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  • Second Sight im Gamezone-Test

    Die talentierten Leute von Free Radical bieten euch mit Second Sight ein ungewöhnliches Stealth-Highlight.

    Filmreifer Psycho-Thriller

    Schweißgebadet wache ich in diesem äußerst merkwürdigen Krankenhaus auf und habe gerade einen ziemlichen Höllentrip hinter mir. Oder besser gesagt: Ich steckte noch mitten drin. Denn all die blutigen Verbände und Narben auf meinem Körper schmerzen sehr und das Neonlicht der vermeintlichen Klinik lindert diese höllischen Kopfschmerzen auch nicht gerade. Ach ja, die Kopfschmerzen. Kann es sein, dass sich die Fesseln an meinen Händen gerade von selbst gelöst haben? Und zwar nur deshalb, weil ich es so wollte? Könnte es sogar sein, dass ich mit reiner Gedankenkraft meine Umgebung manipulieren kann? Fragen über Fragen, aber jetzt alles schön nacheinander. Denn die wichtigste Frage lautet jetzt erst mal: "Wer bin ich und was mache ich hier überhaupt?"

    Willkommen bei Second Sight, dem neuesten Spiel von Free Radical, die sich schon mit den gelungenen "Timesplitters" einen Namen gemacht haben. Der obige Absatz beschreibt so ziemlich genau den Anfang der komplexen Story von Second Sight und um es gleich ohne lange Umschweife vorweg zu nehmen: Die Story ist absolut erstklassig. Grund dafür ist deren ungewöhnliche Inszenierung, da die Macher sich einem seltenen aber äußerst wirkungsvollem Stilmittel Hollywoods bedient haben: Der Rückblende. Ganz im Stil von "Fight Club" oder "11:14" baut sich die Geschichte durch zahlreiche Ausflüge in die Vergangenheit des Titelhelden immer mehr zu einem Gesamtbild auf und bleibt deshalb bis zum Schluss äußerst spannend. In den einzelnen Kapiteln spielt ihr die turbulente Geschichte von Hauptdarsteller John Vattic abwechselnd in der Gegenwart und seiner Vergangenheit. Somit erfahrt ihr Stück für Stück wie aus dem verklemmten Doktor ein waffenkundiger Kämpfer mit übermenschlichen Fähigkeiten werden konnte.

    Denn John verfügt über so ziemliche jede übermenschliche Gabe die man sich vorstellen kann: Darunter echte Klassiker wie Telekinese, Gedankenkontrolle und Astralprojektion, aber auch interessante Neuerungen wie die Selbstheilung oder der mächtige PSI-Schlag. Das sich diese beneidenswerten Eigenschaften bei einer militärischen Operation als äußerst nützlich erweisen könnten ist natürlich klar. Aber auch ganz klassische Kampfkenntnisse sind für John kein Fremdwort, er kann seine Gegner nicht nur mit allerlei Waffen beackern, sondern auch von hinten in den Würgegriff nehmen oder sich durch geschicktes Schleichen gänzlich ihrer Wahrnehmung entziehen. Auch das Klettern an Mauervorsprüngen und das Kriechen durch Luftschächte sind für den wahrlich begabten Forscher überhaupt kein Problem.

    Hört sich bekannt an? Kein Wunder, denn Second Sight hat sich mehr als offensichtlich bei Schleichgrößen wie "Splinter Cell" oder "Metal Gear Solid" inspirieren lassen. Beim Spielen hat man nicht selten den Eindruck, alles irgendwie schon mal gemacht zu haben, ganz besonders bei klassischen Aktionen wie "Gegner von hinten würgen und nach wichtigen Informationen befragen" oder "Nach Entdeckung in einem Spind verstecken und warten bis der Alarm vorüber ist". Glücklicherweise ist Second Sight dennoch kein plumper Abklatsch bekannter Genrevertreter, sondern hat genügend eigene Reize zu bieten. Allen voran natürlich die ungewöhnlichen PSI-Kräfte, von denen man als Spieler eigentlich nicht genug bekommen kann. Es macht einfach viel mehr Spaß, seine Gegner nicht nach althergebrachter Weise mit Waffen zu erledigen, sondern per Telekinese an die nächstgelegene Wand donnern zu lassen. Ganz besonders angenehm ist auch die wundersame Selbstheilung per Gedankenkraft, somit haben Medikits und ständige Frustmomente nahezu ausgedient. Sogar an die Freunde von satter Action haben die Entwickler gedacht und es möglich gemacht, dass man sich in fast allen Fällen auch mit reiner Waffengewalt durch die Missionen kämpfen kann. Hier ist aber auch ein zentrales Manko des Spiels versteckt, denn um die Spielbalance bei angewendeter Waffengewalt wahren zu können, hat man einfach respawnende Gegner ins Spiel gepackt. Dies bedeutet, dass man sich schön sauber durch alle Räume schleichen und kämpfen kann, aber beim nächsten Alarm alle zuvor beseitigten Feinde wieder an ihren Positionen sind. Dies ist nicht nur unrealistisch, sondern vermiest einem auch die genretypische Freude daran, die Areale erst mal Schritt für Schritt von den darin enthaltenen Feinden zu "säubern", um sich dann erst den eigentlichen Missionszielen zu widmen. Auch kann es passieren, dass ein gerade eben inspizierter Gang beim nächsten Betreten aus heiterem Himmel mit Feinden vollgepackt ist und man somit in eine wirklich unfaire Falle tappt. Solch unschöne Patzer hätten nun wirklich nicht sein müssen.

