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  • Stratego: Kampf um die Fahne - Leser-Test von BigJim

    Der Brettspielklassiker Stratego geht auf eine Erfindung des Niederländers Jacques Johan Mogendorff zurück und gehörte insbesondere in den 1970er Jahren zu den beliebtesten und erfolgreichsten Gesellschaftsspielen in der Bundesrepublik Deutschland. Weltweit wurden bis heute über vierzig Millionen Exemplare der Brettspiel-Variante verkauft. Erste Videospiele dazu gab es bereits vor zwei Jahrzehnten. Zuletzt machte Stratego: Next Edition (NDS) aus dem Jahre 2008 von sich Reden, welches von Gamezone seinerzeit eine Gesamtwertung von 7,3 Punkten (= "Brauchbar") erhielt. Das hier behandelte PC-Stratego aus dem Hause Namco Bandai gehört zu den älteren Videospielumsetzungen, denn es erschien schon vor über zehn Jahren.

    Stratego ist für zwei Spieler ausgelegt und erinnert vom Spielprinzip her etwas an Schach. Allerdings kann man die Figuren des Gegners nie vollständig sehen. Jede Fraktion verfügt über 40 Figuren, die sich auf dem Schlachtfeld, welches in der Mitte stellenweise von zwei Seen unterbrochen ist, gegenüber stehen. Die beiden Seen sind nicht begehbar, müssen also von den Einheiten umgangen werden (in Stratego, das im 17./18. Jahrhundert spielt, gibt es nur Landstreitkräfte), was die Bewegungsfreiheit der verfeindeten Armeen etwas einschränkt. Unser Ziel ist es, die gegnerische Fahne zu erobern.

    Jeder Spieler verfügt zu Beginn der Partie über eine immer gleiche Anzahl unterschiedlicher Dienstgrade. Der höchste Offizier ist der Feldmarschall, der nur durch Bomben oder den Spion zu schlagen ist. Beide Figuren (Feldmarschall und Spion) gibt es pro Armee nur einmal, ebenso den General, den zweithöchsten militärischen Führer nach dem Feldmarschall. Jede Fraktion verfügt darüber hinaus über jeweils zwei Obristen (Offiziere im Dienstgrad Oberst), drei Offiziere im Dienstgrad Major, vier Hauptleute (Offiziere im Dienstgrad Hauptmann), vier Leutnante (das sind die niedrigsten Offiziersdienstgrade), vier Unteroffiziere, fünf Mineure (können als einzige Soldaten Bomben entschärfen) sowie acht Aufklärer (zeichnen sich durch hohe Beweglichkeit bzw. Reichweite aus, da sie in nur einem Zug das ganze Feld bis zur nächsten Figur zurücklegen können). Natürlich ist jede Fraktion im Besitz einer Fahne. Letztere ist das wichtigste Element einer jeden Streitkraft. Denn fällt unsere Flagge in die Hand des Gegners, ist die Schlacht verloren.

    Wie in der Brettspiel-Variante sind die beiden Fraktionen optisch voneinander zu unterscheiden. Die eine Armee hat die Farbe "Blau", die andere die Farbe "Rot". Das PC-Stratego bietet zudem einige zusätzliche Optionen. So kann man zwischen vordefinierten Aufstellungen wählen oder den Feldern seine 40 Figuren auch einzeln, also selbständig, zuordnen. Erfahrene Stratego-Spieler, die durch etliche Partien ein gerütteltes Maß an Können und Routine erworben haben, werden auf die Vorschläge des Computers für gewöhnlich verzichten, während sich die vordefinierten Aufstellungen - quasi eine Art Starthilfe - mehr an Stratego-Neulinge richten, die mit der geschickten Anordnung der ihnen unterstellten Figuren noch nicht so vertraut sind.

