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Shade: Wrath of Angels (PC)

Release:
12.11.2004
Genre:
Action
Publisher:
Deep Silver (DE)
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Shade: Wrath of Angels im Gamezone-Test

13.12.2004 17:00 Uhr
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Neu
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Etwas Indiana Jones, bisschen Tomb Raider und ein Schuss Knights of the Temple, fertig ist Shade.

Es gab eine Zeit vor den Menschen, als die Engel regierten und die Schatten noch mächtig waren. In dieser Zeit war es, als vier Engel auserwählt wurden die Schatten zu bändigen. Es waren dies die Engel des Blutes, des Glaubens, der Seelen und des Todes. Doch als die Zeit der Menschen anbrach stürzten die alten Götter, und das Wissen über die Schatten wurde versteckt, bewacht von den vier Engeln. Doch diese waren unzufrieden, gierten nach der Macht die ihnen so verführerisch erschien. Und so kam es wie es kommen musste, eine Schlacht schlimmer als alles je da gewesene entbrannte. Am Ende wurden die vier Engel verbannt, jeder in sein Reich auf das er für ewig beschützen sollte.

So geschah es vor Ewigkeiten, und der Bann der die Schattenwesen gefangen hält gilt noch immer und kann nur von einem Menschen wieder aufgehoben werden. Doch ist das Wissen um den alten Zauber schon längst verloren gegangen und kein Mensch in der Lage mit der Macht des Zaubers umzugehen. Bis heute...

Es beginnt mit einem Brief

Verlassenes Gemäuer Verlassenes Gemäuer [Quelle: ] "Komm, ich brauche dich" steht auf dem Brief seines Bruders, dem eine Eisenbahnfahrkarte beiliegt. Schon Jahre muss es her sein, dass sie sich das letzte mal sahen. Trotzdem kommt er der Bitte des Bruder nach und setzt sich in den Zug. Noch auf dem Weg studiert er den seltsamen Brief des Bruders, der ihn nichts gutes ahnen lässt. Sobald er sein Ziel erreicht hat soll er in das Hotel kommen, und befindet sich der Bruder nicht dort, so kann er nur bei der Ausgrabungsstätte sein, um die sich offensichtlich ein großes Geheimnis rankt.

An dieser Stelle kommen wir ins Spiel und übernehmen ab sofort die Steuerung des zu Hilfe eilenden Bruders. Doch wie erwartet kommt alles ganz anders und statt einer bevölkerten Stadt finden wir nur leere Strassen und unheimliche Stille vor. Doch wie uns der Bruder aufgetragen hat suchen wir zuerst das Hotel. Dieses findet sich auch recht schnell, ebenso wie eine Nachricht des Bruders, dass er etwas für uns auf seinem Zimmer zurück lies. Dem war auch so, allerdings handelte es sich dabei um eine Pistole, ohne weitere Nachricht. Noch bevor wir uns Gedanken machen können für was wir das Ding gebrauchen könnten, begegnet uns auch schon ein Untoter. Und noch während wir uns seines Angriffes erwehren wird uns klar, dass unser Abenteuer wohl erst begonnen hat.

Klassisch aber gut

Lebensenergie tanken Lebensenergie tanken [Quelle: ] Unseren namenlosen Charakter steuern wir wahlweise aus der 3rd oder 1st-Person Sicht, wobei wir uns mit den bekannten A, S, D und W-Tasten bewegen können und mit der Maus unsere Blickrichtung steuern. In der Praxis wird man beide Sichten abwechselnd verwenden, da für das normale Umherstreifen die 3rd-Person Sicht besser geeignet ist, weil man seine Umwelt besser erfassen kann und auch Angriffe von Hinten sieht, wohingegen bestimmte Waffen, wie die Pistole oder die Armbrust, besser im 1st-Person Mode zu bedienen sind. Trotz der genannten Fernwaffen bedient sich unser Protagonist meist des Schwertes, für das er im Laufe des Spiels immer mächtigere Schläge erlernt und welches zudem eine besondere Funktion besitzt. Nur mit dem heiligen Schwert nämlich ist es möglich an bestimmten Stellen wieder neue Lebensenergie zu tanken. Das sollte uns aber nicht davon abhalten auch die anderen Waffen zu benutzen, denn bei Bedarf können wir jederzeit wieder zum heiligen Schwert wechseln.

