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  • The Legend of Zelda: Twilight Princess - Zwielicht-Zelda - Leser-Test von Corlagon

    Als Nintendo den Game Cube vorstellte, tat man das unter anderem mit einem Zelda-Video, in dem sich ein erwachsener Link mit Ganon duellierte, und zwar in realistischer Graphik, die das damalige Publikum beeindruckte. Entsprechend groß war der Aufschrei, als The Legend of Zelda: The Wind Waker im Comic-Stil daherkam. Zwar wurde das Spiel trotzdem ein Erfolg, Nintendo EAD entschloß sich aber dennoch, ein zweites im Stil der alten Demo folgen zu lassen. Die Nintendo-64-Episode Ocarina of Time gilt allgemein als eines der besten Videospiele überhaupt, und auch Twilight Princess wurde von einem großen Hype begleitet. Da man das Spiel perfektionieren wollte, verzögerte es sich bis 2006 - und auf einmal stand bereits die nächste Heimkonsole in den Startlöchern mit Namen Wii und Bewegungssteuerung, und letztere kam auch tatsächlich an. Also entschloß man sich, Twilight Princess auf Wii zu portieren; das Game-Cube-Original erschien zwar auch noch, wurde aber ebenfalls bis zum Wii-Launch (bzw. je nach Region noch bis zu zwei Wochen länger) zurückbehalten.
    Wie die meisten Leute habe auch ich mir die angeblich bessere Wii-Version vorgenommen. Es sei jedoch darauf hingewiesen, daß das Spiel eben ursprünglich für den Game Cube entwickelt und dann erst auf das neuartige Wii-Nunchaku angepaßt wurde, und auch die Leistung der neueren Konsole noch nicht ausreizt. Zwar ist Wii tatsächlich ein aufgemotzter Cube mit entsprechend großer Kompatibilität, trotzdem unterstützt die Umsetzung von Twilight Princess nur den hauseigenen Controller, nicht mehr das alte Joypad. Kurios: Das Spiel wird hauptsächlich mit der eigentlichen Wii-Fernbedienung gesteuert, die man in der rechten Hand führt; Link ist jedoch traditionell Linkshänder, weshalb man die Wii-Version gegenüber dem Original einfach komplett spiegelte.

    Die Chronologie der Zelda-Serie ist bekanntlich eher unklar, insbesondere da sich der Zeitstrahl in Ocarina of Time spaltete; The Wind Waker und Twilight Princess spielen in unterschiedlichen Zweigen. Die aktuelle Inkarnation von Link lebt glücklich und zufrieden in einem Bauerndorf, doch dann wird das ganze Land nicht ganz freiwillig Teil eines ominösen Schattenreichs. Als auserwählter Held findet Link jedoch eine Verbündete im Schattenwesen Midna, und zusammen machen sie sich daran, Hyrule zu befreien und die bösen Mächte hinter den Schatten zu besiegen.

    Twilight Princess ist ein 3D-Action-Adventure, in dem Ihr nach und nach das Land Hyrule und seine Höhlen und Dungeons erforscht. Wie immer kämpft Ihr standardmäßig mit dem Schwert; während des Abenteuers werdet Ihr aber noch jede Menge weitere Gegenstände finden, die zum Kampf wie auch zur Lösung von Rätseln benötigt werden. Viele von ihnen sind bereits aus älteren Spielen bekannt, wie Lampe, Pfeil und Bogen oder Bomben. Natürlich hat man sich aber auch diverse neue Dinge einfallen lassen, etwa einen besonders großen und mächtigen Flegel oder einen Kreiselgleiter, der als Surfbrett und Schienenplattform fungiert. Auch könnt Ihr wieder einige Flaschen finden und darin Tränke und gefangene Kleintiere aufbewahren. Leider werden einige Gegenstände nicht so oft verwendet/benötigt, wie sie es verdient hätten.
    Der besondere Clou des Spiels ist diesmal, daß Link unter dem Einfluß der Schatten zeitweise in einen Wolf verwandelt wird. So verändern sich natürlich seine Fähigkeiten, am bedeutendsten dürfte Wolf-Links Geruchssinn sein.