    Nach der Aufstellungsphase (die Aufstellung der Gegnerfraktion erfolgt naturgemäß durch den Computer bzw. die KI) kann die Schlacht auch schon beginnen. Das Spielprinzip ist dabei sehr simpel: Der ranghöhere schlägt den rangniedrigeren Dienstgrad. Treffen die Spielfiguren aufeinander, wird dadurch die gegnerische Figur, die sonst nicht sichtbar ist, aufgedeckt. Treffen zwei Figuren mit gleichem Dienstgrad aufeinander, fallen beide im Kampf bzw. scheiden aus der Spielpartie aus. Eine gewisse Sonderrolle betrifft das Verhältnis Feldmarschall-Spion. Zwar bekleidet der Spion den niedrigsten Rang, doch kann er den Feldmarschall töten. Jedoch nur, wenn er schneller ist als der Marschall. Trifft der Feldmarschall zuerst auf den Spion, so hat Letzterer das Nachsehen. Deshalb sollte man den Spion schonen und sehr umsichtig einsetzen. Er ist ein wichtiger Trumpf im Kampf gegen die militärische Führungselite des Feindes.

    Stratego spielt sich rundenbasiert, d.h. der Schlagabtausch erfolgt Zug um (Gegen-)Zug, wobei die Spieler pro Runde jeweils nur eine Figur ziehen können; entweder ein Feld vorwärts, rückwärts oder seitlich (links/rechts). Lediglich der Aufklärer kann mehrere Felder pro Zug zurücklegen. Besondere Bedeutung haben die Bomben, davon besitzt jede Armee 6 Stück. Die Bombe ist nämlich unbeweglich und kann nur durch Mineure entschärft werden. Für jede andere Spielfigur bedeutet sie die sichere Vernichtung. Die Fahne, das zu schützende Objekt, um welches sich letzten Endes alles dreht, wird häufig durch Bomben abgesichert. Mitunter kann es aber auch sinnvoll sein, die Minen ganz woanders zu konzentrieren, um den Gegner so auf eine falsche Spur zu lenken (wo Bomben besonders zahlreich auftreten, vermutet man normal auch die Fahne des Feindes).

    Stratego eröffnet viele taktische Möglichkeiten. Ein offensives Vorgehen ist ebenso möglich wie eine reine Verteidigungsstrategie oder eine Hinhalte-Taktik. Da ein Teil der Spielfiguren (nämlich die der Gegenseite) verdeckt ist, benötigt man auch immer etwas Glück, kann also - anders als beim Schach - nicht jede Gegnerbewegung bis ins letzte Detail analysieren, so dass es in bestimmten Spielmomenten beim Ein- und Abschätzen bleibt. Böse Überraschungen sind deshalb nicht immer auszuschließen. Andererseits machen sie aber auch einen Teil der Spannung aus.

    Das hier behandelte PC-Stratego erschien ursprünglich für Windows 95/98 und wird auf neueren Betriebssystemen daher nur mit gewissen (technischen) Eingriffen installier- und spielbar sein. Fans bodenständiger Strategie sollten sich davon jedoch nicht abschrecken lassen. Denn spielenswert ist der Titel in jedem Fall, trotz altersbedingt dröger Grafik (die bei so einem Game aber absolut nebensächlich ist) und der Tatsache, dass ich persönlich die Brettspiel-Variante bevorzuge, da sie den beiden Spielern einfach ein ganz anderes Auge-in-Auge-Gefühl vermittelt und somit eine bessere Atmosphäre zulässt. Die PC-Version ist und bleibt eben mehr was für Solisten.

    Bei der Gelegenheit sei alternativ noch auf Stratego Online (bekannt auch unter der Bezeichnung "Battlegeneral") verwiesen. Das ist praktisch ein Multiplayer-Stratego, welches kostenlos im Netz zu finden ist (einfach mal in die Suchmaschine eingeben) und bei dem wir gegen menschliche Gegenspieler antreten können, sofern sich im Internet bei Bedarf entsprechende Interessenten finden. Als mobile Alternative empfiehlt sich das eingangs erwähnte Stratego: Next Edition, welches jedoch ausschließlich für Nintendo DS erhältlich ist.

    Negative Aspekte:
    Technisch (zwangsläufig) nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

    Positive Aspekte:
    Trotz seines Alters immer noch unterhaltsam (strategischer Anspruch).

    Infos zur Spielzeit:
    BigJim hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • Stratego
    Stratego
    Publisher
    Namco Bandai
    Release
    1999

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1010822
Stratego
Stratego: Kampf um die Fahne - Leser-Test von BigJim
http://www.gamezone.de/Stratego-Spiel-35495/Lesertests/Stratego-Kampf-um-die-Fahne-Leser-Test-von-BigJim-1010822/
16.08.2011
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2011/06/strategopc5y8f33ul.jpg
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