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  • The Ship: Mörder Ahoi im Gamezone-Test

    Besonders online läuft dieser etwas skurrile und mitunter sogar paranoide Titel zu seiner Höchstform auf.

    Wart ihr in einem doppelten Katz-und-Maus-Spiel schon mal gleichzeitig Katze und Maus? Falls nicht, bekommt ihr nun eine einzigartige Möglichkeit in einem seltenen Ambiente: Mit The Ship schickt euch Outerlight auf eine Kreuzfahrt der paranoiden Art und macht den Spieler gleichzeitig zum Jäger und zum Gejagten - ein mörderischer Spaß?

    Mister X hat geladen...

    The Ship: Mörder Ahoi The Ship: Mörder Ahoi Das Spiel beginnt denkbar harmlos. Man befindet sich auf einem luxuriösen Dampfer in den Zwanzigerjahren auf einer Kreuzfahrt. Plötzlich werden alle Passagiere zusammengerufen. Auf einer Leinwand ist der mysteriöse Mister X, vermummt durch eine Maske, zu sehen, der den Passagieren mitteilt, dass das Schiff massiv vom Kurs abgewichen ist und so bald das Ufer nicht erreichen wird. Das sei auch nicht weiter schlimm, denn so sei das Spiel des Mister X viel spannender: Das Privileg, das Schiff lebend zu verlassen wird nur dem zuteil, der sich als überlebensfähig erwiesen haben wird. Die Aufgabe: Jedem Passagier wird ein Opfer zugewiesen. Wer sein Opfer originell um die Ecke bringt, wird belohnt und darf das Schiff heil verlassen. Wer unvorsichtig ist, sich vom Bordpersonal erwischen lässt oder nicht mitspielt, gerät schon bald in die Schiffsschraube, einen Heizschacht oder einen Eisschrank...

    The Ship: Mörder Ahoi The Ship: Mörder Ahoi Und so beginnt der Kampf ums Überleben. Doch der Job besteht nicht nur darin, sein Opfer kalt zu machen, sondern auch, die eigene Haut zu retten, denn ein Haken ist natürlich dabei: Nicht nur ihr erhaltet einen Zettel mit einem Namen, sondern irgendjemand um euch herum hat auch euren Namen auf einem Papierzettel gelesen und trachtet euch fortan nach dem Leben. Dazu kommt, dass Mister X für besonders kreative Killer Bonuszahlungen bereithält. Je nach Laune kann es besonders viel Geld geben, wenn man zur Giftspritze greift, auf lokale Gegebenheiten wie Heizschächte oder Eisschränke zurückgreift oder einfach mit dem Arm einer Schaufensterpuppe zuschlägt - nichts ist unmöglich.

    Ein raffinierter Genremix

    The Ship: Mörder Ahoi The Ship: Mörder Ahoi Das Spiel hat begonnen - und nun? Ihr startet mit eurem Ganoven in eurer Kabine auf einem von acht großen Dampfern. Nachdem ihr den Namen eures Opfers ausgemacht und die derzeit bestdotierten Mordmethoden geprüft habt, macht ihr euch auf die Suche nach eurem Ziel. Wo bewegt es sich bevorzugt? Wann ist es unbeobachtet? An welchen Orten gelänge ein Attentat am Besten? All das ist wichtig bei der Planung, ohne die nichts geht - denn wer auf Berserkermethoden schwört, kommt selten weit: Das Bordpersonal will entstehendes Chaos nach der Ankündigung des Mister X unter allen Umständen vermeiden und beobachtet die werten Gäste mit größter Sorgfalt.

    The Ship: Mörder Ahoi The Ship: Mörder Ahoi Doch nicht nur euer Umfeld ist von Bedeutung, sondern auch die Spielfigur selbst sollte nicht aus den Augen gelassen werden: Mit einer ganzen Reihe von Bedürfnissen erinnert das Spiel von Anfang an ein wenig an die Sims, deren Dränge und Wünsche ihr nie aus den Augen verlieren dürft. Hunger, Durst, Müdigkeit, Blasenfüllstand - ist ein Wert zu stark belastet, kommt es zum Kontrollverlust und Aussetzern, was nicht nur den geübten Assassinen an der Arbeit hindert, sondern auch Feinden den Zugriff erleichtert. Ein weiteres Element, das an die Sims erinnern mag, ist die Zusammenstellung der Kleidung: Auf dem Schiff findet ihr allerlei zeitgemäße Kleidung, die ihr anlegen könnt, um Individualität an den Tag zu legen.

    The Ship: Mörder Ahoi The Ship: Mörder Ahoi Der nächste Schritt ist das Arangement einer passenden Waffe - ihr könnt Gegenstände entwenden oder Lokalitäten ausnutzen. Besonders die vorhandenen Gegenstände sind ebenso vielseitig wie teilweise skurril, ein Mord etwa durch den Tennisschläger oder den Schaufensterpuppenarm ist wohl eher ein seltener Spaß im Vergleich zu anderen Spielen. Aber auch konventionelle Waffen wie Donnerbüchsen, Giftspritzen, Messer und Äxte können genutzt werden - aber Vorsicht: Zückt ihr in Gegenwart einer der zugegebenermaßen unrealistischen Zwanzigerjahreüberwachungskameras oder des Wachpersonals eine Waffe, geht es ins Bordgefängnis. Dann ist die Mission ebenso wie nach dem Mord an einem Unbeteiligten gescheitert. Wer sich also ein GTA im antiquierten Ambiente vorgestellt hat, wird enttäuscht - Subtilität ist gefragt, keine Metzgerei. Die Perspektive, aus der heraus ihr agiert ist die Ego-Perspektive. Dementsprechend schlägt man direkt aus den Augen des Passagiers, den man spielt zu, drückt ab oder agiert auf andere weise durch die Maus mit der Umwelt.

