Games World
Login Registrieren
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Steel Battalion im Gamezone-Test

    Knapp zehn Kilo Soft- und Hardware in einem Karton mit Spezialcontroller zum Spezialpreis.

    Inzwischen dürfte jeder engagierter Xbox-Spieler schon etwas von Capcoms Mechsimulation "Steel Battalion" gehört haben, welches besonders wegen des mitgelieferten, fast einen Meter breiten Spezialcontrollers auffällt. Inzwischen hat das Spiel, welches nur in einer sehr begrenzten Auflage hergestellt wurde, auch zu uns nach Europa gefunden. Es ist also an der Zeit festzustellen ob "Steel Battalion" hält was es verspricht und ob der große Controller den doch beträchtlichen Kaufpreis wert ist.

    Geliefert wird "Steel Battalion" in einem großen, wie ein Munitionskoffer bedrucktem Karton, der knapp 10 Kilo auf die Waage bringt. In seinem Inneren befindet sich neben der Spiele-DVD ein im DIN A4 Format gehaltenes Handbuch, eine große Pedaleinheit sowie drei Steuerelemente die erst einmal zusammengebaut werden wollen. Dies geschieht nach bester Ikea-Manier mit mitgeliefertem Inbusschlüssel, welcher praktischerweise an der Unterseite der Mittelkonsole eingesteckt wurde. An diese schraubt man das rechte und linke Element an und verbindet es zusätzlich noch mit der Pedaleinheit. Erst dann ist der Controller einsatzbereit und kann an der Xbox eingesteckt werden. Schon auf den ersten Blick kann man die offensichtliche Logik hinter der Aufteilung der Bedienelemente des Controllers erkennen, welcher in der rechten Einheit den Joystick für das Fadenkreuz besitzt sowie die Tasten für die Waffensysteme. Auf der mittleren Einheit befindet sich das Funkgerät sowie diverse Hilfsmittel, wie die Waschanlage für die lebenswichtige Außenkamera, die Täuschkörper, das Nachtsichtgerät und so weiter. Die linken Bedienelemente schließlich dienen zur Steuerung der Bewegung des Kolosses, wie die Lenkung, die Schaltung oder die Lebenserhaltungssysteme. Am besten jedoch lassen sich die Funktionen anhand eines Missionseinsatzes erklären, das dürften sich auch die Entwickler gedacht haben, denn das Spiel beginnt komplett ohne einleitendes Tutorial oder gar Intro-Video, und wirft den Spieler einfach mitten ins Geschehen hinein.

    Das Spiel beginnt mit der Sicht aus dem offenen Cockpit des Mechs der offensichtlich noch reglos und deaktiviert in seinem Hangar ruht. Die erste Aufgabe besteht nun darin diese hochkomplexe Maschine erst einmal zu starten. Mit der rechten Hand schließen wir dafür erst einmal das Cockpit, worauf es ziemlich dunkel wird, denn ein Fenster oder Ähnliches besitzt so eine Kampfmaschine selbstverständlich nicht. Sicht nach Außen bekommen wir erst wieder mit der Aktivierung der elektrischen Systeme, welche die Tasten und Schalter des Controllers wie einen Weihnachtsbaum aufleuchten lässt während die Bootmeldungen über den Screen ziehen. Jetzt ist es an der Zeit die ganzen Subsysteme zu aktivieren, zu der die Sauerstoffversorgung ebenso gehört wie das Rettungssystem und das Funkgerät. Ganze sieben Schalter sind so der Reihe nach zu bedienen, bis sich endlich eine Statusanzeige am Screen zeigt die uns über die Einsatzbereitschaft des Mechs informiert. Diese Anzeige will genau verfolgt werden, denn nur in dem Augenblick, in dem sich alle Balken jenseits des 80% Wertes befinden, lässt sich die monströse Maschine in Gang bringen. Diese meldet sich sodann mit einem kräftigen Ruck zu Worte und ist gleichzeitig der letzte Schritt des Aktivierungsvorganges.

