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Splinter Cell: Chaos Theory (GC)

Release:
01.04.2005
Genre:
Action
Publisher:
k.A.
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Splinter Cell: Chaos Theory im Gamezone-Test

01.04.2005 15:47 Uhr
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Neu
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Die Gamecube-Version von Splinter Cell - Chaos Theory kann man eigentlich niemandem empfehlen.

Auch auf der Playstation2 und dem Gamecube feiert Sam Fisher seinen dritten Einsatz gegen das Böse der Welt. Allerdings unterscheidet sich das Gameplay ziemlich von den vollwertigen Brüdern auf PC und Xbox, die Level wurden zusammengestutzt und auch an der Grafik hat man einige Abstriche hinzunehmen. Ob man aber trotzdem genau so viel Spaß mit den beiden Versionen haben kann, lest ihr in diesem ausführlichen Review.

Fisher, ich sagte du sollst unentdeckt bleiben!

Fisher und sein Team Fisher und sein Team [Quelle: ] Widmen wir uns zuerst der Singleplayer-Kampagne, die uns das erwartete Gameplay aus viel Schleichen, Lampen ausschießen und im Verborgenen agieren bietet. Allerdings haben sich seit "Pandora Tomorrow" viele Neuigkeiten dazugesellt die uns das Spiel noch abwechslungsreicher und spannender gestalten sollen. Das beginnt mit so Kleinigkeiten wie dem Schulterblick bei aktivierter Waffe, wobei wir neuerdings die Wahl haben ob wir Fisher über die linke oder die rechte Schulter blicken wollen, und endet noch nicht bei der neuen primären Schussfunktion der SC-Pistole. Diese ist nun auch dazu zu gebrauchen um elektrische Anlagen zu stören, wie Generatoren oder Computer. Wesentlich stärker aufs Gameplay aber wirken sich so Dinge wie die primären und sekundären Missionsziele aus, oder die Möglichkeit nun jederzeit im Spiel speichern zu können. Die primären Missionsziele müssen erfüllt werden, wohingegen die sekundären erfüllt werden können, um die Wertung am Ende des Levels zu steigern. Speichern lässt sich an jeder Stelle des Levels, ebenso wieder laden.

Wo alles beginnt Wo alles beginnt [Quelle: ] Musste man sich in "Pandora Tomorrow" noch mit der vorbereiteten Ausrüstung zufrieden geben, dürfen wir neuerdings selbst wählen welche Ausrüstungsgegenstände und welche Munition wir bei unserem Einsatz vorziehen. Zwar ist es möglich bis zur letzten Patrone selbst zu wählen was einem wichtig erscheint, meist jedoch ist eine der drei vorgeschlagenen Pakete recht gut geeignet. Denn diese sind immer nach demselben Prinzip gepackt und bieten uns eine ausgeglichene Ausrüstung, eine die besonders auf leises Vorgehen hin zusammengestellt wurde, sowie eine für den offenen Kampf, der nur selten die beste Option ist.

Abgespeckte Level beim Gamecube und der PS2

Wer die Versionen der Xbox und des PCs bereits kennt, dem fällt auf den ersten Blick auf, dass man bei der PS2 ebenso wie der Gamecube Version die Level ziemlich zusammengestutzt hat. Wo es bei den anderen genannten Versionen mehrere Wege gibt das Ziel zu erreichen, sind wir hier oft auf nur einen gangbaren beschränkt. Doch sind es nicht nur Dinge die fehlen, vieles wurde auch komplett umgestellt und minimiert, wie beispielsweise die Zeltstadt der bösen Jungs, die eigentlich aus mehreren Zelten besteht die mit einem Generator mit Strom versorgt werden, auf der PS2 und dem Cube aber gibt es nur noch ein einzelnes Zelt mit einer Öllampe. Dieser Umstand begegnet einem eigentlich in jedem Level. Besonders auffällig dabei wie oft man in der abgespeckten Version überhaupt nicht das Ende des Levels erreicht, sondern einfach an einem Punkt kommt wo man per Tastendruck in den nächsten Level wechseln kann. So werden ganze Spielabschnitte übersprungen, wie das vorbeischleichen an bekannten Wachen oder das Ablenken derer, weil sie schlicht nicht mehr existieren.

Deutlich schwächere Grafik als auf PC und Xbox Deutlich schwächere Grafik als auf PC und Xbox [Quelle: ] Doch auch an der Grafikschraube hat man kräftig gedreht, denn was uns auf dem Cube und der PS2 geboten wird ist weit von der Pracht der PC oder Xbox-Version entfernt. Wo wir eigentlich verrostete Wände erwarten an denen das Regenwasser hinabläuft, begegnen uns grob aufgelöste Texturen die nur mit ganz wenigen Effekten aufgepeppt wurden. Hier merkt man einfach die Zugeständnisse die man an die inzwischen schon mehr als in die Tage gekommene PS2-Hardware machen musste. Allerdings trauen wir uns behaupten, das auf dem Cube doch etwas mehr drinnen gewesen wäre. Trotzdem glänzt aber ausgerechnet Nintendos Spielewürfel mit einer recht niedrigen Framerate im Singleplayer-Mode.

