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Sins of a Solar Empire (PC)

Release:
26.06.2008
Genre:
Strategie
Publisher:
Kalypso Media GmbH
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Sins of a Solar Empire im Gamezone-Test

22.07.2008 15:35 Uhr
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Neu
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Freunde von 4X-Spielen mit Hang zum Online-Gaming sollten sich dieses Echtzeit-Strategiespiel unbedingt näher ansehen.

Sins of a Solar Empire macht aus den gigantischen Weiten des Weltraums einen riesigen Sandkasten für Möchtegern-Generäle, die schon immer davon geträumt haben Flotten mit mehreren Hundert Schiffen durchs All zu lotsen, Planeten zu besiedeln und gigantische Raumstationen zu errichten. Dabei unterscheidet sich der Titel von den bekannten 4X-Games dadurch, dass er nicht rundenbasiert abläuft, sondern in Echtzeit. Trotzdem muss man keine Angst haben ein hektisches Gameplay vorgesetzt zu bekommen, ganz im Gegenteil spielt sich der recht taktische Titel ganz schön gemütlich. Was aber nicht bedeutet, dass er uns nicht fordern würde.

Sins of a Solar Empire Sins of a Solar Empire [Quelle: Siehe Bildergalerie] Bei den drei im Spiel vorkommenden Rassen handelt es sich um die Trader Emergency Coalition, kurz TEC genannt, die Advent und das Vasari Imperium. Allerdings werden wir gleich zu Beginn enttäuscht, denn Sins of a Solar Empire erklärt in ein paar Standbildern durchaus worum es geht und wer die drei verfügbaren Rassen sind, im Spiel selbst gibt's dann aber keine erzählte Geschichte mehr, keine Kampagne. Die Entwickler haben den Schwerpunkt definitiv auf den Online-Multiplayer-Part gelegt, und der ist es auch, der so richtig Spaß macht, insofern man nichts gegen die enorme Spielzeit hat, denn unter fünf Stunden ist kaum ein Game beendet. Umso schöner, dass man auch die Multiplayer-Spiele abspeichern und zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen kann.

Sins of a Solar Empire Sins of a Solar Empire [Quelle: Siehe Bildergalerie] Starten wir das Spiel das erste Mal, empfiehlt sich selbst für erfahrene Spieler das Tutorial zu absolvieren, welches uns mit den Eigenheiten des Interfaces vertraut macht sowie dem allgemeinen Vorgehen, welches sich genretypisch aus dem notwendigen Ausbau des eigenen Imperiums, der nötigen Forschung und natürlich der Pflege der Flotte zusammensetzt, welche gigantische Ausmaße annehmen kann. So sind Schlachten mit mehreren Hundert Schiffen keine Seltenheit, ja schon Vorbedingung. Trotzdem, und das ist das wirklich gelungene an Sins of a Solar Empire, kann man mit einer kleineren Flotte aber der besseren Taktik durchaus gegen eine Überzahl gewinnen. Denn generell ist der taktische Anspruch des Spiels sehr hoch, wohingegen die Diplomatie, die es ebenfalls gibt, etwas mager ausgefallen ist. Besonders der Umstand, dass man ständig neue Aufträge bekommt irgendetwas zu zerstören, wenn man eine Allianz mit jemanden eingegangen ist, wirkt recht lästig. Denn erfüllen wir die jeweiligen Aufgaben nicht im vorgegebenen Zeitrahmen, war es das mit der Allianz.

Sins of a Solar Empire Sins of a Solar Empire [Quelle: Siehe Bildergalerie] Das allgemeine Vorgehen gestaltet sich im Grunde immer gleich. Es gilt Planeten einzunehmen, darauf Basen zu errichten und Rohstoffe abzubauen, welche wir auch von umherfliegenden Asteroiden erhalten, um so die Kapazitäten zu steigern, was mehr Geld bringt mit der wir die Flotte vergrößern und die Forschung vorantreiben können. Soweit also alles bekannte Kost, aber eben in Echtzeit gespielt. Die drei verfügbaren Rassen unterscheiden sich eigentlich nur durch ihre Spezialfähigkeiten sowie gewissen Unterschieden in den Techtrees. Diese wiederum sind in zwei Teile geteilt, den zivilen und den militärischen Part, und wahrlich gigantisch. Nicht selten verbringt man die Hälfte des Spiels mit der Erforschung dieser.

