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Silent Hill 4: The Room (PS2)

Release:
22.09.2004
Genre:
Action
Publisher:
k.A.
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Silent Hill 4: The Room im Gamezone-Test

21.09.2004 12:45 Uhr
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Neu
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Konamis Kultserie begibt sich auf neue Pfade in Sachen Story und Gameplay. Leider ist dies nur zur Hälfte geglückt.

Eine Kultserie auf neuen Pfaden

Eigentlich wollte Henry Townshend vor zwei Jahren ja nur ein gemütliches und kostengünstiges Apartment in South Ashfield mieten. Nachdem er aber eines Morgens eine riesige Kette samt diverser Vorhängeschlösser an der Innenseite seiner Tür vorfindet und sich auch die trüben Fenster der Wohnung nicht mehr öffnen lassen, muss er sich langsam aber sicher mit dem Umstand abfinden, dass er innerhalb der frischbezogenen vier Wände gefangen ist. Der einzige Ausweg aus dem verwunschenen Zimmer scheint hinter dem tiefschwarzen Loch im Badezimmer verborgen zu sein. Schnell merkt Henry, dass Apartment 302 nicht nur gemütlich und kostengünstig ist, sondern auch ein direkter Weg in die blutigen Eingeweide der Hölle...

Klarer Anspruch auf Mietminderung

Silent Hill 4: The Room Silent Hill 4: The Room [Quelle: ] Silent Hill 4: The Room ist nicht nur der neueste Ableger von Konamis erfolgreicher Horror-Serie, sondern gleichzeitig ein spielerisches Experiment der Entwickler, welches viele Fans im Laufe der ersten paar Spielminuten deutlich überraschen wird. Die Welt von Silent Hill ist diesmal nämlich auf eine ganz andere Weise zweigeteilt: Zu Beginn des Spiels und auch immer wieder zwischendurch findet das Geschehen in Henrys Apartment statt. Hier erlebt ihr eure Umwelt aus der Egoperspektive und steuert Henry auch mittels der aus Shootern bekannten Joypadbelegung. In Apartment 302 ist auf den ersten Blick nicht sonderlich viel los, denn ihr könnt hier lediglich euren Spielstand speichern, gefundene Gegenstände in einer Sammelkiste ablegen und so manchen Einrichtungsgegenstand aus der Nähe betrachten. Doch schon von Anfang an beschleicht einen diese absolut düstere und beängstigende Atmosphäre des Zimmers, welche fast vollständig durch die eigene Phantasie angereichert wird. Viele Blickwinkel in diesem Raum rufen alleine schon Grundängste hervor: Taucht plötzlich eine hässliche Fratze bei einem Blick durch den Türspion auf oder nicht? Hat sich da in der Ecke etwas bewegt oder war das nur Einbildung? Warum kann man durch einen Riss in der Wand die hübsche Nachbarin beobachten? Und warum sitzt auf ihrem Bett dieser sehr lebendig wirkende Stoffhase? All diese Fragen werden euch nicht nur einmal beim Spielen von Silent Hill 4 plagen und sie sind es auch, die dem eigentlich sehr einfach gestrickten Apartment diese einmalige Atmosphäre verleihen. Die Entwickler spielen mit eurer Vorstellungskraft und verändern das Zimmer bei jedem Besuch nur ein kleines Bisschen und fügen hin und wieder ein paar textbasierte Informationen zur Story hinzu - deshalb werdet ihr euch auch nie sicher sein, ob nicht doch im nächsten Moment etwas total Gruseliges passiert.