    So steht er dann da, dieses Monster aus Stahl und Elektronik, funkelt uns frech mit seinen vielen Knöpfen an und wartet darauf seine Power auf dem Schlachtfeld zu entfalten. Freudig erregt wagen wir es den ersten Gang einzulegen und sachte das Gaspedal durchzudrücken. Langsam und behäbig setzt sich die Maschine daraufhin in Gang, während wir noch die ideale Sitzposition vor dem riesigen Controller suchen, der den Spieler ganz automatisch in eine sehr heroische Haltung zwingt. Doch noch bevor wir uns Gedanken über die vielen Knöpfchen und Schalter machen können, sind wir auch schon mitten drin im ersten Kampf, denn schon vor der eigenen Garage wartet ein gegnerischer Mech darauf von uns aufs Korn genommen zu werden. Dafür müssen fürs Erste die vorkonfigurierten Waffensysteme reichen, welche ganz bequem mit der Haupt- und Subwaffentaste abgefeuert werden können. Der Knopf für das automatische Anvisieren bei entsprechender Bewaffnung befindet sich ebenfalls gleich daneben und kann bequem mit dem Daumen erreicht werden. Einzig um die Waffensysteme zu wechseln oder um Nachzuladen muss man auf das Haupt-Bedienelement zurückgreifen. Dort beginnt auch ganz automatisch die Nachladetaste zu blinken, wenn das Magazin leer ist. Gleiches passiert bei Ausfall einer Waffe, so dass ein Druck auf das entsprechende System genügt um die zweite (oder dritte) Waffe zu aktivieren. Auch wenn Funksprüche eintreffen beginnt die Taste des jeweiligen Kanals zu leuchten, so dass wir zum Antworten nur noch entsprechendes Knöpfchen zu drücken haben. So gestalten sich die ersten Missionen leichter als man zu Beginn meinen könnte, denn die Funktionen des Mechs werden erst Stück für Stück eingesetzt und auch immer brav angezeigt.

    Hauptsächlich jedoch ist man mit der Bedienung der Waffensysteme beschäftigt, um sie je nach der idealen Entfernung möglichst optimal einzusetzen, geschickt ballistische Geschosse über Hindernisse hinweg zu feuern, sowie der nicht zu verachtenden Steuerung des Mechs, die so manche Überraschung für uns bereithält. Denn anders als aus dem Fasa-Universum bekannt, sind die Maschinen in "Steel Battalion" recht wackelig auf den Beinen und wollen brav im Gleichgewicht gehalten werden. Mit Vollgas in eine Kurve zu lenken führt nämlich unweigerlich zum Kippen des Kolosses, welches man zwar meist noch abfangen kann, den Mech aber für Sekunden steuerungslos werden lässt, was im Kampf mitunter der letzte Fehler gewesen sein kann. Trotzdem macht es nicht wenig Spaß den Koloss auf seine Endgeschwindigkeit zu bringen, auch wenn die Umwelt dann kaum mehr wahrgenommen werden kann, so heftig wird die Maschine durchgeschüttelt. Freilich benutzt man den Laufschritt im Kampf nur selten, und dann auch nur um zu flüchten oder möglichst schnell Hilfe zu leisten. Im Kampf selbst bewegt man sich eher gemächlich und benutzt stattdessen den Seitwärtssprung um anfliegenden Geschossen auszuweichen.

    Gespielt wird "Steel Battalion" ausschließlich aus der Cockpitansicht, welche in den ersten Mechs noch dazu sehr eingeschränkt ist. Weit mehr als die Hälfte des Schirms wird nämlich von allerlei Anzeigen eingenommen, von denen aber keine Einzige nur schmuckes Beiwerk ist, sondern die allesamt wichtige Funktionen anzeigen. So bleibt für den Blick nach außen nur noch ein relativ kleines Guckloch übrig, welches noch dazu leicht unscharf und verwaschen wirkt, was aber Absicht ist, soll so doch die Darstellung eines Monitors simuliert werden. Das kleine Fenster stört im Spiel allerdings weniger als man vermuten möchte, denn zum Einen erhält man schon ziemlich bald modernere Maschinen, welche dann auch mit einem größeren Schirm versehen sind, und zum Anderen kann man die Außenkamera recht flott in die gewünschte Richtung bewegen und auch zoomen, so dass man eigentlich ohne Probleme alles Wichtige im Auge behalten kann. Noch dazu wo man sich auf dem zweiten Statusbildschirm auch die Ziel-, Boden- oder Rückenkamera einblenden lassen kann. Das erzeugte Außenbild glänzt besonders wegen seines realen Eindruckes, der einen mitunter tatsächlich denken lässt sich mitten auf einem Schlachtfeld zu befinden. Auch wenn die gebotene Grafik durch die Bank sehr duster und dreckig wirkt, ist es gerade sie die für den realen Eindruck des Geschehens sorgt. Egal ob es die winzigen Soldaten am Boden sind oder die einstürzenden Gebäude, alles wirkt schon verdächtig echt. Einzig die immer wieder auftauchenden PopUps, besonders in den Stadtleveln, können nicht gefallen und offenbaren offensichtlich eine schwäche der Engine. Besonders ärgerlich ist dies dann, wenn sich ein Gegner praktisch unsichtbar machen kann, indem er einen Schritt rückwärts macht und so aus unserer maximalen Sichtweite entschwindet.

