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SpongeBob Squarepants: Revenge of the Flying Dutchman (PS2)

Release:
04.2003
Genre:
Action
Publisher:
THQ
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SpongeBob SquarePants: Revenge of the flying Dutchman im Gamezone-Test

11.03.2003 14:21 Uhr
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Neu
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SpongeBob oder wie der Wahnsinn auf die Konsolen kam.

Ich möchte lieber nicht wissen, wie viele frustrierte Eltern es in deutschen Wohnzimmern gibt, welche verzweifelt versuchen ihren Kids doch beizubringen, dass ein fauler Schwamm kein Lebewesen ist, eine Schnecke nicht rennen kann und die Welt draußen nicht so bunt und schrill ist wie die in der SpongeBob wohnt, eben besagter Schwamm der aussieht wie ein Stück schweizer Käse. Denn wie so oft bei solch abgefahrenen Charakteren, man muss sie entweder lieben oder hassen, dazwischen existiert nichts. Haben wir also diese Hürde genommen und den normalen Menschenverstand an der Garderobe abgegeben, sind wir gewappnet für SpongeBob und seine wahnsinnige Inselrealität.

"SpongeBob" besteht im Grunde aus lauter zusammengeklauter Ideen anderer Jump'n Runs, ohne irgendwelche Neuigkeiten einfließen zu lassen. Wie in vielen anderen Games dieses Genres gibt es diverse Levelabschnitte in denen bestimmte Aufgaben zu erfüllen sind. Allen voran geht es darum die herumliegenden Münzen zu sammeln sowie die Buchstabentafeln, die bei Vollständigkeit den Namen SpongeBob ergeben, welche Überraschung. Dazu verlangen alle möglichen Bewohner, unter Wasser genauso wie an Land, diverse Gefälligkeiten, für die wir wiederum mit besagten Tafeln belohnt werden, oder hin und wieder neue Fähigkeiten spendiert bekommen, welche sich in verschiedenen Kostümen manifestieren. So dient das Schmetterlingsnetz nicht nur zum Einfangen der bunten Quallen, welche wir als Wurfgeschosse missbrauchen können, sondern auch dazu um sich z.B. an Angelhaken nach oben hieven zu lassen. Doch auch die seit Mario bekannte Stomp-Attack beherrscht der kleine wandelnde Käse perfekt, womit man Fässer und Kisten aufbrechen kann. Direkt aus Rayman geklaut hingegen ist die Fähigkeit SpongeBobs zu gleiten, nur dass er dafür nicht seine Ohren verwendet sondern heftig mit seinen Armen wedelt. So bemerkt man schon ziemlich schnell, dass eine SpongeBob eigentlich nichts Neues bietet, außer vielleicht der abartig schrillen Grafik, welche einen Härtetest für jedes TV-Gerät darstellt.

Die Grafik erreicht gerade mal mittleres Niveau und kann auf keiner der verfügbaren Plattformen richtig begeistern. Zum einen sind die Objekte allesamt recht eckig und einfach gestaltet, und zum anderen sehen die Level recht detailarm aus. Da helfen auch die vielen Animationen nicht darüber hinweg, wenn man in einem Areal einfach nur drei Häuser, fünf Muscheln und zwei Akteure postierte. Warum zudem bei den wenigen Objekten die Engine immer wieder heftig ins Ruckeln kommen muss, und zwar auf der PS2 genauso wie auf dem Gamecube, ist nicht ganz nachvollziehbar. An der mangelnden Leistung der Konsolen kann es nicht liegen, haben sie doch schon längst bewiesen zu was sie wirklich in der Lage sind. An dieser Stelle aber sollte man eine Kleinigkeit erwähnen die das Gameplay mehr beeinflusst als man auf den ersten Blick meinen könnte, nämlich die Schatten der Objekte. Diese sind z.B. recht praktisch wenn man sich mit dem Schmetterlingsnetz an einem Angelhacken emporziehen möchte. An dem Schatten nämlich erkennt man exakt die Position des über einem befindlichen Hakens, woraufhin es genügt einen Sprung auszuführen und sich mit dem Netz am Haken festzuhalten. Der springende Punkt ist, dass man sich diese Schatten bei der Gamecube-Version gespart hat, sie sind schlicht und einfach nicht vorhanden. Das erschwert das Gameplay etwas und verlangt vom Spieler so manchen zweiten und dritten Anlauf.

Dafür ist die Steuerung umso besser gelungen. SpongeBob tut eigentlich immer genau das was man von ihm verlangt, ohne irgendwo hängen zu bleiben, an Kanten abzurutschen, oder Abgründe hinabzufallen wo er nicht soll. Egal ob mit dem GC-Pad oder dem der PS2, die Belegung ist logisch und eingängig und sollte einem innerhalb weniger Minuten in Fleisch und Blut übergegangen sein.

Die Soundkulisse brilliert vor allem mit ihren originalen Synchronstimmen, die man hierzulande allerdings kaum im TV zu hören bekommen wird. Wer sich den Sinkkäse aber schon Mal im Original angetan hat, wird die verbalen Ausdünstungen sofort wiedererkennen. Doch nicht nur er, auch die weiteren Akteure scheinen allesamt mit den original englischen Stimmen versehen zu sein.
Ansonsten erklingen aus dem Off mehr oder minder nervige "nautische Klänge" welche die vielen Pings, Klongs und Tschabaks unterstützen, auf dass die typische SpongeBob Soundkulisse entsteht, wie direkt aus dem Fernseher.

   
Peter Grubmair
"SpongeBob" ist im Grunde ein frech zusammengeklautes Jump´n Run bar jeglicher Überraschungen dafür umso bunter und schriller im Auftritt. Wer sich schon beim Anblick der TV-Serie abwendet, wird auch mit dem Spiel nichts anfangen können. Wer aber in der Lage ist den präsentierten Wahnsinn als gegeben hinzunehmen und sich auf das Abenteuer einlassen will, der bekommt ein solides Jump´n Run geboten, welches zwar nicht unbedingt wegen seiner Qualität ins Auge sticht, dafür aber wegen seines angenehmen Schwierigkeitsgrades auch für die jüngeren Videospieler geeignet ist. Für Fans des schrillen Stück Schwamms also ist "SpongeBob" durchaus geeignet, da es die gewünschte Atmosphäre zu erzeugen versteht, auch wenn genau diese viele Andere abschrecken dürfte.
   
SpongeBob Squarepants: Revenge of the Flying Dutchman (PS2)
Singleplayer-Wertung

6,2 /10
Leserwertung
(7 Votes):
6,4
Multiplayer
Grafik
Sound
Steuerung
Gameplay
-
5/10
5/10
8/10
7/10
Schwierigkeitsgrad für Kinder geeignet
Immer wieder auftauchende Ruckeleinlagen
Die wahnsinnige Inselrealität des SpongeBob kommt auch im Game gut ´rüber
detailarme Welten
Gelungene Steuerung
alles nur geklaut
Redakteur
Moderation
11.03.2003 14:21 Uhr
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