Sins of a Solar Empire Sins of a Solar Empire [Quelle: Siehe Bildergalerie] Die Schiffe sind in drei Klassen eingeteilt, nämlich in Fregatten, Kreuzer und die gigantischen Kampfschiffe. Dies sind auch die einzigen die durch die im Kampf erhaltenen Erfahrungspunkte aufgelevelt werden. Das ist deswegen so wichtig, weil der jeweilige Level direkt darüber bestimmt über welche Spezialfähigkeiten die Kampfschiffe verfügen können. Um die Bedienung einer Flotte mit mehreren Hundert Schiffen nicht zu unübersichtlich zu gestalten, lässt sich viel automatisieren, wie etwa der Einsatz der Spezialfähigkeiten oder das automatische Erforschen der Umgebung. So müssen wir den Scout-Schiffen einfach nur den entsprechenden Befehl geben, und sie beginnen daraufhin selbstständig die umliegenden Systeme zu erforschen.

Das Spiel selbst bietet uns etwas über 30 "Karten", und es braucht schon seine Zeit bis wir die alle gezockt haben. Allerdings hat man sich nicht lumpen lassen und Sins of a Solar Empire ebenfalls einen Editor spendiert, mit dem wir ganze Galaxien selbst erstellen können. Und diese können, insofern wir das wollen, wahrlich gigantische Größen annehmen. In der Praxis jedoch sollte man sich auf spielbare Maße beschränken, will man nicht halbe Ewigleiten in ein- und demselben Spiel verbringen.

Sins of a Solar Empire Sins of a Solar Empire [Quelle: Siehe Bildergalerie] Grafisch und soundtechnisch bietet uns Sins of a Solar Empire solide Kost, ohne den PC zu überlasten. Das Gezeigte glänzt besonders durch den Zoomfaktor, der von der einzelnen Schiffsansicht bis hin zur totalen Galaxie-Ansicht reicht. Mit Special-Effects geht das Spiel recht sparsam um, was aber der Übersichtlichkeit sehr zugute kommt. Trotzdem sieht das Spiel keinesfalls hässlich aus, die Schiffe sind schön modelliert, die verschiedenen Waffen lassen sich optisch gut auseinanderhalten, lediglich die Planetenoberflächen sehen etwas grob aus. Die Hintergrundmusik gehört dafür zu den Highlights des Spiels, besonders während der Schlachten läuft sie zu ihrer Hochform auf, wohingegen die deutsche Sprachausgabe etwas durchwachsen daherkommt. So gibt es recht angenehm klingende Stimmen, aber auch manch unpassende. Etwas nervig ist nur die geringe Anzahl der Sprachsampels, denn schon bald hat man alle Sprüche gehört, die sich oft und gerne wiederholen.

Das Interface wirkt auf den ersten Blick etwas überladen, dich schon nach kurzer Zeit hat man sich eingearbeitet und ist dankbar dafür, dass alle benötigten Informationen immer dort angezeigt werden wo man sie braucht. Auch lässt es sich angenehm flott und exakt bedienen, so dass es in er Praxis kaum vorkommt, dass man die Flotten an eine falsche Stelle schickt oder falsche Befehle gibt.

   
Peter Grubmair
Sins of a Solar Empire erfindet das Genre nicht neu, stellt aber trotzdem eines der besseren 4X-Games dar. Das liegt zum einen daran, dass es praktisch bugfrei auf die Festplatte installiert wird, was bei solchen Spielen durchaus erwähnenswert ist, es trotz seiner Zugänglichkeit herrlich taktische Kämpfe erlaubt, und nicht zuletzt mit einem hervorragendem Online-Mode glänzt, der fast schon seinesgleichen sucht. Dafür muss man dem Singleplayer-Part vorwerfen, dass er keinerlei Kampagne bietet, sondern einfach nur aneinandergereihte Galaxien die nacheinander gespielt werden wollen. Wer aber ein 4X-Game sucht um sich mit menschlichen Spielern zu messen, der sollte sich Sins of a Solar Empire keinesfalls entgehen lassen, es gibt augenblicklich kaum besseres auf dem Markt.
   
Sins of a Solar Empire (PC)
Singleplayer-Wertung

8,4 /10
Leserwertung
(2 Votes):
7,5
Multiplayer
Grafik
Sound
Steuerung
Gameplay
-
7/10
7/10
9/10
9/10
Benötigt keinen High-End-PC
Planetenoberflächen sehen verpixelt aus
schön gestalteter Weltraum
zu wenig verschiedene Sprachsampels
angenehm große Techtrees und viel zu erforschen
die Allianzen stressen
Redakteur
Moderation
22.07.2008 15:35 Uhr
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