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  • Sniper Elite 4: Wir testen den brutalen Schleich-Shooter
    Quelle: PC Games

    Sniper Elite 4: Der brutale Schleich-Shooter im Test - nur für Killcam-Fetischisten?

    Der vierte Teil der ultrablutigen Shooter-Serie ist da! Warum es den Scharfschützen Karl Fairburne dieses Mal nach Italien verschlägt und ob das Spiel mehr als nur die Röntgen-Killcams zu bieten hat, beantworten wir in unserem Test.

    Eine Extraportion Gewalt war in der Kunst schon immer eine beliebte Methode, um über Schwächen hinwegzutäuschen. Ob nun bei antiken Dramen, in der Filmindustrie oder aktuell bei Computerspielen: Ein mittelmäßiges Werk erlangt eher große Berühmtheit, wenn man es geradezu mit Blut übergießt. Genau darauf hat der Entwickler Rebellion seit dem ersten Teil der Sniper Elite-Serie gesetzt. Die Abenteuer des amerikanischen Meisterschützen Karl Fairburne zur Zeit des Zweiten Weltkrieges waren bis dato technisch eher durchschnittlich inszeniert, hatten oftmals eine hanebüchene Handlung und boten bis auf das fast realistische Scharfschützen-Gameplay sowie die blutigen Killcam-Szenen kaum etwas, das sie qualitativ von anderen (Schleich-)Shootern abgehoben hätten. Mit Sniper Elite 3 konnten die Briten den zweifelhaften Ruf der Serie dank der weitläufigen Missionen zwar ein wenig aufpolieren, aber durch die noch echter wirkenden Todesszenen erreichte die Reihe zugleich einen eher traurigen Höhepunkt in Sachen Gewaltdarstellung.

    03:30
    Sniper Elite 4: Der Schleich-Shooter im Review-Video

    Sniper Elite 4 im Test: Aufgestockt

          

    Für den vierten Teil haben die Macher gleich an mehreren Schrauben gedreht. So will man zum Beispiel dank DirectX-12-Unterstützung grafisch ein wenig mehr bieten als die Vorgänger (mehr über die Technik-Vorzüge der DX12-Version und die Performance lest ihr bei unseren Kollegen von PC-Games-Hardware). Zudem hat man den Mehrspielerpart kräftig aufgestockt und bietet neben den üblichen Multiplayer-­Gefechten auch mehrere Koop-­Gefechts-Modi an. Ebenso hat Rebellion das Gameplay verbessert, indem man die Spielareale für die insgesamt neun Einzelspielermissionen deutlich größer als in den Vorgängern gemacht hat und zudem auch an einer Schwachstelle der Reihe gearbeitet hat, nämlich der eher dürftigen Gegner-KI. Ob diese Verbesserungen ausreichen, um aus Sniper Elite 4 einen wirklich besonderen Shooter zu machen, wollen wir auf den folgenden Seiten klären.
    Die Landschaften von Sniper Elite 4 sehen nicht nur recht gut aus, sondern bieten insgesamt auch viel Abwechslung. Wir sind zum Beispiel in den Alpen, in sizilianischen Dörfern und Klöstern unterwegs. Die Landschaften von Sniper Elite 4 sehen nicht nur recht gut aus, sondern bieten insgesamt auch viel Abwechslung. Wir sind zum Beispiel in den Alpen, in sizilianischen Dörfern und Klöstern unterwegs. Quelle: PC Games

    Sniper Elite 4 im Test: Raketenwissenschaft

          

