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  • Sacred im Gamezone-Test

    Das Hack'n'Slay von Ascaron überzeugt mit seiner riesigen Spielwelt und vielen schönen Charakterklassen.

    Zum Teufel mit dem Dämon!

    Alle Hack'n'Slay Rollenspiele haben wohl seit Diablo ihren wahren Meister gefunden, doch jedes Jahr findet sich wieder ein Spiel in den Regalen um Blizzard's mittlerweile leicht angestaubten Meilenstein den Rang abzulaufen. Diesmal kommt solch ein verheißungsvoller Titel sogar aus Deutschland, genauer gesagt aus der Traditionsschmiede Ascaron. Ob der deutsche Anwärter das Zeug zum Thronfolger hat, lest Ihr in unserem Test.

    Düstre Zeiten im Lande Ancaria: Der dunkle Magier Shaddar treibt fernab der zivilisierten Gegenden sein Unwesen und herrscht über die Mächte des Bösen in einem Turm der Finsternis. Doch auch ein alter Hexenmeister ist vor Fehlern beim Zaubern nicht gefeit: Bei der feierlichen Beschwörung eines Sakkara-Dämonen unterläuft ihm ein schwerwiegender Fehler und der tödliche Dämon richtet sich mit seiner Wut gegen den Meister. Da nun das ganze Land in Furcht und Schrecken lebt, müssen tapfere Helden her - Helden mit Mut, einem trainierten Mausfinger und genügend Zeit und Kaffee für durchgezockte Nächte.

    Das wohl wichtigste und schönste was Sacred zu bieten hat, ist seine riesengroße und absolut liebevoll gestaltete Spielwelt Ancaria: Von eisigen Bergkämmen bis hin zur glühend heißen Wüste ist so ziemlich jede Klimazone und jeder dazugehörige Grafikstil vertreten. Damit Euch auf der langen Reise durch die weitläufigen Landschaften nicht zu langweilig wird, hat man selbstverständlich genügend Quests integriert. Das Schöne daran ist, dass Ihr auf einem kleinen Kompass den Zielort des aktuellen Quests jederzeit sehen könnt und darauf auch mit kleineren Pfeilen bereits angenommene Sub-Quests verzeichnet sind. Dank dieses praktischen Hilfsmittels wisst Ihr jederzeit wo es mit der zentralen Handlung des Spiels weiter geht oder wo noch eine Belohung auf Euch wartet. Sollte dennoch einmal die Übersicht verloren gehen, gibt Euch eine sehr detaillierte Umgebungs- und Weltkarte genauen Aufschluss darüber, wo Ihr Euch gerade befindet und wo es als nächstes etwas zu tun gibt. Die zahlreichen Quests sind zwar abwechslungsreich, aber lange nicht so schön und fesselnd inszeniert wie bei manch anderem Genrevertreter: Meist bekommt Ihr in Form einer Textmeldung den Auftrag eine vermisste Person zu finden, was Ihr natürlich auch gleich macht, indem ihr eine Horde Monster vernichtet und die Person wohlbehalten zum Auftraggeber zurückbringt. Diese Art von Quests gibt es mehr als häufig und irgendwann wünscht man sich auch einmal etwas komplexere Aufgaben. Auch sind die Laufwege für einzelne Quests mitunter etwas lang geraten: Zwar hat man die Möglichkeit mit Pferden zu reisen integriert, aber es wird Euch früher oder später auch mal passieren, dass Euer Gaul im Pfeilhagel der Gegner den Geist aufgibt. Nun steht ein zumeist beschwerlicher und sehr langwieriger Weg vor Euch, bis ihr das nächste magische Portal oder die nächste größere Stadt erreicht habt. Diese ziemlich langen Laufpassagen können dann schon mal auf den Nerv gehen, gerade dann wenn Ihr im vorherigen Quest diesen Weg bereits zweimal gelaufen seid. Wer sich solche unangenehmen Passagen ersparen möchte, sollte gleich zu Beginn des Spiels alle magischen Portale aktivieren um sich spätere Weltreisen ersparen zu können. Auch wenn man etwas weniger und dafür gehaltvollere Aufgaben hätte integrieren können: Die gebotenen Quests machen jede Menge Spaß, vor allem aufgrund des Umstands, dass selbige so schön in einem Logbuch und der automatischen Karte dokumentiert werden. Doch auch der simple Fußmarsch kann mitunter etwas beschwerlich werden: Euer Held ist nicht immer vor Wegfindungsproblemen gefeit und kann dummerweise schon mal an einem Strauch oder Bäumchen hängen bleiben. Hier muss man mit zusätzlichen Klicks nachhelfen, was wiederum kaum stört, aber dennoch hätte vermieden werden können. Gleiches gilt für die Gegner, welche teilweise schon sehr hektisch um Euch herumwuseln und auch für Orks nicht besonders viel Gehirnschmalz mitbringen.

