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  • The Bard's Tale im Gamezone-Test

    Ubisoft bringt mit dem zynischen Barden den wohl witzigsten Antihelden aller Zeiten auf den Markt.

    Brian Fargo gehört schon seit langem zum absoluten Urgestein der Spielebranche und kann auf eine ganze Reihe großartiger Megahits zurückblicken. Satte 20 Jahre ist es nun her, als er mit "The Bard's Tale" sein PC-Erstlingswerk in Form eines Rollenspiels veröffentlichte. Nun wird der Barde erneut in den Kampf gegen Monsterratten und Magier geschickt, doch diesmal soll die Geschichte des Barden auf eine gänzlich andere Art und Weise erzählt werden.

    Mit spitzer Zunge und stumpfem Schwert

    The Bard's Tale The Bard's Tale Was in Hollywood schon längst gang und gebe ist, fand in der Spielebranche bisher nur minimalen Anklang: Produktionen, die sich selbst überhaupt nicht ernst nehmen und die gesamte Branche und deren typische Klischees nach allen Regeln der Kunst veräppeln. Besonders im Genre der Rollenspiele lassen sich gleich reihenweise Stereotypen auf die Schippe nehmen und genau dies wird auch mit Bravur von "The Bard's Tale" gemacht. Denn selbst wenn Brian Fargos neuste Produktion auf den ersten Blick wie ein typisches Hack'n'Slay-Rollenspiel im Stil von "Diablo" aussieht, wird spätestens beim ersten von Oliver Kalkofe gesprochenen Dialog klar, dass hier nichts so ist, wie man es bisher als Genrefan gewohnt war. Der Titelheld dieses Spiels kann durchaus als der Vater aller Antihelden durchgehen, denn wenn es um fantastische Abenteuer, große Schlachten und zauberhafte Prinzessinnen geht, dann ist der Barde alles andere als begeistert - eigentlich möchte er nur seine Ruhe haben und sich im nächsten Gasthaus bei Wein, Weib und Gesang vergnügen. Doch wie es das Schicksal eines Videospielhelden nun mal so will, muss auch er im Laufe einer etwas längeren und ereignisreichen Reise eine entführte Prinzessin aus den Fängen bösartiger Bösewichte befreien und ganz nebenbei auch noch die Welt retten.

    Der Vater aller Antihelden

    The Bard's Tale The Bard's Tale Wenn wir euch den primären Grund zum Kauf von "The Bard's Tale" nennen sollen, dann ist es ganz klar der fantastische und einzigartige Humor dieses Spiels. Noch nie hat sich ein Spiel derart gut selbst veräppelt und gleichzeitig auch alle anderen Genrevertreter mit auf die Schippe genommen. Ein Beispiel: Als der Barde seinen ersten Wolf im Wald erledigt, findet sich eine ganze Ladung an Waffen Gold in dessen Überresten. Plötzlich meldet sich der Erzähler aus dem Off zu Wort und meint, dass es doch wohl ein bisschen komisch sei, wenn Tiere Gold und Waffen bei sich tragen würden und dies ab sofort nicht mehr möglich ist. Darauf der Barde, mürrisch in den Himmel blickend: "Ich habe aber schon mal eine ganze Schatzkiste in einer Ratte gefunden! Das ist eine sehr wichtige Einnahmequelle für mich!". Derartige Dialoge zwischen Protagonist und unsichtbarem Sprecher gibt es häufig und der beißende Sarkasmus der beiden ist für häufige Lacher gut. Ein weiteres Humor-Beispiel: Wenn der Barde seine ersten Gehversuche unternimmt, versucht ihn ein alter Helden-Veteran in die Steuerung einzuführen und meint, er solle doch bitte die Leertaste zum Blocken drücken. Darauf der Barde, völlig entgeistert: "Was? Wovon redet ihr? Was denn für eine Taste? Ihr seid völlig verrückt, was?" Der Barde hält auf diese Weise allen Spieledesignern den längst fälligen Spiegel vor und weist sehr humorvoll auf die immer wiederkehrenden Ungereimtheiten des Genres und eigentlich aller Video- und Computerspiele hin.

    The Bard's Tale The Bard's Tale Die zahlreichen Dialoge sind wirklich mehr als gelungen, sprühen geradezu vor Wortwitz und Sarkasmus und machen das Spiel zu einem echten Erlebnis. Der Barde lässt jeden seiner Gesprächspartner sehr deutlich wissen, wie verschwindend gering seine Motivation auf diesen ganzen Abenteuer-Kram ist und hat zu jedem noch so freundlichem Tipp einen mehr als frechen Spruch auf Lager. An diesen Stellen kommt auch oftmals die nichtlineare Struktur des Spiels zum tragen: So könnt ihr euch entscheiden, ob der Barde freundlich oder unfreundlich antworten soll, wobei "freundlich" meist nur für eine etwas gepflegtere, aber mindestens genauso respektlose Bemerkung steht. An einigen Stellen hat die richtige Wahl der Antworten tatsächlich Einfluss auf den Spielverlauf und eröffnet beispielsweise zusätzliche Nebenquests oder stellt euch neue Helfer zur Seite. Die witzige Atmosphäre des Spiels wird ständig durch immer neue und abgedrehtere Charaktere oder humorvolle Zwischensequenzen auf einem Maximum gehalten. Kleine Details wie spöttische Lieder, die mit Karaoke-Funktion ablaufen oder Waffenhändler, die vorm Kauf ihrer überteuerten Waren abraten sind nur zwei Beispiele für die vielen originellen Situationen, welchen ihr im Laufe dieses Abenteuers begegnen werdet.

    Barden, Bräute und Beschwörungen

    The Bard's Tale The Bard's Tale Abseits von ulkigen Dialogen und Charakteren bietet das Spiel ein Gameplay, das alte Hasen sofort verstehen werden. Die Entwickler haben sich nämlich die altbekannte "Dark Alliance-Engine" lizenziert, was auch einige deutliche Parallelen in Sachen Gameplay und Kampfsystem mit sich bringt. Doch trotz des ansatzweise klassischen Hack'n'Slay-Spielprinzips, verfügt die Geschichte des Barden über einige ganz besondere Feinheiten. Wichtigstes Feature überhaupt sind dabei die magischen Lieder des Barden: Mittels seiner verzauberten Klampfe kann er die verschiedensten Begleiter beschwören, im Lauf des Spiels werden sogar mehrere Beschwörungen gleichzeitig möglich. Seine herbeigerufenen Begleiter kann der Barde jederzeit auch wieder verschwinden lassen, ansonsten wird dies früher oder später von feindlichen Angreiffern erledigt. Die Auswahl an Helfershelfern ist angenehm groß und reicht von der aus dem Hintergrund heilenden Kräuterhexe über einen stämmigen Axtkämpfer bis hin zu einer winzigen Killerratte oder einem grauhaarigen Fallenfinder. Alle verfügen natürlich über verschiedene Werte in Sachen Verteidigung, Geschwindigkeit und Angriffskraft. Richtig spaßig wird das Ganze aber erst dann, sobald ihr zwei oder mehrere Begleiter gleichzeitig mit euch kämpfen lassen könnt. So metzelt beispielsweise der Söldner mit euch in der ersten Reihe, während euch die Bogenschützin oder die Heilerin aus dem Hintergrund tatkräftig unterstützen. Da die Helfer nach ihrem Ableben sofort wieder beschworen werden können, macht es auch nichts aus, wenn sie mal den Löffel abgeben. Allerdings seid ihr dadurch auch häufig mitten im Kampf mit dem Herbeirufen eurer Freunde beschäftigt, was auf die Dauer etwas nerven kann. Trotzdem ist dieses zentrale Spielelement ein großer Spaßfaktor und haucht dem Spiel ein angenehm anderes Gameplay ein. Durch die ständige Erweiterung eueres Repertoires an magischen Liedern ist viel Abwechslung bis zum Schluss garantiert.

  • The Bard's Tale
    The Bard's Tale
    Publisher
    Ubisoft
    Developer
    inXile Entertainment (US)
    Release
    16.05.2005

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990284
The Bard's Tale
The Bard's Tale im Gamezone-Test
Ubisoft bringt mit dem zynischen Barden den wohl witzigsten Antihelden aller Zeiten auf den Markt.
http://www.gamezone.de/The-Bards-Tale-Spiel-37163/Tests/The-Bards-Tale-im-Gamezone-Test-990284/
17.06.2005
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2005/06/bardstale_7.jpg
tests