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  • Sin and Punishment: Zielen. Ausweichen. Vernichten. - Leser-Test von DarkEnel

    Fast zehn Jahre sind mittlerweile seit dem japanexklusiven Release von Sin & Punishment vergangen und der Nachfolger steht bei uns bereits in den Startlöchern. Höchste Zeit also, nochmals einen Blick auf diesen etwas anderen Railshooter zu werfen, den es glücklicherweise seit geraumer Zeit auch auf der Virtual Console auch hierzulande zum runterladen gibt.

    Handlung

    Man sollte meinen, dass ein Spiel, in dem es hauptsächlich darum geht, soviele Ziele in so kurzer Zeit wie möglich zu eliminieren, keiner großen Geschichte bedarf.
    Doch erstaunlicherweise bietet Sin & Punishment eine ziemlich komplexe und tiefgründige Story. Leider ist ein Großteil der Hintergrundgeschichte nur in Textform in der Anleitung zu finden und da das Spiel nie außerhalb Asiens rauskam, ist diese ebenfalls nur in japanisch vorhanden.

    Alles beginnt in der futuristischen Welt des Jahres 2007... Aufgrund von Überbevölkerung herrscht Nahrungsknappheit. Um letzteres Problem zu lösen, wurde eine neue Spezies, "Ruffians" genannt, gezüchtet. Doch natürlich geht etwas schief und das unfreiwillige Essen greift nun ihre Schöpfer an. Als wäre das nicht genug, beschließt auch noch die internationale Organisation "Armed Volunteers", welche eigentlich das "Ruffians"-Problem beseitigen sollten, nebenbei auch noch Japan (wo sonst sollte dieses Spiel auch angesiedelt sein?) anzugreifen.
    Um die Verwirrung zu vervollständigen, gibt es noch eine dritte Partei in Form der Widerstandskämpfer Saki, Airan und Achi. Das junge Mädchen Achi ist zudem eine Außerirdische oder sonst ein übernatürliches Wesen, durch dessen Blut Saki und Airan übermenschliche Kräfte erlangten und somit quasi als Ein-Mann-Armee (beziehungsweise ein-Mann-und-eine-Frau) gegen "Ruffians" und Soldaten gleichermaßen vorgehen.
    Der Spieler übernimmt nun abwechselnd die Rolle von Saki und Airan, und taucht weiter ein in eine Geschichte voller Action, Liebe und Verrat... Achja, viel geballert wird nebenbei auch noch.

