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  • Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper: Im Schatten der Nacht - Leser-Test von BigJim

    Die Sherlock-Holmes-Adventures des ukrainischen Entwicklerstudios Frogwares haben bei Krimi-Fans mittlerweile schon eine langjährige Tradition. Mit Das Geheimnis der Mumie kam 2003 der erste Teil von Frogwares Detektiv-Reihe in deutsche Händlerregale. Es folgten Das Geheimnis des silbernen Ohrrings (2004), Die Spur der Erwachten (2006), Sherlock Holmes jagt Arsène Lupin (2007) sowie das hier behandelte Sherlock Holmes vs. Jack the Ripper (2009), welches im Gegensatz zu den erstgenannten Titeln auch für Xbox 360 erhältlich ist. Im März 2012 soll mit The Testament of Sherlock Holmes das insgesamt sechste Spiel derselben Entwickler zum weltbekannten Meisterdetektiv für PC, Xbox 360 sowie PlayStation 3 starten.

    Das vorliegende Holmes-Abenteuer bedient sich thematisch der wohl bekanntesten Mordserie des 19. Jahrhunderts. Denn Jack the Ripper gab es wirklich. Zwischen August und November 1888 ermordete er im East End von London mindestens vier, wahrscheinlich aber fünf Prostituierte, weshalb er auch häufig als "Dirnenmörder von London" bezeichnet wurde. Seine Opfer fand man zumeist entsetzlich verstümmelt und um einige ihrer Organe "erleichtert". Da die Schnitte an den Körpern der getöteten Frauen eine professionelle Ausführung erkennen ließen, ging man lange Zeit davon aus, dass es sich beim "Ripper" (engl. "Aufschlitzer") um einen Metzger oder Chirurgen handeln müsse. Der Spitzname "Jack the Ripper" stammt aus einem anonymen Brief an die britische Tageszeitung Central News Agency. Hier rühmte sich der Verfasser seiner Taten, bezeichnete sich selbst als "Jack the Ripper" und gab vor, der Mörder zu sein. Im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen stießen die Fahnder auf mehrere Verdächtige. Bis heute ranken sich um die damaligen Mordfälle viele Legenden. Der Dirnen-Mörder wurde jedoch nie gefasst.

    In Sherlock Holmes vs. Jack the Ripper erhält der Spieler, der hier die Rolle des Meisterdetektivs übernimmt, nun Gelegenheit, es besser zu machen und den Schlitzer zu überführen. Bestimmender Schauplatz der nächsten ca. zehn Spielstunden ist London, genauer gesagt Whitechapel, einem düsteren Stadtteil von London. Dort hat sich jüngst ein besonders grausamer Mord an einer Prostituierten zugetragen. Die Dirne wurde erwürgt, danach aufgeschlitzt und um diverse Innereien beraubt. Zweifellos muss es sich bei einer solch brutalen Tat um das Werk eines Psychopathen handeln. Dessen nächtliche Streifzüge erlebt der Spieler übrigens im Rahmen kurzer Zwischensequenzen aus der Ego-Perspektive: Röchelnd und mit lauerndem Blick durch die nebeligen Nebenstraßen Whitechapels schleichend.

    Es ist klar, dass Holmes und sein Assistent Dr. Watson alles daran setzen, dem Schlitzer das Handwerk zu legen. Die Untersuchungen, Befragungen und Nachforschungen laufen dabei arbeitsteilig. Wir übernehmen nämlich nicht nur die Steuerung über Sherlock Holmes, sondern begleiten auch Watson. Letzterer ist nun öfters alleine unterwegs und kommt deshalb besser zu Geltung als noch in den vorangegangenen Holmes-Adventures, wo er meist nur im Hintergrund agierte und Holmes die alles dominierende Person war. Dem Spielspass ist der häufigere Wechsel zwischen Holmes und Dr. Watson aber zuträglich, weil dadurch mehr Abwechselung entsteht. Außerdem erscheint der drollige Doktor in gewisser Hinsicht sympathischer als der scharfsinnig-nüchterne, aber deshalb mitunter eben auch etwas kühl und arrogant wirkende Sherlock Holmes.

