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  • Star Strike: Strike drei, Du bist raus! - Leser-Test von Ignorama

    Star Wars erschien 1977 in den Kinos und wurde ein großer Erfolg, aus heutiger Sicht eine wahre Legende. Star Strike für Mattels Intellivision erschien 1981 und wurde ebenfalls ein absoluter Erfolg, denn mit über 800.000 verkauften Einheiten ist es eines der bestverkauften Intellivision Spiele aller Zeiten
    Warum es jedoch keineswegs für die Legende gereicht hat und was Star Strike mit Star Wars zu tun hat, das erfahrt ihr in meinem folgenden Review.

    Eure Aufgabe in Star Strike besteht darin, dass ihr fünf Raketenschächte bombardieren müsst, die sich in einer Art Schlucht auf einem Raumschiff befinden. Während dieser Mission erscheinen regelmäßig feindliche Kampfschiffe in eurem Rücken und versuchen euch zu zerstören.
    Nachdem ihr eine Weile verfolgt wurdet, überholen euch diese feindlichen Schiffe allerdings und ihr werdet nun vom Gejagten zum Jäger, solltet jedoch nicht zu viel Zeit darauf verschwenden, denn nach Ablauf einer gewissen Zeit müssen alle Raketenschächte eliminiert sein, da ansonsten die geliebte Mutter Erde in Staub verwandelt wird.
    Gelingt es allerdings alle Ziele rechtzeitig auszuschalten löst sich das Gebilde, auf dessen Oberfläche ihr fliegt, in seine Bestandteile auf. Solltet ihr mal einen Schacht verpassen ist das kein Problem, denn anscheinend befindet ihr euch in der Schlucht eines runden Körpers, kommt also früher oder später erneut am verfehlten Objekt vorbei.

    Und jetzt die große Preisfrage: Woran erinnert diese Story? Richtig! Das gesamte Szenario ist nahezu eins zu eins aus dem 1977 erschienenen Film Star Wars gestohlen worden. Es gibt zwar leichte Abänderungen, so dass euch nicht Darth Vader verfolgt und ihr auch fünf und nicht nur einen Schacht treffen müsst. Aber das Fliegen in der Schlucht eines runden Raumschiffes, welches Planeten zerstören kann und von uns ab jetzt einfach mal Todesstern genannt wird, ist doch eine mehr als dreiste Anlehnung. Und auch der Name des Spiels - Star Strike - orientiert sich durchaus an der schon damals äußerst populären Vorlage.

    Kommen wir, nach dieser Feststellung, nun zum eigentlichen Spiel und beginnen mit der Grafik. Diese ist, gemessen an damaligen Spielen, äußerst modern und durchaus beeindruckend. Wir werden mit rudimentären 3D Grafiken konfrontiert, welche in den frühen 1980ern wirklich in der oberen Liga mitspielen konnten.
    Am linken Bildschirmrand befinden sich zwei Planeten, während der vordere vermutlich den Mond darstellen soll, handelt es sich bei dem hinteren zweifelsohne um unsere Erde. Diese wandert langsam am Horizont von links nach rechts, was einen Sinn für das Spiel macht, denn erreicht sie die Mitte des Bildschirms, befindet sie sich in Reichweite für die Raketen des Todessterns. Daher ist das Wandern der Erde quasi der Countdown für den Spieler.
    Auch der Sternenhimmel besticht durch gute Grafik. Einzelne Sterne blinken in verschiedenen Farben, was dem Ganzen Leben einhaucht. Die Raumschiffe des Spielers und der Gegner wirken dagegen ein wenig lieblos. Man erkennt zwar eine Form, aber keinerlei Details. Auch die Schlucht, in der man fliegt, ist recht karg, da sie nur aus hell- und dunkelgrünen Flächen besteht.
    Dennoch muss man Star Strike bei der Grafik gute Leistungen attestieren und damit hat sich das Spiel immerhin 9 Punkte verdient.