    Wie es sich für ein Action-Adventure gehört, bietet Zelda viel Action, aber auch jede Menge Rätsel, und bei den Endgegnern kommt natürlich beides zusammen. Nützliche Automaps stehen zur Verfügung; in den Dungeons ist jeweils auch eine komplette Karte irgendwo versteckt, ebenso wie ein Kompaß, der die noch nicht geplünderten Truhen anzeigt.
    Wie üblich gibt es auch außerhalb der Dungeons und abseits der Hauptaufgabe viel zu entdecken. Nicht nur für die optionalen Minispiele, sondern auch allgemein für das gründliche Erforschen der Oberwelt gibt es Belohnungen, hauptsächlich zahlreiche Herzteile, die nach und nach Eure Lebensenergie erhöhen. Eher einfach zu finden sind die Orte, an denen Link zusätzliche Kampftechniken (in der deutschen Anleitung irreführend als okkulte Künste bezeichnet) erlernen kann.

    Wie in den N64-Episoden hat Link auch diesmal wieder ein Pferd namens Epona, auf dem er reiten kann. Zunächst ist dieses Feature bedeutender als je zuvor - für Fußreisen ist die hylianische Steppe doch etwas sehr groß, und es gibt sogar einige bedeutende Kampfszenen vom Pferd aus. Im Laufe des Spiels ändert sich das allerdings, die Steppe ist bereits nach der Hälfte des Spiels im Prinzip erforscht, und dann könnt Ihr auch direkt durch Schattenportale an die verschiedenen Orte gelangen.

    Die Steuerung ist keine große Zurschaustellung der Wii-Fernbedienung. Wie schon erwähnt wurde das Spiel erst für den Game Cube entwickelt und dann irgendwie auf Wii angepaßt, daher verläßt es sich weiterhin hauptsächlich auf die Knöpfe. Angriffe mit dem Schwert oder als Wolf geschehen durch Schütteln der Controller, was lediglich einen Knopf-Ersatz darstellt und mit Realismus nichts zu tun hat (wobei Link sich nun automatisch für Wirbelattacken auflädt und kein Knopf mehr gehalten werden muß, was ich schon für einen Vorteil halte). Für weitere Kampftechniken kommen noch A und Z hinzu, was ich in Kombination mit entsprechenden Hinweisen auf dem Bildschirm einigermaßen gelungen finde; an das Schütteln gewöhnt man sich zumindest, lästig ist mir jedoch aufgefallen, daß das Schwert explizit gezogen werden muß, auf dem N64 tat Link das noch automatisch. Nach wie vor ist mit Z ein exaktes Anvisieren von Gegnern und anderen wichtigen Objekten möglich, wobei Link sich gleichzeitig mit seinem Schild schützt; springen tut er automatisch, wenn Ihr ihn über eine Kante laufen laßt, denn allzu actionlastig soll die Sache auch nicht werden.
    Ein wesentlicher Grund für die Wii-Portierung war die Möglichkeit, für Bogenschüsse und dergleichen direkt auf den Bildschirm zeigen und klicken zu können. Abgesehen davon, daß dies ohnehin eher selten von Nöten ist - es gibt ja bereits die Zielerfassung - halte ich gerade dieses Feature für weniger gelungen. Ich vermute, daß man auf dem Cube mit dem zweiten Analog-Stick den Zoom verändern konnte, auf Wii fehlt der jedoch und es kommen stattdessen Schaltflächen auf dem Bildschirm zum Einsatz, die für mich gar nicht zur sonstigen Bedienung des Spiels passen. Inkonsistent auch, daß man beim Zielen/Sich umschauen mal den Analog-Stick verwenden muß, um nach links oder rechts zu schauen, für vertikales Scrolling hingegen mit dem Cursor der Fernbedienung an den Bildschirmrand fahren; mal wird aber auch für alle Richtungen der Stick verwendet. Hä? Der fehlende zweite Stick hat zudem den Nachteil, daß sich die Kamera nicht mehr manuell justieren läßt, es gibt zwar nur sehr wenige Stellen, an denen ich diese Funktion vermisse, aber es gibt welche. Zweimal im Spiel muß geangelt werden, aber die Steuerung unterscheidet sich völlig von der in OOT, und nicht einmal die Anleitung verrät einem, woran man erkennt, daß ein Fisch angebissen hat. Auch an der Menüführung habe ich mehrere Kritikpunkte, aber ich glaube, dieser Text ist schon lang genug.