    Den zwiespältigsten Eindruck allerdings hat die Soundkulisse hinterlassen. So können die Waffen- und Maschinengeräusche wirklich begeistern, da sie dem Mech tatsächlich so etwas wie Leben einhauchen, aber auch die Umwelt herrlich ins Geschehen mit einbezieht, und wenn es nur das entfernte Einschlagen der Granaten ist, an dem man schon hören kann ob sie ins Ziel gingen oder nicht. Wohingegen die Musikuntermalung, welche man sich noch dazu extra erkaufen muss, indem man sich einen "antiken Walkman" ins Cockpit hängt, höchstens noch für japanische Ohren geeignet ist. Der gebotene Soundtrack nämlich setzt sich aus den schrecklichsten Japano-Pop zusammen den ich jemals gehört habe. Auf dieses Feature also kann man sicher gerne verzichten. Dafür gibt es an den Funksprüchen nichts auszusetzen, welche in englischer und japanischer Sprache vorhanden sind.

    Sich über die Steuerung von "Steel Battalion" ein Urteil zu bilden fällt leichter als man denkt, denn, so gemein es sich anhört, auf viele der Knöpfe hätte man schlicht und einfach verzichten können. So macht es die ersten Male noch ziemlichen Spaß die Maschine mit zehn Aktionen in Gang zu setzen, spätestens aber wenn man den Mech mitten im Kampf überhitzt und die komplette Prozedur unter Feindfeuer durchzuführen hat beginnt man die Sache als lästig zu empfinden. Da noch dazu besagte Bedienelemente ansonsten völlig nutzlos sind, stellen sie sich als genau das heraus was sie sind, nämlich überflüssiges Beiwerk ohne Funktion. Allerdings muss man dem Controller zugute halten, dass kein einziger Knopf doppelt belegt ist, so dass man nach kurzer Spielzeit praktisch blind und ziemlich schnell agieren kann. Einzig der Knopf für den Schleudersitz befindet sich unter einer Schutzklappe versteckt, die man aber besser immer offen lässt, da man im Falle des Falles keine Sekunde Zeit hat über Tod oder Überleben zu entscheiden. Denn eine Gemeinheit von "Steel Battalion" versteckt sich in dem Speichersystem des Spiels, welches tatsächlich den aktuellen Spielstand auf der Festplatte löscht wenn man im Spiel gestorben ist. Eine Möglichkeit also die Mission noch einmal zu beginnen gibt es nicht, tot ist tot. Das macht den Schleudersitz unheimlich wichtig, auch wenn er nicht automatisch das Weiterkommen garantiert. Denn nach dem verlassen des Mechs stehen wir erst einmal ohne Kampfgerät da und müssen erst wieder ein Neues anfordern, wofür wir auch noch entsprechend löhnen dürfen. Wie im richtigen Leben ist das Spiel aus wenn wir uns keinen neuen Mech mehr leisten können.

    Steel Battalion (XB)

    Singleplayer
    7,6 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    8/10
    Sound
    7/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    7/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Sehr stylischer und großer Spezialcontroller
    sehr reales Erscheinungsbild
    vom Soundtrack abgesehen technisch gut umgesetzte Soundkulisse
    Wohl nur für Mech-Freaks geeignet
    hoher Anschaffungspreis
    Controller nur für dieses Spiel verwendbar
    viele kleine Mängel
  • Steel Battalion
    Steel Battalion
    Publisher
    Capcom
    Developer
    Capcom
    Release
    24.03.2003

    Aktuelle Simulation-Spiele Releases

    Cover Packshot von BDFL Manager 2005 Release: BDFL Manager 2005 Codemasters
    Cover Packshot von Wings of War Release: Wings of War Take-Two Interactive
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 01/2017 SpieleFilmeTechnik 12/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
989196
Steel Battalion
Steel Battalion im Gamezone-Test
Knapp zehn Kilo Soft- und Hardware in einem Karton mit Spezialcontroller zum Spezialpreis.
http://www.gamezone.de/Steel-Battalion-Spiel-35129/Tests/Steel-Battalion-im-Gamezone-Test-989196/
24.03.2003
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2006/03/Steel-Battalion-4.jpg
tests