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  • Spaceforce: Rogue Universe im Gamezone-Test

    Eine komplexe und wunderschöne Space-Opera, die uns den Einstieg ganz besonders schwer macht.

    Ich hab nichts gegen schlechte Spiele, denn sie sind nicht mein Problem. Sie kommen schnell, sie gehen schnell und letztendlich sind die meisten nur eine Sorge des Herstellers. Was mir allerdings wirklich Kopfschmerzen bereitet, sind Spiele, die eigentlich gut wären, wenn denn nur das Wörtchen wenn nicht wäre. Sei es eine zu kurze Entwicklungszeit , die schlampige Umsetzung einer tollen Idee oder einfach ein fehlender Feinschliff, immer wieder mal kommt ein Spiel, dass eigentlich alles hat, was es braucht, um zum absoluten Kracher der nächsten Monate avancieren zu können, wenn irgend jemand bei der Qualitätskontrolle doch nur noch mal den Finger gehoben hätte. Dies ist die Geschichte eines solchen Spiels...

    Eine langweilige Geschichte in spannender Umgebung

    Spaceforce: Rogue Universe Spaceforce: Rogue Universe Der neueste Vertreter dieser wenig rühmlichen Kategorie ist eine Space-Opera-Simulation, was ja ein derzeit recht schwach besetztes Genre darstellt. Space Force: Rogue Universe vom kroatischen Entwickler Provox Games, hierzulande von Jowood vertrieben, bietet dem Spieler gleich zu Beginn des Spiels eine sehr grundlegende Wahl zwischen dem Story-Modus und der Sandkastenvariante ohne definiertes Spielziel, wobei die meisten Spieler sich zu Beginn wohl für die Story entscheiden werden, denn eigentlich erwartet man bei einer Space-Opera hier die epische Dinge. Was sich dann aber über einen langen und die meiste Zeit leider auch langweiligen Zeitraum entfaltet, ist nicht gerade Asimov sondern eine etwas unmotivierte Handlung über einen recht uninteressanten galaktischen Krieg und, was den vordefinierten Helden Commander Jim Anderson mehr interessiert, die Suche nach seiner verlorenen Schwester. Der Plot macht den Eindruck, dass man die ersten Ideen, die man hatte, nahm und immer weiterspann, ohne dabei sich mit Dingen wie Dramaturgie oder Charaktertiefe aufzuhalten. In einem Genre, das eigentlich ein beliebiges Maß an Kreativität und Möglichkeiten zulassen würde, bleibt die große Handlung von Space Force oberflächlich und streckenweise leider schlicht langweilig.

    Spaceforce: Rogue Universe Spaceforce: Rogue Universe Das liegt aber nicht an der Komplexität des Space Force - Universums, welches sich am besten dann im Free-Play-Modus erkunden lässt. Hier ist der Spieler völlig frei von allen Zwängen und kann sich in bester Elite-Manier in die Tiefe des Raumes stürzen und Glück, Reichtum und exotische Aliens suchen. Derer gibt es dann auch nicht zu wenige, denn das Universum wird von zehn Fraktionen beherrscht, von denen gerade mal zwei menschlich sind. Der Rest ist ein wildes Konglomerat aus Cyborgs, Echsenwesen, elfenartigen Humanoiden und fremdartigen Licht-Energie-Wesen, die alles ihren Teil des Raumes beanspruchen und auch mit Zähnen, Klauen und anderen Extremitäten verteidigen. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn Provox Games die Tiefe, die sie den Hintergründen und Beschreibungen der Fraktionen gewidmet hat auch der Story hätte angedeihen lassen, denn hier stimmt alles. Es gibt zahlreiche kleine Details, die sich in Gesprächen über die Wesen herausfinden lassen und nach und nach bekommt man einen guten Eindruck von der eigentlich recht reichen Welt von Space Force.

