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  • Sin Episodes: Emergence (dt.) im Gamezone-Test

    SIN Episodes ist eine Deluxe-Demo, mit superkurzer Spielzeit, eingeschränkter Gegnerauswahl und nur drei Handfeuerwaffen.

    Fluch oder Segen? - Das werden sich derzeit viele Spieler fragen, wenn sie an das Episodenformat denken. Zum einen bekommt man schneller Nachschub und muss nicht Jahre auf eine Fortsetzung warten, zum anderen hält der Spielspaß einer solchen Episode nur sehr kurz an. Ob es sich lohnt nach "Sin Episodes: Emergence" auf weitere Folgen zu warten, lest ihr in unserem Test.

    Vier Jahre älter und immer noch böse

    Die Handlung von "Sin Episodes: Emergence" findet etwa vier Jahre nach dem in Deutschland indizierten Vorgänger statt. Ihr übernimmt wieder die Rolle von John Blade, dem Kommandeur der Hard Cops, die in Freeport City für Recht und Ordnung sorgen. Auch die überaus attraktive und ebenso bösartige Elexis Sinclaire mimt dabei wieder die Wurzel allen Übels. Die Wissenschaftlerin will scheinbar Mutanten auf die Stadt loslassen, weswegen John Blade in den Waffenschrank greifen muss.

    Furioser Auftakt vs. Lahmer Rest

    Sin Episodes: Emergence (dt.) Sin Episodes: Emergence (dt.) Das Abenteuer von John Blade könnte spannender nicht anfangen: Zu Beginn findet ihr euch auf einem kalten Operationstisch. Was ist geschehen? Was hat John's Erzfeindin Elexis in euren Hals gespritzt? Plötzlich Schüsse, ihr werdet von eurer Partnerin Jessica befreit, überall Explosionen und Rauch. Kurze Zeit später sitzen wir als Beifahrer in einem Wagen und durchbrechen eine Kontrollstation. In den ersten fünf Minuten geht es ordentlich zur Sache. So muss eine interaktive Introsequenz aussehen. Mit großen Erwartungen schlagt ihr euch also zunächst durch eine Hafenanlage in Freeport City, um herauszufinden, was euch da eben für ein grünes Zeug in den Hals gepumpt wurde. Nach rund einer Stunde Spielzeit dürfte die anfängliche Euphorie allerdings schnell der Ernüchterung weichen. Ihr metzelt euch durch Wellen von Gegnern, die dazu noch äußerst dumm agieren und euch vorzugsweise Frontal entgegenstürmen. Als die Programmierer die KI verteilt haben, waren die Schergen anscheinend auf einer Betriebesfeier von Elexis Sinclair. Zwar gehen eure Opponenten sporadisch in Deckung und schleudern auch mal eine Kiste in Richtung eures Monitors, doch die Dumpfheit überwiegt klar. Da ist es schon sehr merkwürdig, dass die Bösewichte dennoch katzenartige Reflexe haben und jeder Schuss auf Anhieb sitzt. Dumm wie ein Nudelauflauf, meisterhaften Scharfschützenausbildung - was für eine Mischung. Es trägt auch nicht gerade zur Atmosphäre bei, wenn Laborarbeiter seelenruhig in der Gegend herumstehen, während ihr euer Magazin in Richtung Feind entleert. Von Überlebenswillen keine Spur. Gleiches gilt für eure Kollegin Jessica, die euch das eine oder andere mal begleiten wird. Auch sie steht eher anteilslos im Kugelhagel herum und lässt sich zudem zu gerne anschießen. Zum Glück kann sie nicht sterben, weswegen ihr euch wenigstens nicht noch um das Wohlbefinden der Frau sorgen müsst.

