daran sieht, dass Blut hier sicher keine Mangelware darstellt.

    -Nachdem ihr die Kampagne beendet habt, bleibt immer noch die Möglichkeit weiterzuspielen und zum Beispiel noch offene Freeplay-Events zu absolvieren. Und eins muss auf jeden Fall gesagt sein: Von diesen Events gibt es mehr als genug. Wer diese alle schaffen möchte, braucht sicherlich alleine dafür 10 Stunden. Auch die Kampagne weist eine durchaus ordentliche Spielzeit von knapp 15 Stunden auf, auch wenn diese für meinen Geschmack ein wenig länger hätte sein können (ich erwähnte ja bereits das zu schnell hereinplatzende Ende).
    -Das Spiel ist rein für die Singleplayer- Fans unter euch gedacht, denn einen Online Part oder irgendwelche Koop- Möglichkeiten gibt es nicht.

    -Fazit-

    Abschließend versuche ich The Saboteur mal einmal zu beschreiben, wie es Sean Devlin möglicherweise tun würde:
    Das Spiel ist eine Bombe, allerdings eher Dynamit und leider kein SDX (das Zeug hat eine höhere Sprengkraft)!
    Grund dafür sind einfach einige Kleinigkeiten, die schlichtweg hätten besser sein sollen und müssen. Dazu gehören vor allem die etwas ungünstige Steuerung, die teilweise einfach zu sensibel ist und so ein präzises Zielen extrem schwer macht und generell ein bisschen undurchdacht/ überladen wirkt. Auch die nicht immer lippensynchronen Dialoge, kleine Fehler bei den Texturen sowie das sehr plötzlich hereinschneiende Ende hätten besser gelöst werden können. Meiner Meinung ist dies wirklich auf die frühzeitige Schließung der Pandemic Studios zurückzuführen, denn wenn ein Entwickler schon so ein von Grund auf eigentlich sehr gutes Spiel auf die Beine stellt, wird bei den von mir kritisierten Problemchen eigentlich nicht geschlammt. Daher sollte man den Fehler wohl eher bei EA suchen, was allerdings am dadurch verursachten Punktabzug nichts ändert- schließlich haben wir als Zocker nur diese Version.
    Meiner Meinung nach sollte man aber viel lieber über die zahlreichen positiven Komponenten des Spiels reden, denn diese sorgen dafür, dass die Spielzeit nie langweilig wird und ihr einfach ein tolles Machwerk spielen dürft. Zunächst wären da die mehrfach zitierten Grundbausteine alá GTA, Assassins Creed und Sin City, welche unglaublich stimmig miteinander verknüpft sind und so eine geniale Atmosphäre und ein tolles Gameplay schaffen. Auch die Story nimmt gegen Ende Fahrt auf, sodass das detailreich umgesetzte und sehr lebendig wirkende Paris noch ein wenig besser zur Geltung kommt. Die umfangreiche Waffenauswahl sowie die Möglichkeit der freien Herangehensweise an die Missionen dürfte auch dafür sorgen, dass jeder seine gewünschte Kombination aus Equipment und Strategie findet.
    Ich bin mir sicher, mit etwas mehr Zeit für Feinschliffe, hätte das Spiel die 9er Wertung locker geknackt. So verursachen die kleinen Fehlerchen aber ein paar Abzüge, sodass es ein sehr gutes Spiel mit Mängeln bleibt.

    Negative Aspekte:
    -viele kleiner Fehlerchen, wie z.B. Lippenunsynchronisation, suboptimale Steuerung, unsaubere Kanten - deutsche Version geschnitten - man merkt, dass die Zeit knapp wurde – reiner Singleplayer

    Positive Aspekte:
    -Geniale Kombination verschiedener Genres - daraus ergibt sich sehr abwechslungsreiches Gameplay - super Atmosphäre - ordentliche Spielzeit - große Waffenauswahl - Story entwickelt sich zunehmends - detailreiches Paris - nach dem Spiel geht’s weiter

    Infos zur Spielzeit:
    jayjay1989 hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Saboteur

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: jayjay1989
    8.7
    Multiplayer
    -
    Grafik
    8/10
    Steuerung
    7/10
    Sound
    8/10
    Gameplay
    10/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    8.6/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Saboteur
    Saboteur
    Publisher
    Electronic Arts
    Developer
    Pandemic Studios
    Release
    03.12.2009
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Saboteur
Saboteur: Sabotage im großen Stil - Leser-Test von jayjay1989
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09.09.2011
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