    Wesentlich trauriger ist dagegen das Bild beim Sound. Es gibt ein permanentes Rauschen, welches die Fluggeräusche imitieren soll. Dazu einen Soundeffekt für das Abfeuern der Bordkanone. Hier ist aber schon ernüchternd, dass eure Kanone exakt den selben Ton bekommen hat wie die der Gegner.
    Trefft ihr einen Feind oder werdet getroffen, so wird ein explosionsartiges Geräusch eingespielt, welches durchaus passend ist. Zusätzlich gibt es einen Warnton, sobald ihr euch den Raketenschächten nähert. Gelingt es diesen zu zerstören bekommt ihr wieder das bekannte Explosionsgeräusch, also keinesfalls einen speziellen Ton, allerdings wird durch diese Detonation ein kurzes Beben ausgelöst, welches ein leichtes Brummen mit sich bringt.
    Die einzige Explosionsvariante bekommt man bei einem verlorenen Spiel zu hören, da zumindest die Zerstörung der Erde einen eigenen, etwas lauteren, Knall spendiert bekam. Gewinnt man dagegen, wird der Sieg wenigstens mit einer kurzen Melodie belohnt.
    Dennoch ist die Soundkulisse absolut eintönig und bietet viel zu wenig Vielfalt. Sie hält nicht mal ansatzweise mit der wirklich guten Grafik mit und daher kann Star Strike hier auch nur 6 Punkte bekommen.

    Die Steuerung funktioniert dagegen wieder wirklich gut. Euren Flieger lenkt ihr per Disk, während mit den Seitentasten gefeuert wird. Die obere Seitentaste ist dabei für die Bordkanone, die untere für Bomben, die ihr in die Raketenschächte werfen müsst.
    Zusätzlich könnt ihr auf den Tasten 1, 2 und 3 eure Reisegeschwindigkeit von langsam bis schnell bestimmen. Diese wirklich einfache und schnell erlernbare Steuerung funktioniert auch außerordentlich gut. Das Schiff reagiert präzise und ihr feuert, sobald ihr den entsprechenden Knopf drückt.
    Ein Manko gibt es aber dennoch und zwar kein unbedeutendes: Ihr könnt nur bedingt bestimmen, wohin eure Schüsse gehen. Einfach gesagt, fliegt jeder Schuss grob Richtung Bildschirmmitte. Ihr braucht also gar nicht erst versuchen Gegner am äußeren Rand des Sichtfeldes zu treffen, denn dies ist schlicht unmöglich.
    Auch wenn eine simple Steuerung an sich nichts dramatisches, eigentlich sogar etwas sehr positives ist, so sollte sie aber nicht dadurch vereinfacht werden, dass wichtige Funktionen, wie das genaue Zielen, gestrichen werden. Durch diesen Fehler, der gerade aufgrund der Einfachheit des gesamten Spiels schwer wiegt, sind auch bei der Steuerung nur 7 Punkte zu vergeben.

