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  • The Suffering: Das Horror-Gefängnis - Leser-Test von BigJim

    The Suffering, das ursprünglich Ende 2004 auf den Markt kam, ist der Vorgänger des Ende 2005 herausgekommenen The Suffering: Ties That Bind. Rein technisch unterscheiden sich die beiden Titel nicht wesentlich. Der erste Teil spielt sich genauso wie der zweite, sieht fast gleich aus und ähnelt seinem Nachfolger auch sonst wie ein Zwilling. Aber die Schauplätze haben sich geändert. Spielte "Ties That Bind" größtenteils in und um Baltimore, so darf das erste Suffering mehr als reine Knast-Action angesehen werden. In etwa so wie einst bei Riddick. Anders als dort kann man bei The Suffering jedoch zwischen Ego- und 3rd-person-Perspektive wechseln.

    Häftling Torque erwartet auf der US-amerikanischen Gefängnisinsel Abott die Vollstreckung seiner Todesstrafe. Er soll seine Familie, Ehefrau und zwei Kinder, in einem Amoklauf auf bestialische Art und Weise ermordet haben. Die Teufelsinsel ist berüchtigt für ihre Exekutionen. In der Haftanstalt Abott sitzen nur Schwerstkriminelle ein. Den meisten von ihnen stehen elektrischer Stuhl, Gaskammer oder Hinrichtung durch Giftspritze bevor. Doch diesmal geschieht etwas Unvorhergesehenes. Eine bis dahin unbekannte Spezies von Ungeheuern und mutantenähnlichen Zombies überfällt die als sicher geltende Knastanstalt und zerfleischt Wächter wie Insassen. Für Torque eine willkommene Gelegenheit, inmitten des allgemeinen Durcheinanders auszubrechen und die Flucht in die Freiheit anzutreten. Freilich gilt es fortan, erst einmal viele zahlreiche Hindernisse zu überwinden, zumal Monster und Wachpersonal natürlich alles daran setzen, den Inhaftierten an seinem Vorhaben zu hindern.

    Wie bei der Suffering-Serie üblich, zeichnet sich auch dieser erste Teil durch eine enorme Handlungsfreiheit aus. Zwar ist der eigentliche Spielverlauf streng linear, aber man hat Gestaltungsmöglichkeiten im Hinblick auf Torques Charakterentwicklung. Vom Spieler hängt es ab, ob seine Spielfigur gute, böse oder neutrale Charakterzüge annimmt. So trifft Torque beispielsweise während seines Ausbruchversuchs auf einen in der Gaskammer eingeschlossenen Wachmann. Dieser fleht uns an, wir mögen ihn befreien. Jetzt liegt die Entscheidung beim Spieler. Wir können den armen Wärter befreien, einfach ignorieren oder durch Aufdrehen des Gashahns aktive Sterbehilfe betreiben. Je nachdem wie Torque reagiert, werden ihm positive, neutrale oder negative Persönlichkeitswerte zugeschrieben. Im weiteren Verlauf des Spiels geraten wir immer wieder in solche Entscheidungszwänge, die maßgeblich Einfluß auf die Hauptfigur nehmen und gegen Spielende in drei unterschiedliche Endsequenzen münden. Dann entscheidet sich, ob man das Game als guter, neutraler oder böser Charakter verlässt.

    Ballern steht bei The Suffering im Vordergrund. Auf nervige Rätseleinlagen verzichtet der Titel. Die geistigen Herausforderungen beschränken sich lediglich auf leicht zu lösende Schalterrätsel. Trotz der zahlreichen Actioneinlagen kommt die Stimmung dennoch nicht zu kurz. Ähnlich wie beim Grusel-Adventure Silent Hill überzeugt The Suffering durch seine unheimlich gespenstisch wirkende Atmosphäre, wozu ganz wesentlich auch der grandiose Sound beiträgt. Da stehen wir in einem stockdunklen Raum und hören finstere Kreaturen ihre Messer wetzen. Es ist totenstill, aber man spürt, dass das Grauen hinter jeder Ecke lauern kann. Im Hintergrund sind manchmal auch Hilfeschreie, Schüsse oder merkwürdige Geräusche zu vernehmen, was das Gefühl der Angespanntheit verstärkt, bis an die Grenze der seelischen Belastbarkeit heranführt. Man kennt vergleichbare Erlebnisse aus Titeln wie Riddick. Aber The Suffering ist über weite Strecken brutaler. Da begegnet man verstümmelten oder an der Decke erhängten Wachmannschaften oder Inhaftierten, die mit Nägeln an die Gefängnismauern genagelt wurden. Gerade in der mir vorliegenden (ungeschnittenen) US-Orginalversion ist die Gewaltdarstellung ziemlich krass. Das Blut spritzt gleich literweise und Köpfe und Gliedmaßen werden bei Beschuß regelrecht vom Körper gerissen. Dass der Titel daher nichts für (nerven-)schwache Gemüter ist und die Einstufung "keine Jugendfreigabe" trägt, dürfte daher nicht überraschen.

