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  • The Order: 1886 im Test: Geradlinige Steampunk-Action in Bombast-Grafik

    Ready at Dawn vermischt Wahrheit und Fiktion und liefert ein düsteres, geradliniges Action-Feuerwerk ab. Mit filmreifer Inszenierung und erstklassiger Grafik täuscht The Order: 1886 gekonnt über kleine Gameplay-Patzer hinweg. Welche das sind und weshalb wir dennoch viel Spaß hatten, verraten wir euch im Test!

    Unsterbliche Ritter, Werwölfe, Rebellen und ein Jahrhunderte währender Konflikt, ausgetragen in einem neoviktorianischen London - das ist The Order: 1886. Ready at Dawn wirft viele Zutaten in den Topf und mixt ein düsteres und spannungsgeladenes Meisterwerk. Aber ist das Spiel auch mehr als nur ein Grafik-Blender?

    Ich bin Sir Galahad. Ritter der Tafelrunde und langjähriges Mitglied dieses geheimen Ordens. Ich werde gerade gefoltert. Warum? Keine Ahnung! Ich muss erst einmal aus dieser Hölle entkommen. Für Erklärungen bleibt keine Zeit. Zuerst dachte ich, ich hätte es mit einer Videosequenz zu tun, aber nach kurzer Zeit verlangen mehrere Quick Time Events meine Aufmerksamkeit. In einem groben Kampf befreie ich mich aus dem Verlies und fliehe. Wohin? Das weiß ich nicht, Hauptsache raus hier. Auf dem Dach des Gefängnisses kommt es zum Showdown. Wer sind diese Leute eigentlich und was haben sie für ein Problem mit mir? In einem letzten, verzweifelten Versuch zu entkommen, stürze ich mich vom Turm. Schnitt. Mein Herz rast. Was für ein Einstieg!

    02:30
    The Order: 1886: Story-Trailer zum PS4-exklusiven Shooter


    The Order ist an einigen Stellen mehr Film als Spiel, allerdings gelingt Ready at Dawn eine gute Balance der beiden Elemente. Gleich zu Beginn muss ich eine Lanze für die Sprecher der Charaktere brechen. Sowohl die Englische, als auch Deutsche Sprachausgabe ist über jeden Zweifel erhaben. Ohne gute Sprecher funktioniert auch eine gute Story nicht, egal wie gelungen die Inszenierung ist.

    Wie mein Kollege Odak in der Vorschau schon erwähnte: der Movember ist vorbei, aber die rauen Mittdreißiger aus The Order eignen sich hervorragend für den harten Job als geheime Ritter der Tafelrunde. Das wirkt auch wesentlich authentischer als einen halbstarken Muskelpumper, zusammen geschustert in einem Charakter-Editor, an die Waffen zu bitten. Nach dem spannenden Intro springt das Spiel erst einmal ein paar Tage zurück. Nun erlebe ich, welche Ereignisse mich in die verzweifelte Lage brachten, um dann im letzten Drittel des Abenteuers die Ereignisse weiterzuspinnen. Ein Erzählstil, den auch viele Hollywood-Serien verwenden und The Order gekonnt übernimmt. Ich spiele erst wenige Minuten, aber die Atmosphäre hat mich schon komplett aufgesogen.

    Sir Galahad, Igraine und Tesla: The Order verknüpft eigene Narrative mit Märchenfiguren und historischen Personen - fast wie Assassin's Creed. Sir Galahad, Igraine und Tesla: The Order verknüpft eigene Narrative mit Märchenfiguren und historischen Personen - fast wie Assassin's Creed. Quelle: Sony Ein paar Tage vorher also werden Lady Igraine, meine charmante Kollegin, und ich um Hilfe gebeten. Es gibt einen Notfall in Whitechapel. Im Verlauf der ersten Mission bombardiert mich das Spiel auch gleich mit einigen Informationen. Da gibt es eine Rebellen-Bewegung, die für allerlei Ärger sorgt, eine internationale Firma, die Ziel von Anschlägen ist und eine vor vielen Jahren entstandene Rasse von Halbblütern, die eine Bedrohung für das Volk darstellen. Spätestens jetzt wird klar, dass sich die Entwickler, anders als beispielsweise das Team um Assassin's Creed, nicht besonders an historischen Fakten orientiert. Das London des 19. Jahrhunderts dient zwar als gelungenes Steampunk-Szenario, die Geschichte um meinen Helden wurde aber mit vielen Details aus dem Fantasy-Bereich aufgewertet. Galahad ist längst nicht der letzte Name aus den Artus Sagen, der in The Order eine tragende Rolle spielt. Was den Machern dennoch gut gelingt, ist die Verknüpfung realer, historischer Personen mit der Steampunk-Fantasiewelt. Nikola Tesla baut darin Stromwaffen, Jack the Ripper treibt als mysteriöser Killer sein Unwesen. Immer wieder fällt ein bekannter Name – das baut eine Brücke von der Spielwelt in unsere auf.