Neben den diversen Waffen besitzt unser Charakter zudem die Fähigkeit sich kurzzeitig in einen Dämon zu verwandeln, der sich besonders durch seine Muskelstärke hervorhebt. Er ist in der Lage Dinge zu bewegen die unserem Menschen zu schwer sind, zudem beherrscht er ganz spezifische Zauber, die nur der Dämon auslösen kann. Allerdings kostet die Verwandlung in einen Dämonen recht viel der magischen Energie, die man in Form gelber Tröpfchen einzusammeln hat. Diese verliert man aber nicht, sie regeneriert sich von alleine wieder, wenn wir unserem Menschen entsprechend Zeit lassen. Es kann also nicht passieren an einer Stelle hängen zu bleiben, weil einem die magische Energie ausgegangen ist.

Gruselige Welten

Ein Speicherpunkt Ein Speicherpunkt [Quelle: ] Wenn es etwas gibt was einem bei Shade vom ersten Augenblick an in den Bann zieht, dann ist es die gruselige Atmosphäre. Schon das Tutorial zu Beginn des Spiels ist wie eine Traumsequenz gestaltet, die uns praktisch im Schlaf die Steuerung beibringt. Dann erwacht erleben wir gar schaurige Orte voller Zombies und Skelette die uns nach dem Leben trachten. So bewegen wir uns durch dunkle Gassen und alte Gemäuer, während wir unheimliche Geräusche vernehmen und nach dem einzig möglichen Ausweg suchen. Dabei müssen wir uns durch feuchte Keller ebenso zwängen wie in luftigen Höhen auf irgendwelchen Ruinen herumkrabbeln oder verschwunden geglaubte Tempel besuchen. Immer auf der Suche nach den vier Engeln, den Beherrschern der Schatten, und natürlich unserem Bruder der die Geister nun nicht mehr los wird die er rief.

Die gebotenen Welten erfreuen uns nicht nur mit einer mehr als glaubwürdigen Architektur, auch technisch arbeitet die Engine mehr als klaglos. Mit für den realen Eindruck verantwortlich ist die gelungene Texturdarstellung, welche uns selbst aus nächster Nähe mehr als reale Oberflächen präsentiert. Den Mauern sieht man ihre raue Oberfläche ebenso an wie man an den aufgehängten Ölbildern sogar die einzelnen Pinselstriche zu erkennen vermag. Die gebotenen Gegner sind ebenso gelungen wie ihre Animationen. So bewegt sich ein Skelett anders als die untoten Mönche oder die schwarzen Ritter. Doch auch unser Charakter selbst ist sehr gelungen und bewegt sich nicht nur wie ein unfreiwilliger Held, er klingt auch so.

Bogenschütze was? Feigling!

Herrliche Texturen Herrliche Texturen [Quelle: ] Zwar weiß ich nicht welcher deutsche Sprecher die Rolle des Hauptdarstellers übernommen hat, auf jeden Fall erledigte er seine Arbeit sehr gut. Denn die tiefe und sonore Stimme passt hervorragend zu unserem düsteren Charakter, der sich weder von Dämonen noch von Engeln sagen lassen will was er zu tun hat. Denn seine Stimme sowie die des ihn führenden Engels sind die meist gehörten im Spiel. Wobei man dem Engel ebenfalls eine durchaus passende Stimme attestieren muss, sie gibt sich auch alle Mühe ihm etwas himmlisches mitzugeben, sie krankt nur etwas an der Sprechgeschwindigkeit. Denn immer dann wenn der gesprochene Text der Cutscene nicht mehr nachkommt, bleibt diese kurz stehen um dem Erzähltem nicht davon zu laufen. Dies passiert bei deutscher Sprachausgabe recht oft, woraus man schließen kann, dass die deutschen Sätze wohl durch die Bank etwas zu lang ausgefallen sind.

Unser Hauptdarsteller spricht nicht viel, ist aber helle genug um uns Hinweise zu geben. So weißt er uns darauf hin, wenn uns noch ein Gegenstand fehlt oder wir vielleicht in der anderen Erscheinungsform mehr Aussicht auf Erfolg hätten. Zudem kommentiert er so manches Ereignis mehr oder weniger süffisant. So zaubert es einem schon ein Grinsen aufs Gesicht wenn er mit einem Totenkopf spricht oder ein Skelett verhöhnt.

Davon abgesehen bekommen wir viele orchestrale Töne geboten, welche die gruselige Stimmung unterstreichen. Vom einzelnen Streicher bis hin zum fulminanten Einsatz des gesamten Orchesters, immer passt die gebotene Musik hervorragend zur augenblicklichen Situation.

Indy Raider

Das Gameplay von Shade in eine Schublade zu stecken fällt nicht etwa deswegen so schwer, weil es so einzigartig ist, ganz im Gegenteil vermeint man im Spiel viele andere Spiele wiederzuerkennen. So steckt etwas Indiana Jones ebenso in dem Titel wie eine kräftige Portion Tomb Raider, ein Schuss Sufferung garniert mit einer Prise Thief und noch etwas von Knights of the Temple, fertig ist das gelungene Shade-Menü.