    Doch neben langen Reisen durch eine schöne Umwelt und dem Lösen von Quests macht Ihr in Sacred natürlich hauptsächlich eines: Tonnenweise Monster töten. Die schön animierten und abwechslungsreichen Gegnerscharen sind eigentlich immer zugegen und wollen fast ohne Pause kräftig vermöbelt werden. Dies macht aufgrund des sehr einfachen Kampfsystems auch jede Menge Spaß, obwohl es auch hier kleinere Kritikpunkte zu vermelden gibt: Ihr müsst Euch zwar nicht an jedem Gegner einzeln totklicken wie in Diablo, denn sobald mehrere Gegner um Euch herum stehen greift Euer Charakter die Widersacher relativ selbstständig an solange die Maustaste gedrückt bleibt. Doch manchmal scheint in diesem sehr simplen aber zentralen Spielelement der Wurm drin zu sein, denn es gibt oft genug Momente in denen man zwar pixelgenau auf einen Feind klickt, der eigene Held aber recht dümmlich stehen bleibt und die Aktion schlichtweg verweigert. Dies kann in größeren Schlachten, die ohnehin schon hektisch genug sind, zum schnellen Bildschirmtod führen. Da Ihr bis zu fünf verschiedene Kampfkünste gleichzeitig ausrüsten könnt, gibt es in den Kämpfen nicht nur simples Gemetzel, sondern auch mal den ein oder anderen Spezialangriff oder gar eine Kombination aus mehreren Kampfkünsten. Diese reichen, je nach ausgewählter Charakterklasse, über hilfreiche Aktionen wie Rundumschlag, Selbstheilung und Explosionsgeschoss bis hin zum Meteoritenhagel. Jede Charakterklasse verfügt über völlig andere Kampfkünste, welche auch ein zweits Mal durchspielen interessant machen dürften. Alle hier einzeln aufzuführen wäre wohl etwas zu umfangreich, doch interessant ist vor allem, dass es kein Mana in diesem Spiel gibt, sondern alle Zaubersprüche oder Spezialattacken nach einer gewissen Zeit von alleine wieder verfügbar sind. Wenn Ihr beim Levelaufstieg Eure Fertigkeitspunkte geschickt und richtig verteilt, könnt Ihr diese Wartezeit auch noch stark verkürzen.

    Die sechs verschiedenen Charakterklassen spielen sich erfrischend unterschiedlich und jede hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. Wir schnappten uns zum Test hauptsächlich die sexy Vampirin, welche sich des Nachts in ein blutrünstiges Monster verwandeln kann und dadurch eine wesentlich verbesserte Angriffsstärke bekommt. Doch auch die anderen Klassen laden zum Ausprobieren ein, denn jede verfügt über völlig andere Spezialmanöver und bietet somit bei jedem neuen Abenteuer ein ganz anderes Spielgefühl. Auch sehr erfreut waren wir von der Tatsache, dass selbst der Magier im Nahkampf nicht ohne ist und neben seinen effektreichen Zaubersprüchen auch mit einem Kampfstab geschickt umzugehen weiß. Neben der Vampirin und dem Kampfmagier stehen Euch noch Barbar, Seraphim, Waldelfin und Dunkelelf zur Verfügung.

    Was nach einigen Kämpfen schnell auffällt, ist das relativ geräumige Inventar Eures Helden. Hier passt jede Menge gesammelte Beute hinein, welche wiederum beim obligatorischen Händler verkauft werden kann. So gelangt man vergleichsweise schnell zu einem kleinen Vermögen, nur mit dem Nachteil, dass die Händler nur selten wirklich traumhafte Gegenstände zu bieten haben. Meist findet Ihr wesentlich bessere Waffen und Rüstungsteile bei den besiegten Feinden, welche in solch prunkhafter Ausführung bei einem Händler erst viel später zu finden sind. Dadurch ergibt sich aber auch ein Problem: Wo man bei Diablo noch gerne ein paar Kämpfe für zusätzliches Gold in Kauf genommen hat, nur um das Schwert der Träume beim nächsten Händler endlich kaufen zu können, ist man bei Sacred recht schnell von den zahlreichen Kämpfen gelangweilt, denn Gold benötigt man ohnehin sehr schnell nicht mehr. Hier hätte man viel mehr Motivation beim Spieler hervorrufen können, wenn die Händler auch mal ein paar wirklich seltene, schlagkräftige und vielleicht sogar einzigartige Waffen und Rüstungsteile im Angebot gehabt hätten. Bei manchen Gegenständen ist wenigstens ein nützliches Upgrade möglich: Der örtliche Schmied arbeitet Schmuck oder seine eigenen Schmiedekünste in den jeweiligen Gegenstand ein, was wiederum allerlei Attribute des Gegenstands steigert. So schön wie bei "Dark Alliance 2" wurde das "Item-Creation-System" allerdings nicht realisiert, hilfreich und sinnvoll ist es aber trotzdem.