    Anfangs hatte ich Bedenken, ob mir hier nicht einfach ein weiterer, generischer Shooter aufgetischt wird, aber schon nach dem spannenden Einstieg belehrt mich der Titel eines Besseren. Dank vieler Videos wurde mir eine verzwickte Story um Loyalität und Vertrauen gesponnen, die vom Prolog bis zum Epilog absolut fesselt - filmisch perfekt eingefangene Gespräche inklusive.

    Bekanntes Deckungssystem: Hinter ein Objekt springen, kurz herauslugen und schießen, dann wieder verstecken. Bekanntes Deckungssystem: Hinter ein Objekt springen, kurz herauslugen und schießen, dann wieder verstecken. Quelle: Sony The Order besteht aber nicht nur aus Videosequenzen, sondern lässt mich auch selbst an die Waffen. Nettes Detail: Alle Knarren, die ich mit mir trage, sind am Körper sichtbar. Besonders gut gefällt mir das Thermitgewehr. Erst beschieße ich meine Gegner mit einer Art Gas und zünde das mit einem Schuss aus dem alternativen Feuermodus dann an. So kann ich mit Streich mehrere Kontrahenten auf einmal ausschalten. Das sieht gut aus und macht auch sehr viel Spaß. Als Gears-of-War-Kenner und Mass-Effect-Liebhaber bin ich mit dem Spielsystem in kürzester Zeit vertraut. Die Steuerung geht gut von der Hand. Ich fühle mich, als würde ich schon ewig spielen. Schnell hinter die schützende Wand, mit dem Gewehr um die Ecke zielen und Schuss. Schnell, präzise und sehr elegant. Quick Time Events gibt es manchmal auch in den Gefechten. In besonderen Kämpfen muss ich im Nahkampf meine Reflexe unter Beweis stellen. Unschön: Die Entwickler lassen mir keine freie Wahl bei der Ausführung des Nahkampfangriffs. Erst wenn die dafür vorgesehene Taste auf dem Bildschirm erscheint, kann ich die Attacke ausführen. Will ich also jemanden mit bloßen Händen ausschalten geht das nicht nach Belieben. Begründet ist dies wohl dadurch, dass es keine Standardanimation bei einem Gerangel gibt, sondern je nach Position verschiedene Stiche und Griffe durchgeführt werden. Da das alles durch feste Kamerafahrten inszeniert wird, nehmen mir die Entwickler hier ein Stück Freiheit. Das sieht zwar sehr stylisch aus, gibt mir in brenzligen Situationen aber auch mal das Gefühl vom Spiel etwas zu sehr an die Hand genommen zu werden.

