Sleeping Dogs (12) [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Sleeping Dogs bietet uns alles was man auch von einem modernen Martial Arts-Film erwarten würde. In der Rolle des Undercover-Cops Wei Shen, der in den Straßen von Hong Kong aufgewachsen ist, müssen wir uns den Triaden anschließen um ihr Vertrauen zu gewinnen um so an den bösen Obermotz heranzukommen, der natürlich auszuschalten ist. Klar, dass wir dabei zwischen die Fronten geraten, wir müssen uns nicht nur den Gangstern entgegenstellen, auch die Cops jagen uns und um uns nicht zu verraten, spielen wir das harte Spiel natürlich mit und lassen uns manches gefallen. Nicht ohne auch mal kräftig auszuteilen, wozu wir genug Gelegenheit bekommen, denn die drei Säulen auf denen das Open-World-Game steht sind die Martial-Arts-Nahkämpfe, die heftigen Schusswechsel und die Verfolgungsjagden auf dem Motorrad oder im Auto.
Sleeping Dogs (5) [Quelle: Siehe Bildergalerie]
All das setzt sich Gameplay-technisch aus bekannten Elementen zusammen und lebt vom asiatischen Flair. Das Kampfsystem erlaubt uns diverse Kombos aus Tritten und Schlägen, wobei auf das Blocken der Angriffe besonderen Wert gelegt wird. Man könnte fast sagen, etwas zu viel Wert, denn immer wenn wir einen Angriff blocken können, leuchtet der jeweilige Angreifer kurz auf, was das Zeichen für uns ist zu kontern. Das funktioniert auch garantiert immer und macht die Kämpfe relativ einfach, denn statt in die Offensive zu gehen ist es deutlich wirksamer den Angriff abzuwarten und dann zurückzuschlagen. So richtig Spaß macht es hingegen die in der Umwelt zur Verfügung gestellten Interaktionsmöglichkeiten zu nutzen. Da ist man sich manchmal gar nicht sicher, ob die besonders brutal oder besonders witzig sind, wenn man die Typen im Ventilator schnetzelt, sie unter Strom stellt oder sie in einen Belüftungsschacht fixiert. Manchmal ist sogar richtig auffällig, wie geschickt die Dinger immer genau dort platziert sind, wo wir angegriffen werden. Dabei können wir uns immer darauf verlassen, dass so behandelte Gangster auch wirklich ausgeschaltet sind. Das ist auch wichtig, denn meist bestürmen uns mehrere Angreifer und je schneller wir uns derer entledigen, desto besser. Auch cool umgesetzt ist, dass wir den Gegnern ihre Angriffswaffen entwenden und dann gegen sie einsetzen können, das macht das Hackebeil plötzlich weit weniger bedrohlich.
Sleeping Dogs (4) [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Die Gefechte mit den Schusswaffen fallen mitunter recht intensiv aus, orientieren sich Gameplay-technisch aber auch an bekannter Kost. Bestenfalls sucht man sich irgendwo Deckung und schaltet die vorbestimmte Anzahl Gegner Stück für Stück aus. Kommt uns einer zu nahe, können wir auch einen Nahkampfangriff auslösen und ihm zum Beispiel brutal das Genick brechen oder ihn mit seiner eigenen Waffe exekutieren. Zuviel Schaden sollten wir dabei aber nicht riskieren, denn die Gesundheit regeneriert sich nur bis zu Hälfte von alleine, der Rest will aufgeladen werden indem wir Nahrung zu uns nehmen. Die bekommen wir an den vielen Essensständen in Hong Kong und nur selten ist zufällig gleich einer davon neben unserer Deckung. Zudem gibt es Gebiete in denen die wirklich rar gesät sind, was die Sache umso spannender macht.
Sleeping Dogs (9) [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Besonders an der Fahrphysik merkt man, dass es sich bei Sleeping Dogs um ein Arcade-lastiges Game handelt, was nicht negativ gemeint ist. Müsste man sich bei den schnellen Verfolgungsjagden auch noch voll auf die Steuerung der Fahrzeuge konzentrieren, wäre das dem Spielspaß mehr als abträglich, weswegen man den Entwicklern durchaus attestieren kann, dass sie diesbezüglich die ideale Balance gefunden haben. Auch der Geschwindigkeitseindruck ist angenehm hoch, mit 150 km/h durch die Strassen Hong Kongs zu fetzen fühlt sich auch wirklich so an. Für das authentische Feeling sorgen auch die vielen Passanten und die sehr belebten Areale, durch die wir uns zu Fuß bewegen. Wie in Assassin's Creed müssen wir uns mitunter durch wahre Menschenhorden durch drängeln um jemanden zu erwischen oder selbst zu entkommen. Zugegeben, mit der Zeit fällt einem schon auf, dass viele Passanten kopiert sind, es immer wieder dieselben Abläufe und Situationen zu sehen gibt, dabei sollte man aber nicht vergessen, dass es sich um ein Open-World-Szenario handelt. Außerdem spielten wir noch eine unfertige Vorabversion, in dieser Richtung kann sich also noch einiges tun, worauf wir in unserem kommenden Review natürlich eingehen werden.






