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  • Sacred 3 im Test: Massenweise Action, peinlicher Humor, aber kein Rollenspiel

    Was haben Deep Silver und Keen Games bloß aus Sacred gemacht? Mit dem ursprünglichen Spiel hat Sacred 3 nicht mehr viel zu tun. Es ist kein Rollenspiel mehr. Man kloppt sich stattdessen im Koop-Modus durch streng lineare Level. Das funktioniert aber trotz des sehr flachen Humors, der nicht zum Fantasy-Setting passen will, ganz gut.

    Humor, dem nichts zu peinlich ist
    Fans von Sacred und Sacred 2 werden beim neuen Sacred 3 wahrscheinlich in absolute Schockstarre verfallen, denn mit einem Rollenspiel hat das neue Spiel eigentlich nicht mehr viel zu tun. Es ist ein Koop-Hack-and-Slash im Stile eines Gauntlet, das immerhin noch ein paar Rollenspiel-Elemente hat, mehr aber auch nicht. Online kämpfen bis zu vier Helden gegen die Monster, offline sind es maximal zwei Spieler. Hier tritt Spieler 2 aber nur mit einem Gast-Charakter an. Die Fantasy-Welt ist aber immer noch dieselbe. Der Bösewicht Zane will das Herz von Ancaria zerstören und zu einem Halbgott aufsteigen. Insgesamt ist die Story jedoch mehr als dünn und wird in sporadisch animierten Artworks mit vollbusigen Seraphims erzählt.

    Sacred 3 im Test: Ist das noch Sacred? (2) Sacred 3 im Test: Ist das noch Sacred? (2) Quelle: PC Games Und ansonsten quatschen die Charaktere unheimlich viel Müll. Keen Games hat versucht, eine klassische Fantasy-Welt mit billigstem Humor zu kombinieren. Da geht es also um Fischstäbchen, blöde sexuelle Anspielungen und andere Kalauer, die höchstens jedes 10 mal einigermaßen gelungen sind. Das mag zwar eine persönliche Meinung sein, die nicht jeder teilen wird, aber dieser Humor beißt sich zu sehr mit dem bedrohlichen Fantasy-Szenario. Ein paar subtilere Witze wären sicherlich OK gewesen, aber das was bei Sacred 3 passiert, ist einfach zu dick aufgetragen und einfach zu plump umgesetzt.

    Während der Missionen wird ebenfalls unfassbar viel Schwachfug geredet. Um ehrlich zu sein, anfangs hat es mir nicht so viel ausgemacht, aber nach einigen Stunden wiederholen sich die Sprüche und der Rest fängt an, dezent (eine freundliche Untertreibung) zu nerven. Zunächst redet unsere ständige Begleiterin Aria immer wieder dazwischen und kommentiert fast alles, was da gerade auf dem Bildschirm geschieht. Dann melden sich auch noch die Bösewichte eines Levels zu Wort und sprechen zusätzlich irgendwelche Drohung aus. Hinzu kommen noch die Waffengeister. Einen davon kann man auf eine Mission mitnehmen. Dieser liefert passive Boni und labert sich ebenfalls voll einen ab. Ein Waffengeist singt sogar, und das nicht besonders gut. Objektiv gesehen, ist die deutsche Sprachausgabe eigentlich ganz gut, aber selbst die Synchronsprecher haben zuerst wahrscheinlich nicht geglaubt, was sie da gerade einsprechen müssen. Manchmal ist etwas so schlecht, dass es schon wieder gut ist. Der trashige Humor von Sacred 3 ist nah dran, aber er kann diese Schwelle nicht überschreiten.

