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  • The Ship: Mörder Ahoi - Half Life meets Sims - Leser-Test von xilver

    The Ship: Mörder Ahoi - Half Life meets Sims - Leser-Test von xilver Eine Kreuzfahrt ist ruhig, sinnlich, man lernt neue Leute kennen und gönnt sich einen Urlaub sondergleichen auf einem riesigen schwimmenden Hotel - doch dieser Aufenthalt ist Schnee von gestern, wenn Sie "The Ship" Spielen - das Erstlingswerk von Outerlight, ehemals ein Mod-Team für Half Life. The Ship reiht sich also wieder in die "Mod zum Vollpreisspiel gemacht" - Reihe ein - und glänzt dort mit runderneuertem Spielprinzip und toller Abwechslung im an sonsten sehr ballerlastigen Multiplayer-Mod-Bereich von Valves "Meisterstück".
    Aber wo sind meine Manieren - lassen Sie mich einfach einmal erzählen, warum "The Ship" eines der besten und innovativsten Multiplayer-Spiele ist, die seit langem auf den Markt gekommen sind - trotz Grafikschwächen und Frustfaktor.

    Mr X, seines Zeichens Psychopath und Besitzer einer 8 Schiffe umfassenden Flotte, spielt ein böses Spiel: er lockt ahnungslose Personen auf ein Kreuzfahrtschiff und segelt mit ihnen in einen entlegenen Teil der Welt, nur um zu sehen, wie sich alle gegenseitig umbringen. Klingt nach Saw, nicht?
    Doch weit gefehlt. The Ship spielt konsequent nach dem Räuber und Gendarm Prinzip - Jäger und Gejagte. Sie kennen einen Namen. Und nur diesen dürfen Sie aufspüren und Umbringen - und dafür gibt es Geld. Zudem ist es ihnen "gegönnt", ihre eigene Lebensbedrohung auszuschalten. Kurz: Im Gameplay von "The Ship" gibt es keine Massentötungen oder die gesamte Auslöschung des Gegnerischen Teams, sondern nur Sie und zwei weitere Spieler, wobei Sie ihrem gegenüber Opfer einen großen Vorteil haben (Sie kennen es), und ihrem Jäger eben einen großen Nachteil (Sie wissen nicht, wo und wann er sein und zuschlagen wird). Wenn Sie einen anderen der (bis zu 32) Passagiere töten, der weder ihr Jäger, noch ihr Opfer ist, wird ihnen Geld abgezogen - und das Geld benötigen Sie zum Sieg.
    Ha- denkt jetzt der Normalspieler - renn ich doch einfach mit gezogener Waffe durch das Schiff und "entledige" mich meiner zwei Ziele - dann habe ich gewonnen. Weit gefehlt.
    In "The Ship" geht es nicht um das gezielte auslöschen von Spielerleben, sondern um Taktisches vorgehen. Sie dürfen sich nicht anmerken lassen, das Sie einer der Mörder sind (Es gibt Mörder und Passagiere, nur die Mörder haben einen Auftrag). Wenn Sie mit gezogener Waffe von einer Kamera entdeckt werden, wandern Sie ins Gefängnis - und verlieren nicht nur Geld und alle Waffen, sondern auch Wertvolle Spielzeit. Je nach dem wie viele Waffen eines bestimmten Typus Sie dabei haben, gibt es höhere oder geringere Strafen. Wenn Sie beispielsweise ihr Inventar komplett voll mit Waffen haben, kann es gut möglich sein, dass Sie mehrere Minuten im Knast sitzen und sogar ihr gesamtes Geld verlieren. Übrigens werden Sie nicht nur von Kameras überwacht, sondern auch von Passagieren und der Schiffspolizei - welche Sie allerdings gegen Geld bestechen können, "einmal Wegzusehen". Zudem gibt es bestimmte bereiche, in denen Sie nicht erwischt werden sollten - pro 10 Sekunden Aufenthalt kostet es hier 50$, und wenn die Zeit abgelaufen ist, wandern Sie wiederum auch ins Gefängnis. Diese Bereiche sind zum Beispiel Mannschaftsräume, Gefängniszellen oder gesperrte Bereiche des Schiffes. Bloß nicht von der Kamera erwischen lassen.
    Das ist immer noch zu einfach? Bittesehr - Sie müssen ihr Opfer erst einmal finden. Jedes der 8 bis ins Detail verschiedenen Luxusschiffe hat bis zu 5 Decks, in mehrere abschnitte unterteilt und oft nur schwer zu erreichen - und Sie bekommen den Status ihres Opfers nur alle 30 Sekunden mitgeteilt, und wissen nicht einmal wie es Aussieht. Wenn Sie es dann vor sich haben, müssen Sie entscheiden: gehen Sie das Risiko ein und töten es, obwohl der Name noch nicht in ihrem Display erschienen ist und Sie sich nicht sicher sein können, ob diese Figur nun die richtige oder falsche ist - immerhin geht es um bares Geld - oder schleichen Sie ihrem potenziellen Opfer einfach hinterher und hoffen, das es ihnen nicht auf die schliche kommt und Sie vor ihnen tötet - und können sich dadurch sicher sein. So wird in "The Ship" für ausreichend Spielspannung gesorgt - auch wenn die Wege leider meist etwas Lang und unübersichtlich sind - und wenn Sie ihr Opfer dann endlich gefunden haben, müssen Sie auch die passende Waffe im Inventar haben, um möglichst viel Geld abzustauben. Mr X zahlt nämlich für ausgefallene Tötungsweisen mehr, als für andere - der Status kann jederzeit abgerufen werden. Die Auswahl an Tötungsgeräten ist auf dem Schiff riesig - vom Puppenarm über Tennisschläger und Teigrolle bis hin zu Revolver, Leuchtpistole, Axt oder Gewehr. Aber was ist besser? Schnell die Runde zu ende zu bringen und dafür wenig Geld gewinnen oder abwarten und dafür das Opfer verlieren?
