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  • Star Wars: Als es dunkel war in der Galaxis - Leser-Test von Corlagon

    Hach, was war das für eine Zeit Anfang der 90er, als Lucas Arts noch Lucasfilm Games hieß und hochkarätige Graphik-Adventures produzierte statt fragwürdiger Star-Wars-Spiele ... Kleiner Scherz. Im Folgenden beschäftige ich mich mit dem Spiel, das Lucasfilm selbst designte und von Beam Software für das NES programmieren ließ, es nannte sich offiziell einfach Star Wars, versoftete aber nur den ursprünglichen Film, dessen Titel man längst als Episode IV - A New Hope alias Neue Hoffnung konkretisiert hatte, und erschien 1991, in den folgenden Jahren auch noch auf anderen Plattformen. Übrigens hatte es ein paar Jahre zuvor schon ein relativ ähnliches Spiel von Namco gegeben, jedoch nur in Japan. Mein Test beruht auf der US-Version.

    Die Story: Weite Teile der Galaxie werden vom Galaktischen Imperium beherrscht, das nicht gerade für die Einhaltung der Menschenrechte bekannt ist, von den Rechten anderer Spezies ganz zu schweigen. Wie wir ja alle aus The Force Unleashed wissen, haben sich diverse Widerstandsgruppen zusammengeschlossen, dafür hat das Imperium nach fast zwei Standardjahrzehnten Bau nun seinen Planetenzerstörer fertiggestellt, den Todesstern. Prinzessin Leia Organa, hohes Tier in der Rebellenallianz, ist in den Besitz der Pläne gekommen, die eine Schwachstelle aufzeigen könnten, doch die Imperialen sind ihr auf den Fersen.
    Nach einer Schlacht über dem Wüstenplaneten Tatooine erwirbt eine Feuchtfarmerfamilie die Roboter C-3PO und R2-D2. Letzterer ist jedoch von seiner ursprünglichen Mission besessen, einen gewissen Obi-Wan Kenobi zu finden, und büxt aus. Also macht sich der junge Luke Skywalker, dem das Farmerleben sowieso zu langweilig ist, notgedrungen auf die Suche. Was er nicht ahnt: Obi-Wan ist einer der letzten überlebenden Jedi-Meister, und Lukes Vater war einst sein Schüler und ebenfalls ein großer Held gewesen.

    Die Handlung ist relativ nahe an der Vorlage (im Vergleich zu anderen Versoftungen von damals), aber schon mit kleineren Freiheiten. So holt Luke R2 nicht einfach in der Wüste ein, sondern stellt fest, daß die Jawas ihn erneut geschnappt haben. Da kaum jemand willens sein dürfte, einfach noch ein zweites Mal zu bezahlen, befreien wir ihn nun eben mit Gewalt.

    Aber damit sind wir schon bei der Spielmechanik angelangt. Längere Zeit steuert Ihr Luke im Plattformstil. Zu Beginn ist er mit einem relativ schwachen Blaster bewaffnet, jedoch kann er schon bald sein Lichtschwert bekommen und dann beliebig zwischen ihnen wechseln - das Schwert ist stärker, aber natürlich eine Nahkampfwaffe. Nach und nach könnt Ihr Eure Gefährten finden und sie um Rat fragen; Schmuggler Han Solo sowie Leia dürfen sogar die Führung übernehmen, im Gegensatz zu Luke besitzen sie allerdings jeweils nur ein Leben. Obi-Wan ist nicht spielbar, kann jedoch die Macht verwenden, um Han oder Leia wiederzubeleben, allerdings nur fünfmal. Im Verlauf der Handlung gibt es aber auch noch diverse Weltraumsequenzen.

    Interessanterweise ist das Spiel offen angelegt, zumindest der Anfang auf Tatooine: Ihr erforscht die Wüste in der Draufsicht und müßt dabei Gegnern ausweichen. An den verschiedenen Orten findet Ihr dann nach und nach die anderen Helden und Antihelden sowie nützliche Items. Oder auch nicht, denn meines Wissens kann Luke sich sofort zum Millennium-Falken durchkämpfen (OK, eigentlich nur in der Theorie, siehe unten) und den Planeten verlassen, ohne zu wissen, worum es eigentlich geht. Dann wird der Rest des Spiels aber auch sehr viel schwieriger. Eine Prozentanzeige zeigt Euch an, ob Euch etwas fehlt (zumindest wenn Ihr wißt, wie hoch sie sonst wäre); nach Tatooine geht das Abenteuer allerdings weitgehend linear weiter, meines Wissens ist dann nur noch die Befreiung Leias optional.

