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  • The Lost Crown: A Ghost-Hunting Adventure - Die Geisterjäger - Leser-Test von BigJim

    Mit Dark Fall Lost Souls hat sich Entwickler Jonathan Boakes als Macher spannender Grusel-Adventures in diesem Jahr erneut in Erinnerung gerufen. The Lost Crown gehört ebenfalls zu seinen Projekten. Der Titel erschien bereits 2009. Boakes gilt als Meister seines Fachs, wenn es darum geht, mit vergleichsweise geringen Mitteln atmosphärisch dichte Abenteuerspiele zu kreieren. Der Respekt der Spieler ist ihm dafür zweifellos sicher. Denn Jonathan Boakes macht fast alles in Eigenregie. Und trotz seiner reduzierten Möglichkeiten gelang ihm bisher immer irgendwo der Drahtseilakt zwischen Kunst und Kommerz.

    Wie es der Untertitel "A ghost-hunting adventure" schon erahnen lässt, dreht sich bei The Lost Crown alles ums Thema Geisterjagd. Wir übernehmen die Rolle des in solchen Dingen eher unerfahrenen Nigel Danvers. Der wird von zwei Agenten in London verfolgt. Zuvor war er während der Arbeit am Schreibtisch seiner Firma auf die Website der Hadden Corporation gestoßen. Das Unternehmen beschäftigt sich mit mysteriösen und experimentellen Technologien. Dummerweise hat Nigel bei der Gelegenheit Dinge gelesen und erfahren, die er nicht erfahren sollte. Jedenfalls nicht nach Meinung der Hadden Corporation, die sich offenbar ertappt fühlt und ihn fortan verfolgt. Doch unser Mann kann sich im Schutz der Menschenmenge in einen der Züge auf dem Großbahnhof nahe der Liverpool Street flüchten. Das Reiseziel ist unserem Helden in diesem Moment weder bekannt noch wichtig. Hauptsache ist zunächst, Nigel hat seine beiden Verfolger für den Augenblick abgeschüttelt. Nach einer nächtlichen Zugfahrt landet er somit völlig zufällig im Hafenstädtchen Saxon. Dort macht die Bahn letzten Halt: Endstation, so dass Danvers den Zug verlassen muss.

    Saxon scheint auf den ersten Blick ein ziemlich trostloses Kaff: langweilig, verschlafen, kurz: am Arsch der Welt. Und dennoch auf seine Weise bedrohlich, denn das Städtchen ist reich an Mythen und Schätzen. Kein Wunder also, dass es Archäologen und andere Abenteurer anzieht, die hier ihr Glück versuchen. Zudem soll Saxon einen der größten Schätze Großbritanniens, nämlich die letzte heilige angelsächsische Krone Englands, beherbergen. Für den Flüchtigen Nigel Danvers ein weiterer Grund, vorerst in dem Hafenstädtchen zu verbleiben und entsprechende Nachforschungen anzustellen, um die nächste Zeit sinnvoll zu überbrücken. Aber Vorsicht: In Saxon wurden auch paranormale Aktivitäten festgestellt. Und es gibt offenbar Mächte, die jene geheimnisumwitterten Schätze im Verborgenen halten wollen und sie mit allen Mitteln zu verteidigen bereit sind. Erfreulicherweise erhält Nigel alsbald tatkräftige Unterstützung von einer gewissen Lucy Reubans, die ihn bei seiner Expedition ins Unbekannte zukünftig begleiten wird.

