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  • Space Battle: Ein netter Quickie - Leser-Test von Ignorama

    Space Battle ist ein Spiel für den Mattel Intellivision und inzwischen über 30 Jahre alt. Auch wenn die Entwicklung von Spielen und Konsolen heute in ganz anderen Welten schwebt als damals, so üben viele der Titel von früher dennoch einen gewissen Charme aus, der sie einfach liebenswert macht. Ob Space Battle diesen Charme ebenso besitzt? Diese Frage beantworte ich direkt mit JA! Ob es aber auch wirklich überzeugen kann zeigt mein folgendes Review:

    In Space Battle übernimmt der Spieler zwei wesentliche Rollen. Zum einen ist er Kommandeur eines Mutterschiffs im Weltraum, welcher alle Hände voll damit zu tun hat den Radarschirm zu überwachen, denn auf diesem, muss er mit Erschrecken feststellen, nähern sich fünf Alien-Schwadrone. Im Angesicht der drohenden Gefahr ist er gezwungen schnell über seine drei vorhandenen Kampfflieger-Einheiten zu befehligen, damit sie das Unheil verhindern und das Mutterschiff retten können.

    Hat der Kommandeur nun also seine Männer auf ihre Ziele angesetzt bleibt ihm nichts weiter übrig als zu warten, bis sie auf die feindlichen Einheiten treffen. Kommt es zur Konfrontation wandelt sich jedoch die Rolle des Spielers, denn nun wird er vom Kommandeur zum Kampfflieger selbst und beseitigt nach Möglichkeit sämtliche feindlichen Ufos. Gelingt es sämtliche feindlichen Truppen rechtzeitig zu zerstören ist die Besatzung gerettet. Erreichen die gegnerischen Einheiten aber das Mutterschiff und können nicht mehr ausgeschaltet werden, ist alles verloren und die Besatzung dem Untergang geweiht. Vor dem Hintergrund dieses epischen Szenarios werde ich nun das Spiel ausführlich beleuchten.

    Optisch präsentiert sich Space Battle ganz klar von zwei Seiten. Auf der einen Seite haben wir den Radarbildschirm, der uns im Prinzip nur taktische Zeichen für die gegnerischen und eigenen Einheiten zeigt. Er bietet zwar alle nötigen Informationen gut dargestellt, könnte aber ein wenig mehr Leben enthalten.
    Auf der anderen Seite haben wir den Kampfbildschirm und dieser glänzt, in Anbetracht der damaligen Zeit, mit hervorragender Grafik. Die feindlichen Ufos sind klar zu erkennen und erhielten verschiedene Animationen für Wendemanöver. Schusseffekte wurden nett umgesetzt und auch bei Treffern gibt es eine Zerstörungsanimation, die einen praktischen Nutzen hat auf den ich im Punkt Gameplay noch eingehen werde.
    Besonders gut gelungen ist jedoch der Hintergrund. Dort sind Sterne in verschiedenen Farben dargestellt, die zusätzlich noch blinken. Auch wenn wir im 21. Jahrhundert andere Maßstäbe haben, Space Battle im Kampfbildschirm macht einen sehr guten Eindruck.
    Durch den eher langweiligen Radarbildschirm komme ich aber dennoch nur auf 8 Punkte.

    Die Soundkulisse dieses Spiels kann man getrost als minimalistisch bezeichnen. Im Radarbildschirm hört man lediglich ein typisches Piepen. Man kann zwar auch ein Beep hören, allerdings nur bei Bedienfehlern, denn dieses Geräusch ertönt wenn der Spieler zu früh den "Go to Battle" Knopf drückt oder andere unmögliche Aktionen durchführen möchte und weist damit auf den Fehler hin.
    Auch im Kampfbildschirm gibt es wenig Akustik. Zwar erzeugen die abgefeuerten Bordraketen des Spielers zwar einen Ton, dieser klingt jedoch eher nach einem Laser. Da die Anleitung explizit von Raketen spricht kann man diesen Soundeffekt also als unglücklich gewählt betrachten. Passend dagegen ist das Geräusch bei Treffern, da es nach Explosion klingt. Sowohl im Kampfbildschirm, als auch im Radarbildschirm gibt es noch einen zusätzlichen Klang, den man jedoch nur sehr ungern hören wird: Die Alarmsirene. Diese ertönt, sobald ein feindliches Schwadron das Mutterschiff unter Beschuss nimmt und erfordert somit höchste Aufmerksamkeit.
    Bei der Vertonung kann Space Battle nicht wirklich überzeugen und das bei den wenig vorhandenen Tönen noch welche unglücklich ausgesucht wurden, muss ebenfalls berücksichtigt werden. In dieser Kategorie gibt es damit nur 6 Punkte.

