Dieses spektakuläre Spiel kommt nicht ohne Rancor aus ... als generische Gegner. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Projektleiter Haden Blackman war kein Unbekannter, hatte er doch neben früheren Star-Wars-Spielen auch an einer Reihe Comics (die meisten zu den Klonkriegen) gearbeitet, und für optimale Charakterisierung wurde die Story sogar mit George Lucas gründlich durchgesprochen. TFU erschien scheinbar für alle möglichen Plattformen, das Original von Lucas Arts 2008 für X-Box 360 und Playstation 3, während die Umsetzungen für andere Konsolen von anderen Unternehmen stammen und wohl eher als Adaptionen anzusehen sind. Dieses Original erhielt anschließend noch ein paar kleine Add-Ons (DLC), die 2009 mit dem Hauptspiel als "Ultimate Sith Edition" gebundelt wurden; diese ließ man dann auch auf Windows und Mac OS portieren, die bei der ersten Runde leer ausgegangen waren. Im Folgenden gehe ich von der USE für XB360 aus.
Die Geschichte spielt zwischen Episode III und IV der Sage. Sith-Meister Darth Sidious alias Palpatine ist der Aufstieg zum galaktischen Diktator gelungen. Die Jedi-Ritter, eigentlich Hüter des Friedens, wurden zu Staatsfeinden erklärt und zu 98 % von der Armee und Sidious' rechter Hand, dem abtrünnigen Jedi Darth Vader getötet. Obwohl Vader die politischen Ansichten seines Herrn eigentlich teilt, scheint er sich selbst jedoch für den besseren Herrscher zu halten – doch seit seinem kleinen Unfall auf der Vulkanwelt Mustafar ist er nicht mehr stark genug, ihn alleine zu stürzen.
Eines Tages eliminiert Vader mal wieder einen überlebenden Jedi und stellt fest, daß dieser einen kleinen, noch deutlich begabteren Sohn hat. Heimlich macht er das Kind zu seinem eigenen Schüler, und irgendwann ist Galen "Starkiller" Marek in der Lage, es mit Jedi-Meistern aufzunehmen. Doch der Imperator spielt in seiner eigenen Liga, und dann sind da noch die Senatoren, die eine Allianz zur Wiederherstellung der Republik diskutieren …
Gegen einfache Sturmtruppler hilft die gute alte Telekinese. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Star Wars: The Force Unleashed ist in der Hauptsache ein 3D-Actionspiel mit immerhin vier Schwierigkeitsstufen, das zwar Züge eines Rollenspiels aufweist, in erster Linie geht es aber darum, sich durch unzählige Gegner zu kämpfen, wobei auch unzählige Umgebungsobjekte herumgeschleudert werden können. Mit dem A-Knopf wird gesprungen und mit X schwingt Ihr das Lichtschwert; durch Halten von LT könnt Ihr auch versuchen, gegnerische Attacken abzuwehren und Schüsse sogar zurückzuschlagen, allerdings sind dann keine weiteren Bewegungen möglich. Per Y könnt Ihr Eure Störer mit Machtblitzen grillen (bewirkt nicht nur Schaden, sondern praktischerweise auch kurzzeitige Betäubung), und mit LB ein Stück wegflitzen. Ein Druck auf B pustet Personen und Objekte von Euch weg und gerne über den Haufen; mit Halten von RT könnt Ihr sie auch telekinetisch greifen und dann mit den Analog-Sticks gegen eine Wand, in einen Abgrund oder auf jemand anders werfen. Haltet Ihr LT und drückt B, könnt Ihr alles in unmittelbarer Nähe von Euch wegdrücken, mit LT und X werft Ihr Euer Schwert wie einen Bumerang, und LT und Y produziert einen kurzlebigen Energieschild. Einige dieser Techniken besitzt Starkiller allerdings nicht von Anfang an, erst mit fortschreitender Story werden sie verfügbar. Leider gibt es keine gelungene Zielerfassung, das potentielle Opfer, das Starkiller gerade anzielt (was von vornherein voraussetzt, daß er ihm bereits zugewandt ist), wird zwar durch ein Fadenkreuz auf dem Bildschirm gekennzeichnet, es gibt jedoch keine einfache Möglichkeit, um zwischen mehreren Zielen in Reichweite umzuschalten. Wollt Ihr beim aktuellen Ziel bleiben, geht das durch Drücken und Halten von RB, aber wenn Ihr selber getroffen werdet, kann diese Erfassung wieder verlorengehen. Geworfene Objekte/Feinde landen zwar bevorzugt auf einem anderen, aber eben auch nicht unbedingt auf dem tatsächlich von Euch gewünschten.
Der Einsatz übermenschlicher Techniken verbraucht natürlich Machtenergie, die sich jedoch nach ein paar Sekunden wieder erholt. Verlorene Lebensenergie wird hingegen in der Regel nur als Belohnung für besiegte Gegner wiederhergestellt. Die Kamera läßt sich um Eure Figur herum bewegen, ich vermisse allerdings eine Zoom-Funktion. Gerade von einem Machtkrieger sollte man doch erwarten können, daß er sich nicht von hinten überraschen läßt, oder? Wenigstens zeigt ein kleiner Kartenausschnitt mit Pfeil in der Regel an, in welcher Richtung es weitergeht, falls Ihr im Gefecht die Orientierung verloren habt. Fast besiegten großen Gegnern könnt oder müßt Ihr üblicherweise in einer "finalen Aktion", einer spektakulären interaktiven Schnittszene, den Rest geben, während der vorgegebene Knöpfe betätigt werden müssen.