    Die Suche nach der längst verlorenen Krone und den anderen Schätzen an der britischen Ostküste kann beginnen. The Lost Crown ist ein klassisches Point&Click-Adventure, welches sich im Prinzip alter Gruselgeschichten in der Tradition von Charles Dickens oder Arthur Conan Doyle bedient. Entwicklerchef Jonathan Boakes hat als Privatmann ein vitales Interesse an Fotografie und Kunstgeschichte. Entsprechend hat er im Vorfeld von A Ghosthunting Adventure viele Originalfotos von tatsächlich existierenden Gegenden erstellt bzw. zusammengetragen und intensive Recherchen angestellt. Natürlich sind die Begebenheiten im Spiel weitgehend frei erfunden. Dennoch gibt es immer einen gewissen Realitätsbezug. Denn Sagen, Mythen, Legenden beschäftigen uns seit Anbeginn der Menschheit. Und es fanden sich in der Vergangenheit stets bestimmte Orte, an denen es ganz offensichtlich nicht mit rechten Dingen zuging und an denen sich unheilvolle, zumindest aber unheimliche Ereignisse zutrugen. Schauplätze waren häufig England oder Schottland - angefangen von irgendwelchen (Spuk-)Schlössern oder Burgen, bis hin zum Ungeheuer von Loch Ness. Die düster-gruselige Aura, die von solchen Gegenden ausgeht, wird in The Lost Crown recht stilsicher eingefangen. Auf Horror und Schockeffekte wird verzichtet, dennoch ist die Atmosphäre dicht genug, um den Spieler für viele Stunden an den Monitor zu fesseln, obschon - auch darauf sei an dieser Stelle hingewiesen - die Story anfangs nur sehr zögernd in Fahrt kommt. Gerade Genre-Neulinge sollten zu Beginn des Spiels deshalb etwas Geduld aufbringen.

    The Lost Crown spielt sich in Sachen Gemächlichkeit etwas wie Genre-Kollege Barrow Hill. Anders wie dort allerdings nicht ausschließlich aus der Ego-, sondern auch aus der 3rd-Person-Sicht, so dass beide Perspektiven Anwendung finden. Szenarisch gibt es allerdings mehr Abwechselung als seinerzeit im Grabhügel-Adventure. So erforschen Nigel und seine Assistentin Lucy neben typischen Gebäuden auch Höhlen, dunkle Keller, Gruften, Tempel oder kleine Seen. Die Aufgaben sind vielseitig und umfassen diverse Inventar-, Kombinations- und Manipulations- bzw. Schieberätsel (so müssen wir beispielsweise einen Schrank verrücken, um einen geheimen Eingang zu finden). Hierbei kommt dem Auffinden von Objekten wie immer besonders große Bedeutung zu: Baupläne, alte Kisten, Zeitungen, Schreibtische, Regale, Bücher und Notizen müssen sorgfältig durchsucht und die entsprechenden Dokumente gründlich studiert werden. Zeit dafür ist ausreichend vorhanden. Zeitkritische Rätseleinlagen bilden die Ausnahme, so dass dem Spieler unnötige Hektik erspart bleibt. Im weiteren Spielverlauf erhalten wir spezielle Ausrüstungsgegenstände, ohne die es irgendwann auch gar nicht mehr weiterginge, spätestens dann nicht mehr, wenn es darum geht, paranormale Erscheinungen ausfindig zu machen bzw. aufzuzeichnen. Dazu gehört eine Nachtsichtkamera, ein analoges Diktafon (damit lassen sich Geräusche aus dem Jenseits aufnehmen), ein E.M.F.-Messgerät (kann durch elektromagnetische Schwingungen übernatürliche Kräfte sichtbar machen, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen wären) sowie eine Digitalkamera (macht Schnappschüsse von Geistern und fotografiert andere paranormale Aktivitäten). Alle wichtigen Beweise - ob schriftlich, akustisch oder fotografisch festgehalten - werden übrigens gespeichert und lassen sich somit später jederzeit bei Bedarf nachschlagen oder anhören. Soll zum Lösen eines Problems oder zu Gunsten des Spielfortschritts ein Tageswechsel herbeigeführt werden, legt sich Nigel einfach in sein Schlafzimmer im Harbour Cottage. Bei Bedarf lässt sich eine Karte von Saxon aufrufen. In ihr ist die komplette Gegend des Hafenstädtchens eingetragen. Außerdem finden sich dort einige geographische Hinweise. Dem Handbuch des Spiels (reguläre Verkaufsversion) liegt übrigens ebenfalls eine (herausnehmbare) Karte bei.