    So einsteigerfreundlich wie Spaceshuttlefliegen

    Spaceforce: Rogue Universe Spaceforce: Rogue Universe Die Betonung liegt hier auch "nach und nach", denn zunächst wird der Spieler gnadenlos in das kalte Wasser geschubst. Es gibt ein Tutorial, nur ist dieses leider ein Monument von Programmierern, die davon ausgehen, dass jeder ja wohl weiß, wie das frisch gekaufte Spiel funktioniert. Ein Hinweis in der Richtung wie "erhöhen Sie den Schub" ist an sich gut, um ein solches Manöver zu lernen, nur wäre es besser, wenn wenigstens noch die Default-Taste für dieses Manöver genannt worden wäre. So hilft entweder ein Blick in das viel zu dünne und schlecht aufgebaute Handbuch oder gleich das Optionsmenü. Dieses Phänomen zieht sich erstaunlicherweise noch Stunden in das Spiel hinein, denn auch viele Funktionen und Optionen, die im Verlauf dazukommen werden genauso stiefmütterlich dem Spieler in bester "sink or swim"-Manier gereicht. Besonders das Schiff-Upgrade, die Waffenverwaltung oder andere, komplexere und lebensnotwendige Funktionen sind zwar prinzipiell gut gelöst worden, nur leider hätte man sie in dem sehr mäßigen 30-Seiten-Handbüchlein erklären sollen. Somit sei jetzt jeder gewarnt, der eine geringe Einarbeitungszeit und leichte Zugänglichkeit von einem neuen Spiel erwartet.

    Viel, aber nicht viel Unterschiedliches

    Spaceforce: Rogue Universe Spaceforce: Rogue Universe Sind diese Hürden genommen, eröffnet sich den auch eine Vielfalt von Möglichkeiten, die jeden passionierten Weltraumreisenden das Herz höher schlagen lassen dürfte. Dies beginnt schon mit der stattlichen Auswahl an Raumschiffen, denn es ist ja selbstverständlich, dass der Weltraumeimer, mit dem der Spieler zuerst die Unendlichkeit zwischen den Welten durchkreuzt, nur das Alpha der Palette ist. 14 verschieden Schiffe aller Klassen können erworben und fast beliebig bestückt und in RPG-Manier erweitert, bzw. verbessert werden. Ob es ein leichter Jäger mit hoher Wenigkeit oder doch lieber ein größeres Schiff mit mehr Laderaum sein soll, bleibt dem Spieler genauso selbst überlassen, wie das, was er dann damit anstellen möchte. Die Freiheiten von Space Force sind wohl das beste Argument für das Spiel, denn wenn wir ehrlich sind, funktioniert die 20 Jahre alte Elite-Formel auch heute noch erstaunlich gut. Hier ein wenig Handeln, dort ein wenig auf Beutezug bei einer feindlich gesonnenen Fraktion und dann schnell das eigene Schiff erweitert ist immer noch das Rezept für einen unterhaltsamen Abend im Weltraum. Dem kommt auch die Zahl von über 2000 kleinen Missionen entgegen, die auf den zahlreichen Raumstationen und Planeten angenommen werden können.

    Spaceforce: Rogue Universe Spaceforce: Rogue Universe Beim Design der vielen Missionen waren dann aber wohl wieder die gleichen Leute zugange, die sich die eher lahme Handlung ausdachten. Letztendlich laufen die Missionen immer nach Schema F ab, nämlich fliege von A nach B, gelegentlich über C. Auf dem Weg muss dann entweder ein Piratenschiff oder etwas anderes zerstört werden oder als Eskorte gilt es ein Schiff zu bewachen. Leider läuft dies wieder automatisch darauf hinaus, irgendwas im Weltraum in seine Einzelteile zu zerlegen. Für Abwechslung könnten die Kurier- oder Hackermissionen sorgen, aber auch diese beinhalten nur Flüge zwischen zwei Punkten mit ein wenig optionaler Zerstörung von etwas zwischendurch. Es lässt sich jetzt leicht sagen, dass dies die Grundformel des letzten Vierteljahrhunderts bei solchen Spielen sei, nur haben gerade in den letzten Jahren eine Reihe anderer Spiele, allen voran Oblivion, gezeigt, dass kleine Nebenplots nicht zwangsläufig billig und generisch sein müssen. Auch das System der Fraktionen reißt da leider nicht viel heraus, denn der Kenner bekommt, was er erwartet. Sobald man ein Schiff von einer Truppe pulverisiert, verlaufen zukünftige Kontakt mit dieser Gruppe nicht mehr friedlich ab. Wer trotzdem wieder in die Gunst aufgenommen werden möchte, hat es allerdings einfach. Ein paar tausend Credits auf das richtige Konto und schon ist die tapfere Crew, die durch die Aktion des Spielers im Weltraum verglühte, vergessen und alle sind wieder Freunde. Hier ist Space Force zu einfach...

