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  • Spore im Gamezone-Test

    In Sachen Kreativität ist Spore federführend, aber es ist nicht der ersehnte Messias der gelungenen Genresymbiosen.

    Man nehme Die Sims, Charles Darwin und die X-Saga, gebe eine Priese Command & Conquer und einen Schuss Populous dazu, rühre einmal kräftig mit dem Terraforming-Mixer durch, garniere mit einem regen Online-Tauschbasar und heraus kommt Spore. So oder so ähnlich könnte man die neueste Schöpfung des Sims-Schöpfers Will Wright zusammenfassen - doch damit würde man des Pudels Kern nur streifen. Dass das nicht nur Schmeichelhaftes bedeutet, möchte ich im Folgenden darlegen:

    Es war einmal in einem Land vor unserer Zeit...

    Spore Spore Worum geht es? Spore erzählt die Geschichte der Evolution und legt ihren Fortgang in die Hände des Spielers. In fünf aufeinanderfolgenden Entwicklungsphasen bestimmt der vom Genre der Simulatoren und Schöpfungen allmachtsverwöhnte Wohnzimmer-Gott den Werdegang einer Spezies von ihren einzelligen Ursprüngen in der Ursuppe an. Hat sich aus den unbeholfenen Fortbewegungsmitteln für das Leben unter der Wasseroberfläche erstmals ein landgangfähiges Beinchen entwickelt, beginnt der Kampf der ersten Landbewohner um das Überleben, der gleichzeitig auch ein Wettlauf um die ersten Errungenschaften intelligenten Lebens ist. Ist das Gehirn schließlich "groß" genug, rotten sich die Vertreter der Arten in Stämmen zusammen und können mittels Aggression ebenso wie Freundlichkeit ihren Einfluss zu mehren suchen. Treibt das Stammeszeitalter erste zivilisatorische Blüten, zieht auch die Technik nach und die wirr brabbelnden Krieger tauschen Axt und Speer gegen Panzer und Rakete. Kulturelle Entfaltungen grenzen die neuen Weltbürger ebenso von ihren primitiveren Vorgängern ab wie die entstehenden nationalen Gefühle. Da sich diese jedoch zumeist kriegerisch äußern, ist diese Phase geprägt von Krieg, Vernichtung und Fanatismus, bis sich die Stärke einer Nation herauskristallisiert, die die anderen unterwirft und schließlich bereit ist, eine neue Dimension zu beschreiten: In der Weltraumphase konkurrieren die hoch technologisierten Lebewesen diverser Planeten in einer gigantischen Galaxis um Kolonien, Einflussbereiche und neue Technologien, die auch die Vernichtung von Planeten möglich machen.

    Das ist die "Story", die sich Spore auf die Fahnen geschrieben hat. Klingt zwar recht kurzweilig, doch dafür hat unser heutiges Dasein ca. 3,8 Milliarden Jahre gebracht. Wie man diese Zeitspanne bei Spore totschlagen soll nehme ich jetzt einmal genauer unter die Lupe.

    Aller Anfang war im Wasser...

    Spore Spore Das Spiel beginnt mit einem kleinen Zellgebilde, dem noch jungen Protagonisten des Spiels, in der Zellphase. Nachdem die schicksalhafte Entscheidung über Pflanzen- oder Fleischfressermoral gefallen ist, beginnt man, in der Ursuppe herumzuschwimmen und kleine Fleisch- bzw. Algenbrocken zu fressen. Wie in einem 2D-Handyspiel - welch Zufall - streift man dabei zwischen zuweilen riesigen anderen Lebewesen umher und verdient sich durch diese etwas andere Form von Babynahrung so genannte DNA-Punkte, die dann nach gelungener Paarung im Kreatureneditor zum Erwerb neuer Körperteile genutzt werden können. Ohne Augen keine Sicht, ohne - noch unterentwickelte - Beißer kein Gericht. Dabei ist dem Schöpfer praktisch keine Grenze gesetzt, die Augen können genauso absurd auf dem kleinen Zellkörper platziert werden wie auch die anderen "Werkzeuge". Pflanzenfresser ziehen hierbei weniger martialische Futterluken vor. Ebenso unbefangen geht es dann bei der Farbgebung zu, auch hier kann mit Flecken, Streifen und transparenten, beinahe schon fluoreszierenden Anstrichen jongliert werden. Bereits hier wird eine der großen Stärken von Spore, nämlich der umfangreiche Designer, der später auch auf Fahrzeuge aller Art und sogar Gebäude angewendet werden kann, beim Spieler vorstellig. Wurden genug DNA-Punkte-Träger verspeist, wächst das kleine Wesen und nutzt die neuen, ihm verliehen Instrumente, um immer größere Vertreter anderer Arten zu vertilgen. Die Steuerung läuft komplett über die Maus, die Menüs und Interfaces sind übersichtlich und dank zahlreicher Tooltipps zu Beginn ohne langwieriges Tutorial zugänglich. Das bunte Design der Objekte in der schwabbelnden Ursuppe, ebenso wie die Xylophon-lastige Musikuntermalung dürften bei dem einen oder anderen Fruchtblasenassoziationen hervorrufen.