    Die verwendete Grafikengine braucht sich absolut nicht hinter der Konkurrenz zu verstecken: Die gelungene Fusion aus 2D-Hintergründen und 3D-Charakteren sorgt für ein grafisch schönes Spielerlebnis. Es wird zwar ab und an gerne etwas geruckelt, doch als richtig störend empfanden wir dieses Manko nicht. Dafür ist nämlich jede Menge auf dem Bildschirm los und besonders die vielen liebevollen Details in der riesengroßen Welt sind auf eine echte Meisterleistung gekonnter Grafiker zurückzuführen. Es sind sogar drei verschiedene Zoomstufen möglich, allerdings wird man sich die meiste Zeit in der normalen Ansicht aufhalten, da die Optik sonst viel zu pixelig oder unübersichtlich wird. Man merkt, dass Ascaron in Sachen Grafik keine Kosten und Mühen gescheut hat um eine realistisch wirkende Fantasywelt aus dem Boden zu stampfen. Auch in Sachen Sound hat man nicht gekleckert: Die Stimmen vieler bekannter Hollywood-Synchronsprecher hauchen den Figuren Leben ein, darunter auch die Stimmen von Bruce Willis und Nicholas Cage. Die Hintergrundmusik ist zwar nicht ganz so stimmungsvoll wie bei Diablo, schafft es aber trotzdem eine richtig schöne und mittelalterliche Atmosphäre zu verbreiten.

    Doch welches Spielelement hat Diablo seinerzeit Wertungen über 90% beschwert und die Fangemeinde zu nächtelangen Zocksessions gebracht? Richtig, der Mehrspielermodus über das Internet. Bei diesem Punkt verliert Sacred ganz eindeutig, denn keiner der gebotenen Mehrspielermodi, insbesondere das geschlossene Internetspiel, wollte bei unserem Test so recht funktionieren. Entweder sind die vorhandenen Server zu stark überlastet oder man plagt sich mit anderen Bugs herum, bei denen teilweise nur noch eine Notrettung mittels ALT-F4 weiterhelfen kann. Wohlgemerkt nach dem ersten Patch, welcher den Mehrspielermodus überhaupt erst verfügbar macht. Hier hat Ascaron seinem Namen mal wieder alle Ehre gemacht und in Sachen Multiplayer nur ein halbfertiges Produkt abgeliefert, was anscheinend erst beim Kunden nach unzähligen Patches zu einem vollwertigen Programm heranreifen soll. So etwas ist nicht nur schlampig, sondern verärgert auch jeden Fan von Multiplayerspielen, denn mit Sicherheit haben sich manche den Titel nur für das Spiel im Internet gekauft und wollten am ersten Verkaufstag gleich mal den Online-Level nach oben treiben. Dumm gelaufen, denn aufgrund mangelnder Ressourcen wird es wohl so schnell nicht zu einem eigenem und vor allem stabilen Ascaron-Net kommen. Wenn Ihr Euch also mit Sacred im Online-Modus die Nächte um die Ohren hauen wollt, müsst Ihr wohl noch etwas warten, bzw. diesen Traum komplett an den Nagel hängen.

    Sacred (PC)

    Singleplayer
    8,4 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    8/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    9/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    wunderschöne und riesige Spielwelt
    abwechslungsreiche Charakterklassen
    enorm viele Quests
    schöne Grafik und hervorragende Sprachausgabe
    gelungenes Combo und Kampfkunst-System
    unbrauchbarer und fehlerhafter Mehrspielermodus
    Wegfindungsprobleme
    wiederholende Quests
    lange Laufwege
    unmotivierender Handel mit Gegenständen
  • Sacred
    Sacred
    Publisher
    Take-Two Interactive
    Developer
    Ascaron Entertainment GmbH (DE)
    Release
    27.11.2009

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Sacred
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01.03.2004
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2004/11/Aufmachersacreddel.jpg
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