    Eine dümmliche KI macht aber längst noch kein schlechtes Spiel, wenn zumindest das Missionsdesign stimmt. Aber auch hier versagt "Sin Episodes: Emergence". An Abwechslung in Form von kleineren Rätseln oder Abschnitten in denen man z.B. eine Bordkanone bedienen kann, haben die Entwickler von Ritual Entertainment nicht gedacht. Lediglich zwei mal seid ihr als Beifahrer in einem Wagen unterwegs und schaut zu, wie eure Partnerin durch die Gegner pflügt. Das macht aber lediglich nur vier Minuten der ganzen Spielzeit aus. Da wurde eindeutig Potential verschenkt. Ansonsten wird in Lagerhallen, im Inneren eines Schiffe, in der Kanalisation und in einem Hochhaus gegen die Lakaien von Elexis gekämpft, ohne dabei nur ein einziges mal auf etwas wie Innovation, Spannungsmomente oder Eigenständigkeit zu treffen. Das fängt schon damit an, dass schon wieder Mutanten aus einem Labor entfliehen, schon wieder der Held mit einem Mutagenvirus infiziert wurde und schon wieder Orte wie eine Kanalisationen als Kampfgebiet herhalten müssen. Hinzu kommt noch, dass einige Orte in "Sin Episodes: Emergence" denen aus "Half-Life 2" verblüffend ähnlich sehen. Wenn euch teilweise das Gefühl beschleicht in City 17 Unterwegs zu sein und die Angst vor herannahenden Combine immer größer wird, scheinen die Mannen rund um Ritual Entertainment etwas falsch gemacht zu haben. Es wird doch wohl möglich sein auch mit der Source-Engine ein etwas eigenständigeren Look zu kreieren. Ein Anfang wäre z.B. gewesen nicht die komplette Farbgebung von "Half Life 2" zu übernehmen. Obwohl das Spiel nicht besonders lang ist, dürften viele von euch nach ein bis zwei Stunden aufgrund des langweiligen Level-Designs keine Lust mehr haben mit John Blade auf Verbrecherjagd zu gehen. "Sin Episodes: Emergence" bietet einfach nichts besonderes. Man hat alles schon in viel besserer Ausführung in anderen Spielen gesehen, wobei man dennoch erwähnen sollte, dass das Gameplay zum Schluss hin überraschenderweise etwas anzieht und durchaus knackige Gefechte bietet, die im Ansatz an Toptitel wie "F.E.A.R." erinnern.

    Muss man die Entwickler eigentlich verstehen? Mit der ersten Episode sollte eigentlich ein meisterhaftes Feuerwerk entzaubert werden, um die Kunden zu überzeugen weitere Folgen zu kaufen. Bei "Sin Episodes: Emergence" wurden lediglich ein paar Knallfrösche gezündet, mehr nicht. Ritual liefert hier einen abwechslungsarmen 08/15 Shooter ab, der nicht gerade Lust auf mehr macht. Wenn man das Machwerk nicht gerade auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad spielt, der für Anfänger auch kein Pappenstiel sein dürfte, kommt all zu schnell Verzweiflung auf. Schiebt ihr den Regler für denn Schwierigkeitsgrad in Richtung Mitte, wird "Sin Episodes: Emergence" bockschwer. Welcher Übermensch soll auf der Höchsten Stufe überhaupt das Ende sehen? Der versprochene dynamische Schwierigkeitsgrad will in diesem Zusammenhang auch nicht so richtig funktionieren. Stirbt ihr zum 20 mal an der gleichen Stelle ohne dabei etwas von "Hilfe" mitzubekommen, stellt sich unweigerlich die Frage, ob die ganze Sache doch nur ein Marketing-Gag für die Featureliste war. Eines ist aber klar, die Quicksave- und Quickload-Tasten dürften sehr schnell ausgeleiert sein.

    Demo oder doch Vollversion?

