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  • Sniper: Ghost Warrior - Campen für Ungeduldige - Leser-Test von jayjay1989

    Spieleentwickler haben oft ein schweres Leben. Die Gründe dafür können vielschichtig sein, doch wenn der Grund schlechte Spiele sind, die auch gerne einmal die Hardware der User außer Kraft setzen, dann ist dies natürlich schon ein ziemlich gewichtiger. Ich rede hier vom polnischen Entwickler City Interactive, welcher sich in den letzten Jahren mehr durch schlechte und verbuggte Spiele ausgezeichnet hat als kaum ein anderer Entwickler. Erinnert sich der geneigte Gamer beispielsweise an Schmuckstücke (Achtung Ironie) wie "Code of Honor: Die Fremdenlegion" oder ähnliches, würde manch einer am liebsten schnell den aktuellen Tab im Browser schließen und versuchen die gerade erweckten, bösen Erinnerungen wieder zu verdrängen. Doch es scheint noch Hoffnung für die gebeutelte Spieleschmiede zu geben, denn mit dem aktuellen Titel "Sniper: Ghost Warrior" haben die verantwortlichen Männer und Frauen ein durchaus erfolgreiches Spiel auf die Beine gestellt. Zum Releasezeitpunkt waren lediglich eine Version für den PC und die hier untersuchte Xbox 360- Fassung verfügbar. Mittlerweile ist auch eine Playstation 3- Fassung erhältlich. Ursache dafür waren wohl auch die zumindest nicht vernichtenden Verkaufszahlen und Wertungen, eine echte Seltenheit bei City Interactive- Spielen. Ob "Sniper: Ghost Warrior" wirklich den Vogel abschießt und wir ein gutes Snipererlebnis geboten bekommen, oder ob es doch wieder nur bestenfalls Mittelmaß ist, könnt ihr nun im nachfolgenden Review nachlesen.

    Wie immer an dieser Stelle sei vor ungewollten Spoilern gewarnt, denn der nächste Absatz fasst die Story des Spiels zusammen. Wer sich also lieber überraschen lassen will, sollte diesen Absatz demnach einfach überspringen

    -Die Story-

    Von Diktatoren und Spezialeinheiten

    Setting des Spiels ist der schöne Inselstaat Isla Trueno, welcher genauso fiktiv ist wie die restlichen Ereignisse und Personen und aktuell gar nicht mehr so schön und idyllisch daherkommt. Denn der überaus fiese Diktator General Manuel Vasquez hat sich durch einen Putsch gegen die demokratische Regierung die Herrschaft über den Staat gekrallt und unterdrückt nun, zusammen mit seiner Miliz, kräftig die Bevölkerung. Dadurch ist es ebenfalls ein leichtes Unterfangen als Drogenbaron Karriere zu machen und sich eine goldene Nase zu verdienen. Natürlich gefällt dieser Umstand der aktuellen Weltregierung ganz und gar nicht, sodass nun Spezialeinheiten nach Trueno beordert werden, um den Machenschaften der Bösewichte ein Ende zu setzen. Wir selber übernehmen dabei die Rolle des Scharfschützen Sergeant Tyler Wells oder ab und an auch einmal die eines Delta Force Kämpfers, welcher auf den Namen Private Anderson hört. Natürlich ist unsere einzige Aufgabe Vasquez zu eliminieren, da so konsequenterweise das ganze Martyrium beendet ist... wie sollte es auch anders sein.
    Die Gelegenheit zum entscheidenen Schuss haben wir bereits zu Beginn unseres Abenteuers, denn wir liegen auf einem Felsvorsprung und haben Vasquez ins Visier genommen. Jetzt nur noch kurz den Abzug unseres mächtigen Scharfschützengewehrs betätigen und das Spiel ist beendet. Doch was ist das? Wir zielen zwar haargenau auf den Kopf des Fieslings, doch der Schuss geht daneben und der General flieht. Also haben wir doch noch nicht Feierabend und machen uns auf, unsere Kampagne fortzusetzen. Und in der letzten Einzelmission, wir sind schließlich die Guten, schaffen wir es auch durch einen grandios platzierten Schuss den General unschädlich zu machen. Daraufhin, ohne irgendwelche weiteren Zwischensequenzen, erscheint auch schon der Abspann auf dem Schirm.
    Insgesamt ist die Story absolut inhaltslos und austauschbar, aber das Spiel hat seine Stärken dafür in anderen Bereichen.