Die Welt auf der anderen Seite

Silent Hill 4: The Room Silent Hill 4: The Room [Quelle: ] Einen deutlich größeren Teil der Spielzeit verbringt ihr allerdings in den surrealen Traumwelten hinter dem seltsamen Loch im Badezimmer. Dieses Loch in der Wand führt euch zu den 12 Kapiteln des Spiels, welche an 6 unterschiedlichen Orten spielen und mit sechs verschiedenen Personen in Zusammenhang stehen. Ihr besucht unter anderem eine verlassene U-Bahnstation, einen Wald in der Nähe des Toluca Lake, ein gruseliges Gefängnis und schließlich auch das berühmte Krankenhaus von Silent Hill. Die dort gebotenen Aufgaben sind im Großen und Ganzen serientypisch, was bedeutet, dass ihr euch mit allerlei skurrilen Geschöpfen der Unterwelt anlegen und zeitgleich euer Vorrankommen durch das Lösen diverser Rätsel sichern müsst. Diese Rätsel sind zwar etwas seltener, aber dafür um einiges knackiger als in den Vorgängern ausgefallen und an manchen Stellen wünscht man sich schnell das Lösungsbuch herbei, denn einleuchtend und logisch ist die Lösung der anfallenden Aufgaben nicht immer.

Actionelemente zum Weglaufen

Silent Hill 4: The Room Silent Hill 4: The Room [Quelle: ] Das Kampfsystem mit Schusswaffen ist größtenteils dem bewährten Vorbild aus "Resident Evil" treu geblieben, wenn ihr eure Gegner allerdings mit Stangen und anderen Hiebwaffen angreift, kommt die kleine Kraftanzeige am oberen Bildschirmrand mit ins Spiel. Somit könnt ihr nämlich die Stärke eurer Schläge dosieren und der jeweiligen Situation anpassen. Ein ganz nettes Feature, das aber auch ohne die eigens dafür eingeführte Anzeige funktioniert hätte. Allerdings seid ihr auch oftmals gezwungen den Kämpfen ausweichen, denn nicht alle Feinde können langfristig getötet oder überhaupt verletzt werden. Besonders nervig sind dabei die so genannten Geister, welche nur mit einem speziellen Item kampfunfähig gemacht werden können. Bei diesen Burschen wird das Weglaufen schnell zum normalen Reflex, da es in den einzelnen Kapiteln nicht gerade vor heilenden Gegenständen wimmelt. Glücklicherweise gibt es hin und wieder einen Weg zurück in Henrys Apartment, wo sich eure Energie automatisch regeneriert und ihr außerdem den Spielstand speichern dürft. Die neue Umgewichtung zwischen Rätseln und Actionszenen und die ewige Weglauferei tragen nicht unbedingt zum Spielspaß bei und man wünscht sich sehr schnell wieder einen frei wählbaren Schwierigkeitsgrad bezüglich dieser beiden Elemente herbei.

Erst nach ein paar Stunden mit dem Spiel kommt die anfangs etwas müde ausgefallene Atmosphäre von Silent Hill 4 in Schwung, aber spätestens dann möchte man auch unbedingt wissen wie all die verrückten Puzzleteile der Geschichte zusammenpassen und die Story um Henry und sein verwunschenes Apartment letztendlich ausgeht. Bis zu diesem Zeitpunkt braucht man aber auch einiges an Durchhaltevermögen, denn so actionreich und spannend gibt sich besonders der Anfang des Spiels im Vergleich mit den Vorgängern nicht. Auch die deutlich knackigeren Rätsel und spielerisch eher nebensächlichen Kämpfe könnten actionorientierte Serienfans etwas enttäuschen.

Kreaturen - direkt aus der Hölle

Silent Hill 4: The Room Silent Hill 4: The Room [Quelle: ] Eine Konstante zieht sich glücklicherweise durch alle Teile von Silent Hill: Das absolut hervorragende und gleichzeitig total kranke Design der mehr als bizarren Gegner. Die genial-kranken Ideen der Entwickler haben es auch bei diesem Teil wieder geschafft ein paar völlig neue Kreaturen zu erschaffen, die ihren surrealen Vorgängern in absolut nichts nachstehen. Aber auch das Design des Apartments 302 und der verschiedenen Traumwelten ist gelungen. Zwar leidet die Atmosphäre etwas am ungewohnten Spielablauf, die jeweiligen Szenerien und Charaktere sind aber für sich genommen immer noch hervorragend. Ganz besonders die Gesichter der Akteure sind, wie schon im Vorgänger, absolut filmreif und mit einer enormen Liebe zum Detail erstellt worden. Und natürlich verdient auch dieser Teil in Sachen Sounddesign ein ganz besonderes Lob, denn die Geräusche im Hintergrund scheinen immer noch direkt aus dem Herz der Finsternis zu kommen. Leider aber ist diesmal kein so eingängiges und gelungenes Titellied mit von der Partie, in dieser Hinsicht waren alle anderen Teile besser.