    Bedientechnisch geht The Lost Crown PC-spezifisch leicht von der Hand, obschon es einen gravierenden Mangel gibt, nämlich den des Fehlens einer Hotspot-Anzeige. Dadurch, dass wir keine Objekte per Tastendruck kenntlich machen können, führt dies zwangläufig zu viel Pixelhunting. (Inter-)Aktionen lassen sich aber mit Hilfe von Inventar-, Lupen-, Sprach- und Sammelsymbolen problemlos durchführen. Per Doppelklick bewegt sich Nigel schneller von A nach B. Die Vertonung kann als akzeptabel angesehen werden. Die Stimmen - der Geisterjäger trifft während seiner Entdeckungstour auf zahlreiche Bewohner des Küstenstädtchens, die er befragen muss - wurden meist gut ausgesucht. Allerdings fallen auch hier gewisse Schwächen auf. Denn bestimmte Sätze klingen übertrieben betont, dann wieder zu langsam, oder aber - aufgrund des nicht ganz abgestimmten Frage-/Antwort-Systems - wie aus der Pistole geschossen, also zu schnell. Die musikalische Untermalung (mystische Klänge, ruhigere Instrumentalstücke) ist soweit in Ordnung. In Sachen Optik hinterlässt The Lost Crown ebenfalls einen uneinheitlichen Eindruck. Zwar trägt die angewandte Schwarz-Weiß-Grafik, die nur sporadisch um ein paar farbige Elemente ergänzt wird, nicht unwesentlich zur guten (Grusel-)Atmosphäre des Adventures bei, doch wirken alle Haupt- und Nebenfiguren kantig (keinerlei Mimik), und die Betreffenden bewegen sich mit der Geschmeidigkeit von Holzknackern. Die Video- bzw. Zwischensequenzen wiederum sind recht gelungen und sorgen teilweise für echte Gänsehaut (z.B. Nigels Alpträume). Ein weiterer großer Vorteil von The Lost Crown sollte nicht unerwähnt bleiben: das Grusel-Adventure dauert in etwa 20-25 Stunden (je nach persönlicher Spielweise) und ist damit deutlich länger als viele andere Vertreter seiner Zunft. Die Geisterjagd kostet inzwischen nur noch 10 € (früherer Preis: ca. 30 €), so dass man allein schon unter Kostengesichtspunkten spätestens jetzt eine klare Kaufempfehlung aussprechen darf.

    Negative Aspekte:
    Keine Hotspot-Anzeige; kantige Charaktermodelle (Bewegungsapparat); gewisse Mängel bei den Synchronstimmen (Betonung) und im Dialog-System.

    Positive Aspekte:
    Gute Atmosphäre; abwechselungsreiche Rätsel; geringe Hardwareanforderungen; lange Spielzeit.

    Infos zur Spielzeit:
    BigJim hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    The Lost Crown: A Ghost-Hunting Adventure

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: BigJim
    7.5
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Steuerung
    6/10
    Sound
    7/10
    Gameplay
    8/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • The Lost Crown: A Ghost-Hunting Adventure
    The Lost Crown: A Ghost-Hunting Adventure
    Publisher
    Mamba Games
    Developer
    Darkling Room
    Release
    05.06.2009

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1010234
The Lost Crown: A Ghost-Hunting Adventure
The Lost Crown: A Ghost-Hunting Adventure - Die Geisterjäger - Leser-Test von BigJim
http://www.gamezone.de/The-Lost-Crown-A-Ghost-Hunting-Adventure-Spiel-37915/Lesertests/The-Lost-Crown-A-Ghost-Hunting-Adventure-Die-Geisterjaeger-Leser-Test-von-BigJim-1010234/
30.08.2010
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/12/thelostcrown32.jpg
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