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Syberia (PC)

Release:
25.02.2010
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
Microids (FR)
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Syberia im Gamezone-Test

10.07.2002 11:20 Uhr
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Neu
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Mit klassischen Point&Klick Adventures verhält es sich wie mit Rotfüchsen im bayerischen Wald. Sie sind hübsch aber selten. Eines dieser seltenen Exemplare erreichte uns nun in der Form des Adventures "Syberia", welches vom ersten Augenblick an mit einer unglaublich hübschen Grafik aufwartet. Dabei benutzt das Game die allseits bekannte Technik aus bereits fertigen Hintergründen in die man die bewegten Objekte und Personen hineinprojiziert. So kann eine Detailflut geboten werden wie sie in einer 3D-Umgebung (noch) nicht möglich ist. Getragen allerdings wird das Spiel von der Story des französischen Autors Benoit Sokal, welcher es schafft den Spieler vom ersten Augenblick an in der Geschichte zu versinken welche schöner kaum mehr erzählt werden kann. Stück für Stück entfernt man sich aus der real bekannten Welt und versinkt im Universum des Autors, voller Automaten (nenne sie nicht Roboter!) und Geheimnisse um eine seltsame Spielzeugfabrik.

Wir schlüpfen in die Rolle der jungen Rechtsanwältin Kate Walker, welche sich in einem kleinen französischen Dorf um eine Erbangelegenheit kümmern soll. Dort nämlich starb die Fabrikantin der ortsansässigen Spielwarenfabrik, welche sich auf die Fertigung sogenannter Automaten spezialisiert hat. Diese Automaten, allesamt der menschlichen Gestalt nachempfunden, bevölkern das gesamte Dorf. Vor dem Hotel in das sich Kate eincheckt wartet ein Automat der die Gäste begrüßt, das Haus des Notars der aufzusuchen ist wird von einem Leseautomat bewacht der nur geladenen Besuch einlässt, und sogar auf dem Friedhof begegnen uns die menschlichen Automaten.
Im Gespräch mit jenem Notar erfährt Kate, dass die Erbangelegenheit doch etwas komplizierter wird, da es anscheinend noch einen Bruder der Verstorbenen gibt, welcher sich ausgerechnet in Sibirien aufhält. So zieht sich die Story über insgesamt vier Schauplätze hin wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Von dem mechanischen Dorf Syberia über Barrockstadt, Komkolzgrad bis hin nach Aralbad führt uns die Geschichte.

Das Gameplay zu "Syberia" bietet nichts Neues und das ist auch gut so. Es handelt sich um ein astreines Klick&Point Adventure ohne jegliche Allüren, gemacht um in der Story zu versinken und sich voll auf das Geschehen zu konzentrieren. Keinen Augenblick vergeudet man mit der Suche nach der richtigen Taste oder auskundschaften der Steuerung, alles funktioniert so wie man es erwartet. Freilich darf man ob der grafischen Pracht nicht die etwas leichten Rätsel unerwähnt lassen, die den eingefleischten Adventure-Freak wohl kaum fordern dürften. Trotzdem sind sie alle logisch und mit dem normalen Menschenverstand zu lösen.

Die Grafik präsentiert sich, wie bereits erwähnt, von ihrer besten Seite. Dank der verwendeten Technik ist das Spiel ein Augenschmaus ohne zuviel Rechenpower zu fordern. Trotz der verwendeten statischen Hintergründe gibt es viel Bewegung im Bild. Vögel sitzen auf dem Sims und fliegen aufgeregt weg wenn wir uns nähern, im Fluss unter der Brücke spiegelt sich der Himmel im Wasser und beim Gewitter bekommen wir einen nassen Boden mit Pfützen und Lachen gezeigt wie selten in einem Videospiel. Die Charaktere sind genauso detailliert wie die Umwelt und ebenso gut animiert.

Die Soundkulisse zeigt ebenfalls keine Schwächen und weiß dank der real eingesetzten Umweltgeräusche und der stimmungsvollen Musik zu begeistern. Wie in einem gut inszenierten Film bewegen wir uns manchmal in unheimlicher Stille, auf dem Friedhof zum Beispiel, nur unterbrochen vom entfernten Zirpen einer Grille, werden aber dann von irgendwelchen lauten Maschinengeräuschen in Verbindung mit der einsetzenden Musik fast aus dem Sessel gehoben, weil wir es wagten den falschen Hebel zu drücken.

Die Steuerung funktioniert vom ersten Augenblick an so wie wir es erwarten. Ein Klick auf irgendeine Stelle genügt um Kate dorthin gehen zu lassen. Mit der zweiten Maustaste rufen wir das Inventory auf, welches neben den gesammelten Gegenständen auch ein Mobiltelefon beinhaltet, welches zur Lösung des Games unabdingbar ist, da wir mit ihm mit unserem Auftrageber in Kontakt stehen. So lässt sich das gesamte Spiel ausschließlich mit der Maus steuern ohne das Keyboard zu benötigen.

   
Peter Grubmair
"Syberia" ist ein klassisches Point&Klick Adventure wie es in letzter Zeit nicht mehr viele gibt. Der Schwerpunkt des Games liegt eindeutig bei der hübschen Grafik und der zu vermittelnden Geschichte, ohne den Spieler mit schwammigen Rätseln oder unnötigen Innovationen zu belasten. Wer also Lust verspürt sich in eine andere Welt entführen zu lassen ohne irgendwelche Handbücher studieren zu müssen, sondern sich voll mit der Geschichte auseinandersetzen zu können, sollte sich "Syberia" unbedingt zulegen, denn trotz der etwas einfachen Rätsel wird eine wunderschöne Geschichte erzählt die einem Bestseller entsprungen sein könnte.
   
Syberia (PC)
Singleplayer-Wertung

8,2 /10
Leserwertung
(10 Votes):
8,7
Multiplayer
Grafik
Sound
Steuerung
Gameplay
-
9/10
8/10
8/10
8/10
Tolle Grafik
Für Freaks etwas zu leichte Rätsel
toller Sound
Sehr dünnes Schwarz/Weiß Handbuch
eingängige Steuerung und eine wunderbar erzählte Geschichte
Redakteur
Moderation
10.07.2002 11:20 Uhr
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