    In Sachen Grafik und Präsentation sieht es da schon wieder ganz anders aus: Die Entwickler sind mittlerweile für ihren ganz eigenen Stil beim Charakterdesign bekannt und haben sich glücklicherweise auch bei diesem Spiel darauf berufen. Die Gesichter der Protagonisten sind unverwechselbar detailliert und enorm liebevoll gestaltet worden. Auch auf die Mimik hat man sehr viel Wert gelegt und haucht den Charakteren somit einiges an Persönlichkeit ein. Doch nicht nur die Akteure sehen prächtig aus, auch die Umgebungsgrafik ist durchweg gut gelungen. Dabei glänzen vor allem die Spezialeffekte, die beim Anwenden der PSI-Kräfte zum Einsatz kommen. Auch eine komplette Physikengine ist vorhanden, bewegliche Objekte rutschen und fliegen sehr realistisch durch die Gegend; besonders beim Einsatz der Telekinese sorgt dieses Feature für Begeisterung. Auf eine deutsche Übersetzung der Dialoge hat man verzichtet und lediglich optionale Untertitel integriert. Bei den hervorragenden englischen Sprechern ist dies aber auch verständlich, die gelungene Atmosphäre des Spiels wird nicht zuletzt von den stimmigen Dialogen getragen. Hinzu kommt eine ebenfalls kinoreife Hintergrundmusik, welche absolut hervorragend zum düsteren Setting des Spiels passt.

    Die Steuerung des Ganzen ist zwar nicht immer standesgemäß, doch mit etwas Übung stellt dies überhaupt kein Problem mehr dar. Besonders schön: Bedienbare Computerbildschirme werden mit einer virtuellen Maus per linkem Analogstick gesteuert, was nicht nur sehr gut aussieht, sondern auch für einen sehr flüssigen Spielablauf sorgt. Lediglich die gute alte automatische Kamera ist nicht immer dort, wo man sie auch haben möchte. Im Zweifelsfall muss man deshalb aus dem Blickfeld geratene Gegner per optionaler Egoansicht aufs Korn nehmen oder in die frei drehbare Ansicht wechseln. Auf jeden Fall eine gute Idee der Entwickler diese drei verschiedenen Ansichten zu integrieren, somit sollten alle Geschmäcker in Sachen Kamerasteuerung bedient sein.

    Second Sight (GC)

    Singleplayer
    8,4 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    8/10
    Sound
    9/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    8/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    packende Story
    hervorragendes Charakterdesign
    tolle Soundkulisse
    gelungenes Tutorial
    Situationen nicht nur mit Schleichen lösbar
    innovative PSI-Kräfte
    glaubhafte Physikengine
    gute KI
    ordentliche Spielzeit (15 Stunden)
    respawnende und dadurch unrealistische Gegner
    sehr viele Spielelemente nur geklaut
  • Second Sight
    Second Sight
    Publisher
    Codemasters
    Developer
    Free Radical Design
    Release
    25.08.2004
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Second Sight
Second Sight im Gamezone-Test
Die talentierten Leute von Free Radical bieten euch mit Second Sight ein ungewöhnliches Stealth-Highlight.
http://www.gamezone.de/Second-Sight-Classic-32121/Tests/Second-Sight-im-Gamezone-Test-989983/
31.08.2004
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2004/10/PsiAngriff.jpg
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