    Man hat aber auch noch bei anderen Dingen gepatzt, hier zwei Extremfälle: Alle neu erlernten Kampftechniken müssen explizit vorgemacht werden, was eigentlich sinnvoll erscheint, aber in einem Fall biß ich mir gut zehn Minuten lang die Zähne aus, um sie schließlich zufällig irgendwie hinzubekommen. Beim nächsten Mal wurde die letzte Technik erneut abgefragt und ich brauchte noch einmal geschätzte fünf Minuten, bis ich feststellte, wie sie tatsächlich funktionierte und daß die Erklärungen fehlerhaft oder zumindest irreführend waren. Tatsächlich schlechtes Design ist dann die folgende Situation: Es gibt mehrere Arten von Bomben, und wenn eine neue verfügbar wird, wird man explizit darüber benachrichtigt. Ich kaufte mir also die neue Sorte, mußte die alte dabei in Zahlung geben, da die Bombentasche nicht mehrere Arten gleichzeitig aufnehmen kann, und kam dann im nächsten Dungeon nicht weiter, weil dort zwingend eine einfachere Sorte benötigt wurde. Tatsächlich kann man zusätzliche Taschen finden und diese mit verschiedenen Bomben füllen, aber bei diesen handelt es sich um versteckte Extras, die ich nun mal übersehen hatte. Es gibt noch eine Reihe weiterer solcher Ärgernisse, die alle aufzuzählen mir an dieser Stelle aber übertrieben scheint. Gerade vom Zelda-Team hätte ich das nicht erwartet. Ich glaube nicht, daß ich für Ocarina of Time oder irgendeine Episode dazwischen so oft virtuell die Komplettlösungen wälzen mußte wie hier; die Kämpfe hingegen sind, auch aufgrund der sofortigen Wirbelattacken, insgesamt leichter als gewohnt.

    Nach den inkonsistenten deutschen Übersetzungen der letzten Zeldas und anderer Nintendo-Spiele habe ich dieses von vornherein auf Englisch gespielt, kann diesmal also nicht viel zu ihr sagen (habe aber auch nicht den Eindruck, daß sie wieder wesentlich besser wäre).

    Zur Klarstellung: Für sich betrachtet ist The Legend of Zelda: Twilight Princess immer noch definitiv ein gutes Spiel. Das Spielprinzip ist im Prinzip unverändert geblieben, und die Anzahl der Dungeons hat sich wieder erhöht, die Dauer ist mit 60 Stunden nicht gerade gering. Dem exzellenten Ruf der Serie wird es aber nicht mehr gerecht. Größere Kritikpunkte existieren nicht, dafür aber ziemlich viele kleinere Ärgernisse, sowohl bei der Bedienung als auch beim Design im engeren Sinne. Es will zwar nicht viel heißen, aber das sehr hohe Spielspaßniveau fast aller anderen Zelda-Titel wird von Twilight Princess klar verfehlt.

    Negative Aspekte:
    viele kleinere Ärgernisse sowohl bei Bedienung als auch bei Design, keine Option für Game-Cube-Joypad

    Positive Aspekte:
    umfangreiches Action-Adventure, viel zu entdecken

    Infos zur Spielzeit:
    Corlagon hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    The Legend of Zelda: Twilight Princess

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: Corlagon
    8.3
    Multiplayer
    -
    Grafik
    8/10
    Steuerung
    6/10
    Sound
    8/10
    Gameplay
    8/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    9.4/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
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The Legend of Zelda: Twilight Princess
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05.07.2011
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