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  • Steep im Test: Riesen-Pisten, aber nicht genug Gaudi
    Quelle: PC Games

    Steep im Test: Riesen-Pisten, aber nicht genug Gaudi

    Da die Vollversion von Steep erst am Erscheinungstag bei uns eintraf, hat sich der Test etwas hinausgezögert, doch nun präsentieren wir euch hier unser finales Urteil über Ubisofts Extremsport-Spektakel. Im Test erklären wir, ob das Always-Online-Multiplayer-Konzept des Titels aufgeht.

    Ende der 90er und Anfang der 2000er gab es einen regelrechten Boom von Trendsportspielen. Ob nun Skateboarding, Snowboarding, Inline-Skating, BMX oder gar Wakeboarding - zu so ziemlich jedem Trend- oder Extremsport konnte man das passende Spiel erwerben. Vor allem Activision hatte mit seiner Reihe zur Rollbrett-Legende Tony Hawk eine Goldader aufgetan. Mitte der 2000er dümpelte dann aber selbst die ehemalige Vorzeige-Serie ideenlos dahin und wurde mit dem Plastikschrott Ride und Shred gänzlich ad absurdum geführt bevor man mehrere Jahre die Produktion neuer Titel aussetzte.

    Als dann im letzten Jahr Tony Hawk mit dem katastrophalen Pro Skater 5 sein desaströses Comeback feierte, schien das Genre seinen letzten Atemzug gemacht zu haben. So dachte man zumindest bis zur diesjährigen E3. Dort kündigte Ubisoft nämnlich vollkommen überraschend das Trend- und Extremsportspiel Steep an, welches mit seinem frischen Konzept überzeugte.

    26:46
    Steep: Extremsport-Let's Play auf Captiva-Rechner

    Steep im Test: Hinfort mit Genre-Konventionen!

    Außer dem Genre hat Steep nämlich nichts mit den alten Trendsportspielen gemein. Ubisofts Schneespektakel setzt auf eine offene Welt bestehend aus vier Alpen-Regionen, in denen ihr auf insgesamt sechs Bergen vollkommen frei herumkraxeln dürft. Unter anderem darf man den Ortler besteigen, den moströsen Mont Blanc heruntersausen oder versuchen, die Nordwand des Matterhorns zu bezwingen. Dabei seid ihr jedoch nicht nur auf eine Sportart beschränkt, sondern dürft zwischen Skiern, Snowboard, Paraglider und Wingsuit wechseln. Zudem macht ihr euch per pedes auf die Suche nach grau eingefärbten Gebieten. Habt ihr eines erspäht und seid nicht weiter als einen Kilometer vom Ziel entfernt, zückt ihr euer Fernglas und schaltet so dort eine neue Dropzone frei.

    Die Aussicht ist in Steep stets beeindruckend. Auch aus der ferne kann man bereits die verschiedenen Gebiete und Challenges erkennen. Die Aussicht ist in Steep stets beeindruckend. Auch aus der ferne kann man bereits die verschiedenen Gebiete und Challenges erkennen. Quelle: PC Games Per Druck auf die B-Taste zoomt ihr nämlich heraus und könnt euch das komplette Gebirge anschauen. Dropzones sind in dieser Bergpanorama-Ansicht markiert und ihr könnt euch direkt dort absetzen lassen. Steep ist nämlich natürlich kein reines Exploration-Spiel, sondern bietet zu jeder Extremsportart verschiedene Herausforderungen, in denen ihr versuchen sollt eine Goldmedaille zu erringen. Auch freigeschaltete Challenges lassen sich sofort über das Bergpanorama anwählen. Ihr müsst euch also nie auf die Suche nach einem Lift machen oder gar den ganzen Berg wieder hochklettern.

    Doch nicht nur im Spielaufbau unterscheidet sich Steep von all seinen geistigen Vorgängern aus dem Genre. Die Entwickler von Ubisoft Annecy sehen ihren Titel nämlich vor allem als Multiplayer-Spiel und setzen deshalb auf die von vielen Spielern skeptisch beäugte Always-On-Masche. Sprich: Ihr müsst beim Spielen von Steep immermit dem Internet verbunden sein, da sonst das angestrebte Konzept eines nahtlosen Mehrspielermodus nicht funktionieren würde. Schade nur, dass dieser trotz des Online-Zwangs nicht so recht zündet.

    Steep im Test: Singles(pieler) in Ihrer Nähe

    Die Multiplayer-Komponente soll eigentlich so funktionieren, dass sie die Spieler die gleiche Welt teilen. Trefft ihr auf andere Steep-Zocker könnt ihr euch per Druck auf die X-Taste zu einer Gruppe von bis zu vier Leuten zusammenschließen und die Spielwelt erkunden oder euch in den Challenges messen. In der Theorie mag das Konzept ganz gut sein, nur leider funktioniert es nicht wie geplant. In den ersten zwei Tagen nach Release fanden wir noch genügend andere Spieler, die jedoch unsere Einladung zu Multiplayer-Sessions in den meisten Fällen ablehnten.