    Zum Abschluss das Wesentliche: Das Gameplay. Leider muss ich auch hier von vornherein sagen, dass Star Strike alles andere als Bäume ausreißen kann.
    Wie bereits erwähnt steuert ihr einen Kampfflieger durch die Schlucht eines Todessterns und werdet dabei im Rücken von Gegnern angegriffen. Solange diese hinter euch sind, beschießen sie euch. Allerdings haben die Feinde eine nennenswerte K.I., so dass einfache Ausweichmanöver locker ausreichen. Diese müssen keineswegs gezielt sein, sondern können in monotonen Bahnen, beispielsweise in Form einer geflogenen 8, immer wiederholt werden. Die Gegner sind sogar manchmal so freundlich und schießen sich gegenseitig ab, was einem das ohnehin lockere Leben noch einfacher macht.
    Doch selbst wenn man gelegentlich einen Treffer einstecken muss, ist dies im Normalfall kein Problem, denn man kann nicht direkt durch den Beschuss sterben. Kassiert ihr einen Treffer, seid ihr kurzzeitig manövrierunfähig und verliert ein wenig an Höhe, was euch entweder einen Raketenschacht verpassen lässt und zur Zerstörung der Erde führt, oder aber bei Tiefflug eine Kollision mit dem Todesstern zur Folge hat. Durch direkten Beschuss sterben ist unmöglich, es können jedoch, zufallsbedingt, einige Systeme ausfallen. So wird das Schiff entweder langsamer, oder der Radar, also das Signal als Zeichen für einen Raketenschacht, funktioniert nicht mehr. Auch die Primärwaffe, sprich euer Laser, kann durch feindlichen Beschuss zerstört werden.
    Nach einer gewissen Zeit überholen euch die gegnerischen Schiffe, dies erkennt ihr daran, dass sie ihre Farbe von dunkel- in hellblau ändern. Hellblaue Gegner stellen keinerlei Gefahr dar und können entweder gejagt oder völlig ignoriert werden. Welche Wahl man trifft bleibt grundsätzlich einem selbst überlassen, hängt allerdings auch vom gewählten Schwierigkeitsgrad ab. Wichtig ist hierbei noch zu sagen, dass man nicht mit dem Laser schießen kann, während eine Bombe fällt. Fliegt man also am obersten Bildschirmrand und wirft, aus welchen Gründen auch immer, eine Bombe ab, muss man bis zu deren Aufschlag warten um wieder mit dem Laser feuern zu können, auch weitere Bomben können erst danach abgeworfen werden. Ein wirklich sinnvoller Grund dafür findet sich nicht und somit muss man sich einfach damit abfinden. Zusätzlich gilt: Während feindliche Schiffe ausschließlich mit dem Laser zerstört werden können, helfen bei Raketenschächten nur die Bomben. Es gibt also eine strikte Trennung von Waffe und Nutzen.
    Wichtig für ein Spiel sind natürlich auch die Schwierigkeitsgrade. Zur Auswahl stehen hier sechs Stufen. Die ersten fünf unterscheiden sich allerdings lediglich in der Geschwindigkeit. Während auf der ersten Stufe ein verpasster Raketenschacht kein Problem ist, da man in der vorhandenen Zeit locker eine, notfalls auch zwei Runden um den Todesstern fliegen und ihn erneut angreifen kann, ist es auf Stufe 5 der sichere Tod, da die Erde zu schnell in Reichweite gerät, als das man noch etwas unternehmen könnte.
    Wirkliche Abwechslung bringt allerdings nur die sechste Stufe. Diese Unterscheidet sich von der Geschwindigkeit her nicht von Stufe 5, ist allerdings ein Endlosspiel. Also man zerstört solange Raketenschächte, bis man einen verpasst und die Erde vernichtet wird, oder man selbst seinen Flieger zerstört.
    Dieser Modus ist auch der einzige Lichtblick im Spiel, denn eine normale Runde dauert gerade einmal zwischen zwei und vier Minuten, daher ist dieses Endlosspiel die alleinige Quelle für Langzeitmotivation. Man muss dabei sogar gestehen, dass diese für den erfahrenen Spieler durch den recht hohen Schwierigkeitsgrad durchaus gegeben ist, aber Anfänger werden an diesem Modus verzweifeln und keine Freude finden.

    Sinn dieses Endlosspiels ist es natürlich eine möglichst hohe Punktzahl zu erzielen. Man startet bei 0 und erhält pro zerstörtem Schacht oder Gegner Punkte.
    Auch bei den unteren Modi gibt es Punkte, nur startet man schon mit 8.000, diese laufen jedoch zeitabhängig abwärts. Wie im Endlosspiel bekommt der Spieler auch hier Bonuspunkte für zerstörte Gegner und Schächte.
    Wozu diese Punkte aber gezählt werden ist unklar, da eine Highscore-Jagd in diesen Modi einfach sinnlos erscheint. Ziel ist es dort ganz klar, dass Spiel möglichst schnell zu beenden.
    Da das Gameplay recht umfangslos daherkommt, ist es auch kein wirklich großer Wurf. Monotonie macht sich schnell breit und bereits nach wenigen Runden kann man das normale Spiel auf der höchsten Stufe schlagen. Das Endlosspiel bringt da eine gewisse Herausforderung mit sich, die einen Totalausfall auch abwenden kann, aber Star Strike macht nicht annähernd so viel Spaß wie andere Endlosspiele a la Astrosmash oder Shark! Shark!. Dies liegt zum einen am abwechslungsarmen Spielablauf, der immer die gleichen Situationen wiederholt und zudem am hohen Schwierigkeitsgrad.
    Bereits ein einziges verpasstes Zielobjekt bedeutet das Ende und somit werden die aller wenigsten Spieler lange Freude am "Endlosspiel" haben, da bei der Geschwindigkeit doch recht schnell ein Schacht durchrutscht. Einige Zusatzleben und die Möglichkeit im Spiel welche dazuzugewinnen, hätten dem Spielspaß wirklich gut getan. Da dies jedoch fehlt, bleibt dieser Modus nur den wirklich harten Hunden vorbehalten, die mit Frust gut umgehen können.
    Insgesamt gebe ich hier gerade einmal 5 Punkte.