    Ein bisschen Lara Croft, ein bisschen Sam Fisher

    Die bizarren Waffen machen Laune, weil sie herrlich unverbraucht sind. Die bizarren Waffen machen Laune, weil sie herrlich unverbraucht sind. Quelle: Sony Im Verlauf des Abenteuers schieße ich nicht nur wie wild um mich, sondern muss auch etwas Fingerspitzengefühl beweisen. Manchmal wird mein Forscherdrang geweckt, wenn ich beispielsweise über die Dächer Londons klettern muss. Habe ich schon die atemberaubende Aussicht erwähnt? Jedes Mal, wenn ich um eine Ecke gehe oder eine Leiter hinaufklettere, gehe ich in Deckung. Ich weiß ja nie was an der nächsten Abzweigung auf mich wartet. Selbst in absolut ruhigen Momenten schafft es The Order eine gewisse Grundspannung aufrecht zu erhalten. Ich bin stets auf der Hut, weiß nie, ob gleich ein Halbblüter auftaucht. Manchmal muss ich aber auch unentdeckt ein Gebäude infiltrieren. Im zweiten Drittel des Abenteuers gibt es eine besonders knifflige Passage, in der ich mich nachts im Regen an einer Reihe von Wachen vorbeischleichen muss. Mit dabei ein alter Bogen und mein Messer. Bloß nicht entdeckt werden! Meine Hände verkrampfen regelrecht um das Gamepad, die Nerven zum Zerreißen gespannt. Das Spiel verzeiht nichts! Sobald ich entdeckt werde, schalten mich die Wachen mit einem gezielten Kopfschuss aus. Das ist nicht nur tödlich, sondern auch sehr blutig. An Gewalt spart Ready at Dawn nicht, es geht sehr blutig zu. Sei es das erwähnte Thermitgewehr, mit dem ich die Rebellenschergen niederbrenne, oder das Messer, mit dem ich meine Kontrahenten kaltblütig aufschlitze: London wird rot. The Order ist kein Abenteuer für schwache Nerven.

    06:19
    The Order: 1886 - Die Technologie hinter dem PS4-Shooter im Video


    Besser als mancher Film

    Immer wieder halten wir inne, um die wunderschöne Weitsicht zu genießen. Immer wieder halten wir inne, um die wunderschöne Weitsicht zu genießen. Quelle: Sony Optisch beeindruckt mich The Order: 1886 von der ersten bis zur letzten Sekunde. Das bedrückend düstere London sorgt für eine unglaublich dichte Atmosphäre. Der Steampunk-Stil wird von den Entwicklern wunderbar in das Setting eingearbeitet. Sowieso ist die gesamte Qualität der Grafik federführend. Bereits Ende 2013 bewies Crytek mit erstklassig aussehenden Ryse: Son of Rome auf der Xbox One, welche Kraft unter den Hauben der Konsolen steckt. The Order legt nochmal nach und darf sich ab jetzt als Klassenprimus auf Konsolen bezeichnen lassen. Die Charaktermodelle sind unglaublich detailliert. Das geht bei den markanten Gesichtern los, erstreckt sich über die mit gestochen scharfen Details übersäte Kleidung der Ritter bis hin zur gesamten Spielumgebung. Wohin ich auch blicke, Ready at Dawn bringt das Rechenzentrum der Playstation 4 zum Glühen. Obwohl der Schauplatz des Geschehens die ganze Zeit über London ist, mangelt es nicht an Abwechslung.

    Neben dunklen Katakomben, verwüsteten Krankenhäusern und heruntergekommenen Seitengassen schlage ich mich auch gerne mal durch eine prunkvolle Villa im viktorianischen Stil oder erkunde ein riesiges Luftschiff. Bei den Schusswechseln kann einiges zu Bruch gehen. Egal ob umstehendes Mobiliar, Deckungsmöglichkeiten oder Vitrinen. Verirren sich die Kugeln, sehe ich das auch an meinem Umfeld. Abgerundet wird das von flüssigen Animationen und nahezu perfekten Lichteffekten.

    Das viktorianische London dient als Schauplatz - vermischt mit Fantasie-Geschichten. Das viktorianische London dient als Schauplatz - vermischt mit Fantasie-Geschichten. Quelle: Sony / PlayStation Blog / Ready at Dawn Um den cineastischen Look des Spiels zu unterstreichen, haben die Entwickler am oberen und unteren Bildschirmrand zusätzlich schwarze Balken angebracht. Das Bildformat von 1920 mal 800 Pixeln wirkt im ersten Moment etwas irritierend, fällt nach kurzer Zeit aber nicht mehr auf. Die filmreife Inszenierung wäre aber auch ohne diese Balken bei mir angekommen und hätte im 16:9 Modus ebenso funktioniert.

