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  • Spellforce: The Order Of Dawn im Gamezone-Test

    Spellforce erfüllt die hohen Erwartungen: Rollenspiel und Strategie wurden hier gelungen zusammengeführt.

    Der gelungene Startschuss eines neuen Genres!

    Es sollte ja mittlerweile hinlänglich bekannt sein, dass Spellforce eine Verbindung von Rollenspiel und Echtzeitstrategie als wichtigstes Feature bieten will. Ein Trend, der mit dem richtungsweisenden Warcraft III seinen Lauf nahm und nun von immer mehr Entwicklern aufgegriffen wird, findet nun mit Spellforce seinen vorläufigen und erfolgreichsten Höhepunkt. Unser Test verrät euch alles über die Stärken und Schwächen dieses neuen Genres.

    Wir befinden uns in der Welt von Fiara, welche sich gerade von den Schrecken einer verheerenden Katastrophe erholt. Ein Zirkel mächtiger Magier beschwor vor acht Jahren das Ritual der Konvokation herauf und zerstörte damit fast die ganze Welt. Nun driften ganze Landstriche durch das Nichts und werden nur noch von magischen Portalen mit ihrer Umwelt verbunden. Ihr übernehmt die Rolle eines Runenhelden, welcher nur durch die Kraft der mächtigen Runensteine existiert. Als Runenheld habt Ihr es in der Welt von Fiara nicht gerade leicht, denn die spezielle Fähigkeit ganze Armeen an antiken Monumenten heraufzubeschwören macht Euch zu einer sehr gefragten Person. Eure Aufgabe besteht zunächst darin euren Schöpfer, den Magier Rohen, über eine gefährliche Verschwörung in Kenntnis zu setzen. Doch das ist leichter gesagt als getan, ganze Horden an Goblins und Orks versperren Euch den Weg.
    Natürlich hat sich auch Spellforce deutlich von den Werken von des J.R.R. Tolkien oder eben Peter Jackson inspirieren lassen, man könnte Fiara genauso gut auch Mittelerde nennen. Dennoch ist genau diese deutliche Ähnlichkeit einer der großen atmosphärischen Pluspunkte des Spiels. Die Story wird Euch in vielen Dialogen und einem absolut sensationellen Introvideo näher gebracht, vieles kann bei Bedarf in den Gesprächen auch hinterfragt werden und überrascht dann umso mehr mit viel Tiefgang.

    Ganz ähnlich wie in Microsofts "Dungeon Siege" beginnt Ihr Euer Abenteuer als einzelner Kämpfer, welchen Ihr zuvor nach den altbekannten Regeln der Rollenspiele erstellt habt. Euer "Avatar" ist natürlich gleich zu Beginn etwas stärker auf der Brust und hat kaum Probleme mit einfachen Monstern wie Spinnen oder Wölfen fertig zu werden. Für Fans des Genres werden alle Arten an Klassen geboten, vom mächtigem Barbaren bis hin zum dunklen Magier ist alles dabei was das Rollenspielerherz begehrt. Mit dem Erreichen einer neuen Erfahrungsstufe könnt ihr im Spiel selbst Eure Gesinnung auch ändern, so wird zum Beispiel durch das Erlernen von weißer Magie ein Barbar mal schnell zum Paladin gemacht. Außerdem können beim Aufstieg in eine neue Stufe die obligatorischen Attributspunkte auf Eigenschaften wie z.B. Stärke, Charisma oder Intelligenz verteilt werden. Etwas anders sieht es da schon mit Eurer Heldentruppe aus: An bestimmten Heldenmonumenten können weitere Helden beschworen werden, welche zwar keine Erfahrungspunkte sammeln können, aber genau wie Euer Avatar mit zahlreichen praktischen Rüstungen, Waffen und Ringen ausstaffiert werden können. Sollten diese Gefährten mal den Löffel abgeben, können sie jederzeit an einem Heldenmonument wieder zum Leben erweckt werden. Die Fähigkeiten dieser Helden definieren sich über spezielle Runensteine, welche Ihr im Laufe Eurer Reise findet. Diese Runensteine setzt Ihr einfach in einem Menü an die passende Stelle und schon kann der nützliche Helfer an jedem Heldenmonument beschworen werden. Wie in anderen Rollenspielen auch, könnt Ihr in Dörfern mit vielen Einwohnern reden und sogar bei den örtlichen Händlern die verschiedensten Gegenstände kaufen oder verkaufen. Die Bewohner haben oftmals auch ein paar Informationen oder kleinere Aufgaben für euch, wer also mal von der Hauptstory abweichen will, kann dies jederzeit tun und sich den gewinnbringenden Bonusquests widmen.