Ganz schön mager Ganz schön mager [Quelle: ] Und das ist keinesfalls negativ gemeint, denn die Entwickler haben sich aus all den genannten Spielprinzipien das Beste herausgeholt und zu einem gelungenem Ganzen vereint. So erlaubt es uns die freie Kamera jederzeit jeden Winkel der umgebenden Welt zu betrachten, ohne die Kontrolle über unseren Charakter zu verlieren. Die vorkommenden Sprungpassagen sind auch sehr gut umgesetzt und nur wenn wir einen Fehler machen stürzt unser Held in die Tiefe. Denn im Normalfall ist er schlau genug sich von alleine an einer Kante festzuhalten. Doch auch das Leveldesign bereitet Freude, denn nur selten begehen wir einen Abschnitt zweimal und eigentlich immer ist klar was es als nächstes zu tun gilt. Die gestellten Rätsel sind ebenfalls allesamt mit etwas Nachdenken und Herumprobieren zu lösen.

Waffen gibt es nicht all zu viele im Spiel, sie begrenzen sich auf einige Schwerter, eine Pistole, eine Armbrust sowie einen Bogen. Allerdings lernen wir im Laufe des Spiels viele neue Schläge dazu, die uns helfen die Schergen der Schatten zu bezwingen. Zudem werden wir die meiste zeit sowieso auf das heilige Schwert zurückgreifen, da es die einzige Waffe ist mit der wir uns wieder heilen können. Neben den Waffen stehen uns aber auch noch eine Reihe Zaubersprüche zur Verfügung. Um diese einsetzen zu können müssen wir uns aber erst in einen Dämon verwandeln, wofür wir genügend magische Energie benötigen. Diese findet sich im gesamten Spiel in Form kleiner gelber Tröpfchen zum einsammeln wieder.

Die Dämonenform Die Dämonenform [Quelle: ] Die gebotenen Schwierigkeitsgrade sollten es jeden Spielertyp ermöglichen das Ende des Abenteuers zu erleben. Denn der leichte Grad ist wirklich leicht zu bestehen, wohingegen der schwere uns so richtig zeigt zu was die KI in der Lage ist. Denn auch wenn es ab und zu passiert, dass die computergesteuerten Kameraden versuchen durch eine Mauer zu laufen oder an einem Stein hängen bleiben, besitzen sie doch genug Hirnschmalz um Feindfeuer auszuweichen und den richtigen Moment abzuwarten um zuzuschlagen. Denn das Timing der Schläge ist in den Kämpfen von essentieller Bedeutung. Mit reinem Tastenmassieren kommt man nämlich nicht weit, der richtige Rhythmus aus Parieren und Kontern führt zum Erfolg.

   
Peter Grubmair
Wer sich gerne in finsteren Gemäuern auf die Suche längst vergessener Geheimnisse begibt und dabei nicht davor zurückscheut sich himmlischer Mächte zu bedienen um den Schergen der Schatten Einhalt zu gebieten, der liegt bei "Shade - Zorn der Engel" genau richtig. Denn auch wenn es sich bei dem Titel nur um einen Mix bekannter Spielprinzipien handelt, ist er doch mehr als gelungen und beschert uns ein recht rundes Spielerlebnis. Denn das Zusammenspiel aus der dusteren Grafik, den unheimlichen Klängen und der mystischen Geschichte lässt uns eintauchen in eine Welt voll alter Gemäuer, dunkler Flüche und göttlicher Bestimmung, der wir nur in einem Stück entfliehen wollen. Dabei erwehren wir uns unserer Haut mit der blanken Klinge ebenso wie mit magischen Sprüchen oder hinterlistigen Angriffen. Trotzdem artet das Spiel nie in ein Hack´n Slay aus, denn der Schwerpunkt liegt viel mehr bei den gestellten Aufgaben und dem Leveldesign. So bietet uns Shade nichts revolutionär Neues, aber das gebotene wurde durch die Bank sauber umgesetzt und macht Spaß zu spielen.
   
Shade: Wrath of Angels (PC)
Singleplayer-Wertung

7,5 /10
Leserwertung
(0 Votes):
-
Multiplayer
Grafik
Sound
Steuerung
Gameplay
-
8/10
7/10
8/10
7/10
Gruselige Burgatmosphäre
Unterbrechungen in den Cutscenes
nette Soundkulisse
banale Story
die deutsche Stimme des Charakters
Redakteur
Moderation
13.12.2004 17:00 Uhr
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990109
Shade: Wrath of Angels
Shade: Wrath of Angels im Gamezone-Test
Etwas Indiana Jones, bisschen Tomb Raider und ein Schuss Knights of the Temple, fertig ist Shade.
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13.12.2004
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