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  • Showdown: Legends of Wrestling im Gamezone-Test

    Schwitzende Männer in Strumpfhosen

    So lang ist es noch gar nicht her, da waren Acclaim die treibende Kraft im Bereich der Wrestling-Spiele. Mit Playstation-Klassikern wie "WWF Attitube" hievten sie das Genre in ungeahnte Dimensionen und ebneten maßgeblich den Weg für THQ, die sich bis heute mit ihrer herausragenden Smackdown-Reihe eine Monopolstellung erarbeitet haben. Acclaim wollten sich jedoch nicht geschlagen geben und schufen anno 2002 mit "Legends of Wrestling" ein attraktives Konzept für langjährige Fans, die noch das "Gimmick"-Wrestling der achtziger Jahre selbst miterlebt hatten. Leider krankten die ersten beiden Titel der Reihe an unübersehbaren Mängeln im Bereich Gameplay und Präsentation. Mit dem nun vorliegenden "Showdown: Legends of Wrestling" lösen sich Acclaim bewusst von den Vorgängern, wobei das Hauptaugenmerk ganz offensichtlich auf einer eingehenden Überarbeitung des Kampfsystems lag. Warum dies aber nicht reicht, um nach langer Zeit einmal wieder an der Spitze des Genres mitzukämpfen, erfahrt ihr im Folgenden.

    Einen Superlativ dürfen Acclaim mit "Showdown" in jedem Falle schon mal für sich verbuchen: Mit annähernd achtzig verschiedenen Persönlichkeiten im Kader bietet das Spiel das bislang größte Kämpferaufgebot, das je in einem Wrestling-Spiel zu finden war. Darunter tummeln sich so illustre Namen wie Roddy Piper, Sting, Randy Savage, der Ultimate Warrior, sowie natürlich Hulk Hogan. Auch alle weiteren enthaltenden Athleten dürften älteren Fans des Sports noch gut in Erinnerung sein. Erfreulich ist dabei, dass dieses Mal von der überzeichneten und cartoonhaften Darstellung der Spielfiguren, wie es noch in den beiden Vorgängern der Fall war, Abstand genommen wurde und die enthaltenden Wrestler nun deutlich lebensechter wirken. Der Großteil der Kämpfer läuft überdies in vier verschiedenen optischen Varianten auf, jeweils abhängig von der entsprechenden Epoche: So tritt beispielsweise die Hardcore-Legende Terry Funk in der Siebziger-Ausführung noch gänzlich ohne Bart auf. In jeder Hinsicht lobenswert ist auch die Verwendung von realen Hallen und Stadien, wobei besonders die grafisch fast originalgetreue Umsetzung dieser zu überzeugen weiß. Kenner werden Örtlichkeiten wie den MadisonSquareGarden oder den Pontiac Silver Dome sofort wieder erkennen, immerhin fanden in diesen und weiteren Hallen einige der größten Kämpfe aller Zeiten statt. Die im Spiel enthaltenden, besonderen Matchvarianten umfassen die bekannte Standardpalette wie Leiter- und Käfigmatches sowie den berühmt-berüchtigten FirstBlood-Matches. Der erneuerte Create-A-Legend-Modus wurde zwar sichtbar an allen Ecken und Enden erweitert und verbessert, von der Klasse der THQ-Pendants ist man jedoch immer noch ein gutes Stück weit entfernt.

    Eine Auswahl der denkwürdigsden Auseinandersetzungen der Wrestling-Geschichte lässt uns "Showdown" im "Classic Matches"-Modus nachspielen. Hier kann der Spieler frei zwischen den angebotenen Paarungen wählen und wird dabei mit verschiedenen Kampfsituationen konfrontiert. Dabei ist der Kampf schon meist in vollem Gange; somit liegt es am Spieler, einem Duell zu seinem geschichtlich akkuraten Ende zu verhelfen. Unter anderem enthält dieser Spielmodus Klassiker wie das Bruderduell der Hart-Geschwister sowie sämtliche wichtige Kämpfe von Hulk Hogan wie zum Beispeil gegen King Kong Bundy im Stahlkäfig. So motivierend diese Spielvariante gerade für langjährige Fans ist, so ernüchternd ist auch die Erkenntnis über den viel zu knapp geratenden Umfang des "Classic Matches"-Modus. Die gerade mal fünfzehn unterschiedlichen Kämpfe sind schnell bewältigt und regen nicht unbedingt zum mehrfachen Spielen an. Ähnliches macht sich beim titelgebenden "Showdown Challenge"-Modus bemerkbar: Wer im Vorfeld schon auf einen vollwertigen Karriere-Modus gehofft hat, wird schwer enttäuscht sein. Die Challenge, in welcher wir unseren Recken selbst auswählen können, bietet nämlich nur mickrige sechzehn Kämpfe, verteilt über drei Jahrzehnte von den siebziger bis zu den neunziger Jahren. Pro Zeitepoche gilt es fünf, zu Teilen vom gewählten Charakter abhängige Matches zu bestehen, bis man sich abschließend im Jahre 1999 mit Hulk Hogan persönlich messen darf. Dabei ist ein Sieg in jedem einzelnen Kampf absolute Pflicht, bevor es weitergehen kann - Verzweigungen oder Alternativ-Kämpfe im Spielverlauf gibt es nicht. Zwischen den Matches begleiten hin und wieder kleine, charakterspezifische Story-Sequenzen das Geschehen, leider nur in Form von Standbildern mit Text. Insgesamt ist die "Showdown Challenge" in ihrer Struktur wenig zeitgemäß, allein die Möglichkeit, einige weitere Charaktere freizuspielen, könnte den einen oder anderen Fan längerfristig bei der Stange halten.

