Wer sich an der Wii-Optik nicht stört, bekommt opulente japanische RPG-Kost von erfahrenen Profis geliefert.
Wenn derartige Größen des Videospiel-Business wie Designer Hironobu Sakaguchi, in der Vergangenheit häufig mit Final Fantasy beschäftigt, und Starkomponist Nobuo Uematsu wieder gemeinsame Sache machen und unter dem Banner von Mistwalker (Blue Dragon, Lost Odyssey) eine japanische Perle ins Fährwasser lassen, erwarten auch wir Europäer gehobene Rollenspiel-Kunst. Dabei können wir noch von Glück reden, dass Nintendo of Europe dieses Werk lokalisiert und veröffentlicht hat, während die Amerikaner in die Röhre gucken und eine Petition starten mussten. Wir tauchten in den sich herrlich frisch spielenden Kampf zwischen Gut und Böse ein und verfolgten die wohl hoffentlich nicht letzte Geschichte des talentierten Entwicklungsteams!
The Last Story
Als Kind die Familie verloren, kennt Zael eigentlich nur sein Schwert. Dieses dient seit der Tragödie der üblichen Arbeit, um sich das nötige Kleingeld für das tägliche Brot zu verdienen. Zusammen mit Dagran, einem erfahrenen Haudegen und einigen weiteren außergewöhnlichen Freunden durchstreift der smarte Jüngling eine sterbende Welt. Nicht nur die Blüte der hohen Gesellschaft des Grafen, sondern auch das Streben nach einem besseren Leben als Ritter treibt die illustre Truppe nach Lazulis. Die mächtige Stadt, mit ihren geschäftigem Markttreiben, den lautstarke Tavernen und wilden Festen mit knallbunten Feuerwerken wird gekrönt mit einem Schloss, deren Fresken und Türme Eleganz versprühen und ein gediegenes Leben zu Hofe versprechen. Zudem scheint diese Insel bisher unberührt von den Ereignissen, die sich auf die Natur der restlichen Welt niederschlagen.
Quelle: Mistwalker
The Last Story
Als sie in die Dienste des Grafen treten, ahnten sie nicht, welche Auswirkung ihr erster Auftrag auf das zukünftige Leben hat. Die Story mag zunächst wie ein Fantasy Werk von der Stange anmuten und spendiert uns klischeehafte Verläufe, die wir nicht zum ersten Mal in einem solchen Rollenspiel zu Gesicht bekamen. Doch die Charaktere offenbaren meisterhaft geschwungene Kanten und bergen düstere Geheimnisse, welche sich wie ein mystischer, magisch reizvoller Mantel um die alsbald vorhersehbaren Ereignisse legen wird. Nicht zuletzt birgt die Romanze mit der tölpelhaften Prinzessin zwar bisweilen banale Dialoge, aber unter anderem auch viel Witz und Charme und sorgt mit einigen tiefgründigen Wendungen im weiteren Verlauf für Spannung. Die Schreiber haben durchaus gute Arbeit geleistet, versorgen uns mit zusätzlichen Nebenhandlungen um die Hauptdarsteller und überzeugen, auch wenn so manch Ereignis etwas an den Haaren herbeigezogen ist oder gradezu überrumpelnd über den Bildschirm flimmert. Manchmal fühlt man sich wirklich vor dem Kopf gestoßen ...