    Besser hingegen sieht es bei der Steuerung aus. Wer den Intellivision kennt weiß, dass der Controller ein wenig gewöhnungsbedürftig ist und eher an ein Telefon erinnert. Bei einem Spielkonzept wie Space Battle ist er aber nahezu ideal.
    Durch das numerische Tastenfeld ist die Koordinierung der einzelnen Kampfeinheiten auf dem Radarbildschirm absolut simpel. So hat man die Optionen der drei Schwadrone direkt untereinander. Nehmen wir als Beispiel das blaue Schwadron: Mit der 1 lässt man dieses in den Weltraum starten, nachdem vorher mit der Enter-Taste eine feindliche Einheit ausgesucht wurde. Mit der 4, die unter der 1 liegt, kann das Schwadron wieder in den Hangar gerufen werden. Wird es im Weltraum gelassen und erreicht das ausgesuchte Angriffsziel kann mit der 7 ein Kampf begonnen werden.
    Hierzu wechselt das Spiel schließlich vom Radar in den Kampfbildschirm, der sich ebenfalls sehr gut beherrschen lässt. Das Fadenkreuz wird über die Disk gesteuert, die dabei wie ein Steuerkreuz funktioniert und Raketen werden über sämtliche Seitentasten ausgelöst. Da beide Seiten unterstützt werden, können also sowohl Links-, wie auch Rechtshänder das Spiel problemlos kontrollieren. Im Kampf kann man jederzeit mit der Clear-Taste wieder zum Radar zurückkehren, welche Folgen dies jedoch hat kommt im nächstem Punkt, dem Gameplay.
    Die ganzen Funktionen klingen zwar recht kompliziert, aber hierfür gibt es ja die bekannten Overlays für den Controller. So kann man dieses über das Tastenfeld schieben und hat eine Verbildlichung, die langes suchen nach der richtigen Taste vermeidet.
    Da die Steuerung für das, was sie machen soll, perfekt geeignet ist erhält Space Battle hier auch perfekte 10 Punkte.

