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  • Star Wars: Als es noch dunkel war in der Galaxie - Leser-Test von Corlagon

    Hach, was war das für eine Zeit Anfang der 90er, als Lucas Arts noch Lucasfilm Games hieß und hochkarätige Graphik-Adventures produzierte statt fragwürdiger Star-Wars-Spiele ... Kleiner Scherz. Im Folgenden beschäftige ich mich mit dem Game-Gear-Spiel, das Lucasfilm ursprünglich selbst designte und 1993 von Tiertex portieren ließ, nachdem es zuvor bereits für NES, Game Boy und Master System erschienen war. Es nannte sich offiziell einfach Star Wars, versoftete aber nur den ursprünglichen Film, dessen Titel man längst als Episode IV - A New Hope alias Neue Hoffnung konkretisiert hatte.

    Die Story: Weite Teile der Galaxie werden vom Galaktischen Imperium beherrscht, das nicht gerade für die Einhaltung der Menschenrechte bekannt ist, von den Rechten anderer Spezies ganz zu schweigen. Wie wir ja alle aus The Force Unleashed wissen, haben sich diverse Widerstandsgruppen zusammengeschlossen, dafür hat das Imperium nach fast zwei Standardjahrzehnten Bau nun seinen Planetenzerstörer fertiggestellt, den Todesstern. Prinzessin Leia Organa, hohes Tier in der Rebellenallianz, ist in den Besitz der Pläne gekommen, die eine Schwachstelle aufzeigen könnten, doch die Imperialen sind ihr auf den Fersen.
    Während der Schlacht über dem Wüstenplaneten Tatooine gelingt es Leia im letzten Moment, den Roboter R2-D2 mit den Plänen auszusenden. Dieser landet kurz darauf im Besitz einer Feuchtfarmerfamilie, bleibt seiner Mission jedoch treu und büxt wieder aus, um einen gewissen Obi-Wan Kenobi zu finden. Also macht sich der junge Luke Skywalker, dem das Farmerleben sowieso zu langweilig ist, notgedrungen auf die Suche. Was er nicht ahnt: Obi-Wan ist einer der letzten überlebenden Jedi-Meister, und Lukes Vater war einst sein Schüler und ebenfalls ein großer Held gewesen.

    Die Handlung ist relativ nahe an der Vorlage (im Vergleich zu anderen Versoftungen von damals), aber schon mit kleineren Freiheiten. So holt Luke R2 nicht einfach in der Wüste ein, sondern stellt fest, daß die Jawas, die ihn verkauft hatten, ihn erneut geschnappt haben. Da kaum jemand willens sein dürfte, einfach noch ein zweites Mal zu bezahlen, befreien wir ihn nun eben mit Gewalt.

    Aber damit sind wir schon bei der Spielmechanik angelangt. Die meiste Zeit seid Ihr im Plattformstil unterwegs und ballert mit einem Blaster rum. Im ersten Abschnitt spielt Ihr Leia, dann wechselt das Geschehen zu Luke, der bald sein Lichtschwert bekommt und dann beliebig zwischen beiden Waffen wechseln kann - das Schwert ist stärker, aber natürlich eine Nahkampfwaffe. Nach und nach könnt Ihr Eure Gefährten finden und sie um Rat fragen; Schmuggler Han Solo sowie Leia werden dann auch wieder spielbar, im Gegensatz zu Luke besitzen sie andere Blaster-Modelle, allerdings jeweils nur ein Leben. Obi-Wan bleibt im Hintergrund, kann jedoch die Macht verwenden, um Han oder Leia wiederzubeleben, allerdings nur fünfmal. Im Verlauf der Handlung gibt es aber auch noch diverse Weltraumsequenzen.

    Anders als das Original bietet die Game-Gear-Version zwei Schwierigkeitsgrade und ist weitgehend linear angelegt, einige Abschnitte sind entfallen, aber auch einige neu hinzugekommen (bemerkenswert ist jedoch nur der neue Anfang als Leia). Insgesamt ist diese Fassung relativ gut gelungen, was jedoch nicht viel heißen will. Zunächst einmal hat man es immer noch nicht für nötig gehalten, eine Speicher- oder Paßwortfunktion einzubauen, folglich muß das Spiel komplett in einer Sitzung erledigt werden. Außerdem sind Eure Leben begrenzt, und nur selten lassen sich neue finden. Sind sie alle, könnt Ihr zwar Continue sagen und neue bekommen, aber die Continues sind ebenfalls begrenzt. Es gibt zwar satte acht Stück, dämlicherweise wird in den Weltraumsequenzen aber alle paar Treffer eins davon fällig, weil die Leben dort nicht berücksichtigt werden. Mitdenken war unter den Entwicklern der damaligen Generation anscheinend nicht verbreitet, sonst hätten sie gemerkt, daß sie nicht mehr kleine punktelastige Arcade-Spiele produzierten, die sich nach ein paar Minuten eh wiederholen.

    Das konkrete Design ist auch nicht so das Wahre: Das Spiel ist recht kurz, dennoch bieten die Plattformsequenzen trotz wechselnder Szenarien kaum Abwechslung. Das, was es gibt, ist auch nicht sonderlich gelungen: Wiederholt soll man drauflosspringen, ohne zu sehen wohin - es kommt durchaus vor, daß man in einem Gegner landet. Auch sonst wird man mitunter vorzeitig von den Sturmtrupplern beschossen, und einige andere Gegner scheinen vollkommen unbesiegbar zu sein, was man natürlich auch erst einmal merken muß. Dann sind da noch Fließbänder, von denen aus man im richtigen Moment abspringen soll, nur fließen sie ein bißchen sehr schnell und an der richtigen Stelle landen ist bei dem Tempo auch leichter gesagt als getan. Irgendwann kommt dann alles zusammen und damit Frust.

    Wir haben hier also unfaires Design - auch wenn es auf dem niedrigeren Schwierigkeitsgrad erst später auffällt - kombiniert mit einer sinnlosen Begrenzung der Leben/Continues und weder Paßwort- noch Speicherfunktion. Was soll man mit so einem Werk anfangen? Mag sein, daß es sowas zur damaligen Zeit öfters gab, aber damals war man ja auch noch jünger und leichter zu beeindrucken.
    Ist man großzügig, kann man die Game-Gear-Fassung noch als Mittelmaß bezeichnen - zumindest ist sie besser als das NES-Original, das nur einen Schwierigkeitsgrad - den höheren - bot und mit einem nichtlinearen Tatooine punkten wollte, aber eher verwirrte; die Game-Boy-Umsetzung war dank verunglückter Lichtschwertsteuerung sogar noch eine Nummer schlechter. Die Master-System-Version lag mir nicht vor, soll aber ein Mittelding darstellen (noch das NES-Design, aber schon zwei Schwierigkeitsgrade).

    Negative Aspekte:
    unfaires Design, begrenzte Leben/Continues, keine Paßwort-/Speicherfunktionen, nicht gerade umfangreich

    Positive Aspekte:
    zwei Schwierigkeitsstufen

    Infos zur Spielzeit:
    Corlagon hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Star Wars

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: Corlagon
    3.8
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Steuerung
    7/10
    Sound
    7/10
    Gameplay
    4/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Star Wars
    Star Wars
    Publisher
    LucasArts
    Developer
    Sega

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1010647
Star Wars
Star Wars: Als es noch dunkel war in der Galaxie - Leser-Test von Corlagon
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08.03.2011
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2008/11/StarWars.jpg
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