    -Gameplay-

    Sniper sein was das Zeug hält... zumindest ein bisschen

    Gehen wir einmal von vorne an die Sache heran. Das Spiel heißt "Sniper: Ghost Warrior", was also heißt, dass wir einen Sniper spielen, was weiterhin heißt, dass wir die Tätigkeiten eines selbigen ausführen sollten. Diese sind wiederum perfekt getarnt durch seine Umgebung zu schleichen und sich in Position zu bringen, um schlussendlich nach geraumer Wartezeit EINEN entscheidenden Schuss abzufeuern. Doch leider werden diese Anforderungen nicht komplett erfüllt, was andererseits aber auch nicht zu endlosen Wartereien ausartet. Vorweg sei gesagt, dass ihr eigentlich selber die Wahl habt wie ihr an die Sache herangeht. Sind in einem Gebiet beispielsweise 20 Feinde, könnt ihr durchaus alle ebendieser verschonen und dennoch das nächste Areal erreichen. Dazu müsst ihr dann aber vornehmlich eine geduckte oder gar robbende Fortbewegung wählen und eure Umgebung sinnvoll zur Tarnung nutzen. Das Risiko durch einen Feind entdeckt zu werden könnt ihr anhand einer Leiste in eurem HUD abschätzen, die sich je nach Sichtbarkeit füllt.
    Auf der anderen Seite könnt ihr nun aber auch jeden einzelnen Fiesling töten, wobei das ganze dann aber schnell ein reines Rumgeballere wird. Ich persönlich hatte den meisten Spaß, als ich ein gesundes Mittelmaß aus beiden Taktiken gewählt habe. Sucht euch einen Weg, den ihr einschlagen wollt und tötet alle Feinde, die euch dabei in die Quere kommen. Soldaten, die viele hundert Meter weit entfernt sind lasst ihr einfach weiter herumvegetieren (schließlich werden sie eh bald arbeitslos sein, wenn Vasquez tot ist- das muss reichen). Mann könnte nun meinen, dass diese Vorgehensweise ein Open World Gelände bedeutet, doch dies ist nur in einem gewissen Maße so. Es gibt immer eine äußere Begrenzung, doch innerhalb eines Areals könnt ihr euch frei bewegen. Dass die Level demnach eigentlich linear sind, wird so geschickt verdeckt. Allerdings gibt es hierbei auch ab und an fiese Probleme, denn die Gegner sehen euch quasi in jeder Situation. Will heißen: Seid ihr einmal entdeckt, werdet ihr von jeder Seite unter Beschuss genommen. Teilweise könnt ihr nicht einmal sehen von wo ihr beschossen werdet. Das einzige was da noch hilft ist wegrennen und dann zurückschießen. Gegen diese absolut unfairen Situationen gab es seitens City Interactives bereits einen Patch, sodass dies mittlerweile ein bisschen fairer abläuft. Nun widerspricht sich das Spiel an dieser Stelle aber selber, denn wenn ihr z.B. alle Erfolge erreichen wollt, müsst ihr quasi alle Gegner töten, denn es gibt Erfolge für eine bestimmte Anzahl Kills, Headshots und zudem noch einen Sammelerfolg, bei dem ihr feindliche Informationen finden müsst. Da diese aber teilweise so versteckt sind, dass ihr genau an das andere Ende des Gebiets müsst, werdet ihr dadurch quasi gezwungen alles was eine Uniform anhat und böse aussieht zu erschießen. Erfolge für z.B. das Abfeuern keiner Kugeln gibt es hingegen nicht. Zudem habt ihr die Möglichkeit beim Zielen die Luft anzuhalten. Soll das etwa unrealistisch sein? Ja, denn ihr haltet nicht nur den Atem an, sondern es scheint als ob direkt das ganze Geschehen in Zeitlupe weiterläuft. Schnell wird also klar, dass die Entwickler zwar Realismus eingebaut haben, diesen aber nicht konsequent durchziehen. Vielmehr bekommt jedes Gameplay-Element einen Spritzer Realismus, aber eben leider auch eine Menge Arcade- Action als Zutat.
    Wenn wir schon beim Töten angekommen sind, will ich dazu noch ein wenig mehr sagen. Nebst eurem wirklich durchschlagskräftigen Scharfschützengewehr habt ihr auch noch eine Pistole sowie Wurfmesser und Granaten mit dabei. Die Pistole ist deutlich leiser als das Gewehr und gut für den Nahkampf geeignet. Seid ihr gar noch näher an eurer Opfer herangeschlichen, könnt ihr selbigem auch ein Messer in den Rücken werfen, sodass die ganze Sache absolut lautlos von statten geht. Wiederum völlig sniperuntypisch ist der Einsatz von Granaten, denn natürlich verraten diese sofort eure Position, was genau nicht euer Anliegen ist. Für große Feindaufkommen sind diese aber doch ab und an wirkungsvoll und können euch euren (wahrscheinlich grün getarnten) Allerwertesten retten. Das Hauptaugenmerk liegt aber ganz klar auf dem Gewehr, denn damit könnt ihr auch sehr große Distanzen überwinden und mächtig Schaden anrichten.
