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  • Stupid Invaders: Fünf Idioten aus dem Weltall - Leser-Test von Ceilan

    Stupid Invaders: Fünf Idioten aus dem Weltall - Leser-Test von Ceilan Man könnte meinen dass Lebewesen, die mit Lichtgeschwindigkeit durchs Universum reisen, über eine hohe Intelligenz verfügen müssen. Das ist aber anscheinend nicht so ganz der Fall. Die Helden dieses Spiels sind nämlich ungefähr so klug wie ein durchschnittlicher Goldfisch.Oder vielleicht eher wie ein Goldfisch, der zu lange auf dem Trockenen gelegen hat und dessen Gehirn aufgrund des Sauerstoffmangels leicht geschädigt ist :)
    Die fünf liebenswerten Aliens Etno, Bud, Stereo, Candy und Gorgious haben es irgendwie geschafft ihr Raumschiff komplett zu demolieren und sie müssen deshalb auf der Erde notlanden. Dort gefällt ihnen das Fernsehprogramm ausgezeichnet und sie haben es aus diesem Grund auch gar nicht so eilig damit, das UFO wieder auf Vordermann zu bringen. Abgesehen davon sind die anderen dem halbwegs fähigen Etno (praktisch dem Genie unter den Idioten) auch keine große Hilfe. So dauert es geschlagene fünf Jahre bis das Raumschiff wieder startklar ist. Ausgerechnet in diesem Moment taucht der intergalaktische Kopfgeldjäger Bolok auf, der vom verrückten Wissenschaftler Sakarin auf die fünf Kumpels angesetzt wurde. Sakarin möchte nämlich ein paar ziemlich fiese Experimente durchführen, für die er die Außerirdischen sehr gut gebrauchen kann. Bolok benutzt eine spezielle Pistole, um die Freunde zu Eisklumpen erstarren zu lassen. Glücklicherweise kann der Obertrottel Bud entkommen und es ist jetzt die Aufgabe des Spieler, die anderen zu befreien und mit dem Raumschiff zu fliehen.
    Dafür bewegt man sich in typischer Adventure-Manier durch fantasievolle Umgebungen, die (wie z.B. in Monkey Island 4) trotz ihrer Zweidimensionalität sehr räumlich wirken. Die Figuren sind hingegen komplett dreidimensional dargestellt. Besonders auffällig ist der kunterbunte Grafikstil des Spiels. Auch der direkte LucasArts-Konkurrent MI 4 wirkt ja nicht gerade blass, aber Stupid Invaders ist rein optisch noch eine ganze Ecke abgefahrener. Manche Orte wirken als ob man einen Farbtopf über ihnen ausgeleert hätte und nicht zuletzt durch dieses Design kommt typisches Comicflair auf. Anscheinend hatten die Stupid Invaders auch mal einen Auftritt in einer ziemlich unerfolgreichen Zeichentrickserie. Im Spiel ist dafür aber alles sehr passend und hübsch. Gesteuert wird wie in einem klassischen Point and Click-Adventure mit der Maus. Der Cursor verändert jeweils seine Form und man kann so zum Beispiel die wichtigen Gegenstände aufheben, Gespräche beginnen oder Sachen untersuchen. Wenn man Items mitnimmt werden diese im Inventar verstaut. Diesen Rucksack öffnet man mit einem Druck auf die Leertaste was eigentlich eine etwas ungeschickte Lösung ist. Es wäre wohl praktischer gewesen, wenn man auch diese Funktion mit der Maus hätte aufrufen können. Ansonsten ist die Steuerung aber durchaus okay und zweckmäßig und gerade die Abenteurer, die mit der Tastatur-/Gamepad-Steuerung des neusten Monkey Island-Ablegers nicht zurechtkommen, werden die altbekannte Mausvariante bei Stupid Invaders sicherlich zu schätzen wissen. Ich persönlich halte diese Steuerung auch für die einzig wahre was Adventures angeht. Und das obwohl ich eigentlich aus dem Konsolenlager komme und mir Gamepads generell die liebsten Steuergeräte sind.
    Das Herzstück eines solchen Spiels sind natürlich die Rätsel und die sind bei Stupid Invaders meistens ebenso witzig und seltsam ausgefallen wie der ganze Rest. Wobei man sagen muss, dass die Scherze oft recht geschmacklos sind. Wenn man sich daran nicht stört wird man aber bestens unterhalten. Ich will jetzt nicht zu viel verraten, weil das bei einem solchen Spiel sehr Spielspaßmindernd wirkt. Aber ein Beispiel kann ich trotzdem geben. So muss man etwa den Weihnachtsmann aus einem Kamin herausbekommen, weil der nette alte Kerl darin stecken geblieben ist. Andere Helden würden sich sicherlich eine Methode ausdenken, welche Santa möglichst nicht verletzt und ihn wohlbehalten entkommen lässt. Aber die Stupid Invaders sind nun mal keine normalen Spielehelden ;) Eine Flasche Abflussreiniger bewirkt in solchen Situationen wahre Wunder und das einzige was am Ende vom Weihnachtsmann übrig bleibt, ist eine kleine grüne Pfütze mit Augen. Das ist zwar nicht nett, aber danach fragt ja auch keiner. Die anderen Puzzles des Spiels sind