    Der insgesamt fünfte Teil der Holmes-Staffel aus dem Hause Frogwares präsentiert sich - der Thematik entsprechend - sehr düster und relativ blutig. Kein Wunder, immerhin führen die Nachforschungen Holmes und Watson diesmal nicht in die elegante Damen- und Herrenwelt pompöser britischer Salons, sondern in die dunkelsten Viertel Londons, wo Armut, Schmutz und Gewalt das Tagesgeschehen bestimmen. Folglich ist die ganze Atmosphäre finster und irgendwie (be-)drückend. In den Nachtjackengegenden müssen Holmes und Watson zahlreiche Personen aufsuchen und mit ihnen sprechen. Der Dialoganteil ist recht hoch und die so gewonnenen Informationen Voraussetzung, um spätere Aufgaben zu meisten. Natürlich erwarten uns auch in diesem Adventure klassische Rätseleinlagen wie das Zusammenfügen von Papierfetzen oder das Lösen eines Zahlenrätsels, der Schwerpunkt liegt aber auf dem Gespräch, dem Lesen verschiedener Texte und nicht zuletzt der Fähigkeit, die richtigen Schlüsse aus alledem zu ziehen. Eine Art Faktenbaum sorgt für die gebotene Übersicht. Hier werden die gesammelten Infos quasi angepinnt und miteinander abgeglichen. Von Vorteil ist dies insofern, als wir dadurch zu einer logischen Gedankenführung gezwungen werden. Denn Logik ist bekanntlich die stärkste Waffe eines Detektivs.

    Auch bedientechnisch kam man dem Spieler entgegen. So kann er diesmal zwischen der typischen Point & Click-3rd-person-Ansicht und der in Adventures eher seltenen Ego-Perspektive wechseln, was die Übersicht - je nach Bedarf und Spielsituation - erleichtert. Das Inventar wird nicht übermäßig beansprucht. Zwar nehmen wir von Zeit zu Zeit Gegenstände auf, aber das sind kaum mehr als Finger an einer Hand; man läuft also nicht Gefahr, den Überblick zu verlieren. Viel wichtiger ist das gründliche Studium von Schriftdokumenten. Und ein gelegentlicher Blick auf die Karte von Whitechapel. Das Stadtviertel ist nämlich ziemlich verwinkelt; außerdem ähneln sich die einzelnen Straßenzüge sehr. Der Londoner Nebel und die Dunkelheit tun ihr Übriges.

    In grafischer Hinsicht reicht es bei Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper nur für eine gehobene Durchschnittsnote. Zumindest die Außenbereiche wirken wenig detailliert (dies war im unmittelbaren Vorgänger Sherlock Holmes jagt Arsène Lupin aus dem Jahre 2007 bekanntlich noch anders), was aber zum Teil sicherlich auch mit dem düster-speckigen Szenario zu tun hat. Ferner erscheinen die Figuren etwas hölzern. Beim einem Gentleman wie Holmes mag man dies noch mit der feinen britischen Art begründen, aber die Nebencharaktere hätten optisch etwas mehr Feinschliff verdient. Dennoch kommen die Handelnden sehr realistisch rüber. Denn was die Grafik nicht (ganz) vollbringt, wird durch die überdurchschnittlich gute (deutsche) Synchronisation kompensiert. Ähnlich wie bereits in Sherlock Holmes: Das Geheimnis des silbernen Ohrrings (2004) wurden die Sprecher sorgfältig gewählt und machen ihre Arbeit vernünftig. Dasselbe gilt für die Musik. Letztere passt sich den jeweiligen Momenten an und klingt mal gemächlicher, mal dramatischer. In diesen Dingen haben die Entwickler viel Sorgfalt walten lassen.

    Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper gehört sicher zu den besseren Holmes-Adventures, nachdem mich Das Geheimnis der Mumie sowie Die Spur der Erwachten seinerzeit nicht restlos überzeugen konnten. Leider ist das hier behandelte Krimi-Abenteuer bislang nur einzeln erhältlich. Publisher Peter Games hat kürzlich mit der Sherlock Holmes: Anniversary Edition eine Sammelbox auf den Markt gebracht, welche die ersten vier Holmes-Abenteuer, also von Das Geheimnis der Mumie bis S. Holmes jagt Arsène Lupin, beinhaltet. Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper, der fünfte Teil der Detektiv-Serie aus dem Hause Frogwares, ist folglich nicht dabei. Allerdings ist die PC-Version inzwischen so günstig (ca. 10 €), dass man auch so zugreifen kann.

    Negative Aspekte:
    Eher durchschnittliche Grafik.

    Positive Aspekte:
    Spannende Story; gute Atmosphäre; sehr gute Synchronisation; Lösungssystem ("Pinn-System").

    Infos zur Spielzeit:
    BigJim hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: BigJim
    7.5
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Steuerung
    8/10
    Sound
    8/10
    Gameplay
    8/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper
    Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper
    Publisher
    Focus Home Interactive
    Developer
    Frogwares
    Release
    20.03.2009

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Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper
Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper: Im Schatten der Nacht - Leser-Test von BigJim
http://www.gamezone.de/Sherlock-Holmes-jagt-Jack-the-Ripper-Spiel-32710/Lesertests/Sherlock-Holmes-jagt-Jack-the-Ripper-Im-Schatten-der-Nacht-Leser-Test-von-BigJim-1010872/
15.10.2011
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2008/11/sherlock__6_.jpg
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