    Die Ungeheuer wirken aufgrund der eher durchschnittlichen Grafik nicht unbedingt spektakulär, aber durchaus originell. Da treffen wir auf Zombies mit Klingen an Armen und Beinen, schwer zu beschreibende "Torso"-Monster, mehr fleisch- als menschenähnliche Wesen, oder übergroße gehörnte Zwischengegner. Erwähnenswert sind ferner jene hinterhältigen "Junkie"-Wesen, die Torque mit Rauschgift-Spritzen zu schwächen versuchen. Uns stehen diverse Handfeuerwaffen (Revolver, Pump-Gun, Maschinenpistole mit Trommelmagazin u.ä.) zur Verfügung. Gelegentlich tuts bereits ein Hieb mit der (Feuer-)Axt oder - bei schwereren Gegnern - der Einsatz von Sprengstoffen. Torques stärkste Waffe ist aber immer noch seine Fähigkeit, sich selbst in ein Monstrum zu verwandeln. Per Knopfdruck wandeln wir uns dann in einen alles vernichtenden Kampfkoloss. Diese Funktion steht des Spielprinzips zuliebe selbstverständlich nur begrenzt zur Verfügung und wird erst nach einer gewissen Zeit wieder aufgeladen. Es gilt somit, diese Möglichkeit sehr sparsam einzusetzen. Äußerlich können wir in Monstergestalt übrigens unterschiedlich aussehen, je nachdem, ob Torque eher gute, böse oder neutrale Charakterwerte angenommen hat.

    Sound und Sprecherstimmen verdienen sehr gute Wertungen. Die Grafik ist mehr Durchschnitt und liegt eher unter (dem damaligen) Referenzniveau. Die Steuerung reagiert sowohl in der Ego- als auch in der Verfolgerperspektive recht präzise. Die Schwierigkeitsgrade sind gut gestaffelt. Die Gesamtspielzeit ist mit unter 10 Stunden recht dürftig. Aber das war bei Riddick bekanntlich nicht viel anders. Action, Horror, Psycho-Folter - addiert man diese drei Dinge zu einem Ganzen, kommt so etwas wie The Suffering raus. Der Titel ist gewiss nicht frei von Mängeln, bietet aber ein hohes Maß an Spannung und spielerischen Gestaltungsvarianten.

    Die PC-Version zu diesem ersten The Suffering, welches aus der Sicht vieler Spieler etwas besser ist als Teil 2 bzw. das später veröffentlichte Ties That Bind, erschien vor zwei Jahren sogar als Gratis-Download. Die Konsolenversionen für PlayStation 2 sowie XBOX sind mittlerweile aber ebenfalls sehr günstig zu bekommen. Horror-Fans sei an dieser Stelle aber unbedingt das Original empfohlen, denn die deutsche Fassung ist (mal wieder) geschnitten.

    Negative Aspekte:
    Grafik nicht mehr auf der Höhe der Zeit; deutsche Version geschnitten.

    Positive Aspekte:
    Gruselige Atmosphäre; relativ hohes Maß an Handlungsfreiheit; interessante Schauplätze ("Knast-Szenario"); "Monster-Funktion".

    Infos zur Spielzeit:
    BigJim hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • The Suffering
    The Suffering
    Release
    12.05.2004

    Aktuelle Action-Spiele Releases

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    Cover Packshot von Watch Dogs 2 Release: Watch Dogs 2 Ubisoft , Ubisoft
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The Suffering
The Suffering: Das Horror-Gefängnis - Leser-Test von BigJim
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09.10.2010
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2004/06/1_labor.jpg
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