    Große Schiffe und leere Gänge

    The Ship: Mörder Ahoi The Ship: Mörder Ahoi Nun will ich einmal auf die Spielumgebung eingehen: Die Schiffe, allesamt große Areale, wurden ansehnlich gestaltet, wirken aber teilweise zu steril. Man kann zwar recht viele Behältnisse plündern, insgesamt halten sich die Interaktionsmöglichkeiten allerdings sehr in Grenzen. Selbiges gilt auch für die Passagiere, diese sind leider nicht sonderlich zahlreich, sodass man des Öfteren durch recht einsame Gänge schlendert. Grafisch erfreut sich das Spiel eines hohen Niveaus, da hier die bereits aus Half-Life 2 bekannte Source-Engine Eingang fand und für schöne Effekte und Umgebungen sorgt - lediglich das teilweise eigenwillige, überzeichnete Charakterdesign mag Anstoß erregen und nicht jedermanns Sache sein. Die musikalische Umrandung beschert zwar den Charme des frühen 20. Jahrhundert, wirkt aber manchmal etwas duldend und monoton und setzt leider nicht zu Höhenflügen an. Auch eher plump kommen die Animationen der Figuren daher, die man tötet, was besonders dann absurd wird, wenn sie plötzlich lebend wieder da stehen, was bei Mord an Bordpersonal der Fall ist. Das Design der Schiffe ist laudabel, es gibt mehrere Decks, Innen- und Außenbereiche, Räume für alle Bedürfnisse und natürlich auch abgesperrte Zonen, die man nur vorsichtig betreten sollte, da es von hier direkt hinter schwedische Gardinen gehen kann. Mit acht Schiffen gibt es also reichlich Raum für abwechslungsreichen Meuchelspaß.

    Wenn Freunde zu Feinden werden...

    The Ship: Mörder Ahoi The Ship: Mörder Ahoi Anfangs bin ich bereits auf den Singleplayer eingegangen: Es gibt eine Art Geschichte, durch die der skrupellose Mr. X führt. Diese ist in Kapitel gegliedert, in welchen euch ein Page versucht, lebendig vom Schiff zu schaffen, da Mister X anscheinend nie vorhatte, irgendjemanden überleben zu lassen. Die Handlung kommt dabei leider nur langsam in Fahrt und macht gegen computergesteuerte Gegner lang nicht so viel Spaß wie gegen menschliche - denn The Ship verfügt über einen famosen Multiplayer. Im Netzwerk oder über das Internet, bei letzterem via Stream, kann man in vier Disziplinen gegeneinander antreten: Erledigt euer Opfer schneller als die anderen Spieler (Jagd); nach dem Tod werdet ihr als Passagier wiedergeboren, bis alle tot sind - wer zuletzt lebt, gewinnt (Eliminierung); Duell zweier Spieler im Kampf um die Belohnung (Duell); Einfacher Todeskampf mit den Waffen auf dem Schiff ohne Wachen oder Begrenzungen (Deathmatch). Die Modi sind mit guten Freunden ein wahrerer Genuss und erzeugen einen herrlich bedrohlichen Verfolgungswahn in den teilweise klaustrophobischen Gängen unten im Schiff. Das Spiel ist ganz klar ein Multiplayerfavourit und im Singleplayer auch wegen der schwachen KI nicht halb so spannend wie im Kampf gegeneinander.

    The Ship: Mörder Ahoi (PC)

    Singleplayer
    8 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    8/10
    Sound
    6/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    8/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Charme der Zwanzigerjahre gut eingefangen
    Erzeugt eindrücklich paranoide Atmosphäre
    Im Multiplayer ein fürstlich morbider Spaß
    mit Source-Engine grafisch hochwertig
    vermischt clever Elemente aus verschiedenen Spielen
    große Maps (Schiffe)
    Singleplayer eher uninteressant
    Spielumgebungen recht monoton
    KI schwach
    Charakter bewegt sich nur sehr langsam
    Teilweise unrealistische Elemente wie Überwachungskameras
    Wenig Interaktionsmöglichkeiten
  • The Ship: Mörder Ahoi
    The Ship: Mörder Ahoi
    Publisher
    bhv Software GmbH & Co. KG (DE)
    Developer
    Outerlight
    Release
    15.11.2006
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991072
The Ship: Mörder Ahoi
The Ship: Mörder Ahoi im Gamezone-Test
Besonders online läuft dieser etwas skurrile und mitunter sogar paranoide Titel zu seiner Höchstform auf.
http://www.gamezone.de/The-Ship-Moerder-Ahoi-Spiel-38264/Tests/The-Ship-Moerder-Ahoi-im-Gamezone-Test-991072/
04.12.2006
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2006/12/Box-Shot5.jpg
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