    Fazit: Star Strike ist schon vor dem Beginn des Spiels äußerst negativ aufgefallen, da es ein wirklich dreister Abklatsch einer legendären Szene aus Star Wars ist. Leider ist es auch wenn man darüber hinwegsieht nicht viel mehr geworden.
    Während die Grafik noch sehr gut war, konnte das Spiel in keinem anderen Punkt mehr überzeugen. Der Sound ist zum abgewöhnen, die Steuerung bietet leider zu wenig Möglichkeiten und das Gameplay ist einfach zu abwechslungsarm.
    Spiele in der damaligen Zeit boten selten wirklich komplexe Abläufe, aber ums mit einem anderen Beispiel zu erklären: Astrosmash bietet zu jeder Zeit eine variable Anzahl an Meteoriten, die sich in Form und Farbe unterscheiden, verschiedene Geschwindigkeiten und auch individuelle Flugbahnen haben. Dazu gibt es UFOs, Lenkraketen und Bomben, die Abwechslung ins Spiel bringen und durch die großzügige Verteilung von Bonusleben spielt man, selbst als Anfänger, wirklich lange an einem Endlosspiel.
    Star Strike hingegen bietet immer exakt zwei feindliche Schiffe im Nacken, die exakt gleich aussehen und nach immer dem selben Muster erst verfolgen und schließlich überholen. Dazu kommen die Raketenschächte, die immer im gleichen Abstand zueinander stehen. Es gibt also keinerlei Überraschungen, hat man die ersten Feinde und den ersten Raketenschacht gesehen, weiß man was einem im gesamten Spiel erwartet. Dazu endet das Endlosspiel viel zu oft und schnell im Frust, da man bereits beim ersten Ableben Game Over ist. Hardcore-Gamer werden vielleicht noch ihre Freude daran haben, aber einen guten Arcade-Titel macht es vor allem aus, dass er Anfänger und Profis begeistern kann und das kann Star Strike leider nicht.

    Ich persönlich kann Star Strike nur dazu gratulieren, dass es damals den Trend perfekt aufgegriffen hat und allein durch das Setting und eine gute Grafik zu einem der erfolgreichsten Intellivision Titel aller Zeiten wurde, denn das Spiel als solches hat diese Ehre absolut nicht verdient.

    Witzige Anekdote zum Schluss: In einem TV Werbespot aus den 80ern verglich Mattel Star Strike mit einem anderen Arcade Spiel und betonte die schier unglaubliche Überlegenheit des eigenen Produkts gegenüber der Konkurrenz.
    Heute, 30 Jahre später, können wir über diesen Vergleich nur schmunzeln, denn das besagte Spiel ist Asteroids, welches im Gegensatz zu Star Strike nicht nur eine Legende mittelmäßig kopierte, sondern selbst eine wurde.

    Anmerkung: Die durch errechnen der Einzelwertungen entstandenen 6,75 Punkte wurden nachträglich auf 6,2 gekürzt. Dies liegt, neben der ohnehin mittelmäßigen Qualität des Spiels, vor allem an der Dreistigkeit Star Wars so offensichtlich zu imitieren.

    Negative Aspekte:
    enttäuschender Sound, Steuerung bietet zu wenig Möglichkeiten, Gameplay kann nicht überzeugen, extrem hoher Schwierigkeitsgrad, noch höheres Frustpotenzial, Setting dreist von Star Wars geklaut

    Positive Aspekte:
    Gute Grafik, interessante Ansätze (die leider nicht konsequent zu ende gebracht wurden)

    Infos zur Spielzeit:
    Ignorama hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • Star Strike
    Star Strike
    Publisher
    Mattel
    Developer
    Mattel
    Release
    1981

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Star Strike
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02.08.2011
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2012/05/starstrike.jpg
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