Absolut richtungweisend ist diesmal übrigens das neuartige Menüsystem ausgefallen. Es gibt nämlich keinen Inventar-Bildschirm mehr, auf dem ihr euren Charakter mit Waffen ausrüstet oder gegebenenfalls benötigte Heilmittelchen zu euch nehmt, all diese häufig benötigten Aktionen wurden vorbildlich auf das Steuerkreuz und eine einzige Taste ausgelagert. Gegenstände und Waffen können einfach am unteren Bildschirmrand durchgeblättert und per Tastendruck ausgewählt werden. Somit wird das Spiel nicht unnötig unterbrochen und das hässliche Menüsystem des Vorgängers ist damit auch Geschichte. Einziger und stellenweise sehr frustrierender Nachteil: Es ist zu wenig Platz im neuen Inventarsystem, zudem können einmal aufgenommene Gegenstände nur noch in der Kiste in Henrys Zimmer zwischengelagert werden - mitunter der Grund für viel unnötige Laufarbeit.

   
- -
Im Vergleich mit den anderen Teilen der Serie, wo man sich noch in den vermeintlichen Vorhof zur Hölle versetzt vorkam, wirken Henry und sein verwunschenes Apartment eher wie eine zweitklassige Alternative. Dabei spielen die Entwickler sogar genau dieselben Trümpfe aus, die auch schon die Vorgänger so erfolgreich gemacht haben: Sie lassen die ohnehin schon recht düster gestaltete Spielwelt im Kopf des Spielers erst zum handfesten Horror heranwachsen. Dies funktioniert innerhalb Henrys Apartment auch überaus gut und man kann das Böse, welches in jedem Quadratzentimeter dieses hervorragend ausgearbeiteten Raumes steckt, fast schon am eigenen Körper fühlen. Allerdings sind es die zusammenhangslosen Ausflüge an völlig fremde Orte, die dem Spiel den gruselig-kalten Wind aus den Segeln nehmen. Obwohl die Inszenierung der Traumwelten stellenweise sehr gut gelungen ist, kann man sich trotzdem nicht mehr so gut damit identifizieren wie in den Vorgängern. Dies mag zu großen Teilen auch am äußerst gelangweilt wirkenden Hauptdarsteller Henry Townshend liegen, welcher dem Spieler in keiner Minute des Spiels ans Herz wächst und mindestens so fremdartig rüberkommt wie die unwirkliche Welt in der er sich bewegt. Neben diesen vermeidbaren Kritikpünktchen hat aber Konami in erster Line einen Fehler gemacht, den schon andere Spieleschmieden vor ihnen gemacht haben: Sie haben sich in Sachen Story auf eine zusammenhangslos wirkende Episodengeschichte eingelassen und dies klappt eben bisher nur in Filmen wirklich gut. Die gewählte Erzählweise und der emotionslose Hauptdarsteller nehmen dem Spiel große Teile seiner Atmosphäre und genau die war es wiederum, die aus den Vorgängern so einzigartige Spiele gemacht hat.
   
Silent Hill 4: The Room (PS2)
Singleplayer-Wertung

7,5 /10
Leserwertung
(57 Votes):
7,9
Multiplayer
Grafik
Sound
Steuerung
Gameplay
-
8/10
8/10
8/10
7/10
Grafik und Sound sind gelungen
Episodengeschichte unterbricht den Spielfluss
neuartiges Menüsystem ist richtungweisend
sehr schleppende Anfangsphase
Atmosphäre innerhalb des Apartments sehr gut
unsterbliche Gegner
- -
Moderation
21.09.2004 12:45 Uhr
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