    Fressen und gefressen werden

    Spore Spore Nach etwa 1-2 stündiger DNA-Punkte-Jagd und ersten schmerzhaften, aber für den Spielverlauf nicht tragischen Belehrungen darüber, was es bedeutet, in der Nahrungskette nicht ganz oben zu stehen, folgt nach einer Präsentation der Evolutionstafel, welche über die Zeitachse hinweg die Ereignisse in der Evolution des Geschöpfchens bis zum Ende präsentieren wird und auch unmissverständlich macht, ob man bisher von friedvoller Natur war oder nicht, der Landgang. Im Kreaturendesigner räumen Geißeln den ersten Beinen das Feld und Hände und Füße definieren fortan die Parameter der Kreatur: Einfache Werte wie "Schlagen" oder "Beißen", beeinflusst durch die Anatomie des Landbewohners, bestimmen seine Effektivität bei verschiedenen Handlungen. Wer es vorzieht, mit anderen Lebewesen zu kommunizieren, anstatt sie zu fressen, kann ihnen mit Gesang, Tanz und Posen den Hof machen. Auch kann der geneigte Spieler nun erstmals Hand an der Wirbelsäule anlegen und so das grobe Erscheinungsbild formen. Wie schon zuvor ist man dabei weitestgehend unbeschränkt und kann groteske Wesen schaffen. Das erstmals spärlich bevölkerte Festland ist nun Schauplatz des Ringens der etwa 7-8 Spezies auf dem ersten Kontinenten nach Intelligenz und Weiterentwicklung. Durch Interaktion mit anderen Lebewesen, welcher Art auch immer, sammelt der Spieler wieder Punkte, die langsam eine Fortschrittsanzeige füllen. Mit diesen bastelt er des Weiteren an seiner Kreatur, der Katalog an verfügbaren "Bauteilen" wird durch Bündnisse mit oder Vernichtungen anderer Kreaturenverbände beständig erweitert. Richtige Stämme sind das noch nicht, lediglich Nester, in denen Exemplare einer Rasse Rückzug finden und - bei erfolgreicher Weiterentwicklung - auch Gefährten für Rudelstreifzüge rekrutieren können. Die Steuerung beschränkt sich weiterhin weitestgehen, bis auf einige Kamerabewegungen per Tastatur, auf die Maus. Aktionen wie Angriffe oder Balzverhalten gegenüber anderen Lebewesen werden in einem kleinen Interface am unteren Bildschirmrand gewählt, nachdem das Ziel der Aktion angeklickt wurde. Neben der schon in der Zellphase vorhandenen Gesundheitsanzeige, deren Erschöpfung lediglich eine kurze Sequenz nach sich zieht, in der im Nest eine neue Kreatur der Art geboren wird, welche der Spieler übernimmt, gibt es jetzt auch eine Hungerleiste, die den Spieler - natürlich gemäß seiner Natur - dazu verpflichtet, mit dem Fleisch anderer oder Grünzeug dafür zu sorgen, dass der Sprössling bei Kräften bleibt.

    Endlich graue Zellen!

    Spore Spore Sehr viel mehr gibt diese Phase auch nicht her, nach weiteren 2 Stunden des emsigen Sammelns ist das Denkorgan soweit angewachsen, dass es den bisher bloß dumpf glotzenden Urwesen möglich ist, Stämme zu bilden. Nach einer letzten Konfiguration des Körpers verlässt der Spieler nun die Third-Person-Kontrolle eines Artvertreters und steuert einen ganzen Stamm seiner Art. Aus dem notdürftig zu recht gescharrten Nestplatz wird ein Stammeslager, das sich im Lauf der Zeit weiterentwickelt. Auch die anderen Rassen ziehen mit und deshalb bietet die nun frei überblickbare Weltkarte die Vogelperspektive auf viele kleine Stammesangehörige, die nun Wild, also "zurückgebliebene" Lebensformen jagen, um Fleisch zu sammeln, oder weiter vegetarisch für ihren Lebensunterhalt sorgen. Die dadurch gewonnen Punkte werden für das Design von Stammesoutfits genutzt, wie sie Fans des Strategiepioniers Populous kennen dürften, und um Gebäude in der Siedlung zu errichten. Weitere Rohstoffe gibt es nicht. Die Gebäude bedürfen keiner weiteren Verwaltung und dienen im Wesentlichen zwei Zwecken: Axtproduktionen und Speerhütten rüsten zum Kampf, während Gebäude wie die zur Herstellung von Flöten und Didgeridoos nützlich sind, um skeptische Nachbarstämme von der eigenen Friedfertigkeit zu überzeugen. Der etappenweise Fortschritt der Stammeskultur durch Vernichtung anderer Stämme oder Verbrüderung mit ihnen lässt das Einwohnermaximum des Stammes bis auf zuletzt 15 Exemplare anwachsen, die außer einer stets gefüllten Futterstelle keine Bedürfnisse haben. Erstmals sind Sprechblasendialoge, begleitet von unverständlichem Gemurmel und Gebrabbel zu vernehmen, wie sie Fans von Die Sims kennen. Die Kämpfe mit Feinden oder wilden Tieren sind aus strategischer Hinsicht leider ziemlich belanglos, über einfache Grundregeln wie "Zurückziehen von fast toten Einheiten" geht nichts hinaus. Wer auf differenzierte Einheiteneigenschaften gehofft hat, wird rabiat enttäuscht.

  • Spore
    Spore
    Publisher
    Electronic Arts
    Developer
    Maxis
    Release
    21.04.2011

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Spore
Spore im Gamezone-Test
In Sachen Kreativität ist Spore federführend, aber es ist nicht der ersehnte Messias der gelungenen Genresymbiosen.
http://www.gamezone.de/Spore-Spiel-34461/Tests/Spore-im-Gamezone-Test-991886/
23.09.2008
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2006/08/Creature_Editor_A.jpg
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