    Hinsichtlich der Kampf-Engine muss man den Entwicklern ein großes Lob aussprechen: Viel ist hierbei von den beiden nur durchschnittlichen Vorgängerspielen nicht übergeblieben. Die guten Ansätze der beiden ersten Titel wurden zwar behutsam übernommen, ansonsten jedoch spielt sich "Showdown" in vielen Bereichen gänzlich anders. Und das ist gut so, denn nicht nur gestaltet sich das Gameplay diesmal wesentlich zugänglicher, sondern zudem auch ausgewogener und durchdachter. Erwähnenswert ist dabei überdies der Wegfall der Reaktionsleiste, welche zwar gut gemeint war, aber nur selten ein wirklich flüssiges und "rundes" Spielgefühl gewährleistete. Ein gut gemachtes Tutorial führt in die zentralen Spielmechaniken ein und zeigt bereits, wie viel grundsätzlich mit dem neuen Kampfsystem möglich ist, entsprechende Übersicht und Reaktionsvermögen seitens des Spielers vorausgesetzt. Dabei hat man sich grob am Vorbild der THQ-Spiele orientiert: Jeder Move des Gegners kann theoretisch in der Regel auskontert werden, und einzelne Aktionen lassen sich zu Combos aneinanderreihen. Während des Kampfes füllt sich kontinuierlich die Momentum-Anzeige der Spielfigur, bis man schließlich zum (meist) vernichtenden Finisher ansetzen darf. Eine zuschaltbare Aktionsanzeige am linken Bildschirmrand gibt jederzeit Auskunft über die jeweils aktuell möglichen Manöver inklusive den entsprechend zu betätigenden Buttons. Am Kampfsystem gibt es also nicht viel zu mäkeln: Die Movevielfalt ist groß und das Geschehen lässt sich insgesamt recht intuitiv kontrollieren. Ein großer Kritikpunkt ist jedoch schlichtweg die durchschnittliche Länge eines Kampfes: Bis man den Gegner soweit geschwächt hat, dass man zum finalen Angriff übergehen kann, ziehen oft weit über zehn Minuten ins Land; besonders nervig ist dies, wenn man einen Gegner eigentlich fest im Griff hat und das einzige Hindernis zum Sieg die überlang geratene Energieanzeige des Gegners ist. Obwohl die Multiplayer-Tauglichkeit des Spiels als recht hoch einzustufen ist, bremst die lange Dauer eines einzelnen Kampfes die Spielfreude beträchtlich.

    Technisch ist "Showdown: LoW" ein kleiner Quantensprung zu den noch sehr biederen Vorgängern: Die Hallen sehen klasse aus, die Animationen bewegen sich auf überdurchschnittlichen Niveau und die Wrestler kommen optisch ihren realen Vorbildern ziemlich nah. Was die Grafik-Wertung aber sogleich wieder nach unten reißt, ist das allzu häufige Auftreten von massiven Bugs. Spielfiguren schweben in der Luft und Körperteile verschmelzen ineinander; typische Krankheiten eines typischen Wrestlingspiels also, nur das solche Macken bei "Showdown" einfach zu oft vorkommen. Abgesehen davon aber sieht das Spiel so aus, wie man es heutzutage von einer guten Multiplattform-Entwicklung erwarten darf; Wrestlingfans werden trotz der Bugs nicht enttäuscht sein. Im Soundbereich wurde auch nicht viel falsch gemacht, wenn man einmal davon absieht, dass nichts wirklich Spektakuläres für die Ohren geboten wird.

    Showdown: Legends of Wrestling (PS2)

    Singleplayer
    7 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Sound
    7/10
    Steuerung
    7/10
    Gameplay
    7/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Riesiges Kämpferaufgebot
    gutes Kampfsystem
    toller (aber viel zu kurzer) Classic Matches-Modus
    ordentliche Grafik
    Kein vollwertiger Karriere-Modus enthalten
    Matches oft sehr zeitfressend
    einige schwerwiegende Grafik-Bugs
  • Showdown: Legends of Wrestling
    Showdown: Legends of Wrestling
    Publisher
    Acclaim Entertainment
    Release
    23.06.2004

    Aktuelle Sportspiel-Spiele Releases

    Cover Packshot von WWE All Stars Release: WWE All Stars THQ
    Cover Packshot von Pro Evolution Soccer 2010 Release: Pro Evolution Soccer 2010 Konami
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Showdown: Legends of Wrestling
Showdown: Legends of Wrestling im Gamezone-Test
http://www.gamezone.de/Showdown-Legends-of-Wrestling-Spiel-32870/Tests/Showdown-Legends-of-Wrestling-im-Gamezone-Test-989931/
28.06.2004
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2004/08/nachziehvoll.jpg
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