    Dieses Mal ist unser raubeiniger Held in Sizilien und auch auf dem italienischen Festland kurz vor der alliierten Invasion unterwegs. Andreas Kessler hat eine Lenkrakete entwickelt, die das Aus für die Landungspläne der Amerikaner und Briten bedeuten könnte. Damit das nicht passiert, soll der von Hunderten Wehrmachtssoldaten bewachte Raketenwissenschaftler schnellstmöglich überredet werden, die Seiten zu wechseln. Da schickt man natürlich den besten Mann des O.S.S. (Office of Strategic Services) auf die heikle Mission. Dass die Wahl auf Karl Fairburne fällt, ist auch kein Wunder: Im Vorgänger hat der Scharfschütze mit den Adleraugen Rommels Wüstenkorps fast im Alleingang aufgerieben und obendrein noch ein Attentat auf Hitler verübt. Im vierten Teil kann Fairburne zumindest mit ein wenig Unterstützung rechnen, denn italienische Partisanen, die von einer mysteriösen Frau namens Sofia angeführt werden, sollen ihm zur Seite stehen. Passend zum Setting in Sizilien bekommen wir im Laufe der Handlung auch noch ein wenig Hilfe von der berüchtigten Mafia und sind auch obendrein in malerisch schönen Dörfern und Klöstern unterwegs. Insgesamt hat Rebellion für Sniper Elite 4 wieder einmal ziemlich tief in die Klischeekiste gegriffen und tischt uns eine Story auf, die ebensogut aus einem amerikanischen Propagandafilm der 1940er-Jahre stammen könnte. Das hört sich erst einmal schlimmer an, als es tatsächlich ist. Wir hatten mitunter schon unsere Freude an der Geschichte, weil sie konsequent trashig inszeniert ist und eben gar nicht den Anspruch hat, mit einer tiefgründigen Handlung oder wirklich überraschenden Wendungen zu punkten. Zudem ist die deutsche Sprecherstimme von Karl Fairburne sowie auch die anderen Rollen sehr gut besetzt und so muss sich die Vertonung vor der hervorragenden englischen Fassung nicht verstecken.

    Sniper Elite 4 im Test: Viel Feind', viel Ehr

          

    Die Kampagne, die man im Koop-­Modus auch zu zweit spielen kann, umfasst insgesamt neun relativ lange Missionen. Im Unterschied zum Vorgänger fallen die Aufträge aufgrund der diesmal noch größeren Areale etwas zeitaufwendiger aus und beanspruchen so zumeist mehr als eine Stunde Spielzeit - und noch mehr, falls man sich um die vielen Sekundärziele der Missionen kümmern möchte. Im Grunde genommen ist das Gameplay aber fast identisch mit dem dritten Teil: Ihr schlüpft in die Haut des raubeinigen Helden und sollt ganze Kompanien deutscher und italienischer Soldaten ausschalten sowie bestimmte Artillerie- und Radar-Stellungen oder Munitionslager sprengen. Dafür stehen euch neben sieben unterschiedlichen Scharfschützengewehren (mit DLC elf), sechs Pistolen und sechs Maschinenpistolen auch Minen und Sprengstoff zur Verfügung, mit deren Hilfe ihr den Feinden fiese Fallen stellen könnt.

    Auffällig: Auch der vierte Teil der Reihe möchte nicht ein Shooter der Marke Call of Duty sein, in der ihr in schlauchartigen Levels gegen unzählige Wellen von Gegnern kämpfen müsst, sondern viel mehr ein Schleich-Shooter mit weitläufigen Umgebungen, in denen ihr lautlos und durchdacht vorgeht - allerdings gilt das erst ab dem zweiten von vier Schwierigkeitsgraden. Wenn ihr zum Beispiel mit eurem Scharfschützengewehr Gegner ausschaltet, müsst ihr dabei neben der Ballistik darauf achten, dass eure Schüsse durch Umgebungsgeräusche abgedämpft werden, denn sonst sind die übrigen Feinde schnell alarmiert und töten euch im Bruchteil einer Sekunde. Die KI der zahlreichen Wachen ist auch trotz der versprochenen Verbesserungen nicht die schlaueste im G Die Missionen von Sniper Elite 4 fallen recht groß aus. Dank der Übersichtskarte behält man zumeist die Übersicht. Die Missionen von Sniper Elite 4 fallen recht groß aus. Dank der Übersichtskarte behält man zumeist die Übersicht. Quelle: PC Games enre, agiert aber immerhin so klug, dass man sich stets Gedanken über ihre Wege und Sichtfelder machen muss. Außerdem versuchen die Feinde uns in Teamarbeit einzukesseln, sobald ein Alarm geschlagen wurde, was vor allem in den höheren Schwierigkeitsgraden dazu führt, dass man kaum eine Chance hat, zu entkommen. Das Leveldesign geht ebenfalls in Ordnung, wobei wir - wie beim Vorgänger - oft das Gefühl hatten, dass man uns auf einen bestimmten Weg zwingen wollte. Auch Abwechslung wird in den Missionen geboten, sodass in der etwa 15 Stunden langen Kampagne selten Langeweile aufkommt. Zum Beispiel müssen wir uns neben einigen Assassinen-Aufträgen auch um die Zerstörung eines riesigen Artilleriestücks kümmern oder dem Widerstand bei einer Attacke zur Hand gehen. Geschmackssache ist hingegen die Röntgen-Killcam, die man immerhin im Optionsmenü komplett abstellen kann. Zugegeben: In den ersten Spielstunden haben wir uns schon über einige der Todesszenen amüsiert, weil sie derart überzeichnet sind. Auf Dauer stören die Killcams unserer Meinung nach den Spielfluss - vor allem, wenn man gegen mehrere Gegner zeitgleich kämpft.