    In den beiden leichtesten Schwierigkeitsgraden bekommt ihr beim Zielen durch euer Visier noch zahlreiche weitere Hilfestellungen, denn ein roter Punkt zeigt euch beispielsweise an ob ihr trefft oder auch nicht. Dabei sind dann der Wind und auch die Schwerkraft bereits eingerechnet, sodass ihr lediglich noch abdrücken müsst. Einzig euer Puls beeinträchtigt eure Trefferquote, denn bei einem zu hochfrequenten Herzschlag habt ihr keine ruhige Hand, sodass euer Gewehr ebenfalls unruhig wird. Echte Könner spielen aber natürlich auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad, denn die zuvor genannten Hilfen fallen hierbei weg und ihr müsst euch ein wenig mehr anstrengen um den Kill zu schaffen. Damit ist auch ein viel taktischeres Vorgehen gefragt, denn wildes Rumballern entfällt hier fast vollständig, da eure Schüsse so meist eh daneben gehen.
    Ein echtes Highlight im Spiel werdet ihr auch nur zu Gesicht bekommen, wenn ihr das Gewehr benutzt. Die Rede ist von der echt coolen Bullet-Cam. Habt ihr den Kopf eines Opfers anvisiert und drückt auch im richtigen Moment ab, wechselt die Kamera zu ebendieser Bullet-Cam und verfolgt den Flug des Projektils. Dabei ist auch detailgetreu zu sehen wie sich die Kugel dreht und gegebenenfalls Hindernisse durchschlägt. Das Opfer geht dann mit einem ebenfalls coolen Ragdoll- Effekt zu Boden, wobei auch der Rotanteil, sprich der Blutgehalt, nicht zu verachten ist. Aufgrund des Umstands, dass das Spiel, auch in Deutschland, komplett ungeschnitten daherkommt, ist dies doch gut gelungen und ansehnlich umgesetzt worden. Da das Gimmick bei z.B. fünf Kopfschüssen in Serie aber auch nervig werden könnte, erscheint die Bullet-Cam nur, wenn zwischen den einzelnen Abschüssen eine gewisse Zeitspanne vergangen ist.
    Ein weiteres Werkzeug stellt der Enterhaken dar. Allerdings wirkt dieser extremst aufgesetzt und zwanghaft integriert, denn er muss nur bei geskripteten Ereignissen eingesetzt werden. Als wäre das nicht genug, blinkt die Position an die der Haken geworfen werden muss auch noch rot auf. Neue Wege gehen oder bessere Sniperpositionen erreichen könnt ihr hiermit also nicht. Da fragt man sich wirklich wieso der Enterhaken überhaupt verfügbar ist.
    Ebenfalls etwas aufgesetzt erscheinen die Missionen, die ihr als Delta Force Soldat erledigen müsst. Hier verkommt das Spiel zu einem 08/15 Egoshooter, wobei ihr nichts findet, das andere Spiele nicht schon (deutlich) besser gemacht hätten. Dennoch kommt auch hier erstaunlicherweise Spaß auf, was angesichts der Qualität dieser Abschnitte doch verwunderlich ist. Allerdings sind diese Missionen gut in den Handlungsablauf integriert, denn ihr wechselt immer wieder zwischen Wells und Anderson hin und her. Wells macht vorher z.B. den Weg frei indem er die Feinde aus der Entfernung eliminiert, sodass die Deltas vorrücken können, was ihr dann wiederum (nach dem Perspektivwechsel) als Anderson miterlebt.
    Positiv sei hingegen noch das wirklich überaus faire Checkpoint System erwähnt, denn solltest ihr einmal das Zeitliche segnen, müsst ihr nicht erst stundenlang alles noch einmal abklappern und möglicherweise erneut unentdeckt am Feind vorbei schleichen. Frust wird so auf eine gute Art und Weise vermieden. Man kann jedoch auch genau andersherum argumentieren und sagen, dass so wieder der Grad an Realismus leidet. Hier muss wohl jeder für sich selber entscheiden wie ihm diese Hilfestellung gefällt.
    Während also die Sniperpassagen wirklich einiges an Spaß bringen, erfüllen die Delta Force Missionen nicht viel mehr als ihren Zweck. Da ihr aber, wie bereits beschrieben, eure Herangehensweise ein wenig selber bestimmen könnt, weiß das Gameplay insgesamt durchaus zu gefallen.