    Doch nun zum etwas stärker ausgeprägten Strategieteil des Spiels: Fast jeder Hauptquest kann erst mit dem Erreichen eines Portals oder dem Zerstören eines großen feindlichen Lagers abgeschlossen werden. Eure kleine Heldentruppe ist dafür natürlich viel zu klein. Gut, das Ihr die Macht der Rune besitzt und somit an einem Monument eine riesige Armee heraufbeschwören könnt. Da die hochentwickelten Soldaten, Kleriker und Magier bestimmte Ressourcen zur Beschwörung benötigen, müsst Ihr erst mal mit Euren Arbeitern die verschiedenen Ressourcen des Landes fördern. Diese setzen sich aus Holz, Stein, Eisen, Nahrung und den magischen Elementen Mondsilber, Aria und Lenya zusammen. Der Abbau von fast allen Ressourcen kann durch bestimmte Gebäude beschleunigt oder sogar verdoppelt werden, man hat hier ganz klar großen Wert auf eine sehr umfangreiche Gebäudestruktur gelegt. Einige Elemente können nur von bestimmten Rassen abgebaut werden, denn Ihr kommt im Laufe des Spiels nicht nur mit menschlichen Handlangern in Kontakt, sondern auch mit Elfen, Orks, Zwergen, Trollen und Dunkelelfen. Alle Details der einzelnen Rassen an dieser Stelle zu beschreiben, würde den Rahmen dieses Reviews sprengen, aber soviel sei gesagt: Alle verfügen über komplett unterschiedliche Gebäude sowie Kampfeinheiten und haben deshalb natürlich auch verschiedene Vor- und Nachteile im Kampf. Es gibt auch Missionen in denen Ihr mit mehreren Rassen gleichzeitig hantieren und deshalb auch mehrere Basen auf der Karte verwalten müsst. Sobald Ihr Euer Einheitenlimit durch den Bau eines größeren Haupthauses erhöht habt, könnt Ihr auch einen Titanen beschwören. Diese besonders schönen und starken Einheiten eignen sich hervorragend für große Schlachten und sind nur schwer zu besiegen. Der Aufbau einer kleinen Armee und Basis geht in diesen Strategieabschnitten relativ schnell über die Bühne, um aber die hochentwickelten Spezialkämpfer oder sogar Titanen erschaffen zu können, vergeht schon eine gewisse Zeit - wenn man zusätzlich noch die Karte erforscht und die in regelmäßigen Abständen antrabenden Feinde zurückdrängen muss, kann so ein Abschnitt schon mal knapp zwei Stunden in Anspruch nehmen. Für Gelegenheitsspieler wahrscheinlich etwas zu lang, für begeisterte Echtzeitstrategen hingegen wohl genau das Richtige.

    Natürlich findet man auf dem Weg durch die Welt von Spellforce jede Menge Items und andere hilfreiche Gegenstände. Diese Dinge werden von einem sehr übersichtlichen Interface verwaltet, darin kann man nicht nur seine Helden ausrüsten und aufleveln, sondern auch verschiedene Zaubersprüche erlernen. Weiterhin gibt ein detailliertes Questlog genaue Auskünfte über den aktuellen Spielfortschritt. Das Questlog hat aber leider einen großen Haken: Besonders die eher unwichtigen Sidequests werden hier nur unzureichend beschrieben, denn es fehlt schlichtweg der Aufenthaltsort des Auftraggebers. Wer den nämlich vergessen sollte, tappt in der riesigen Welt schnell im Dunklen wird so manchen Quest dann doch lieber links liegen lassen. Auch hätte in Sachen Interface die Verwaltung der Ausrüstungsgegenstände eine Sortierfunktion gut gebrauchen können, denn da die Feinde sehr oft mal einen Gegenstand fallen lassen, entsteht hier schnell ein mehrseitiges Chaos. Doch nun genug der Kritik, zurück zum Interface: Bei den Leichen Eurer Gegner oder auch in so mancher Schatzkiste findet Ihr ab und an auch mal ein paar Baupläne für neue Einheiten oder sogar Gebäude, welche ebenfalls im zentralen Interface verwaltet werden und der eigenen Produktion zugeführt werden können. Somit erweitern sich auf den Reisen durch die Lande nicht nur die Fähigkeiten Eures Helden, sondern auch die Baumöglichkeiten in der heimischen oder zukünftigen Basis. Eine kleine Übersichtskarte gibt Euch jederzeit Bescheid, sobald ein Angriff auf die Basis stattfindet, man sollte also ständig eine kleine Gruppe zum Schutz der Arbeiter am Start haben. Da die Gegner nicht besonders viele Angriffstaktiken auf dem Kasten haben, genügt es meist an einer guten Stelle einen Wachturm nebst ein paar Einheiten abzustellen und jegliche Bedrohung für die Basis ist damit ausgeräumt. Natürlich sind die Gegenden relativ übersichtlich gehalten, man muss ja schließlich zwischen Basis und Heldentruppe Hin- und Herschalten können, dennoch fällt einem auf, dass hier schon wesentlich größere Areale zum Einsatz kommen als man es normalerweise von Echtzeitstrategiespielen her gewohnt ist. Eine Sache ist uns noch in Bezug auf die Übersichtskarte bitter aufgestoßen: Sobald Ihr eine Gegend durch ein Portal oder einen Seelenstein mal verlassen habt und später wieder zurückkehrt, ist die gesamte Karte wieder in den dunklen Kriegsnebel eingehüllt. Das macht in sofern keinen Sinn, da Ihr ja oft noch wisst wo es lang geht, nur eben wieder alles von vorne aufdecken müsst. Den Freunden der Landschaftserkundung und wird dieses Manko schnell bitter aufstoßen. Ein Patch könnte diesen Kritikpunkt allerdings aus der Welt räumen, wir dürfen also gespannt sein. Die Steuerung folgt größtenteils den gängigen Genrestandards, kann aber auch mit ein paar sinnvollen Neuerungen aufwarten: So könnt Ihr Euerer Gruppe den Befehl zum Marsch mit Berücksichtigung eventueller Feinde geben. Somit widmen sich Eure Recken erst mal den auf dem Weg auftretenden Feinden und ziehen erst dann weiter. Eine sehr sinnvolle Idee, welche viele von uns bei anderen Spielen schon lange vermisst haben. Genauso wie die Möglichkeit die Karte per ASDW zu scrollen und per R und F zu zoomen, was hier endlich realisiert wurde. Das hochgepriesene Click'n'Fight-System dient dazu eine alliierte oder feindliche Einheit anzuklicken um dann in einer Liste sinnvoller Befehle selbige zu erteilen. Das hat zwar ein paar Vorteile, denn man kann bestimmte Gegner somit ganz gezielt beackern, bringt aber auch den Nachteil, dass nach einer solchen Aktion die eigene Einheit nicht mehr markiert ist und per Gruppentaste erneut gewählt werden muss.