    Sniper Elite 4 im Test: Selbe Stärken und Schwächen

          

    Ein wenig schade ist, dass die Gegner relativ schlicht modelliert sind und zudem wenige Animationsstufen haben. Ein wenig schade ist, dass die Gegner relativ schlicht modelliert sind und zudem wenige Animationsstufen haben. Quelle: PC Games Grafisch kann Sniper Elite 4 hingegen durchaus überzeugen, zumal die riesigen, in Italien angesiedelten Umgebungen dank der großzügigen Weitsicht einen gewissen Postkartencharakter haben. Doch im Vergleich zu anderen Action-Spielen muss man sich hier mit einem fast identischen Aussehen der Feinde anfreunden und ebenso damit klarkommen, dass die Animationen der Gegner stets relativ ähnlich ausfallen. Schade: Die DirectX-12-Version macht das Spiel kaum schöner, verbessert aber immerhin die Performance.
    Wägt man die Vor- und Nachteile von Sniper Elite 4 ab, so ist das Ergebnis recht dem Vorgänger ähnlich. Rebellion liefert mit dem vierten Teil wieder einen grundsoliden Shooter ab, der die Fans der Reihe auf jeden Fall zufriedenstellen wird. Aber auch Neulinge dürften sich über die weitläufigen Umgebungen und die vielen Lösungswege in den Missionen freuen. Ergo: Wer Lust auf einen guten Schleich-Shooter mit einer klischeehaften Kriegsgeschichte hat, ist mit Sniper Elite 4 bestens beraten.


    Sniper Elite 4 (PC)

    Spielspaß
    78 %
    Grafik
    -
    Sound
    -
    Multiplayer
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Schöne Landschaften sorgen für eine passende Stimmung ...
    Weitläufige Missionen, die Planung erfordern
    Die Aufträge können unterschiedlich gelöst werden
    Realistische Ballistik
    Auf höheren Schwierigkeitsgraden sehr herausfordernd
    Unterschiedliche Missionsarten sorgen für ein wenig Abwechslung
    Gute deutsche Sprecher
    Kampagne auch im Koop-Modus komplett spielbar
    ... jedoch ist die Optik ziemlich detailarm
    Story relativ schlicht inszeniert und klischeehaft
    Unnötig hoher Brutalitätsgrad
    Feind-KI hat weiterhin noch Schwächen

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1220701
Sniper Elite 4
Sniper Elite 4: Der brutale Schleich-Shooter im Test - nur für Killcam-Fetischisten?
Der vierte Teil der ultrablutigen Shooter-Serie ist da! Warum es den Scharfschützen Karl Fairburne dieses Mal nach Italien verschlägt und ob das Spiel mehr als nur die Röntgen-Killcams zu bieten hat, beantworten wir in unserem Test.
http://www.gamezone.de/Sniper-Elite-4-Spiel-56795/Tests/Schleichen-Shooter-Review-Killcam-brutal-WK2-1220701/
13.02.2017
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2017/02/Sniper-Elite-4-PC-Test-4-pc-games_b2teaser_169.jpg
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