    Spielprinzip

    Womit wir schon beim Hauptthema wären: Wie in jedem Railshooter steuert man auch hier in erster Linie ein Fadenkreuz, welches sich mit dem Analogstick über den kompletten Bildschirm bewegen lässt. Es gibt auch eine Zielfunktion, welche nach kurzer Zeit ein Ziel fixiert, allerdings dann weniger Schaden anrichtet als manueller Beschuss. Die Richtung bestimmt das Spiel selbst, wie auf Schienen bewegen sich die Charaktere von alleine vorwärts und halten lediglich inne, wenn Hinternisse oder Ähnliches vorher aus dem Weg geräumt werden muss. Ungewöhnlich hingegen ist, dass das Geschehen nicht aus der Ego-Perspektive erlebt wird, sondern Saki oder Airan jederzeit auf dem Bildschirm zu sehen sind. Neben Zielen und Schießen hat der Spieler somit auch noch die Aufgabe, durch geschickte rechts/links-Bewegungen und Sprünge die Charaktere Hinternisse und Geschossen ausweichen zu lassen. Gelingt dies nicht, nimmt die Lebensenergie der Protagonisten ab und ist diese leer, stirbt der Charakter und muss vom letzten Checkpoint wieder anfangen, sofern noch Continues vorhanden sind. Sind alle Continues verbraucht, heißt es "Game Over" und man muss das Spiel wieder ganz von vorne anfangen. Glücklicherweise gibt es neben einer Punkteanzeige auch einen Zähler für Abschüsse. Hat der Spieler hundert Ziele eliminiert, bekommt er jeweils ein Continue dazu. Außerdem sind an einigen Stellen im Spiel Continues versteckt, doch diese sind nur äußerst schwer zu finden.
    Als weitere Besonderheit des Spiels wird ein Treffer im Fadenkreuz nicht unmittelbar nach Betätigung der Feuertaste ausgelöst. Die abgeschossene Salve braucht einen Sekundenbruchteil, um ihr Ziel zu erreichen, wobei in einigen Situationen auch die Position der Spielfigur, welche die Salve abfeuert, entscheidend ist.
    Jeder Charakter verfügt über unbegrenzte Munition und durch halten des Feuerknopfes ist Dauerfeuer möglich. Kommt Saki oder Airan einem Gegner zu nah, stecken sie die Knarre weg und greifen zum Schwert, welches noch massiveren Schaden als die Geschosse anrichtet. Damit können außerdem balistische Geschosse der Gegner, beispielsweise Raketen, zurückgeschleudert werden. Ein Upgrate der Waffen ist übrigens nicht möglich.
    Dafür gibt es eine Art Zwei-Spieler-Modus, auch wenn dessen Ausführung etwas unglücklich ausfiel. Sind zwei Controller eingesteckt, kann quasi mit jedem jede Funktion simultan ausgeführt werden. Möchte man zu zweit zocken, sollte man sich vorher absprechen, welcher Spieler welche Aufgaben übernimmt. Beispielsweise könnte einer das Fadenkreuz lenken und feuern, während der andere Spieler die Steuerung der Spielfigur tätigt.
    Natürlich steht in einem Railshooter die Action im Vordergrund, oftmals muss sich der Spieler vor einer wahren Flut von Gegner wehren, die auf einem einstürmen. Zur Auswahl stehen außerdem drei Schwierigkeitsgrade, wobei der letzte erst freigespielt werden muss.
    Auf ihrem Weg finden die Charaktere auch Items zum einsammeln, welche entweder Bonuspunkte, Lebensenergie oder zusätzliche Zeit liefern. Ist das Zeitlimit abgelaufen, stirbt man übrigens nicht direkt, sondern es wird langsam aber stetig Lebensenergie abgezogen.
    Die Bonusitems liegen nicht nur in der Gegend rum, sondern erscheinen auch oftmals, wenn bestimmte Gegner oder Gegnerformationen ausgelöscht wurden.
    Um die Story voranzutreiben und dem Spieler eine kurze Verschnaufpause zu gönnen, gibt es außerdem Zahlreiche Zwischensequenzen in Spielgrafik zu bewundern.
    Für weitere Abwechslung sorgen die Bosskämpfe, von denen es eine ganze Menge gibt und welche, insbesondere auf der schwersten Stufe, eine gehörige Portion Taktik erfordern.

    Grafik

    Für ein N64-Spiel sieht Sin & Punishment einfach hervorragend aus! Alle Gegner, Charaktere und auch die meisten Hintergründe sind sehr detailiert, und auch bei hektischen Szenen gerät das Spiel nicht ins Stocken. Für ein Spiel mit einer recht ernsten Story ist es außerdem ziemlich farbenfroh gehalten. Das ist auch gut so, denn die Farben signalisieren oft Gegner oder deren Geschosse, damit die Übersicht auch in actiongeladenen Stellen wenigstens halbwegs gewahrt bleibt.

    Sound

    Die Musikuntermalung passt zwar immer ganz gut zum Spiel, was Herausragendes ist jedoch nicht dabei. Auch wenn einige Stücke recht fetzig klingen, hat man sie in den nächsten Minuten schon wieder vergessen.
    Die Soundeffekte sind dafür durchweg gut gelungen, ob nun Explosionen oder die theatralischen Schreie der Gegner, jeder Effekt wurde vernünftig integriert.
    Wirklich Besonders ist die gelungene englische Sprachsausgabe. Diese wurde übrigens nicht erst nachträglich für die Virtual Console eingefügt, sondern war schon in der Originalversion vorhanden (was auch die japanischen Untertitel erklärt).

