Oh ist das schlecht! Die PC-Version ist im Vergleich zum Original aus dem TV oder auch zur Wii-Version vom Spaßfaktor einfach unterlegen.
Nachdem Spieler sowie Fans von Stephan Raab auf Nintendos Wii beweisen konnten, ob sie in der Lage sind, Raab in verschiedenen Mini-Spielchen zu schlagen, können auch seit geraumer Zeit PC'ler in den Wettstreit der lustigen als auch spannenden TV-Show einsteigen. War unser Tester Michael Sosinka nicht sonderlich von Schlag den Raab auf Wii begeistert - gab es doch nur eine 5,9 in der Gesamtwertung - können wir für die PC-Fassung schon voraus schicken, dass man - ums salopp zu formulieren - durchaus 'Schmerzbefreit' sein sollte, will man sich mit Raab und seinen Spielchen etwas länger beschäftigen.
Wie die TV-Show - nur viel langweiliger
Schlag den Raab
Schon im Wii-Review wurde detailliert dargelegt, was Spieler in Schlag den Raab erwarten dürfen. Auf der erfolgreichen Pro7 TV-Show aufbauend, gilt es auch bei der PC-Fassung den Tausendsassa Stefan Raab in gesamt 15 verschiedenen Spielen zu besiegen. Ganz dem Vorbild folgend, gibt es für das erste Spiel einen Punkt, für das zweite zwei Punkte, usw.. Geht man am Ende als Sieger vom Platz, kann man sich mit dem gewonnenen Geld neue Kandidaten kaufen sowie neue Minispielchen als auch einen erhöhten Schwierigkeitsgrad. Klingt nach einem satten Umfang, erweist sich aber in der Praxis als eher mau, da man im Gesamten lediglich zehn Mini-Games im klassischen Sinn bekommt und elf Rätselspielchen. Wer sich allein ins Gefecht begibt, wird spätestens nach recht kurzer Spielzeit (ca. 1-2 Stunden) alles gesehen und gehört haben; Mehr noch, vieles wiederholt sich sehr schnell und damit verkommt die zumindest im TV lustige Sause daheim vorm PC zum langweiligen Herumgeklicke.
Ein wenig mehr Unterhaltung darf erwarten, wenn man zu zweit am PC die Herausforderung sucht. Man mag es fast nicht glauben, aber dann stellt sich so etwas wie Spielspaß ein und Spieler werden in der Lage sein ein bisschen Spannung zu erleben. Ein großer Wehrmutstropfen stellt allerdings ein fehlender Mulitplayermodus dar und auch eine LAN- bzw. Internet-Option sucht man vergeblich.
Optik ist nicht alles ...
Schlag den Raab
Auch wenn man sich immer wieder einredet, dass Optik allein noch kein Spiel macht, so sollte diese dennoch im Rahmen des Ertragbaren liegen. Können wir noch positiv bewerten, dass alle bekannten Charaktere der Show ihren Auftritt haben und auch das Studio an sich dem Original sehr ähnelt, somit auch die Authentizität gegeben ist, fängt es schon damit an, dass die Atmosphäre alles andere als einladend wirkt. Stimmungsgeladen wie die Show normal ist, glänzt selbiges beim PC-Ableger mit gekonnter Abwesenheit. Das gleiche gilt auch für die gebotene Optik, mit der man selbst hartgesottene Spieler bzw. deren Augen sprichwörtlich beleidigt. Es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass der Titel auf die Wii abgestimmt ist und von potentiellen Einstellmöglichkeiten hat man offenbar auch bisher wenig gehört. Somit lassen sich keinerlei Änderungen vornehmen, die ggf. dazu gut wären, dem Auge ein bisschen versöhnlichen Frieden zu gönnen. Und selbst die Charakter, durchaus auch in karikierter Form könnten generell überzeugen, wenn - ja, wenn sie nicht aussehen würden wie hässliche Pixelklumpen.
Schlag den Raab
Als ob das noch nicht reichen würde, hat man auch in Sachen Akustik dezent gespart. Sicherlich freut sich Raab wenn er gewinnt, und tobt - zumindest im Ansatz, wenn er verliert, aber irgendwie abnehmen kann man ihm das Gebaren einfach nicht. Wer die Show kennt weiß, dass Raab zu Ausbrüchen a la Rumpelstilzchen fähig ist, egal ob er sich freut oder mal heftig wütend über sich und sein Abschneiden ist. Erschwerend kommt hinzu, dass zwar die Stimmen augenscheinlich passen, der Humor allerdings irgendwie verloren gegangen ist. Scheinbar gehen die Macher zum Lachen in den Keller; Witzig ist definitiv was anderes.
Schlag den Raab
Wenigstens kann die Steuerung überzeugen, wobei dies auch nur eingeschränkt eine Gültigkeit hat. Einfach ist das Erledigen der Mini-Spielchen allemal, da man nur auf wenig Tasten, respektive die Maus zurückgreifen braucht. Selbst wenn zwei Spieler aktiv sind, kann man sich das Keyboard gut teilen und kommt sich selbst wenn es hektisch wird nicht in die Quere. Die Nutzung der Maus, die auch bei zwei Spielern vorgegeben ist, geht in Ordnung. Ergänzend dazu wird noch die Strg-Taste verwendet; Der eine Spieler rechts, der andere links. Die an sich gute Funktionalität überträgt sich allerdings nicht ins Spiel. Hier zeigt sich das Ganze eher etwas spröde, bockig und ungenau. Ein wenig vorher probieren hilft, dass man im eigentlichen Spiel nicht haushoch verliert. Blöd - anders kann man es nicht sagen - ist auch das Eingeben von Zahlen geregelt. Anstatt das Zahlenfeld zu bemühen, müssen geforderte Ziffern mittels Regler auf dem Bildschirm bestimmt werden.