    Mit verdienten Credits kauft ihr Kleidungsstücke. Neue Skills könnt ihr nicht erwerben. Mit verdienten Credits kauft ihr Kleidungsstücke. Neue Skills könnt ihr nicht erwerben. Quelle: PC Games In den darauf folgenden Tagen verirrten sich aber nur ein, zwei oder gar keine anderen Zocker ins Gebirge. Der als Multiplayer-Wettbewerb geplante Titel entwickelt sich somit zum Einzelspieler-Erlebnis mit Online-Zwang. Hier hat der französische Publisher wohl die Interessen der Zielgruppe falsch eingeschätzt. Das ist besonders schade, da durch das gescheiterte ursprüngliche Konzept auch das Singleplayer-Erlebnis ein wenig leidet. Für jede abgeschlossene Challenge, jeden Stunt, ja sogar jeden Sturz bekommt ihr Erfahrungspunkte, steigt im Level auf, schaltet neue Herausforderungen frei und erhaltet Credits, mit denen sich neue Kleidungsstücke, Snowboards und Ski kaufen lassen.

    Diese sind jedoch rein kosmetischer Natur, neue Fähigkeiten oder irgendeine Verbesserung bekommt ihr dadurch nicht. Auch neue Tricks lassen sich nicht freischalten. Eure Spielfigur besitzt also über die gesamte Spielzeit dieselben Fähigkeiten. Mit Blick auf den angestrebten Multiplayer-Aspekt ergibt das durchaus Sinn, da man wohl Zocker mit niedrigem Level in den Challenges nicht benachteiligen wollte. In der letztendlichen Realität als einsamer Wolf wirkt dies dann aber doch nicht mehr so durchdacht. Trotz Levelaufstiegen gibt es schließlich keinen spielerischen Fortschritt.
    Für sämtliche Aktionen erhaltet ihr Erfahrungspunkte und Auszeichnungen - egal, ob ihr einen Stunt ausführt oder nur hinfallt. Für sämtliche Aktionen erhaltet ihr Erfahrungspunkte und Auszeichnungen - egal, ob ihr einen Stunt ausführt oder nur hinfallt. Quelle: PC Games

    Steep im Test: Allein ist auch fein

    Ein schlechtes Spiel ist Steep aber trotzdem absolut nicht. Die Berge sind mit so vielen Herausforderungen gepflastert, dass man andere Zocker erstmal nicht vermisst. Wenn man frei in der riesigen Spielwelt unterwegs ist, darf man in einem praktischen Ring-Menü jederzeit auswählen, mit welcher Sportausrüstung man unterwegs sein möchte. Dafür muss man aber zuvor komplett zum Stillstand kommen. Stunts, in denen man beispielsweise einen Snowboard-Trick mit einem Wingsuit-Looping verbindet, sind nicht möglich. Steep ist sowohl bei der Präsentation als auch beim Gameplay geerdeter als frühere Trendsporttitel, in denen man geradezu absurde Kombos hinlegen konnte.

    Die Wingsuit-Challenges sind teilweise knackig schwer und führen durch verschlungene Täler sowie durch Felsspalten hindurch. Die Wingsuit-Challenges sind teilweise knackig schwer und führen durch verschlungene Täler sowie durch Felsspalten hindurch. Quelle: PC Games Die Herausforderungen beschränken sich deshalb auch immer auf eine bestimmte Extremsportart. Schon auf der Karte könnt ihr sofort einsehen, ob hier eure Fähigkeiten im Wingsuit, als Paraglider oder mit Ski oder Snowboard gefragt sind. Zudem wird auch immer direkt der Schwierigkeitsgrad der Challenge angezeigt. Sollte dort "Mittel" oder gar "Schwer" stehen, könnt ihr euch sicher sein, dass ihr, wenn ihr nicht gerade Glück habt oder euch die Strecke besonders gut liegt, mehrere Versuche brauchen werdet, um eine Medaille abzustauben. Die Herausforderungen sind oftmals richtig knackig und verlangen von euch, dass ihr die Strecke im Trial & Error-Verfahren auswendig lernt, dennoch kommt niemals Frust auf. Die Wettbewerbe sind nämlich niemals unfair und zudem dürft ihr euch per Druck auf Y immer wieder sofort und ohne Ladezeit zum Start der Challenge zurücksetzen lassen.

    Besonders bei den Wingsuit-Herausforderungen werdet ihr diese Möglichkeit schnell ins Herz schließen. Dort stürzt ihr euch mit einem Wahnsinnstempo zum Beispiel eine Felswand herunter, berührt mit dem Bauch fast den Boden und schwenkt blitzschnell herum in eine Höhle, durch die ihr euch millimetergenau hindurch navigieren müsst, da schon die geringste Abweichung von der (eingeblendeten) Ideallinie mit Knochenbrüchen für eure Spielfigur endet. Wem das noch nicht genug Adrenalinkick ist, der aktiviert die GoPro-Kamera und spielt nun aus der Ego-Perspektive. Wir waren selten so froh, dass ein Spiel keine VR-Unterstützung hat. Die Abschnitte als virtuelles Flughörnchen sind mit ihrer Rasanz unsere Highlights in Steep.