    Steuerung

    Da wohl die wenigsten Spieler sich extra die japanische N64-Version importiert haben, will ich in diesem Punkt zwischen der Original- und der Virtual Console-Version unterscheiden.
    Zunächst sollte klar sein, dass das Spiel für ein N64-Pad ausgelegt ist, weshalb es sich mit diesem am komfortabelsten steuert.
    Seltsamerweise wurden beim Classic Controller und Gamecube-Pad die C-Knöpfe vom N64 nicht auf den rechten Analogstick des Classic Controllers beziehungsweise auf den C-Stick des Gamecube-Pads gelegt, weshalb bei der Standardsteuerung die Spielfigur hier mit den X-und Y-Knopf bewegt werden muss. Insbesondere beim Gamecube-Pad ist das unkomfortabel, da die beiden Tasten eng um den großen A-Knopf angeordnet sind, wodurch oft unfreiwillig auf automatisches Zielen geschaltet wird. Ein weiterer Nachteil sind die analogen L-und R-Tasten des Gamecube-Pads, mit denen standardmäßig die Waffe benutzt oder gesprungen wird. Da diese Buttons ziemlich tief reingedrückt werden müssen, sind schnelle oder exakte Schwerthiebe sowie Doppelsprünge recht mühselig.
    Für die Virtual Console-Version empfielt sich somit der Classic Controller, mit dem alle Aktionen schnell und präzise ausgeführt werden können.
    Allgemein betrachtet ist die Steuerung aber sehr gelungen, auch wenn es etwas Übung bedarf, um gleichzeitig zielen und ausweichen zu können. Meiner Meinung nach ist auch das Fadenkreuz ein wenig zu träge geraten.

    Höhen und Tiefen

    Sin & Punishment hat alles, was ein gutes Arcadespiel braucht: Einfaches, praktisch selbsterklärendes Gameplay, ein stetig ansteigender Schwierigkeitsgrad, hervorragende Präsentation, Horden von Gegnern und fordernde Bosskämpfe.
    Dennoch gibt es auch hier was zu meckern:
    Zunächst einmal die Story, auch wenn diese für den Spielspaß natürlich recht belanglos ist. Ich möchte jetzt auch gar nicht die etwas wirre Erzählweise und seltsamen Storywendungen kritisieren, diese gehören irgendwie schon fast zu einem japanischen Spiel dazu. Aber warum muss es bereits im Jahr 2007 spielen und dabei so futuristisch sein? Okay, es ist jetzt nicht so, dass überall Raumschiffe rumfliegen, aber für ein Spiel aus dem Jahr 2000 hatten die Entwickler eine recht optimistische Einstellung, was den technischen Fortschritt der nächsten Jahre betrifft. Das Alter der Hauptcharaktere ist außerdem mit vierzehn beziehungsweise fünfzehn Jahren ziemlich jung gewählt, ich hätte Saki und Airan auf Anfang zwanzig geschätzt, insbesondere wegen ihrer Stimmen.
    Dann wäre da noch die Sache mit den Continues. Ich bin jetzt kein Fan von Spielen mit unbegrenzten Versuchen, ein wenig Herausforderung sollte schon vorhanden sein, aber hier wäre eine Option zur Regulierung der Anzahl von Continues sehr nützlich gewesen, da es anfangs immer wieder Stellen gibt, bei denen man fast zwangsweise Leben verliert, um etwa zunächst die richtige Taktik herauszufinden. Da ist es schon ärgerlich, nach einigen mühseligen Versuchen wieder direkt von Anfang an starten zu müssen. Auch wenn das Spiel mit etwa anderthalb Stunden Spielzeit für einen Railshooter zwar nicht allzu kurz, aber dennoch recht überschaubar ist.
    Kommen wir jetzt auf einen Abschnitt, relativ am Ende des Spiels zu sprechen, bei dem die Kamera zur Seite schwenkt und der Spielcharakter nun nicht mehr automatisch läuft, sondern wie in einem JumpnRun gesteuert wird. Das Spiel ist für so eine Steuerung einfach nicht gedacht, außerdem kommt nun neben den gleichzeitigen Zielen und Ausweichen, welches an sich schon ordentliche Multitasking-Fähigkeiten erfordert, auch noch eine direkte Steuerung des Charakters hinzu!
    Die Bosskämpfe sind wie gesagt sehr gelungen und auch äußerst abwechslungsreich. Oftmals muss zunächst das Pattern des Gegners oder deren Schwäche gefunden werden, um erfolgreich zu sein. Da die meisten Bosse ein festes Muster haben, ist es eigentlich nur eine Frage der Übung, sie zu erledigen. Doch es gibt einen Gegner, bei dem es die Entwickler mit der Herausforderung meiner Meinung nach etwas übertrieben haben...
    Die Rede ist von der Wand aus Blobs, welche eigentlich, für einen Bossgegner, recht unscheinbar auftritt. Auf "easy" ist dieser Boss auch noch kaum der Rede wert, auf "normal" kann er schon zu einem echten Problem werden und auf "hard" lässt sich sehr leicht an ihm verzweifeln... Nicht nur, dass er sich quasi stetig regeneriert, seine Schwachstelle ist zunächst einmal nicht allzu trivial zu finden und auch dann sehr schwer zu treffen, außerdem sind seine Attacken unfassbar schwer auszuweichen!
    Doch nun genug der Kritik, denn Sin & Punishment punktet genau dort, wo es drauf ankommt. Es fängt recht gemächlich an, wird aber ab der Mitte wunderbar actionreich, besonders der Teil, bei dem der Spieler von einer schwebenden Plattform aus auf eine ganze Flotte von Flugzeugträgern, Kampfjets, Robotern und Monstern ballern muss, treibt das Adrenalin in die Höhe.
    Das es keine Upgrates gibt, stört nicht wirklich, eigentlich ist eher das Gegenteil der Fall: Es kommt nicht darauf an, wieviele Sachen oder Extras man gesammelt oder geschickt eingesetzt hat, kein unnötiger Schnickschnack, auf den man achten müsste. Das einzige was zählt, ist wie gut man zielen und ausweichen kann, und genau so sollte es auch sein!
    Der Schwierigkeitsgrad ist relativ hoch, doch von einem solchen Spiel erwartet man auch nichts anderes. Auf "easy" lässt es sich noch ganz gut schaffen, doch schon ab dem zweiten Schwierigkeitsgrad wird einiges Geschick und Beobachtungsgabe vom Spieler gefordert. Dafür bleibt es weitestgehend fair, auch wenn es immer wieder Frustmomente gibt, in denen man am liebsten ins Pad beißen würde.
    Doch mit genug Übung lässt sich auch die schwierigste Hürde meistern und nach ein paar versuchen stellt auch der bis dahin schier unschaffbare Bossgegner kaum ein Problem mehr dar. Wer es außerdem schafft, den "hard"-Modus durchzuspielen, bekommt als Belohnung zwei kleine Extras freigeschaltet.

