Shogun 2: Total War im Gamezone-Test

Test Andreas Peter

Ein toll präsentiertes und dabei ordentlich komplexes Strategiespiel, dass dem Käufer für lange Zeit Unterhaltung bietet.

Eines verregneten Samstag Nachmittags kommentierte ich mich wieder brässig meckernd durch unser allseits beliebtes GameZone-Forum und gab dabei Sätze wie "Die Spiele werden immer einfacher!", "Die jungen Spieler heutzutage ertragen doch gar keine anspruchsvollen Spiele mehr!" oder "Früher gab's noch keinen Internetversand, wir mussten uns barfuss durch meterhohen Schnee zum Spielehändler durchschlagen, und die Games kamen auf Musikkassetten!" von mir. Was ich dabei nicht ahnte: In einer knapp um die Ecke gelegenen Dimension, dem sogenannten Datennirvana, hatte der für Videospieler zuständige Gott Pongatari für mein ewiges Gemaule wohl endgültig keine Sekunde Geduld mehr übrig. Mit standesgemäßen Donnerblitzen lies er das Testmuster von "Total War - Shogun 2" in meinen Händen erscheinen und dazu seine drohende Stimme erschallen. "Teste dies, unwissender Zweifler! Biblische sieben Tage gebe ich Dir Zeit, hast Du's bis dahin nicht durchgespielt, gibt's bis ans Lebensende nur noch schlechte Facebook-Spiele für Dich!". Bleich und mit zitternden Fingern bat ich sofort den Total-War-Veteranen und GameZone-Redakteur Ricky Fertig um Beistand bei dieser göttlichen Prüfung. Mit Facebook-Spielen kann man mir nämlich wirklich richtig Angst machen! Aber auch Hoffnung keimte tief in mir auf: Sollte es tatsächliche noch komplexe neue Strategiespiele für Leute mit Köpfchen geben? Findet es mit uns heraus!

Der mittlerweile sage und schreibe zwölfte Teil von Creative Assembly's Spielereihe Total War begibt sich bezüglich des Szenarios wieder ganz an die Wurzeln der Serie, in das spätmittelalterliche Japan. Der Auftrag des Spielers ist klar formuliert: Vereinige das von vielen kleinen Ländereien und ihren beherrschenden Klans geprägte Inselreich mit Deinen Streitkräften und werde der neue Shogun!

Shogun 2: Total War Shogun 2: Total War Wie für die Serie typisch, eröffnet sich nach dem Start der Kampagne eine weite, wunderschön detaillierte, dreh- und zoombare Karte Japans auf dem Monitor. In dieser Ansicht planen wir rundenbasiert (ein Jahr im Spiel ist aufgeteilt in vier Züge) unsere Truppenbewegungen, heben neue Armeen aus, managen unsere Städte, Häfen, die Nahrungsversorgung und vieles mehr. Treffen wir auf feindliches Militär und fremd besetzte Festungen, wechselt das Spiel in eine Echtzeitstrategieansicht, in der wir unsere Soldaten gegen die des Feindes einsetzen und so den Schlachtverlauf direkt beeinflussen und mitverfolgen können.

Shogun 2: Total War Shogun 2: Total War Zunächst entscheidet sich der geneigte Nachwuchsfeldherr aber erst mal für eine Sippe, die er als Oberhaupt bis zum heiß umkämpften Thron in Kyoto führen möchte. Insgesamt stehen neun verschiedene Klans zur Auswahl, wobei jede Gruppierung spezielle strategische Vorteile bietet. Die Shimazu z.B. sind in der Lage, kostengünstig Katana-Samurai auszuheben. Andere Gruppen sind dafür wiederum besonders stark im Aufbau von diplomatischen Beziehungen. Auch die Lage der Anfangsbesitztümer des Klans ist wichtig. Die genannten Shimazu sitzen relativ geschützt ganz im Westen der Insel, andere Gruppierungen beginnen ihren Feldzug direkt von Feinden umringt im Landesinneren. Wer die spielerische Abwechslung liebt, kann sich so also schon zu Beginn einer neuen Partie interessante, neue Herausforderungen zusammenstellen.

Shogun 2: Total War Shogun 2: Total War Für Anfänger in Sachen Total War gibt es neben einer handvoll kurzer Tutorials zum Schlachtenmanagement auch ein eingebautes Hilfesystem in der Hauptkampagne, welches dem Juniorgeneral quasi parallel zur Feldherrenarbeit die wichtigsten Funktionen erklärt. Das Spiel geizt wahrlich nicht mit Komplexität, wer aber einen gewissen Willen zur Einarbeitung mitbringt, den belohnt das Programm auch schnell mit seinen vielen strategischen Möglichkeiten. Man sollte allerdings schon die Zeit und Geduld für ein paar kürzere Probespiele mitbringen, bevor man sich mit Ernst der Kampagne widmen kann.

Shogun 2: Total War Shogun 2: Total War Es gilt also Kyoto zu erobern, um Shogun zu werden, und die Stadt ein ganzes Spieljahr gegen feindliche Übernahmeversuche zu verteidigen. Dazu muss noch eine bestimmte Menge von Provinzen erobert werden, die genaue Anzahl richtet sich nach der einstellbaren Länge der Kampagne. Besetzte Ländereien versorgen uns mit Geld und Rohstoffen, die wir für den Ausbau unserer Anlagen und für das Ausheben von Nachschub auch dringend benötigen. Auf der wunderschön animierten Landkarte, die mit vielen grafischen Details wie Wellenkämmen plus Seemöwen an den Inselküsten, oder animierten Marktkarren auf den Handelsrouten geschmückt ist, arbeiten wir uns langsam zum Ziel vor. Dabei sollte man gewisse Spezialgebäude auf der Karte beachten, die uns besondere Boni bieten: Schmieden oder Ninjaverstecke werten unsere Armeen auf. Zusätzlich fügt man über das Menü "Beherrschung der Künste" über die Zeit noch freischaltbare militärische oder zivile Vorteile hinzu - ähnlich der bekannten Spielfunktion "Forschung" im Genrevetter Civilization. So kann man sich eine persönliche Aufwertungsstrategie für seine Truppen überlegen.

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