    -Grafik und Sound-

    Isla Trueno- ein Sunshine State?

    Grafisch präsentiert uns City Interactive auf den ersten Blick einen echten Augenschmaus. Die Umgebung, die Vegetation und vor allem die Weitsicht sind sehr eindrucksvoll und lassen einen gerne einmal kurz innehalten und einfach nur die Landschaft betrachten. Doch leider trügt der Schein hier ein wenig, denn geht ihr einmal näher an z.B. einen Baum oder ein Gebüsch, werdet ihr hässliche Kanten und einige Popups entdecken. Kriecht ihr dann im Weiteren durch einen solchen Busch, fällt zudem auf, dass ihr nicht etwa die Äste und Blätter beiseite drückt, sondern ihr bewegt euch einfach durch diese hindurch. Ebenfalls recht schnell werdet ihr die Tatsache bemerken, dass Vasquez offenbar eine Klonmaschine in seiner Residenz stehen haben muss, denn alle seine Milizen sehen absolut gleich aus. Generell sind die menschlichen Animationen eher grob ausgefallen, denn teilweise wirken diese kantig und hölzern. Desweiteren gesellt sich aber auch gerne einmal der ein oder andere Bug mit ins Spiel, denn es kommt vor, dass Gegner durch ihre Deckung ragen oder euer Gewehr in einem Baumstamm verschwindet. Einen zusätzlichen, ebenfalls unschönen Effekt, werde ich bei der Steuerung noch näher beleuchten. Die auf den ersten Blick also bombastisch anmutende Grafik erweist sich bei näherer Betrachtung demnach eher als ein Blender, allerdings ohne dabei unansehnlich zu werden. Gerade die Weitsicht bleibt aber durchweg eindrucksvoll und die gelungenen Umgebungsanimationen wissen ebenfalls zu gefallen.
    Soundtechnisch bietet sich, natürlich auch durch das Setting bedingt, eine eher eintönige Kulisse. Im Hintergrund hört ihr die Geräusche der einheimischen Fauna, also Vogelzwitschern und Ähnliches. Besonders wichtig sind natürlich die Waffensounds, immerhin geben wir eine nicht unerhebliche Anzahl an Schüssen ab. Allerdings fällt es schwer genau zu beschreiben ob der Sound nun gut oder schlecht ist, denn die Waffen klingen zwar wie sie sollten, haben dabei aber leider auch keinen tiefen und satten Klang. Am besten trifft es hier wohl die Beschreibung solide. Die Synchronsprecher der Figuren wirken manchmal ein wenig lustlos. Grobe Übersetzungsfehler (wie aus anderen City Interactive- Werken bekannt) habe ich zum Glück nicht feststellen können. Auch der Sound bewegt sich demnach auf einem mittelmäßigen bis soliden Niveau, ohne die zahlreichen, auf Trueno wachsenden Bäume auszureißen.