    Doch was hat nun Sims mit diesem Spiel zu tun? Ganz einfach. Auch hier wird der Spieler wieder davon abgehalten, blindlings nur nach dem Töten im Spiel zu streben - ihre Spielfigur hat Bedürfnisse, wie jeder Mensch, sie muss essen, trinken, "groß" und "klein" aufs Klo gehen, Lesen, sich waschen, schlafen und mit Passagieren oder der Schiffsmannschaft reden. Dabei besteht immer das Risiko, das ihr Mörder Sie erwischt - können Sie sich doch bei fast allen Aktionen nicht bewegen. Wenn zu viele ihrer Bedürfnisse nicht erfüllt werden, wird die Figur eingeschränkt. Müssen Sie beispielsweise zu lange "groß" auf die Toilette, wimmert ihre Figur längere zeit herum und Sie können nicht mehr Sprinten, was beim Töten ihres Opfers mit einer Nicht-Schusswaffe entscheidend sein kann. Wird das Bedürfnis in diesem fall immer noch nicht erfüllt, Sterben Sie. Bei manchen früher, bei manchen Später. Glücklicherweise können Sie den Status ihrer Bedürfnisse jederzeit einsehen - und sobald der "nicht-erfüllt-Wert" über 50% steigt, wird dieses Bedürfnis erst Grün, dann Gelb, dann Rot und zum Schluss Violett (noch eine Minute bis zum Tod) angezeigt - mit dem Jeweiligen Wert in einem Kreis (je höher desto ausgefüllter) dargestellt.
    Recht innovativ - doch wird die Jagt auf dem Luxusliner auch gut dargestellt - der Übergang zur Grafik.
    Hier muss "The Ship" Verlustpunkte einstecken. Denn obwohl Valves kraftvolle Source Engine hinter dem Spiel steht, ist die Grafik mehr als dünn gehalten - kaum Schattierungen, teilweise verwaschene Texturen und keine DX- Effekte wie Bumpmapping oder Lichtbrechung - einzig und allein die Spiegelungen auf dem Klo und die netten Lichteffekte an der Wand sind sehenswert. Das Spiel ist allgemein im beliebten Comic-Look gehalten, was die dünne Grafik etwas rechtfertigt.
    Die Modelle im Spiel belaufen sich auf Männlich und Weiblich, es stehen einige Grundcharaktere zur Verfügung, die Durch Kleidung individuell angepasst werden können - ob gekauft oder auf dem Schiff gefunden bleibt Sache des Spielers. Die Waffen und Objekte im Spiel sind detailliert und Formschön dargestellt, allerdings wirkt das Schiff an sich etwas Leblos und Steril. Umgebungsauswirkungen, wie zum Beispiel das Laufen gegen eine Pflanze- worauf diese sich dann bewegt, fehlen.
    Zum Sound: Durschnittlich. Zwar ist der angestrebte 20er Stil im Spiel, was die Musikuntermalung angeht, recht gut geworden, aber die Musikstücke sind zu kurz und wiederholen sich zu schnell - zudem sind zu wenig vorhanden. Der Sound kommt zwar klar herüber, kann aber nicht überzeugen. Waffensounds sind auf normalem Niveau gehalten, allerdings fehlen hier und da bestimmte Originalitäten - zum Beispiel beim zuschlagen mit der Axt. Die Sprachausgabe der Spielfiguren - sowohl von NPCs als auch von den Spielern selbst, ist dreist von den Sims geklaut - eine weitere parallele. Zwar sind es nicht die original- Samples, aber der Wortlaut (das typische Herumgesabbel) ist durchaus vergleichbar. Der Singleplayermodus, der in der Boxed Version enthalten ist, enthält zudem komplett Deutsche Sounds für Sprachausgabe einzelner wichtiger NPCs - genau wie ein komplett gesprochenes Tutorial am Anfang.
    Die Synchronisation kann hier als "gut" abgetan werden, da zwar die Sprecher wirklich authentisch gegenüber den Figuren, jedoch fehlt das ein oder andere Mal die Lippensynchronität. Alles in allem ist der Sound für ein eigentliches Multiplayerspiel ganz ordentlich.
    Die Bedienung des Spiels ist einfach, ein paar Hotkeys zum aufrufen der Karte, der "Geld fürs Töten" Tabelle oder des Inventars kann man sich schnell merken, an sonsten ist die Steuerung "Ego-Shooter" typisch. Das Interface ist das gleiche wie bei HL2.
    Der in der Box enthaltene Singleplayermodus (kosten für die Steam Version sind 10 $) dient eigentlich nur als erweitertes Tutorial - simples "Suche Den, Töte Den, Hole Das" ist an der Tagesordnung - und man besucht nur ein einziges Schiff. Die Story führt allerdings noch einmal in die Geschichte von "The Ship" ein - wer sich das Spiel allerdings über Steam kaufen will, sollte auf den Singleplayer verzichten. Maximale Spieldauer: 2 Stunden.

  • The Ship: Mörder Ahoi
    The Ship: Mörder Ahoi
    Publisher
    bhv Software GmbH & Co. KG (DE)
    Developer
    Outerlight
    Release
    15.11.2006
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The Ship: Mörder Ahoi
The Ship: Mörder Ahoi - Half Life meets Sims - Leser-Test von xilver
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02.12.2006
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