Wir erinnern uns ins Jahr 2004 zurück als eine neue Marke aus dem Hause Luxoflux unter tatkräftiger Unterstützung von Publisher Activision dem Platzhirsch in Sachen Open-World ein Schnippchen schlagen wollte. Mit True Crime: Streets of L.A. und dem Nachfolger True Crime: New York City, welcher ein Jahr später in die Läden kam, sollte der Grand Theft Auto-Serie ordentlich eingeheizt werden. Dabei verstand sich das Gameplay in True Crime mehr darauf den Schwerpunkt der Inszenierung auf spektakuläre Shoot-Outs samt Bullet-Time und ordentliche Martial Arts-Einlagen zu legen und sich damit vom Klassenprimus abzugrenzen. Nachdem Activision vor zwei Jahren das dritte Projekt True Crime: Hong Kong auf Eis legte schnappte sich Square Enix die Rechte am Asia-GTA und führte es fortan unter dem Namen "Sleeping Dogs" weiter gen Release. Was United Front Games und das Square Studio in London aus dem Titel gemacht haben, kann die Welt noch diese Woche erleben und schon heute bei uns lesen.
Inszenierung mit Licht und Schatten
Sleeping Dogs (9)
Technisch hat Sleeping Dogs mit einigen Defiziten zu kämpfen, welche ab und an im Spielverlauf sauer aufstoßen. Zum einen leidet der Titel an starker Treppchenbildung an allen Ecken und Enden zum Anderen gibt es hin und wieder starke Verzögerungen und Zeilenverschiebungen zu beobachten. Insgesamt ist das grafische Niveau eher im oberen Open-World-Durchschnitt anzusiedeln – Größe und Umfang fordern wie so oft ihren Tribut. Abgesehen von diesen zwar erwähnenswerten jedoch völlig verschmerzbaren Mängeln ist Sleeping Dogs ein wunderbar homogenes Spiel rund um das Happening in Fernost. Die für ein Spiel in diesem Genre ungemein wichtige Inszenierung wurde toll umgesetzt und lässt einen binnen weniger Minuten komplett in die Magie Hong Kongs eintauchen. Dazu tragen sowohl die coole Machart in der Manier eines modernen Mafia-Streifens aus dem Land der aufgehenden Sonne als auch die darin agierenden Personen einen großen Teil bei. Fette Explosionen, halsbrecherische Stunts und eine symbiotische Stadt ergeben in Verbindung mit knallharten Gangstern einen durchdachten und gleichzeitig stilsicheren Mix, der zum weiterspielen anregt. Unterstützt wird das Geschehen von einem dynamischen Tag-Nacht-Wechsel samt hübsch anzusehendem Regen. Mit Hilfe von Prominenten Stimmen wie Tom Wilkinson, Emma Stone, Lucy Lu oder Will Yun Lee in der Rolle von Wei zeigt sich die Synchronisation wie auch der exzellente Soundtrack von ihrer Schokoladenseite. Besonders der Mix aus englischem Satzgefüge und chinesischen Einschüben wirken ungemein kultig und sympathisch. Auch die restlichen Soundeffekte stehen dem gesprochenen Wort in nichts nach und hämmern vehement aus der heimischen Anlage.
Hinweis: Dieser Test beruht auf der PEGI-Version von Sleeping Dogs, die von der USK freigegebene Version enthält diverse Schnitte, siehe hier.