    Dafür brilliert The Order umso mehr beim Sound. Die erstklassigen Sprecher hatte ich schon erwähnt, das Lob beschränkt sich nicht nur auf die Hauptfiguren. Auch sämtliche Nebencharaktere wurden sehr gut vertont und sorgen dafür, dass kein Bruch in der Atmosphäre entsteht. Das i-Tüpfelchen ist der passende Soundtrack, der mit melancholischer Musik die ruhigen und unheimlichen Stellen perfekt begleitet und in den Gefechten ordentlich aufdreht und meinen Körper nur so mit Adrenalin vollpumpt. All das läuft ohne Ruckler und Einbrüche in der Framerate ab. Einzige Schwäche ist vielleicht der vergleichsweise niedrige Wiederspielwert, da ich, außer andere Waffen für die Trophäen zu nutzen, nichts anders machen kann. Das Abenteuer lässt mir geschichtlich keine Freiheit und in The Order führt nur ein Weg zum Ziel, dieser Weg ist es aber definitiv Wert erlebt zu werden.


    The Order: 1886 (PS4)

    Singleplayer
    8 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    9/10
    Sound
    10/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    8/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    atemberaubende Grafik
    erstklassige Englische und Deutsche Sprachausgabe
    cineastische, spannende Inszenierung
    fesselnd von Anfang bis Ende
    keine Längen
    Steampunk-Setting recht unverbraucht und gut umgesetzt
    toller Soundtrack
    Thermitgewehr
    100 % linear
    Zwischendurch zu viele Quick Time Events
    Trial & Error-Passagen
    Es hätte auch ohne die schwarzen Balken filmreif inszeniert werden können
    zu viel bleibt unbeantwortet
    Fazit
    Grafisch beeindruckender Deckungs-Shooter mit spannender, cineastischer Inszenierung in einem neoviktorianischen London, der sich bei der Artus-Saga bedient.

    02:25
    The Order: 1886 - Neuer Gameplay-Trailer zum PS4-Shooter
  • The Order: 1886
    The Order: 1886
    Publisher
    Sony
    Developer
    Ready At Dawn Studios (US)
    Release
    20.02.2015
    Es gibt 484 Kommentare zum Artikel
    Von Yosh1907
    Bin nicht so Serien geil das mich das stören würde. Bei Spielen will ich aber ein vernünftiges Ende. Mich stört das…
    Von jojo
    Bald weiter ? Da kannst nen jahr auf ne neue staffel warten  dabei ist der cliffhanger hier gar nicht so schlimm...
    Von Yosh1907
    Ich mag keine cliffhanger. Weder bei Spielen noch bei Filmen. Serien sind ja was anderes da geht es ja bald…

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    • Es gibt 484 Kommentare zum Artikel

      • Von Yosh1907 Erfahrener Benutzer
        Bin nicht so Serien geil das mich das stören würde. Bei Spielen will ich aber ein vernünftiges Ende. Mich stört das Ende von the Order einfach. Hat für mich ein wunderbares Spiel kaputt gemacht
      • Von jojo Erfahrener Benutzer
        Bald weiter ? Da kannst nen jahr auf ne neue staffel warten  dabei ist der cliffhanger hier gar nicht so schlimm...
      • Von Yosh1907 Erfahrener Benutzer
        Ich mag keine cliffhanger. Weder bei Spielen noch bei Filmen. Serien sind ja was anderes da geht es ja bald weiter  bei Herr der ringe war ich so abgeturnt das ich die weiteren Teile gar nicht erst angesehen habe.
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The Order: 1886
The Order: 1886 im Test: Geradlinige Steampunk-Action in Bombast-Grafik
Ready at Dawn vermischt Wahrheit und Fiktion und liefert ein düsteres, geradliniges Action-Feuerwerk ab. Mit filmreifer Inszenierung und erstklassiger Grafik täuscht The Order: 1886 gekonnt über kleine Gameplay-Patzer hinweg. Welche das sind und weshalb wir dennoch viel Spaß hatten, verraten wir euch im Test!
http://www.gamezone.de/The-Order-1886-Spiel-38095/Tests/The-Order-1886-im-Test-Steampunk-Action-mit-Bombast-Grafik-1151166/
20.02.2015
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2015/01/The_Order_1886-pc-games_b2teaser_169.jpg
the order 1886,shooter,ps4 playstation 4
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