    -Die Steuerung-

    Treppen und Wurzeln- die größten Feinde eines Scharfschützen

    An sich würde ich die Steuerung hier sogar als gut bezeichnen wollen, doch ein ganz schlimmer Bug, welcher sich wirklich durch das gesamte Spiel zieht, verhindert eine solche Euphorie. Denn es kommt mehrfach vor, dass euer Alter Ego irgendwo durch einen Busch robbt und kriecht und nicht mehr weiter kommt. Der Grund dafür ist eine circa 3 (in Worten drei!) Zentimeter hohe Wurzel, welche sich als unüberwindbar erweist. Jetzt kann es passieren, dass ihr weiterkommt, sobald ihr einfach aufsteht, doch wird dies problematisch, wenn gerade das Feindgelumpe in Sichtweite ist und euch so entdeckt. Noch schlimmer ist es aber, wenn ihr gar nicht mehr weiterkommt und das Spiel vom letzten Checkpoint aus neu starten müsst. Kommt dies mehr als einmal vor, wird das doch arg nervig. Glücklicherweise liegen die Checkpoints ja nicht sehr weit auseinander...
    Ein ähnliches Phänomen lässt sich zudem auch an Treppenkanten feststellen, allerdings gab es hierbei keinen Freeze.
    Der Grund warum die Steuerung aber eigentlich ein Lob verdient hätte ist übrigens, dass diese, bis auf besagte Patzer, wirklich gut funktioniert. Die Tastenbelegung ist absolut shootertypisch, weshalb sich jeder Genrekenner sofort heimisch fühlen wird. Genauer auf die Feinheiten der Belegung muss ich an dieser Stelle deshalb auch gar nicht eingehen. Neulinge bekommen zu Beginn des Spiels übrigens ein kleines Tutorial in Form einer Einheit auf dem Übungsplatz kredenzt, sodass auch diese schnell mit der Steuerung vertraut sein dürften. Zudem werden Bewegungen, die ihr mit den Controlsticks ausführt, präzise erkannt und umgesetzt. Also von dieser Seite her besteht kein Grund zu übermäßiger Kritik.

    -Multiplayer-

    Gemeinsam allein sein

    Vorweg sei gesagt: Wer ein Spiel aufgrund eines guten Onlineparts kauft, der sollte hier die Finger weglassen! Zum einen sind die Server recht spärlich besucht und zudem bekommt man bei maximal 12 Spielern auf einer ziemlich großen Karte auch gerne einmal niemanden zu Gesicht. Schließlich hat man nur Sniper als Gegner und der gemeine Sniper gehört zu den Bodentieren und campt deshalb vornehmlich. Auch die Auswahl von nur sechs Karten insgesamt, bei drei verfügbaren Spielmodi, ist eher abschreckend als ein Kaufgrund. Da ich den Multiplayer nur kurz getestet habe (es waren schlichtweg keine Mitspieler vorhanden), kann ich zum Spielerlebnis nicht viel sagen. Der Umfang allerdings ist wirklich gering.

