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  • The Witcher im Gamezone-Test

    Der Hexer punktet mit einer herrlich düsteren Atmosphäre und dem gelungenen Kampf- und Magiesystem.

    Er ist Geralt, der Hexer, und bevor er sein Breitschwert schwingt empfiehlt es sich dringendst den bereits zum Launch erhältlichen Patch auf die Version 1.1 zu installieren, um von diversen, technischen Ungereimtheiten verschont zu bleiben. Auch unser nun folgender Test beruht auf der bereits gepatchten Version. Wer nun aber glaubt es mit einem Bug-Monster zu tun zu haben, wie es in dem Genre gar nicht so unüblich ist, kann sich entspannt zurücklehnen. Zwar ist auch "The Witcher" nicht fehlerfrei, es läuft im Großen und Ganzen aber recht rund und man muss sich nicht davor fürchten mehr mit den Bugs als dem Spielinhalt zu kämpfen.

    Geralt, der Hexer

    The Witcher The Witcher Schon beim ersten Betrachten des Intros wird klar, dass es sich beim Hexer zwar durchaus um ein im Fantasy-Setting angesiedeltes RPG handelt, dieses aber nicht mit irgendwelchen niedlichen Elfen und Zwergen aufwartet die breit grinsend ihre Zuckerstangen schwingen, sondern wir stattdessen ein düsteres Setting voller Intrigen, Sex, Drogen und Gewalt geboten bekommen. Irgendwie scheint es in der Welt vom Witcher kein Schwarz und Weiß zu geben, immer bleibt ein gewisser Ermessenspielraum, was Gut und was Böse ist. Wir bemerken ziemlich schnell, dass jeder Charakter im Spiel offensichtlich seine eigenen Ziele verfolgt, und die müssen nicht immer gut sein. Nicht selten ist es auch so, dass wir mit einer bösen Tat etwas gutes erreichen können, oder umgekehrt. Auf den Punkt gebracht liegt die Entscheidung oft beim Spieler, wie sehr er sich auf die böse oder gute Seite einlässt. Nicht selten wirkt sich unser Handeln auch erst viel später auf den Storystrang aus, bis wir dann zum Schluss eines der drei möglichen Enden erleben.

    The Witcher The Witcher Doch bevor es soweit ist können wir erst einmal viel Zeit in den herrlich und mit viel Liebe zum Detail gestalteten Spielwelten verbringen, deren realer Eindruck nur von den vielen, künstlichen Levelgrenzen beschnitten wird. Denn relativ oft stoßen wir an künstliche Grenzen die unseren Helden nicht weiterlaufen lassen. Da genügen schon Knie hohe Büsche, und all die Heldenpower verpufft im Nichts. Generell versucht einem das Spiel ständig in die richtige Richtung zu lenken, da ein freies Erkunden der Umgebung nicht möglich ist. Man könnte dem Spiel also durchaus die Schlauchlevel vorwerfen, die den weiteren Verlauf des Spiel bestimmen, man könnte sie aber auch positiv bewerten, denn sie sorgen dafür, dass der Spieler immer weiß wie und wo es weitergeht. Irgendwie LastGen wirkt es trotzdem, wenn wir mit Geralt an eine unsichtbare Mauer stoßen oder einen riesigen Umweg machen müssen, nur weil er nicht in der Lage ist einen 20 Zentimeter hohen Steg zu überqueren.

    Dafür kann das Kampfsystem selbst und zugehörige Steuerung wieder richtig begeistern. Denn dieses ist im Grunde zwar recht einfach aufgebaut, punktet aber mit dem herrlichen Timing welches dem Spieler abverlangt wird. Denn statt möglichst schnell die Maustasten zu bearbeiten, kommt es beim Witcher auf das richtige Timing an. Wer das beherrscht, hat die Kämpfe praktisch schon gewonnen, wer hingegen keinen Schlag kontern kann, wird selbst am leichtesten NPC scheitern.

    The Witcher The Witcher Was The Witcher deutlich von ähnlichen RPGs abhebt, sind die Konsequenzen aus unseren Handlungen und Gesprächen. Ähnliches gab es zwar beispielsweise schon in Fable, aber The Witcher erst schafft es, uns eine Welt vorzugaukeln in der jeder NPC sein Eigenleben führt. Jedes Gespräch kann sich auf die zukünftigen Handlungen des NPCs auswirken, und so auch direkt unser Schicksal beeinflussen. Sehr lustig, und damit unterstreicht das Spiel seinen erwachsenen Anspruch, dass Geralt praktisch alle Frauen im Spiel verführen kann. Hat er dies geschafft und die zwei landeten im flauschigen Bettchen, erhält er eine "Sammelkarte" der Dame, quasi als Trophäe. Kommt zwar recht Matcho mäßig, ist aber trotzdem cool. Daneben können wir uns über viele und recht abwechslungsreich gehaltene Minigames freuen, wie das Wettsaufen oder das Pokerspiel. Aber auch die Nebenquests bieten uns ein breites Spektrum mehr oder minder bekannter Aufgaben. Doch auch hier greift das hervorragende Gameplay von "The Witcher". Denn greifen wir einem NPC helfend unter die Arme, wird dieser auch uns früher oder später helfen. Umgekehrt können wir auch unehrlich zu den NPCs sein und uns als jemand anderes ausgeben, so dass wir an Infos kommen die gar nicht für uns gedacht waren. Und so verstricken wir uns im Laufe der Geschichte selbst immer tiefer in die Geschichte des Hexers, bis wir nicht mehr sicher sein können auf welcher Seite wir nun stehen.

    The Witcher The Witcher Auch wenn die verschiedenen Charaktere im Spiel allesamt ihre eigene Geschichte besitzen, sehen viele von ihnen doch absolut gleich aus. Immer wieder laufen einem dieselben Gesichter über den Weg, auch wenn es sich um verschiedene Personen handelt. Spricht man sie an, merkt man sehr schnell, es mit verschiedenen Charakteren zu tun zu haben, trotzdem hätten hier einige Charaktere mehr nicht geschadet. Ebenfalls etwas seltsam wirkt, dass sich unser Held Geralt in den Häusern der Bürger einfach an allem bedienen kann, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Da kann die ganze Familie beim Abendessen sitzen, niemand macht den Mund auf wenn wir ihre Schränke ausräumen. Vielleicht liegt das auch an den langen Ladezeiten wenn wir ein Gebäude betreten, dass sie es in der Zwischenzeit schlicht vergessen haben?

    The Witcher The Witcher Der Hexer wäre kein Hexer, würde er nicht auch die Alchemie beherrschen. Und so können wir in Person von Geralt diverse Tränke mischen, die uns im Kampf sodann verschiedene Fähigkeiten geben bzw. unsere Waffen aufrüsten. Da gibt's Öle für die verschiedenen Feinde ebenso wie diverse andere Zutaten. Spätestens hier stolpert man über das doch recht unübersichtlich ausgefallene Inventory, welches uns anhand winziger Icons und Beschreibungstexten eine Fülle an Möglichkeiten bietet, die sich uns erst erschließen wenn wir sie einzeln mit der Maus "abtasten". Hier wäre eine Sortiermöglichkeit angebracht gewesen, denn besonders im späteren Verlauf des Spiels nimmt dieses Menü wahrlich unübersichtliche Masse an.

    The Witcher The Witcher Insofern man über wenigstens 2 GB RAM und eine entsprechend aktuelle Grafikkarte verfügt, kann man The Witcher praktisch ruckelfrei genießen. Darunter allerdings sollte man nicht anfangen, da das Spiel ansonsten ständig nachlädt und das Gameplay deutlich ins Stocken gerät. