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  • The Darkness (dt.) im Gamezone-Test

    So stellen wir uns Unterhaltung für Erwachsene vor, auch wenn die deutsche Version komplett entblutet wurde.

    Als Jackie Estacado am Morgen seines 21. Geburtstags aufstand, hat er sich zwar nicht unbedingt auf seine Volljährigkeit gefreut, schließlich hat man als Auftragkiller wichtigere Dinge im Kopf, trotzdem hat er sicher nicht damit gerechnet, dass er an diesem Tag zum ersten Mal sterben würde. Schon der Gedanke daran, dass man mehrmals sterben kann ist abstrus, verblasst aber angesichts dessen, was ihm an diesem Tag noch alles geschehen sollte. Doch vorerst versucht er primär den Nebel aus seinem Kopf zu bekommen, während er im Wagen seiner geldeintreibenden Kollegen hin und her geschüttelt wird. Erst langsam wird er sich der Situation bewusst. Denn irgendetwas war bei der letzten Geldübergabe schief gegangen, und so kam es, dass sie sich nun, laut streitend und fluchend, und vor allen Dingen ganz ohne das Geld, auf der Flucht vor der Polizei befanden während sie noch herauszufinden versuchten, wie sie ihrem Boss beibringen könnten, dass sie das Geld nicht haben.

    The first Time I died...

    Eine Lösung des Problems sollten sie nicht finden, und so kommt es, dass sich Estacado nicht nur auf der Flucht vor der Polizei befindet, sondern auch auf der Flucht vor seinem Boss, "Onkel" Pauli Franchetti, welcher ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt hat, um sich für die Schmach des entgangenen Geldes zu rächen. Plötzlich war er nicht mehr "sein Sohn", den er im Jugendalter aus dem Waisenhaus holte, nun war er einfach zum Abschuss freigegeben.

    Jackie Estacado Jackie Estacado Dies ist die Ausgangsituation von "The Darkness", in dem wir in die Rolle von Jackie Estacado schlüpfen, der plötzlich von einer dunklen Macht heimgesucht wird. Und das ist wörtlich zu nehmen, denn was mit einer seltsamen Stimme in seinem Kopf beginnt, stellt sich recht schnell als absolut real heraus. Estacado wird von einer dunklen Macht beherrscht, die immer mehr Kontrolle über sein Denken und Handeln übernimmt. Gleichzeitig aber verleiht sie im auch Mächte, von denen er nie geträumt hätte. Anfangs jedoch verweigert er sich diesen gegenüber noch, kann nicht glauben was da mit ihm geschieht, möchte sich viel lieber um seine Freundin Jenny kümmern, bevor sie noch dem korrupten Onkel Paulie in die Hände fällt.

    Doch genau das passiert, Paulie schnappt sich das Mädchen um sich an Jackie zu rächen, doch der verfügt inzwischen über die ersten der dunklen Mächte, und weiß sie auch gegen Paulie einzusetzen, was die Sache im Grunde nur noch schlimmer macht.

    Die Mächte in dir

    Die Dunkelheit bei der Arbeit Die Dunkelheit bei der Arbeit Die Macht die Jackie befallen hat, nennt sich die Dunkelheit, wohl deswegen, weil sie sich nur im Finstern wohlfühlt. Dort nämlich kann Jackie die eigentlich verborgenen Tentakel ausfahren, sie sogar von sich lösen um unabhängig von seinem Körper anzugreifen, und nicht zuletzt die Seelen der Niedergestreckten zu fressen. Der einzige Feind der Finsternis ist das Licht, schickt Jackie seine Tentakel in zu helle Bereiche, oder begibt er sich selbst dorthin, zieht sich die Dunkelheit zurück. Schon deswegen ist es ratsam, mit Jackie möglichst aus dem Finstern heraus zu agieren. Schießen wir dazu anfangs noch störende Lampen mit unseren Feuerwaffen aus, können wir das später mit unserem dritten Tentakel machen, was nicht nur Munition spart, sondern auch viel mehr Spaß macht, wenn wir den Tentakel wie eine Peitsche vorschnellen lassen um Leuchtkörper zu zerstören, Angriffe abzuwehren oder sogar Objekte weg zu schleudern. Später verfügen wir sogar über die Macht ein schwarzes Loch zu öffnen, welches ganze Gegnerscharen verschlingt. Das sieht nicht nur eindrucksvoll aus, das ist auch sehr effektiv.

    Ein zufriedener Darkling Ein zufriedener Darkling Zusätzlich werden wir von den sogenannten Darklingen unterstützt, die an bestimmten Stellen gerufen werden können, insofern wir uns der Kräfte der Finsternis bedienen. Denn nur dann sehen wir die Löcher im Boden aus denen wir die Darklinge rufen können. Diese Höllenhunde steuern wir nicht direkt, wir können ihnen aber Bewegungsbefehle geben, um sie gegen bestimmte Angreife zu hetzen. Müssen wir Anfangs noch mit dem Berserker vorlieb nehmen, die sich unbewaffnet mit ihren Klauen auf die Gegner stürzen, aber auch mal kleine Hilfsdienste erledigen, wie den Zugang zu blockierte Türen frei räumen, kommen schon bald spezialisiertere Darklinge zum Zug. Als da wäre der Schützen-Darkling, bewaffnet mit einer Railgun feuert er was seine Rohre hergeben, oder der Kamikaze, der sich mit Freuden auf alles stürzt was explodieren kann und dabei gerne für uns sein Leben opfert, insofern er je eins besessen hat. Etwas ganz Besonderes stellen die Lichtkiller dar, ebenfalls bewaffnete Darklinge, die sich zuerst um jede Lichtquelle kümmern und diese ausschalten, und sich erst dann auf die Gegner stürzen. Mit diesen vier Darklingen im Schlepptau und der Finsternis im Nacken, schlägt sich Jackie durch Chinatown, bis er etwas Schreckliches passiert, was wir euch an dieser Stelle natürlich nicht verraten, und Jackie nur noch einen Weg sieht sich an der Finsternis zu rächen, nämlich seinem Leben ein Ende zu setzen. Und so stirbt Jackie an seinem 21. Geburtstag das erste mal.

    Hier herrscht ewiger Krieg Hier herrscht ewiger Krieg Dumm nur, dass ihm der eigene Tod nicht die Erlösung brachte die er sich erhoffte, ganz im Gegenteil findet er sich in einer Zwischenwelt wieder, in der ein ewiger Krieg herrscht. Spätestens an dieser Stelle wird einem klar, dass "The Darkness" keinesfalls in Kinderhände gehört, denn ohne zuviel zu verraten, der Horror mit dem wir hier konfrontiert werden zielt ins innerste Mark der menschlichen Existenz. Uns begegnen geschundenen Seelen die nicht sterben dürfen, obwohl ihre Körper schon seit Ewigkeiten zerrissen und wieder zusammengeflickt wurden, wir wohnen unmenschlichen Exekutionsszenen bei und suchen Gekreuzigte auf, die in endloser Qual ihr Dasein fristen, auf der Suche nach dem Rückweg ins Leben. So pathetisch sich das vielleicht anhören mag, aber die Schöpfer dieses Spiels haben ein einmaliges Horrorerlebnis für Erwachsene geschaffen, wie wir es nur selten zu Gesicht bekommen.

    Auf ihn mit Gebrüll Auf ihn mit Gebrüll Dies trifft auch auf den technischen Aspekt des Singleplayer-Mode zu. Egal ob es die Charaktere selbst sind, allen voran unser Protagonist Jackie, die nicht nur herrlich modelliert sondern auch hervorragend animiert wurden und praktisch immer lebensecht wirken, oder ihre in englisch gehaltenen Sprachausgabe, wozu man auch die herrlich gelungene Stimme der Finsternis selbst zählen muss, "The Darkness" liefert uns einzigartige Qualität in Sachen Grafik, Sound und auch Gameplay. Es gibt nicht viele Spiele dieser Art die eine so dichte Geschichte mit so vielen Wendungen und vor allen Dingen einem so fulminantem Ende präsentieren. Genau so muss Unterhaltung für Erwachsene aussehen die einem bis zum Schluss zu fesseln vermag.

    Trotz der Schnitte in der D-Version gibt es genug Gruselmomente Trotz der Schnitte in der D-Version gibt es genug Gruselmomente Da kann man die Einschnitte, die der deutschen Version aufgrund der hierzulande geltenden Jugendschutzregeln wiederfuhren, recht gut wegstecken, auch wenn das völlige fehlen von Blut mitunter schon etwas an der Authentizität des Titels nagt. Es wirkt etwas steril, wenn wir mit unseren Tentakeln die Seelen aus den Körpern reißen und nicht einmal ein Fleck auf der Kleidung bleibt. Auch über die Sache mit den Seelen könnte man diskutieren, nicht weil es im hierzulande verbotenen Original Herzen sind die man entreißt, sondern weil unsere Tentakel in der deutschen Version oft nicht einmal die Körper treffen, sondern irgendwo von der Strasse die "Seelen" aufklauben. Die fehlenden Tötungsanimationen hingegen bemerkt man nicht, wenn man das Original nicht kennt, denn die verbliebenen erledigen ihre Sache ebenfalls ganz gut. Trotzdem fragt man sich an mancher Stelle als deutscher Spieler, weshalb ein ab 18 Jahren freigegebener Titel, in dem einen verstümmelte Kriegsveteranen ohne Gesicht begegnen, Schockeffekte benutzt werden, die einem ab und an regelrecht aus dem Sessel heben, komplett ohne Blut auskommen müssen. Davon abgesehen aber muss man sagen, dass man auch mit der deutschen Version ein hervorragendes Horrorerlebnis geboten bekommt.

    Einzig an der Steuerung der Tentakel könnte man etwas mäkeln, denn nicht immer gelingt es einem auf Anhieb die Dinger dorthin zu bringen wo man sie haben will, und auch wenn man mit ihnen zubeißt, geschieht es gerne, dass wir das Ziel verfehlen. Mit etwas Übung aber ist auch das in den Griff zu bekommen, und die restliche Steuerung von Jackie funktioniert einwandfrei.

    Zusatzaufgaben

    Nicht nur in der U-Bahn begegnen wir vielen Menschen Nicht nur in der U-Bahn begegnen wir vielen Menschen Die Welt von "The Darkness" gaukelt uns die gesamte Spielzeit vor gigantisch groß zu sein, denn wir ziehen nicht nur um die einzelnen Häuserblocks etc., sondern benutzen auch die U-Bahn um andere Stadteile zu erreichen oder telefonieren mit der halben Welt um Infos oder Adressen zu erhalten. In Wirklichkeit aber leitet uns das Spiel durch eine vorgegebene Zahl an Level, was aber so geschickt gemacht wird, dass man es praktisch nicht bemerkt. In diesen verteilt gibt es haufenweise Zettel und Briefe einzusammeln, die eine besondere Funktion erfüllen. Anhand der Zettel nämlich kommen wir an Telefonnummern, welche wir dann an jedem Telefon im Spiel anrufen können und auf diese Art und Weise nicht nur lustige Gespräche geboten bekommen, sondern auch tolle Extras freischalten, wie MakingOf-Videos, Comics und Konzeptzeichnungen. Mit den Briefen verhält es sich ähnlich, nur dass diese, wer hätte es gedacht, in Briefkästen geworfen werden müssen.

    Das dritte Tentakel Das dritte Tentakel Das was das alles so authentisch wirken lässt, ist das auf das absolute Minimum reduzierte HUD. Es gibt zwar eine schematische Stadtkarte, trotzdem müssen wir uns im Spiel selbst nach ganz "realer Manier" zurechtfinden. So lautet eine Wegbeschreibung beispielsweise, dass wir mit der U-Bahn zu einer bestimmten Station fahren sollen, dort die zweite Strasse rechts abbiegen bis zu einem bestimmten Lokal, um dort im Hinterhof zu finden was wir suchen. Es gilt sich also Straßennamen ebenso zu merken wie Hinweisschilder zu lesen und sich ganz klassisch zu orientieren. Auch wenn man sich deswegen durchaus mal verläuft, sorgt doch genau dieses Feature dafür, dass man sich schon bald richtig heimisch fühlt und die Stadt verinnerlicht, und nicht nur diese.

    Was dem Spiel ebenfalls viel von seinem realen Eindruck verleiht, sind die vielen Fernseher, die sich an allen möglichen und unmöglichen Stellen finden. Denn diese sind voll funktionsfähig, wurden mitunter sogar ins Gameplay mit eingeflochten, wenn wir beispielsweise im Fernsehen Nachrichten zu den eben selbst erlebten Situationen sehen können, oder auf der Couch von Jenny einem Spielfilm folgen. Dieses Feature geht soweit, dass wir sogar das Programm wechseln können. Bei diesem Feature kommt die größere Speicherkapazität der Blu-ray Medien der PS3 zum tragen, denn diese Version bietet uns Stunden mehr Fernsehunterhaltung als die Xbox 360.

  • The Darkness
    The Darkness
    Publisher
    2K Games
    Developer
    Starbreeze Studios
    Release
    27.07.2007
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991386
The Darkness
The Darkness (dt.) im Gamezone-Test
So stellen wir uns Unterhaltung für Erwachsene vor, auch wenn die deutsche Version komplett entblutet wurde.
http://www.gamezone.de/The-Darkness-Spiel-37351/Tests/The-Darkness-dt-im-Gamezone-Test-991386/
01.08.2007
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/07/The_Darkness_Screens_20.JPG
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