Fisher, du sollst am Leben bleiben! Fisher, du sollst am Leben bleiben! [Quelle: ] Da es sich bei Splinter Cell um kein Videospiel handelt, zumindest wenn wir unserem Mentor Colonel Lambert glauben, gibt es auch nicht so seltsame Dinge wie das Ende der Mission nach drei ausgelösten Alarmen. Stattdessen gibt es verschiedene Alarmierungsstufen die das Verhalten der Gegner bestimmen. Sind wir überhaupt noch nicht aufgefallen, verhalten sich die Wachen auch entsprechend unbedarft und schlendern gerne lustlos durch die Gegend. Nach dem ersten Alarm allerdings erhöht sich ihre Aufmerksamkeit und sie beginnen die jeweilige Örtlichkeit abzusuchen. Nach dem nächsten Alarm legen sie gar ihre schusssicheren Westen an und lösen wir daraufhin noch einen aus, ist wahrlich der Teufel los. Die Wachen panzern und bewaffnen sich mit allen was ihnen in die Hände fällt und beginnen eine regelrechte Hetzjagd auf uns. Da sie sich auch gegenseitig gut zuarbeiten, sich Feuerschutz geben und versuchen uns in die Zange zu nehmen, ist es in diesem Augenblick meist zu spät und nur selten überlebt man solch eine Situation. Dieses System der verschiedenen Alarmstufen funktioniert prächtig und sorgt für herrlich prickelnde Spannung.

Die bekannte Wärmesicht Die bekannte Wärmesicht [Quelle: ] Geräusche, bzw. deren Abwesenheit, waren schon immer wichtig in Splinter Cell. Neuerdings aber gibt es auch eine spezielle Anzeige, den sogenannten Audiometer, welcher uns die Lautstärke der Umgebung ebenso anzeigt wie die von uns erzeugten. Auf diese Weise ist es ein leichtes die Hintergrundgeräusche nicht zu übertönen und sich praktisch lautlos zu bewegen. Klar, dass wir auf Wunsch auch wieder Lärm machen können, indem wir Dinge schmeißen oder schlicht pfeifen, um Wachen abzulenken oder sie auf die falsche Fährte zu führen.

Gleiches Gameplay, viel mehr Action

Anschleichen und ausschalten Anschleichen und ausschalten [Quelle: ] Das grundlegende Spielprinzip ist natürlich das geblieben was Splinter Cell schon immer war. Allerdings erzeugt die Summe der vielen Neuerungen tatsächlich einen neuen Spieleindruck. Denn auch wenn man eine Wache einfach erschießen kann, ist es doch viel lustiger und spannender zu versuchen sie möglichst spektakulär um die Ecke zu bringen. So können wir uns von einem Rohr herabhängend eine Wache schnappen und ihr das Genick brechen, ohne den Boden zu betreten. Ebenso ist es möglich sie über ein Geländer in die Tiefe zu stoßen oder ihnen einfach das Kampfmesser von ganz nah zu zeigen. Besonders spannend ist es auch wenn man versucht in ein Zelt einzudringen, indem man die Plane zerschneidet und sich von Hinten an die Wache ranmacht. Speziell dieses Feature aber verrät uns, dass eben doch nicht alles überall möglich ist. Denn nur an den dafür gedachten Stellen können wir ins Zelt eindringen, nicht etwa dort wo es uns am praktischsten erscheint.

Von den neuen technischen Spielereien abgesehen bemerkt man recht schnell, dass sich die Entwickler nicht nur viel Mühe gegeben haben uns möglichst unterschiedliche Herausforderungen und Einsatzorte zu bieten, das Gameplay im gesamten ist auch etwas schneller und actionreicher ausgefallen. So dürfen wir wesentlich öfter die Waffe einsetzen oder rohe Gewalt anwenden. Trotzdem aber liegt der Hauptaugenmerk nach wie vor auf dem unentdecktem Vorgehen.

Co-op und Versus-Mode

Den Versus-Mode, also die Spielvariante an der bis zu vier Spieler teilnehmen können, wobei zwei in die Rolle der Spione schlüpfen und die anderen zwei in die Rolle der verteidigenden Söldner, gibt es auf dem Gamecube überhaupt nicht. Ebenso wenig wie die Möglichkeit online zu spielen. Einzig der Coop-Mod per Splitscreen ist in dr Cube-Version noch vorhanden und somit die einzige Möglichkeit zu Zweit zu spielen. Allerdings spielen wir im Co-op nicht etwa die Missionen aus der Singleplayer-Kampagne, sondern vier speziell für diesen Modi erstellte Level. Zugegeben, vier Level hört sich nicht besonders viel an und ist es in der Praxis auch nicht, auch wenn die Level selbst ebenfalls sehr gelungen und abwechslungsreich sind.

