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  • The Suffering: Ties that Bind - Der Monster-Mann - Leser-Test von BigJim

    Man nehme Spieleelemente aus Titeln wie Resident Evil, Cold Fear, Riddick und The Hulk und vereinige sie in einem Game. Was dabei rauskommt? Etwas Ähnliches wie The Suffering vermutlich. Letzters bietet von jedem etwas. Zwar nicht unbedingt in lupenreiner Perfektion, aber immerhin derart, dass man sich für mehrere Stunden virtuellem Nervenkitzel aussetzten darf. Und diesem Anspruch wird sicher nicht jedes Action-Adventure gerecht.

    The Suffering 2 - Ties That Bind ist die Fortsetzung des 2004 erschienenen ersten Suffering. Zwar handelt es sich bei beiden Spielen um zwei in sich abgeschlossene Teile, d.h. ein Zocken des zweiten setzt nicht unbedingt die Kenntnis des ersten Teils voraus, aber es kann in diesem Zusammenhang nicht schaden, kurz ans erste Suffering zu erinnern. Dies spielte in der Strafanstalt Abbott auf Carnet-Island, wo die zum Tode verurteilte Hauptfigur Torque seine Hinrichtung erwartet. Häftling Torque soll - so die Story - die Ehefrau sowie seine beiden kleinen Kinder in einem Wutanfall getötet und im Blutrausch grauenhaft zerstückelt haben. Daher gilt für ihn die Todesstrafe. Doch Torque hat Glück im Unglück. Eine bis dahin unbekannte Spezie von Zombies und mutantenähnlichen Wesen überfällt die Haftanstaltet, mordet Insassen und Bewacher, so dass Torque inmitten des Gewühls die Flucht aus dem riesigen Gefängniskomplex antreten kann. Zwischendurch gerät er dabei immer wieder in lebensbedrohliche Auseinandersetzungen mit Monstern und Wachpersonal, gelegentlich auch in Gewissenskonflikte. Beispiel: Während seines Ausbruchs entdeckt Flüchtling Torque einen Gefängniswärter, der in einer Gaskammer eingeschlossen ist. Dieser fleht seinen ehemaligen Inhaftierten an, er möge ihn freilassen. Nun liegt es an Torque bzw. dem Spieler, der als Hauptcharakter agiert, welche Aktion er ausführt. Wir können den Wärter einfach ignorieren, ihn befreien oder per Schalter Giftgas einströmen lassen, so dass der Eingeschlossene unter Wimmern und lautem Röcheln qualvoll stirbt. Je nach Entschluß entwickelt sich Torques Charakter im Sinne von neutral, gut oder böse. Im weiteren Spielverlauf und auch später in The Suffering: Ties That Bind wird man immer wieder vor solche Entscheidungen gestellt, hat also maßgeblich Einfluß auf die Hauptfigur, was einen enormen Reiz ausübt und den Wiederspielwert deutlich steigert. An Szenen wie diesen wird aber ebenfalls deutlich, dass The Suffering stellenweise ausgesprochen brutal ist und auf keinen Fall in die Hände von Kindern oder nervlich labilen Zockern gehört. Diese könnten sehr leicht seelischen Schaden nehmen oder zu Bettnässern werden. Wie dem auch sei, jedenfalls gelingt Torque letztendlich die Flucht aus dem Knast und von der Gefängnisinsel. So endete das erste The Suffering. Wir wollen es mit dieser kurzen Rückschau belassen.

    The Suffering 2 beginnt für Neueinsteiger bzw. solche, die den ersten Teil nicht kennen, nochmals mit dem Gefängnisausbruch. Doch bereits im zweiten der insgesamt 18 Level betritt der Spieler nach seiner Flucht die finstere US-Stadt Baltimore. Das Leben als "freier Mann" hat sich Torque wahrscheinlich anders vorgestellt. Denn seine Existenz ist in den düsteren Nebengassen und heruntergekommenen Vierteln dieser zur Geisterstadt gewandelten Szenerie keineswegs ungefährlicher geworden. Monster gibt's immer noch überreichlich, ebenfalls Polizisten und andere unliebsame Gestalten, die es alle auf ihn abgesehen zu haben scheinen. Belastender sind freilich noch die schauerlichen Visionen, die Torque heimsuchen. Immer wieder tauchen vor seinen Augen Bilder des Grauens zu Tage: Blutverschmierte Wände, Hilferufe von seiner Frau und seinem Sohn, Stimmen von einem Dämon, der sich in sein Unterbewußtsein geschlichen hat und Torque innerlich tyrannisiert. Dies alles wird in den geschickt eingestreuten und äußerst intensiven Zwischensequenzen, welche stark an jene von Fahrenheit oder F.E.A.R. erinnern, sehr gut umgesetzt. Der Spieler wird zunehmend irritiert, was in ihm das Verlangen heranreifen lässt, diesem psychologischen Wirrwarr näher zu kommen, das Geheimnis um Torque zu ergründen. Es sind vor allem zwei innere Stimmen, die immer wieder versuchen, die Oberhand über Torques Willen zu gewinnen. Beispiel: Ein Bewohner Baltimores wird von mehreren Zombies angegriffen. Es liegt an uns, wie wir nun handeln. Wir können den Armen seinem Schicksal überlassen und unberührt weiter des Weges ziehen. Oder wir können ihm helfen. Eine weit entfernte Stimme dringt an Torques Ohr. Es ist die Stimme seiner Frau, die ihn auffordert, dem Bedrängten zu helfen. Kurz darauf meldet sich aber auch der Dämon in Ihnen: "Blut ist das beste Gleitmittel", flüstert er Torque zu. Verteidigt Torque den hilflosen Bewohner, bekommt er neben lobenswerten Worten seiner Frau zudem ein paar positive Charakterwerte zugeschrieben. Folgt er den Anweisungen des Dämons, erhält er auch von diesem anerkennende Worte ("hoh-hoho-hoh...das gefällt mir! Hoh-hoh-hoh!") und nimmt entsprechend böse Charakterzüge an. Es bleibt also dem Spieler überlassen, wie er seine Figur entwickelt.