    08:09
    Sacred 3 im Test-Video: Der traurige Tiefpunkt der Reihe


    Action ja, Rollenspiel nein
    Sacred 3 im Test: Ist das noch Sacred? (3) Sacred 3 im Test: Ist das noch Sacred? (3) Quelle: PC Games Mal abgesehen vom peinlichen Humor ist Sacred 3 ein solides und actionreiches Hack & Slay. Mit der Seraphim, dem Khukuri-Bogenschützen, dem Safiri-Krieger und der Ancarian-Lanzenkämpferin stehen vier Charaktere zur Auswahl, die alle unterschiedliche Fähigkeiten haben. Eine fünfte Charakterklasse, der Malakhim, ist als DLC in der First Edition enthalten. Jeder Held hat vier primäre und vier sekundäre Fähigkeiten, die sich mit der Zeit ausbauen lassen. Allerdings darf man nur jeweils eine von ihnen in die Mission mitnehmen. Am besten wäre es also, wenn man sich auf zwei Skills spezialisiert. Ansonsten hat jeder Charakter einige wenige Waffen sowie eine Rüstung zur Verfügung, die sich ebenfalls mit gesammeltem Gold verbessern lassen.

    Die Helden steigen zwar im Level auf, aber ein richtiges Rollenspiel ist Sacred 3 bei weitem nicht. Man kann keine Punkte auf Attribute wie Stärke, Health, Magie und Co. verteilen und in den Leveln gibt es bis auf Gold keinen Loot, weswegen man keine neuen Rüstungen oder Waffen findet. Das ist natürlich sehr schade für eine ehemalige RPG-Marke wie Sacred. Die einzelnen Missionen sind sehr linear aufgebaut. Im Stil eines Candy Crush Saga sucht man sich auf dem Spielfeldbrett die nächste Mission aus. Es gibt 15 Hauptmissionen und dazwischen kann man sich mit 25 Nebenschauplätzen über Wasser halten. Eine Hauptmission dauert im Schnitt 30 Minuten, manchmal mehr, häufiger aber weniger. Die Nebenlevel sind meistens in fünf Minuten oder weniger abgeschlossen. Nach 10 Stunden dürfte das Abenteuer in Ancaria also beendet sein.

    Sacred 3 im Test: Ist das noch Sacred? (6) Sacred 3 im Test: Ist das noch Sacred? (6) Quelle: PC Games Die Level kommen also sehr linear daher. Überall gibt es unsichtbare Wände und nur selten findet man einen alternativen Pfad mit einer Goldkiste am Ende. Oft sieht man eine Treppe, die in dunkle Gewölbe herab führt, einen Eingang zur einer vielversprechenden Höhle oder ein rostiges Tor, möglicherweise mit vielen Schätzen dahinter. Aber nein, überall unsichtbare Mauern, da kommt man einfach nicht durch. Vermutlich ist das irgendeine dunkle Magie der Entwickler, die Spieler quälen soll. Man geht stets von Punkt A nach B und am Ende wartet dann ein Bossfight. Dazwischen metzelt man sich durch massenhaft Gegner, weicht herab fallenden Trümmern aus, entgeht ein paar Fallen und dreht Räder. Die Gameplay-Elemente wiederholen sich eigentlich schon nach dem zweiten Level. Nur optisch wird Abwechslung geboten: Große Festungsanlagen, finstere Wälder, dunkle Höhlen, Kerker, Städte und noch viel mehr erwarten die Abenteurer. Hier fährt Sacred 3 die volle Bandbreite an Fantasy-Settings aus. Da kommt Stimmung auf. So etwas wie NPCs oder Subquests innerhalb der Missionen gibt es übrigens nicht.

    Der Motor stottert, aber das Auto sieht gut aus
    Sacred 3 im Test: Ist das noch Sacred? (8) Sacred 3 im Test: Ist das noch Sacred? (8) Quelle: PC Games Technisch ist Sacred 3 schwer zu bewerten. Die verschiedenen Areale sind eigentlich sehr schön ausgeleuchtet, detailliert gestaltet sowie mit ansehnlichen Texturen und Spezialeffekten versehen, kurz um, sie machen ordentlich etwas her. Zudem stürmen massenweise Gegner auf die Heldengruppe zu und viele Feinde entfachen spektakulär aussehende Zauber bzw. Angriffe. Das Problem dabei: Auf der Xbox 360 und der PlayStation 3 ist die Framerate offenbar dauerhaft unter 20 FPS. Irgendwo ruckelt es immer. Irgendwie gewöhnt man sich mit der Zeit daran, aber wenn man kurz nach Sacred 3 wieder ein flüssiges Spiel spielt, merkt man erst, wie viel da schief gegangen ist.