    -Fazit-

    Es mag dem aufmerksamen Leser nun so vorkommen als wollte ich das Spiel schlecht reden und wirklich jeden einzelnen Kritikpunkt erwähnen. Nun, zum einen muss ich dies ein wenig revidieren, denn ich hatte wirklich Spaß mit dem Titel, was im Endeffekt nun mal der wichtigste Aspekt an einem Spiel ist. Zum anderen sollt ihr natürlich auch möglichst genau über etwaige Frustbildner informiert werden. Dennoch bin ich insgesamt ein wenig enttäuscht, denn ich hatte einfach mehr erhofft. Der angestrebte Realismus ist nicht konsequent durchgezogen worden und technisch leidet das Spiel an einigen Kinderkrankheiten. Dazu zählen auch die wirklich schlimmen Freezes. Dem gegenüber stehen aber gut umgesetzte Sniperelemente, die überaus coole Bullet- Cam und eine ansehnliche Optik. Eine abschließende Wertung ist mir deshalb auch sehr schwer gefallen, denn eigentlich habt ihr es hier mit einem guten Spiel zutun, welches sich stellenweise selbst schlechter macht als es ist. Hätte man das Spiel vielleicht einige wenige Wochen später veröffentlicht und dafür noch ein wenig Feintuning betrieben, wäre hier ein durchaus guter Titel entstanden. So bleibt also unterm Strich eine eher durchschnittliche Wertung übrig, was jedoch nichts daran ändert, dass "Sniper: Ghost Warrior" Spaß macht. Leider ist selbiger aber auch recht flott vorbei, denn nach knappen 6 Stunden kann General Vasquez beerdigt werden. Wählt ihr die Rambo Strategie könnt ihr hier getrost noch einmal mindestens eine Stunde abziehen. Zweifellos kann man aber dennoch konstatieren, dass dies das mit Abstand Beste ist das, was City Interactive seit der Unternehmensgründung zustande gebracht hat.
    Zum Abschluss noch der Hinweis, dass die USK 18 Freigabe völlig zurecht vergeben wurde, denn gerade durch die Bullet- Cam und die Ragdoll-Effekte ist dieses Spiel absolut nur etwas für volljähriges Publikum.

    Negative Aspekte:
    Realismus wird nicht durchgezogen, oftmals ein Blender, Freezes und zu mächtige Wurzeln, Man wird teilweise aus unmöglichen Perspektiven entdeckt, schwacher Multiplayer, kurze Kampagne, lächerliche Story

    Positive Aspekte:
    Macht durchaus Spaß, Bullet-Cam, hübsche Grafik, Auflockerung durch Missionswechsel, man kann taktisch vorgehen (wenn man will), kurze Ladezeiten, komplett ungeschnitten, es ist von City Interactive und verursacht keinen Hardwareschaden

    Infos zur Spielzeit:
    jayjay1989 hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Sniper: Ghost Warrior

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: jayjay1989
    6.9
    Multiplayer
    -
    Grafik
    8/10
    Steuerung
    6/10
    Sound
    6/10
    Gameplay
    7/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Sniper: Ghost Warrior
    Sniper: Ghost Warrior
    Publisher
    City Interactive sp. z o.o. (PL)
    Developer
    City Interactive sp. z o.o. (PL)
    Release
    24.06.2010

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1010728
Sniper: Ghost Warrior
Sniper: Ghost Warrior - Campen für Ungeduldige - Leser-Test von jayjay1989
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12.05.2011
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2010/06/conditions-sniper02_120531153345.jpg
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