    Kommen wir nun zum wichtigsten Punkt, dem Gameplay: Space Battle ist ganz eindeutig ein Genre-Mix aus Shooter und Strategie-Spiel. Diese Mischung wirkt anfangs recht ungewöhnlich, aber sobald man das Spiel verstanden hat erweist sie sich als sehr gut.
    Der strategische Teil erstreckt sich über den Radarbildschirm, denn dort gilt es vor allem taktische Entscheidungen zu fällen. Mit der entsprechenden Taste wählt der Spieler eines der gegnerischen Fluggeschwader aus und sendet anschließend eine eigene Einheit um dieses zu bekämpfen.
    Da es aber insgesamt fünf Gegner-Truppen gibt und nur drei Abwehreinheiten muss hier mit Bedacht gewählt werden. Es ist nicht zwingend sinnvoll die drei nächstgelegenen Ziele zu attackieren, wenn diese alle dicht beieinander liegen und man eine andere Flanke dafür komplett offen lassen müsste. Besonders die schweren Spielmodi erfordern ein hohes Maß an taktischem Geschick.
    Weniger taktisches, als viel mehr spielerisches Geschick benötigt man dagegen beim Kampf. Sobald dieser startet sieht man vor dem Sternenhintergrund ein kleines Fadenkreuz. Dieses ist in seiner Funktion natürlich zum Zielen gedacht, aber auch zum Verteidigen. Der Bereich des Fadenkreuzes ist die empfindliche Zone des Spielers, trifft ihn dort ein gegnerisches Geschoss verliert er einen Kampfflieger. Allerdings ist ein Geschoss nicht zu jedem Zeitpunkt gefährlich. Schießt ein Ufo auf das Schiff, erscheinen zwei weiße Vierecke, die absolut unbedenklich sind und auch innerhalb des Fadenkreuzes keinerlei Schaden anrichten. Erst nach einer kurzen Zeit werden sie rot und dann sind sie tödlich. Durch diese Zeit bleibt dem Spieler jedoch die Gelegenheit rechtzeitig auszuweichen.
    Jedes eigene Schwadron besteht aus exakt drei Fliegern und wird daher auch mit drei Punkten auf dem Radar dargestellt. Wird ein Flieger zerstört spielt der Spieler mit dem zweiten weiter, solange bis den Gegnern oder ihm selbst keine Fluggeräte mehr zur Verfügung stehen. Auch die Stärke der gegnerischen Einheiten wird durch die Anzahl der Punkte auf dem Radar dargestellt, sie variiert jedoch sehr stark und ein genaues Zählen ist oft zu umständlich, so schätzt man diese Zahl meist nur grob.
    Ufos werden immer nach einem Treffer sofort zerstört. Dieser muss aber keineswegs direkt sein. Die abgeschossenen Raketen erzeugen einen kurzen Moment lang einen Punkt auf dem Bildschirm und Ufos, die in diesen Punkt hinein fliegen, werden ebenfalls direkt zerstört. Bei einer Zerstörung gibt es eine entsprechende Animation, auf deren Sinn ich jetzt, wie bereits angekündigt, eingehen werde: Schießt der Spieler ein Ufo ab, so zerspringt es in drei Teile, die quer durchs Weltall fliegen. Für den Spieler sind diese Teile absolut ungefährlich, für andere Ufos allerdings der sichere Tod. Wird ein Gegner also vom Bruchstück seines eliminierten Kameraden getroffen, so ist auch er besiegt. Da dabei sein Schiff ebenfalls in seine Bestandteile zerspringt kann sich dieser Effekt wiederholen und so weiter. Es ist, besonders gegen große Feindestruppen, keine Seltenheit drei oder vier Ufos mit einem einzigen Schuss zu vernichten.
    Wie bereits erwähnt gibt es im Kampf jederzeit die Möglichkeit zum Radarbildschirm zurückzukehren. Dies hat allerdings auch seinen Preis: Kehrt man zum Radar zurück kämpft der Computer für einen. Auch bei Feindkontakt und keinem Wechsel in den Kampfbildschirm wird die K.I. die Gefechte selbst simulieren. Hierbei ist die grobe Faustregel, dass ein Abwehrflieger drei Ufos zerstört bevor er selbst dran glauben muss. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit aus Kämpfen zu fliehen, in dem man die entsprechende Einheit in den Hangar zurückruft oder zum Einsatz gegen eine andere Angriffswelle schickt.

    Space Battle bietet dem Spieler fünf verschiedene Schwierigkeitsstufen. Während vor allem die einfachste Stufe keine größere Schwierigkeit darstellt, werden vier und fünf hingegen echte Herausforderungen. Denn mit den Stufen erhöht sich gleichzeitig die Geschwindigkeit der Ufos auf dem Kampf UND dem Radarbildschirm. Während man kämpft nähern sich zudem noch die restlichen Ufos, so dass man vielleicht einen Gegner-Trupp abwehrt, aber in der Zeit von weiteren bereits am Mutterschiff attackiert wird. Doch nicht nur die Geschwindigkeit ändert sich drastisch, auch die Frequenz der gegnerischen Schüsse auf den Spieler. So wird vor allem auf der höchsten Stufe aus allen Rohren auf einen geschossen, was in Zusammenspiel mit der mangelnden Zeit einen wirklich hohen Schwierigkeitsgrad ausmacht.