    Wie bereits erwähnt, ist die deutsche Sprachausgabe, abgesehen von dem peinlichen Humor, ganz gut gelungen und währenddessen spielt die gewollt epische Musik im Hintergrund. Das ist nicht super, es ist aber auch nicht schlecht. Die Steuerung mit dem Gamepad weist keinerlei Probleme auf, was aber auch am sehr simplen Kampfsystem liegt, das keine große Einarbeitungszeit benötigt. Von der ersten Sekunde an kommt man damit ganz gut klar. Für stärkere Gegner muss man sich aber durchaus eine Strategie zurechtlegen. Die Attacken können allerdings sehr leicht vorausgesagt werden.

    02:54
    Sacred 3: Die dümmsten Sprüche in der Video-Collage


    Sacred 3 (PS3)

    Multiplayer
    6,5 /10
    Singleplayer
    6/10
    Grafik
    6/10
    Sound
    5/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    6/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    Sacred 3 (X360)

    Multiplayer
    6,5 /10
    Singleplayer
    6/10
    Grafik
    6/10
    Sound
    5/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    6/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    massenweise Action mit vielen Feinden
    problemlose Steuerung
    schicke und stimmungsvolle Fantasy-Gebiete
    vier spielbare Klassen
    Koop-Modus für bis zu vier Spieler
    kein Loot
    minimale RPG-Elemente
    Charakterausbau sehr rudimentär
    sehr lineare Level
    keine Neben-Quests
    überschaubarer Umfang
    seichte Story
    peinlicher Humor
    das Gequatsche der Charaktere ist sehr nervig
    ruckelige Grafik
    Gameplay wiederholt sich sehr schnell, deswegen kaum Abwechslung

  • Sacred 3
    Sacred 3
    Publisher
    Koch Media
    Developer
    keen games
    Release
    01.08.2014
    Es gibt 34 Kommentare zum Artikel
    Von Mersadion
    Diablo in schlecht trifft es ganz gut
    Von BUMBL3B33
    Jap,ich meine ich habe es mir gekauft als ersatz für Diablo,als ich gelesen habe das der dritte Teil vom spielen her…
    Von Mersadion
    nix zu danken, ist auch gut versteckt. ausserdem unlogisch dass man Skills usw nur am Ende eines Levels anschauen kann…

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    • Es gibt 34 Kommentare zum Artikel

      • Von Mersadion Erfahrener Benutzer
        Diablo in schlecht trifft es ganz gut
      • Von BUMBL3B33 Erfahrener Benutzer
        Jap,ich meine ich habe es mir gekauft als ersatz für Diablo,als ich gelesen habe das der dritte Teil vom spielen her ähnlich sein soll.Naja,ähnlich schon,aber irgendwie weiss ich nicht was ich davon halten soll ? wie du schon sagst ist das mit den Skills gut versteckt,obendrein kann man nicht looten.Dann…
      • Von Mersadion Erfahrener Benutzer
        nix zu danken, ist auch gut versteckt. ausserdem unlogisch dass man Skills usw nur am Ende eines Levels anschauen kann...da fehlt einfach das "Looten und Leveln"-Gefühl wie bei Diablo
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Sacred 3
Sacred 3 im Test: Massenweise Action, peinlicher Humor, aber kein Rollenspiel
Was haben Deep Silver und Keen Games bloß aus Sacred gemacht? Mit dem ursprünglichen Spiel hat Sacred 3 nicht mehr viel zu tun. Es ist kein Rollenspiel mehr. Man kloppt sich stattdessen im Koop-Modus durch streng lineare Level. Das funktioniert aber trotz des sehr flachen Humors, der nicht zum Fantasy-Setting passen will, ganz gut.
http://www.gamezone.de/Sacred-3-Spiel-31277/Tests/Sacred-3-im-Test-Ist-das-noch-Sacred-1131149/
05.08.2014
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2012/08/Sacred_3_Logo_b2teaser_169.jpg
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