    Zum Schluss wollte ich noch kurz auf die Unterschiede zwischen der N64- und der Virtual Console-Version eingehen.
    Erstmal ist die VC-Version natürlich etwas schärfer und die Texturen nicht so verschwommen wie im Original.
    Außerdem wurde noch das Menü und der Text im Outro ins englische übersetzt.
    Doch das Wichtigste: Auf der Virtual Console läuft das Spiel auf 60Hz, was in diesem Genre schon einen recht großen Einfluss auf das Gameplay hat. Spielt man es mit einem Importadapter auf dem N64, ist es spürbar langsamer, so dass sich ein Download auch für Besitzer des Originals lohnen könnte.

    Fazit

    Wer auf Arcadeaction der besonderen Art steht, sollte definitiv einen Blick auf Sin & Punishment werfen. Neben einem interessanten Gameplay zeigt das Spiel außerdem, zu was das N64 technisch noch in der Lage war!
    Auch wenn es einige Fruststellen gibt, sollten auch Einsteiger dank des wählbaren Schwierigkeitsgrades nicht abgeschreckt werden, sofern man dem japanischen Stil des Spiels nicht ganz abgeneigt ist.

    Negative Aspekte:
    Unausgereifter 2-Spieler-Modus, einige Fruststellen, Anzahl der Versuche nicht einstellbar

    Positive Aspekte:
    Äußerst actionreich, coole Charaktere, interessante Story, innovatives Gameplay

    Infos zur Spielzeit:
    DarkEnel hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Sin and Punishment

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: DarkEnel
    8.5
    Multiplayer
    -
    Grafik
    8/10
    Steuerung
    8/10
    Sound
    7/10
    Gameplay
    9/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Sin and Punishment
    Sin and Punishment
    Publisher
    Nintendo
    Developer
    Treasure
    Release
    29.11.2000

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Sin and Punishment
Sin and Punishment: Zielen. Ausweichen. Vernichten. - Leser-Test von DarkEnel
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http://www.gamezone.de/Sin-and-Punishment-Classic-33202/Lesertests/Sin-and-Punishment-Zielen-Ausweichen-Vernichten-Leser-Test-von-DarkEnel-1011460/
05.05.2010
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2005/07/sin-and-punishment_1_.jpg
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