    Sin Episodes: Emergence (dt.) Sin Episodes: Emergence (dt.) Dass "Sin Episodes: Emergence" nur ein kurzes Intermezzo sein würde, war nicht anders zu erwarten, doch mit knapp vier Stunden Spielzeit ist der Titel sogar noch ein ganzes Stück knapper als "Half-Life 2: Episode 1" ausgefallen. Im Prinzip könnte man "Sin Episodes: Emergence" als eine etwas längere Demo bezeichnen. In den 90er Jahren des letzen Jahrtausends nannte man so etwas Shareware. Hier bekam der PCler ein kostenloses Spiel, das ca. 1/4 bis 1/3 der Vollversion ausmachte. Der große Unterschied: Die Probeversionen waren umsonst und kosteten nicht 20€. Warum dieser Vergleich durchaus passend ist, zeigt beispielsweise die Gegnerauswahl im Schnelldurchlauf: Einfacher Soldat, Soldat mit Jetpack, gepanzerter Soldat mit großer Waffe, kleiner Mutant, großer Mutant, kleiner Wachroboter - mehr Gegnervielfalt wird leider nicht geboten. Gleiches gilt für die Waffenauswahl. John stehen lediglich drei Schießprügel und eine Granatenart zur Verfügung. Zwar hat die Magnum, die Schrotflinte und das Maschinengewehr jeweils einen sekundären Feuermodus, doch so richtig befriedigen ist die langweilige Waffenauswahl trotzdem nicht. Besonders ärgerlich ist hierbei, dass einige Gegner durchaus andere Waffen wie eine Mini-Gun anwenden.

    Ein weiterer Umstand, der sauer aufstößt, sind die Mutantenfähigkeiten, die John Blade anscheinend erst in weiteren Episoden voll anwenden wird. Wenn ihr durch Mutagen-Giftgaswolken lauft, wird die Zeit verlangsamt und ihr könnt Feinde in Bullet-Time Manier ausschalten. Leider haben es die Entwickler komplett verpasst diese Feature vernünftig in das Spielgeschehen einzubauen. So verpufft der Zeitlupeneffekt in der Bedeutungslosigkeit, da er so gut wie nie angewendet werden kann. Die Absicht der Entwickler die Mutantenkräfte in späteren Folgen einzusetzen, ist einfach zu offensichtlich. Einer von vielen Punkten, die ständig darauf aufmerksam machen, dass ihr kein fertiges Spiel in den Händen haltet. In diesem Zusammenhang muss wohl nicht erwähnt werden, dass "Sin Episodes: Emergence" mit einem mehr oder weniger spannenden Cliffhanger endet.

    Wer mit dem kurzen Singleplayer-Part abgeschlossen hat, bekommt mit dem Arena-Modus die Gelegenheit das Spiel noch etwas länger auf der Festplatte zu behalten. Auf sieben Karten müsst ihr solange wie möglich gegen die heranstürmenden Gegnerwellen bestehen und dabei auf Highscore-Jagd gehen. Besonders lange hält die Motivation jedoch nicht an, denn an Bedeutungslosigkeit ist dieser Modus leider kaum zu übertreffen. Ritual Entertainment hätte dann doch lieber einen vernünftigen Multiplayer-Part einbauen sollen.

  • Sin Episodes: Emergence (dt.)
    Sin Episodes: Emergence (dt.)
    Publisher
    Electronic Arts
    Developer
    Ritual Entertainment
    Release
    20.07.2006

    Aktuelle Action-Spiele Releases

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Sin Episodes: Emergence (dt.)
Sin Episodes: Emergence (dt.) im Gamezone-Test
SIN Episodes ist eine Deluxe-Demo, mit superkurzer Spielzeit, eingeschränkter Gegnerauswahl und nur drei Handfeuerwaffen.
http://www.gamezone.de/Sin-Episodes-Emergence-dt-Spiel-33225/Tests/Sin-Episodes-Emergence-dt-im-Gamezone-Test-990867/
26.07.2006
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2006/07/sin_epscreenshots01.jpg
tests