    Feuertaufe im Weltraum

    Spaceforce: Rogue Universe Spaceforce: Rogue Universe ...während es an anderen Stellen zu schwer ist. Vor allem die Anfangsphase mit der traurigen Ausrede eines Startraumschiffes unter dem virtuellen Hintern wird der Spieler schnell Demut lernen müssen, wenn er hofft die ersten Stunden zu überstehen. Ohne bessere Waffen, Schilde und Begleiter ist es bestenfalls hart, schlimmstenfalls unmöglich, irgendetwas Feindliches zu eliminieren. Ohne dies allerdings zu schaffen ist es kaum möglich genug Geld für erstgenannte Utensilien zusammenzubekommen. So ernährt sich das Weltraumeichhörnchen dann auch zunächst sehr mühsam und mit langweiligen Kleinstaufträgen. Mit der Standardbewaffnung scheint man grundsätzlich unterlegen zu sein, denn die feindlichen Schilde regenerieren sich sehr schnell. Ist ein Ziel erst einmal für ein paar Sekunden aus dem Fadenkreuz, beginnt es sich schon zu erholen und der Dogfight beginnt praktisch von vorn. Vor allem im Kampf gegen mehrere Feinde ist dies nicht besonders lustig, da man eigentlich nicht in der Lage ist das Ziel zu wechseln. Wer einen feindlichen Jäger kurze Zeit in Ruhe lässt, um sich seinem Freund zu widmen, wird sich nach kurzer Zeit dem ersten wieder in alter Stärke stellen müssen. Besonders in den Eskorte-Missionen ließ mich dies mehr als nur ein wenig gefrustet zurück, denn schließlich darf man sich von seinem Schützling nie zu weit entfernen und kann nicht jedem flüchtenden Feind mit schon dezimierten Schilden folgen.

    Spaceforce: Rogue Universe Spaceforce: Rogue Universe Dieses Elend, denn nichts anderes ist es teilweise bei den ausgesprochen wendigen Feinden und den praktisch nicht möglichen taktischen Manövern, bessert sich dann aber zunehmend, denn sind erst mal ein paar neue Waffen im Gepäck und ein paar Flügelmänner angeheuert, denn dann zieht sich der Kampf nicht mehr so unnötig in die Länge und macht auch Spaß. Dazu tragen die eigenen Flügelmänner einen guten Teil bei, denn es gibt zwar nicht so viele Befehle für sie, dafür folgen sie diesen dann aber auch so gut, dass sie eine echte Hilfe sind. Und auch die eigenen Waffensysteme und der Wechsel zwischen verschiedenen Kanonen, die unterschiedlich brauchbar gegen bestimmte Ziele sind, ist gut gelöst und praktisch nicht erklärt. Dann wird es auch nicht mehr so häufig vorkommen, dass man stirbt. Der Tod im Weltraum gehört dazu, das ist selbstverständlich und das Savesystem machte es einem auch ein wenig leichter, diese Tatsache zu akzeptieren. Der Nachteil des ganzen ist, dass es pro Charakter nur einen Spielstand gibt. Dies ist allerdings weniger schlimm, da jederzeit im Optionsmenü gespeichert werden darf und in jeder Raumstation ein Autosave stattfindet.

  • Spaceforce: Rogue Universe
    Spaceforce: Rogue Universe
    Developer
    Provox Games
    Release
    06.2007

    Aktuelles zu Spaceforce: Rogue Universe

    Aktuelle Action-Spiele Releases

    Cover Packshot von I Expect You To Die Release: I Expect You To Die
    Cover Packshot von Watch Dogs 2 Release: Watch Dogs 2 Ubisoft , Ubisoft
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Spaceforce: Rogue Universe
Spaceforce: Rogue Universe im Gamezone-Test
Eine komplexe und wunderschöne Space-Opera, die uns den Einstieg ganz besonders schwer macht.
http://www.gamezone.de/Spaceforce-Rogue-Universe-Spiel-34058/Tests/Spaceforce-Rogue-Universe-im-Gamezone-Test-991381/
26.07.2007
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/07/screen2_large_18_.jpg
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