Neben den bekannten Bewegungen und Gadgets gibt es im Co-op Mode spezielle Bewegungen die nur zu Zweit und nur in diesem Modus benutzt werden können. Allen voran die Räuberleiter, wobei ein Spieler den anderen über ein hohes Hindernis heben kann. Auf dieselbe Art und Weise funktioniert die menschliche Leiter, nur eben umgekehrt von Oben herab. Variationen davon sind das Doppel-Abseilen und der Kopfüber-Abstieg. Der Vorteil beim Doppel-Abseilen ist, dass der Spieler der am Seil hängt seine Waffe benutzen kann, wohingegen der haltende Spieler die Bewegung des Hängenden steuert. Beim Kopfüber-Abstieg hingegen können wir die Waffe nicht benutzen, aber sehr wohl unsere Hände. Während uns also unser Mitspieler hinablässt, können wir uns eine Wache greifen und sie erwürgen. Die beiden lustigsten Moves aber sind definitiv das auf der Schulter stehen, wobei man sogar seine Waffe einsetzen kann, sowie der Weitsprung. Dieser gestaltet sich nämlich anders als erwartet. Um beispielsweise seinen Kollegen über eine Laserbarriere zu bekommen, genügt es ihn zu nehmen und darüber zu schleudern. Der Geschleuderte ist sogar in der Lage eine Wache auszuschalten, insofern der Werfer auch gut gezielt hat. Wie realistisch es ist seinen Mitstreiter mehrere Meter durch die Luft zu schmeißen sei einmal dahingestellt, Spaß macht es allemal.

Technisches

Da sah doch Pandora Tomorrow besser aus Da sah doch Pandora Tomorrow besser aus [Quelle: ] Auch wenn der Gamecube eine geringfügig gefälligere Grafik auf dem Schirm zaubert als die PS2, ist das Gezeigte doch weit von der Pracht der PC und der Xbox-Version entfernt. Zudem bekommen wir auf dem Cube die abgespeckteste aller Versionen kredenzt, denn der Online-Part fehlt ebenso wie der Versus-Mode. Gleichzeitig aber bekommen wir die gleichen zusammengestutzten Level wie auf der PS2 geboten. Zu allem Überfluss noch kämpft die Cube-Version mit dem Geiz von Nintendo dem Cube ein vernünftiges Speichermedium zu spendieren, weswegen die Chaos Theory auf zwei CD's daherkommt. Viele Spieler werden nach dem ersten Start entsetzt feststellen, dass die winzige und nur 60 Blöcke fassende Standard-Memcard des Gamecube viel zu klein ist, den SC3 benötigt zum Speichern 69 Blöcke. So hat der Titel nicht nur die Grenzen des Speichermediums gesprengt sondern auch die der Memcard. Zu aller letzt sei noch erwähnt, dass das Gamecube-Pad für dieses Spiel viel zu wenige Knöpfe und Funktionen besitzt, weswegen man viele Funktionen mit einer Kombination aus verschiedenen Tasten aufrufen muss. Bereits für den Waffenwechsel muss man zwei Tasten gleichzeitig drücken, so wie auch für das Pfeifen etc.

   
Peter Grubmair
Wer die Wahl hat auf welchem System er die Welt retten will, sollte sich unbedingt für die PC oder die Xbox-Fassung entscheiden. Denn auch wenn SC3 auch auf dem Gamecube noch ein gutes Spiel ist, fehlt ihm doch eine ganze Menge im Vergleich mit den vollwertigen Versionen. Das bezieht sich nicht nur auf die Grafik, sondern vor allem auf das Gameplay, da vieles auf dem Gamecube schlicht nicht machbar ist weil nicht vorhanden. So kann man den neuen spektakulären Coop-Mode nur lokal per Splitscreen spielen, online geht überhaupt nichts und auch der Versus-Mode fehlt komplett. Dazu gesellen sich die Probleme mit dem Joypad mit viel zu wenig Funktionen und die viel zu kleine Standard-Memcard. Zwar macht das den Titel noch lange nicht schlecht, verwehrt ihm aber die Topwertung der großen Brüder. Genau genommen ist die Cube-Version von Splinter Cell - Chaos Theory die aller magerste.
   
Splinter Cell: Chaos Theory (GC)
Singleplayer-Wertung

8 /10
Leserwertung
(9 Votes):
8,6
Multiplayer
Grafik
Sound
Steuerung
Gameplay
-
8/10
9/10
7/10
8/10
Bewertung nach dem Einsatz
Zusammengestutzte Level
wählbares Equipment
kein Online-Gaming
primäre und sekundäre Missionsziele
kein Versus-Mode
Redakteur
Moderation
01.04.2005 15:47 Uhr
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990223
Splinter Cell: Chaos Theory
Splinter Cell: Chaos Theory im Gamezone-Test
Die Gamecube-Version von Splinter Cell - Chaos Theory kann man eigentlich niemandem empfehlen.
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