Der Protagonist hat mit Machtblitzen weniger Probleme als ein gewisser Cyborg. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Von Zeit zu Zeit, wenn Starkiller genügend Kampferfahrung gesammelt hat (abhängig von den eingesetzten Techniken verdient Ihr übrigens unterschiedlich viel), werden ihm drei Arten sogenannter Machtsphären zur Verfügung gestellt, die Ihr einsetzen könnt, um seine Fähigkeiten zu verbessern. So könnt Ihr die Machttechniken ausbauen und dürft dann beispielsweise einen Gegner ununterbrochen per Blitz grillen, solange die Energie reicht, womöglich sogar mehrere gleichzeitig. Hierzu muß eine unterschiedliche Anzahl Sphären gesammelt werden, je nachdem, welche Fähigkeit Ihr verbessern wollt und wie oft Ihr das schon getan habt. Auch die passiven Eigenschaften lassen sich verbessern, beispielsweise die Menge Lebensenergie, die Ihr pro Gegner zurückerhaltet, die Geschwindigkeit, mit der sich die Machtenergie erholt, oder der Schaden, den Ihr im Schwertkampf austeilt. Mit der dritten Kategorie Sphären erlernt Ihr noch eine ganze Reihe Machtkombos, also Spezialangriffe, die durch bestimmte Tastenfolgen ausgelöst werden – diese wirken jedoch eher wie ein Gimmick, denn ein gewöhnlicher Spieler wird kaum in der Lage sein, sie sich alle einzuprägen; einige von ihnen erscheinen zwar relativ nützlich, drohen aber in der Masse unterzugehen.
Immer mal wieder stoßt Ihr auf Sith-Holocrone, die temporäre Power-Ups darstellen und beispielsweise kurzzeitig Euren Schaden erhöhen oder unbegrenzt Machtenergie verleihen. Mitunter gut versteckt sind hingegen die Jedi-Holocrone, die meistens Erfahrungsboni oder direkt zusätzliche Machtsphären enthalten, manchmal aber auch Lichtschwertkristalle, die wiederum meistens nur das Aussehen Eurer Klinge bestimmen, einige verleihen aber auch einen Schadensbonus, verbessern die Abwehr von Schüssen oder dergleichen (wohlgemerkt müßt Ihr Euch für einen dieser Zusätze entscheiden). Weitere Machtsphären verdient Ihr Euch durch das Erfüllen von Bonuszielen in jedem Level: Eine bestimmte Menge Erfahrung sammeln (sollte man sowieso schaffen), alle Jedi-Holocrone finden (dürfte meistens eine Lösungshilfe voraussetzen) und noch etwas Levelspezifisches (meist einfach, etwa alle Fluchtkapseln eines Schiffes zerstören, damit keine Zeugen entkommen).
Mit nur neun bis zehn Leveln erscheint das Hauptspiel nicht sonderlich umfangreich, doch die meisten von ihnen sind wiederum recht lang (und nein, ihr müßt sie nicht jeweils am Stück spielen). Haken an der Sache sind wiederum die Ladezeiten, die im Voraus für den kompletten Level oder zumindest Unterabschnitt vorgenommen werden und daher den Spielfluß nicht stören (was für die Menüs leider nicht gilt), dafür aber um so länger sind. Praktischerweise geschehen diese Ladevorgänge wiederum im Hintergrund, während man sich erst einmal die Videosequenzen reinzieht, die meistens auch noch länger dauern – was aber wiederum den irritierenden Nachteil hat, daß sich die Videos nun nicht bzw. erst später abbrechen lassen. Auch nervig in diesem Zusammenhang ist, daß das Spiel ohne zu fragen von selbst den aktuellen Level startet; erst wenn dieser läuft, darf man einwerfen, daß man eigentlich einen anderen spielen will (etwa um ein Bonusziel nachzuholen).
Raxus Prime, galaktischer Schrottplatz [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Weiteres nach und nach verfügbares Bonusmaterial ohne spielerischen Nutzen sind unterschiedliche Outfits, eine umfangreiche Datenbank mit Hintergrundinformationen zu Akteuren und Welten und Concept Art. Interessanterweise gibt es gleich zwei Arten, wie die Geschichte ausgehen kann; allerdings wird die Entscheidung erst beim Finale getroffen, es existiert also keine spielerische Unterscheidung zwischen den Seiten der Macht wie bei einigen anderen Titeln.
Für optimale Atmosphäre ist natürlich reichlich Sprachausgabe vorhanden, und zwar bei den meisten wiederkehrenden Figuren mit ihren regulären deutschen Stimmen, sofern man dies erwarten konnte (niemand von 1977); eine bedeutende Ausnahme stellt der Sprecher von Darth Vader dar, dessen Vertretung mir jedoch so gut gefiel, daß ich anschließend bei TFU2 ordentlich irritiert wurde. Ferner wurde mal wieder auf die Filmmusik von John Williams zurückgegriffen, diese aber auch durch neue ergänzt, ohne daß mir ein Bruch aufgefallen wäre.







Zum Thema Platzierung:
Ich muss auch sagen, dass solche Tests nicht fett auf der Titelseite thronen sollten. Die Gründe sind imo genau die, die meine Vorredner…
diese arbeit bürdet sich jeder selbst auf. aber was interessiert einen in der NEWS leiste, und dann sogar markiert als top news, ein test von mario kart 64 oder the forced unleashed?
will sich mir nicht erschließen und passt in meinen augen einfach absolut nicht in die einteilung. stimme vollkommen mit schmadda überein