    Bis jetzt scheint das Spiel recht interessant und abwechslungsreich, zumindest für NES-Verhältnisse, aber leider ist es gründlich mißlungen. Zunächst einmal hat man es nicht für nötig gehalten, eine Speicher- oder Paßwortfunktion einzubauen, folglich muß das Spiel komplett in einer Sitzung erledigt werden. Oder Ihr müßt die Konsole über Nacht anlassen oder so. Zudem wird die Spieldauer durch den hohen Schwierigkeitsgrad und die davon ausgelösten Wiederholungen in die Länge gezogen. Andererseits ist die Partie trotzdem irgendwann zu Ende, denn Eure Leben sind begrenzt, und nur selten lassen sich neue finden. Sind sie alle, könnt Ihr zwar Continue sagen und neue bekommen, aber die Continues sind ebenfalls begrenzt. Zwar gibt es satte zehn Stück, aber auch die sind irgendwann verbraucht, denn wie gesagt, der Schwierigkeitsgrad ist hoch. Mitdenken war unter den Entwicklern der damaligen Generation anscheinend nicht verbreitet, sonst hätten sie gemerkt, daß sie nicht mehr kleine punktelastige Arcade-Spiele produzierten, die sich nach ein paar Minuten eh wiederholen.

    Und wenn ich von einem hohen Schwierigkeitsgrad spreche, ist das noch untertrieben. Schon im allerersten Spielabschnitt braucht man viel Übung, um nicht ständig in die Stacheln zu fallen, weil man große Probleme damit hat, auf den teilweise ziemlich schmalen Plattformen zu landen, ohne die Säuretropfen zu berühren (und nein, das ist bei weitem nicht mein erstes Plattformspiel). Die Stacheln ziehen Luke dann einen beträchtlichen Teil seiner Lebensenergie ab, bzw. alles, weil man meistens nicht innerhalb der kurzen Zeit wieder herauskommt. Und so oder so ähnlich geht das auch weiter. Wo keine Stacheln sind, nimmt man halt Schaden durch den Sturz. Anderenorts macht man dank Fließband einen Riesensprung, wie man ihn eigentlich nur von erfahrenen Machtbenutzern kennt, ohne zu sehen, was einen denn eigentlich bei der Landung erwartet. Wieder andere Abschnitte enthalten Sandleute, die einen bei Berührung tatsächlich sofort töten - nette Überraschung, wenn sie beim Scrolling verlorengehen und auf dem Rückweg plötzlich wieder da sind -, Rowdys, die anscheinend vollkommen unbesiegbar sind, was man auch erst einmal merken muß, Sturmtruppler, die einen gerade außerhalb der Reichweite eines Wandgeschützes überraschen, Leitern, die man herunterklettern soll, wahrscheinlich aber herunterstürzt - und das alles noch auf Tatooine ...
    Und die offene Welt erweist sich hier sogar noch als kontraproduktiv. In Mos Eisley wird man garantiert von den unfairen Mandalorianern (um nicht zu sagen: Boba-Fett-Klonen) zur Strecke gebracht, es sei denn, man trifft sie mit dem Lichtschwert - aber das muß man ja erst einmal in der Hütte von Obi-Wan finden, korrigiere: in einer von diversen Höhlen, denen man ihren Inhalt nicht ansieht. Nun wird sowieso empfohlen, alle Orte abzugrasen, um sich die späteren Stages zu vereinfachen, aber da die Oberwelt nicht gerade übersichtlich ist, läuft man Gefahr, eine Höhle zu übersehen. Außerdem wird der Landgleiter ziemlich groß dargestellt, folglich läuft man Gefahr, die Gegner zu spät zu sehen ...

    Wir haben hier also vollkommen frustrierendes Design - wobei sich das große Gimmick auch noch als Nachteil für den Spieler entpuppt - kombiniert mit einer sinnlosen Begrenzung der Leben/Continues und weder Paßwort- noch Speicherfunktion. Was soll man mit so einem Werk anfangen? Mag sein, daß es sowas zur damaligen Zeit öfters gab, aber damals war man ja auch noch jünger und leichter zu beeindrucken.
    Die Game-Boy-Version weist einige kleinere Unterschiede auf, aufgrund des kleineren Bildschirmausschnittes und verunglückter Lichtschwertsteuerung ist sie sogar noch deutlich schlechter als das Original. Die von mir nicht gespielte Master-System-Umsetzung bietet hingegen noch einen zweiten, einfacheren Schwierigkeitsgrad an und die Game-Gear-Fassung tauscht sogar einige Abschnitte aus und macht Tatooine linear, was das Ganze aber nicht viel besser macht.

    Negative Aspekte:
    unfaires oder aus anderen Gründen frustrierendes Design, begrenzte Leben/Continues, keine Paßwort-/Speicherfunktionen, nicht sonderlich umfangreich

    Positive Aspekte:
    auf den ersten Blick cooles Konzept

    Infos zur Spielzeit:
    Corlagon hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Star Wars

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: Corlagon
    3.3
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Steuerung
    7/10
    Sound
    7/10
    Gameplay
    3/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Star Wars
    Star Wars
    Publisher
    LucasArts
    Developer
    LucasArts
    Release
    26.03.1992

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1010609
Star Wars
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01.02.2011
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