    Der Einsteig in die Welt von Spellforce ist denkbar einfach, denn zu Beginn des Spiels wird man durch ein mehr als ausführliches Tutorial geführt, nachdem keinerlei Fragen mehr offen bleiben. Alles was man wissen muss, wird hier spielerisch erklärt, ein Studium des Handbuchs ist trotz der Komplexität des Spiels nicht nötig. Aber auch während des Spiels werden zu jedem Detail kleine Tooltipps geboten die auch so manche sinnvolle Hintergrundinformation verraten.

    Die Grafikengine nennt sich "Krass Engine" und macht an vielen Stellen ihren Namen alle Ehre. Eigentlich kam dieses in Deutschland entwickelte Grafikgerüst zuletzt bei Aquanox 2 zum Einsatz, die Entwickler von Spellforce haben das gute Stück aber kräftig umgekrempelt und nun taucht man nicht mehr über dunkle Meeresböden, sondern durchwandert farbenfrohe und detaillierte Fantasyszenarien. Die Weitsicht und Detailfülle überzeugt ganz besonders aus der 3rd-Person Ansicht: In dieser Ansicht bewegt man sich auch wie bei einem klassischen Rollenspiel mit der Tastatur über ASDW und erlebt die Welt nicht nur von ihrer schönsten Seite, sondern bekommt auch eine dicke Portion echte Rollenspielatmosphäre ab. Selbstverständlich geht hier die Übersicht schnell verloren, für das eigentliche Gameplay macht die 3rd-Persion Ansicht also keinen großen Sinn, dafür kann man aber nur aus diesem Blickwinkel die sensationelle Weitsicht des Spiels genießen. Wo anderswo schon bald eine dicke Nebelwand des Spielers Auge trübt, ist in Spellforce die Sicht wirklich so weit das Auge reicht. Deshalb lässt sich eine zuvor noch völlig mit Kriegsnebel verdeckte Karte recht schnell aufdecken - sofern man einen romantischen Ausguck in den Bergen finden kann. Diese Grafikpracht verlangt natürlich auch entsprechende Hardwarepower, eine dicke Grafikkarte sollte schon im heimischen Rechner werkeln, denn echte Kenner wissen, dass auch Aquanox 2 auch nicht gerade zimperlich war wenn es um Hardwareanforderungen ging. In Sachen Audio werden passende Melodien wie aus "Herr der Ringe" geboten, zwar hätte der Übergang zwischen elfenhafter Erkundungsmusik und orkhaftem Kampfgetöse etwas fließender sein können, aber was die eigentliche Musik und die deutschen Sprecher anbelangt wurde hier hervorragende Arbeit geleistet. Optik und Ton runden Spellforce in Sachen Atmosphäre gelungen ab und technisch macht den Entwicklern auch so schnell keiner was vor.

    Spellforce: The Order Of Dawn (PC)

    Singleplayer
    9,1 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    9/10
    Sound
    9/10
    Steuerung
    9/10
    Gameplay
    9/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    gelungener Genremix
    farbenfrohe und detaillierte Spielwelt
    viele Sidequests
    6 verschiedene Rassen
    enorm lange Spielzeit
    geniales Introvideo
    etwas dünner Mehrspielerpart
    wiederkehrender Kriegsnebel
    etwas langwierige Strategiephasen
  • Aktuelle Strategie-Spiele Releases

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Spellforce: The Order Of Dawn
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http://www.gamezone.de/Spellforce-The-Order-Of-Dawn-Spiel-34256/Tests/Spellforce-The-Order-Of-Dawn-im-Gamezone-Test-989601/
27.11.2003
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2003/12/4_Siedlung.jpg
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