    Leider ist Space Battle aber mit sehr wenig Umfang gesegnet. Sind die fünf Angriffswellen überstanden ist die Besatzung des Mutterschiffs gerettet und das Spiel vorbei. Es gibt kein zweites Level, nicht mal eine Art "Challenge-Mode", so dass sich nach jedem erfolgreichen Spiel der Schwierigkeitsgrad um eins erhöht. Da eine Runde nur wenige Minuten dauert ist dies natürlich, selbst für damalige Verhältnisse, viel zu wenig. Auch der Einfallsreichtum bei den Gegnern lässt zu wünschen übrig. Man bekommt es immer mit den gleichen Ufos zu tun, es gibt keinen einzigen weiteren Kontrahenten, was die Langzeitmotivation durchaus einschränkt.
    Dafür ist aber ein Mehrspielermodus mit an Bord. So kann sich jederzeit ein weiterer menschlicher Spieler den freien Controller schnappen und frei die Einheiten auf dem Feld manövrieren. Allerdings ist dabei eine sehr gute Absprache nötig, da Anweisungen des einen Spielers durch den anderen jederzeit widerrufen werden können. Besonders skurril gestaltet sich dies in den Kämpfen. Auch dort hat jeder Spieler die gleiche Handlungspriorität. Die Steuerung erhält hier immer der Controller, auf dem die letzte Eingabe erfolgt ist. Lenkt also Spieler 1 nach links, bewegt sich das Fadenkreuz nach links. Drückt nun Spieler 2 aber nach rechts, so bekommt er, da seine Eingabe die aktuellste ist, das Kommando und das Fadenkreuz wandert nach rechts, selbst wenn Spieler 1 noch links gedrückt hält. Er wird also entmachtet. Dafür ist die praktisch nutzlose Arbeitsteilung, dass Spieler 1 lenkt und Spieler 2 schießt, möglich. Da dieser Mehrspielermodus nur abwechselnd funktioniert, könnte man sich den zweiten Controller auch direkt sparen und einen weiterreichen. Somit ist die Idee zwar wirklich nett, aber durch die eher sinnlose Umsetzung leider kaum zu gebrauchen.

    Alles in allem ist das Gameplay solide. Die taktischen Spielereien auf dem Radar machen wirklich Spaß und die Kämpfe sind genial umgesetzt. Große Minuspunkte gibt es aber bei der Spieldauer und dem Umfang. Da es auch keinerlei Highscores gibt fragt man sich schnell, wozu man noch eine Runde spielen soll. Es ist wirklich schade, da die Ansätze ausgezeichnet sind, aber durch die mangelnde Langzeitmotivation kann es hier leider nur 6 Punkte geben.

    Fazit: Space Battle macht einen super ersten Eindruck, den es leider nicht ganz bestätigen kann. Während man anfangs noch fasziniert und begeistert bei der Sache ist, merkt man schnell die Monotonie. Das Spiele aus dieser Zeit selten komplexere Spielabläufe haben ist zwar nicht von der Hand zu weisen, aber die Spieldauer von wenigen Minuten pro Runde und durch mangelnde Abwechslung schnell schwindende Lust auf mehr Runden fallen sehr negativ auf. Während man bei Titeln wie Astrosmash und Space Armada stundenlang auf Rekordjagd gehen kann, bietet einem Space Battle keinen derartigen Anreiz. Die höchste Schwierigkeitsstufe ist zwar wirklich knackig und erfordert einiges an Können, doch nachdem die gemeistert wurde war es das endgültig mit der Motivation. Dennoch möchte ich den Titel nicht völlig zerreißen, da er zwei interessante Genre mit Shooter und Strategie mischt und darüber hinaus auch von der Grundidee her durchaus spaßig ist.
    Retro-Fans sollten auf jeden Fall einen Blick riskieren.

    Anmerkung: Da das Gameplay wesentlich für die Bewertung ist und auf Grund des geringen Umfangs für nicht optimal befunden wurde, wird die Gesamtwertung von 7,5 auf 7,0 Punkte reduziert.

    Negative Aspekte:
    viel zu kurz, keine Highscores, kein wirklicher Mehrspielermodus, mittelmäßiger Sound, Langzeitmotivation fehlt

    Positive Aspekte:
    guter Genremix, taktische Elemente machen Spaß, gute Grafik, extrem passende Steuerung, durch 5 Schwierigkeitsstufen für Anfänger und erfahrene Spieler geeignet

    Infos zur Spielzeit:
    Ignorama hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • Space Battle
    Space Battle
    Publisher
    Mattel
    Developer
    Mattel
    Release
    1979

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24.07.2011
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