    Vor allem auch, weil die Steuerung hier super funktioniert. Die Snowboard- und Ski-Challenges machen ebenfalls jede Menge Spaß, obwohl ihr euch eigentlich nur Checkpointrennen mit Geistern liefert oder versucht, mit Tricks eine gewisse Punktezahl zu erreichen. Die Geschwindigkeit ist stets hoch und die Strecken sind wunderbar abwechslungsreich. Wer einmal einen fünffachen Salto von der Nordwand gesprungen ist, kommt aus dem Grinsen so schnell nicht mehr heraus. Leider ist die Tricksteuerung per rechter Schultertaste und den beiden Analogsticks manchmal ein wenig zickig und reagiert nicht ganz so wie man es eigentlich möchte. Obwohl es weniger Trick-Möglichkeiten als bei alten Trendsporttiteln gibt, braucht man ein wenig Übung bis man die Bewegungen richtig kontrollieren kann.
    Bei den Berg-Challenges solch euch vor allem die einzigartige Atmosphäre des jeweiligen Berges vermittelt werden. Bei den Berg-Challenges solch euch vor allem die einzigartige Atmosphäre des jeweiligen Berges vermittelt werden. Quelle: PC Games

    Blöd ist allerdings, dass es keine Grinds im Trick-Repertoire gibt und die Wettbewerbe beim Paragliding öde sind. Da letztgenannte Challenges aber relativ zügig abgehakt sind, macht Steep dennoch über einige Stunden richtig Laune. Es wird einem nichts vorgeschrieben, man sammelt Medaillen in Wettbewerben, man erkundet die herrlich gestaltete Natur, man macht einfach nur, worauf man gerade Lust hat. Etwa 15 Stunden motiviert der Titel mit diesem Konzept, doch habt ihr dann das Maximallevel 25 erreicht und alle Challenges gespielt ist plötzlich die Luft raus. Durch das nicht funktionierende Online-Konzept fehlt es hier dann einfach an Content. Da kann die Welt noch so riesig sein. Nervig ist zudem, dass einige kleinere Bugs die Geduld strapazieren. So verkeilt sich die Spielfigur häufig in Objekten, bereits gespielte Challenges werden auf der Karte als "Neu" angezeigt und bei Spielstart kann es vorkommen, dass man seinen Sportler neu einkleiden muss, weil er wieder seine Standard-Klamotten trägt.


    Steep (PC)

    Spielspaß
    78 %
    Grafik
    -
    Sound
    -
    Multiplayer
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    Steep (PS4)

    Spielspaß
    78 %
    Grafik
    -
    Sound
    -
    Multiplayer
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    Steep (XBO)

    Spielspaß
    78 %
    Grafik
    -
    Sound
    -
    Multiplayer
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Riesige, toll gestaltete Spielwelt
    Motivierende, teils richtig knackige Challenges
    Wunderschöne Bergpanoramen
    Zwangloses Spielprinzip
    Grandioser Wingsuit
    Abwechslungsreiches Streckendesign bei Challenges
    Always-On-Multiplayer-Konzept geht nicht auf
    Langweiliges Paragliding
    Keine Aufrüstmöglichkeiten
    Überschaubares Trick-Repertoire, keine Grinds
    Zu wenig Inhalt für die Größe der Spielwelt
    Fazit
    Ein schöner Adrenalinkick mit Mängeln beim Konzept.

    • Es gibt 3 Kommentare zum Artikel

      • Von Mersadion Erfahrener Benutzer
        Und das Paragliding passt kein Stück..schwammig wie Sau
      • Von RaZZor89 Erfahrener Benutzer
        Vor allem die 60€ kann ich nicht ganz verstehen
      • Von Yarg Erfahrener Benutzer
        Persönlich hat mir das f2p Spiel 'SNOW' auch mehr zugesagt als Steep. Klar, Steep hat mehr Sportarten, dafür empfinde ich die Steuerung und das Spielgefühl bei SNOW als besser.
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Steep
Steep im Test: Riesen-Pisten, aber nicht genug Gaudi
Da die Vollversion von Steep erst am Erscheinungstag bei uns eintraf, hat sich der Test etwas hinausgezögert, doch nun präsentieren wir euch hier unser finales Urteil über Ubisofts Extremsport-Spektakel. Im Test erklären wir, ob das Always-Online-Multiplayer-Konzept des Titels aufgeht.
http://www.gamezone.de/Steep-Spiel-57347/Tests/Review-Ubisofts-Extremsport-Bergparadies-im-Test-1215459/
08.12.2016
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2016/12/Steep-2--pc-games_b2teaser_169.png
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