    The Suffering 2 verzichtet als Action-Adventure auf nervige Rätseleinlagen und setzt den Schwerpunkt auf atmosphärisch stimmigen Horror. Besonders in der Original- Version fließt ungewöhnlich viel Blut. Überall liegen verfaulte und mit Fliegen überzogene Leichen herum. Monster werden bei Beschuß schon mal zerrissen, Kopf oder Arme reißen ab und das Blut spritzt pulsierend gegen Häuserwände und Inneneinrichtungen. Es gibt mehrere Monstertypen, die sich im weiteren Spielverlauf allerdings ständig wiederholen. Beeindruckend sind sie trotzdem: Zombies mit Klingen an Armen und Beinen, kettenschwingende Zombies, "Junkie"- Ungeheuer, die den Spieler durch Drogenspritzen zu schwächen versuchen, feuerwerfende Monstergestalten und spinnenähnliche Torso-Mutanten. Doch Torque weiß sich zu wehren: Abgesägte Schrotflinten, Pumpgun, Hand-/Blendgranaten, Granatwerfer, Raketenwerfer, Molotow-Cocktails, Baseballschläger, Feueraxt, Nahkampfmesser, M3A1 "Fettpresse", Pistolen, MPs, stationäre MG-Stände u.ä. helfen uns, die Brut erfolgreich zu bekämpfen. Allerdings gilt es eine Auswahl zu treffen, da Torque nie mehr als zwei Handfeuerwaffen gleichzeitig bei sich führen kann. Krönender Höhepunkt ist des Spielers Fähigkeit, sich selbst in ein Monster zu verwandeln. Dies kann optisch verschieden aussehen, je nachdem, ob wir ein eher "guter", "böser" oder "neutraler" Charakter sind. Als Monstrum macht unsere Figur alles platt und vermag stellenweise sogar Wände einzureißen. Natürlich hält dieser Effekt jeweils nur kurzzeitig an. Man muß vorher stets eine bestimmte Anzahl von Gegnern getötet haben, bevor sich die "Monster-Funktion" erneut aufläd und dann wieder zur Verfügung steht.

    Zahlreiche ominöse Nebenfiguren kreuzen unseren Weg in und um Baltimore. So beispielsweise der unheilvolle Psychiater Dr. Killjoys, Torques schwarzer Freund Miles oder jener geheimnisvolle Blackmore, Chef einer kriminellen Organisation. Sie alle sind mit Torques Schicksal direkt oder indirekt verwoben, wissen einiges über die eigentlichen Hintergründe der Geschehnisse. Erst langsam erschließen sich die Vorgänge wie die Bausteine eines Rätsels. The Suffering 2 ähnelt somit in weiten Teilen eher einem Psycho-Thriller. Aber nicht zuletzt aufgrund des hohen Blutverlusts ist die Bezeichnung Action-Adventure doch schon ganz zutreffend. Hierin liegt die wahre Stärke des Titels. The Suffering bietet einen Mix aus Krimi, Thriller, Horror, Action und Adventure, wie man ihn so nur recht selten kennt. Dies lässt über manche Schwächen hinwegsehen.

    Die Grafik ist mehr zweckmäßig als hübsch, passt aber - ähnlich wie einst bei Silent Hill - irgendwie zum Szenario. Deutlich besser ausgefallen ist der Sound. Nicht nur die diversen Hintergrundgeräusche wissen zu gefallen, sondern auch die deutsche Synchronisation, die diesmal nicht so gekünstelt wirkt wie bei vielen anderen Konkurrenzprodukten. Gelungen auch die Steuerung. Man kann jederzeit zwischen Verfolger- und Ego-Perspektive wechseln, was die Übersicht erleichtert. Die Schwierigkeitsgrade sind leider nicht gerade fair augefallen. Besonders der Kampf gegen den Bossgegner am Ende des Spiels ist höllisch schwer. Waffen, Munition und Medipacks sind in der Regel ausreichend vorhanden. Größtes Manko: die (mal wieder) viel zu kurze Spielzeit von weniger als sieben Stunden. Aufgrund des Wiederspielwertes (unterschiedliche Charakterentwicklungen, verschiedene Endsequenzen) lohnt sich jedoch ein mehrmaliges Durchspielen.

    Negative Aspekte:
    Stellenweise extrem schwer (Bossgegner am Ende des Spiels).

    Positive Aspekte:
    Tolle Atmosphäre; guter Sound; Handlungsfreiheit, "Monster-Funktion".

    Infos zur Spielzeit:
    BigJim hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • The Suffering: Ties that Bind
    The Suffering: Ties that Bind
    Publisher
    Midway Games
    Developer
    Surreal Software
    Release
    10.10.2005
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12.10.2010
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