ähnlich politisch unkorrekt und zum Teil auch wirklich derb. Trotz allem bleiben sie fast immer logisch, so dass nicht nur Adventure-Profis Erfolgserlebnisse haben werden. Auch hier bestätigen Ausnahmen natürlich die Regel, aber in diesem Fall sollte man auch nicht davor zurückschrecken eine Komplettlösung zu Rate zu ziehen. Anders als in den oft kopierten LucasArts-Adventures muss man nicht so oft Gespräche führen, um den Lösungen der Rätsel auf die Spur zu kommen. Dadurch kommt man nicht in den Genuss des altbekannten Sprachwitzes der Klassiker, aber andererseits ist Stupid Invaders auch so recht lustig. Was bei den Dialogen auffällt ist die Tatsache, dass man ein Gespräch nicht per Knopfdruck abrechen kann. Das kann schon ziemlich nervig sein und man wüscht sich in dieser Hinsicht etwas mehr Bedienkomfort. Gerade, wenn man den Inhalt schon kennt, wäre es manchmal viel praktischer wenn man mache Teil überspringen könnte. Ein weiterer Unterschied zu den LucasArts-Spielen ist die Tatsache, dass man in Stupid Invaders sehr wohl sterben kann. Und das auf vielfältige Art und Weise. Jeder vorzeitige Abgang wird zwar von einer superwitzigen Videosequenz begleitet, aber gerade wenn man den Tod wirklich nicht verhindern kann ist das Ganze trotzdem ärgerlich. Vor allem weil keine Autosave-Funktion vorhanden ist. So muss man manche Stellen mehrmals spielen. Das ist z.B. schon am Anfang der Fall, wenn Bud vom Kopfgeldjäger durchs Haus gejagt wird. Falls man nur einmal die falsche Tür öffnet ist man unrettbar verloren und muss alles noch mal spielen. In solchen Momenten wünscht man sich dann doch die „idiotensichere“ Art eines Monkey Islands zurück. Bei einem Adventure sollen schließlich die Rätsel die wahre Herausforderung sein und wenn man dabei nicht sterben kann finde ich das völlig in Ordnung. In dieser Hinsicht ist das System bei Stupid Invaders vielleicht nicht das beste.
    Innerhalb des Spiels übernimmt man nach und nach mindestens einmal die Kontrolle über jeden der fünf Freunde. Aber abgesehen von der Optik und den jeweiligen Soundeffekten hat das keine Auswirkungen auf das Gameplay. Die Außerirdischen haben alle die selben Fähigkeiten und sie spielen sich deshalb völlig gleich. Das kann man durchaus als verschenkte Chance betrachten. Vielleicht hätten sich die Entwickler da etwas anderes ausdenken sollen.
    Ein weiterer Kritikpunkt ist das Fehlen einer Übersichtskarte, mit deren Hilfe man schneller von einem Ort zum anderen gelangt. So muss man immer wieder die selben Räume durchlaufen und was dazu kommt sind jedes Mal nervige Ladezeiten.
    Trotzdem: Abgesehen von einigen kleinen (und zum Großteil unnötigen) Designmängeln ist Stupid Invaders ein durchaus gelungenes Spiel, das mit viel Humor und ausgezeichneten Zeichentrick-Zwischensequenzen zu überzeugen weiß. Mit den unerreichten Monkey Island-Games kann es zwar nicht mithalten, aber gerade in unserer Zeit kann man sich ja schon glücklich schätzen wenn überhaupt mal ein Adventure im klassischen Sinne erscheint. Von daher werden wahre Fans des Genres wohl kaum um Stupid Invaders herumkommen. Eine kleine Warnung möchte ich aber doch noch aussprechen: Die Komplettinstallation des Spiels verschlingt (natürlich vor allem wegen der Videosequenzen) ungefähr drei Gigabyte an Festplattenkapazität. Es funktioniert zwar auch mit einer Teilinstallation, aber dann muss man sich eben mit Ladezeiten abfinden. So, genug gemeckert. Ein paar Außerirdische warten darauf aufgetaut zu werden :)

    Negative Aspekte:
    kleinere Designschwächen (z.B. beim Speichersystem)

    Positive Aspekte:
    hübsche Comic-Grafik

    Infos zur Spielzeit:
    Ceilan hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Stupid Invaders

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: Ceilan
    7.8
    Multiplayer
    -
    Grafik
    9/10
    Steuerung
    7/10
    Sound
    7/10
    Gameplay
    8/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Stupid Invaders
    Stupid Invaders
    Publisher
    Ubisoft
    Developer
    Xilam
    Release
    08.02.2001

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Stupid Invaders
Stupid Invaders: Fünf Idioten aus dem Weltall - Leser-Test von Ceilan
http://www.gamezone.de/Stupid-Invaders-Spiel-35677/Lesertests/Stupid-Invaders-Fuenf-Idioten-aus-dem-Weltall-Leser-Test-von-Ceilan-994948/
30.12.2001
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2001/11/5392Invaders018.jpg
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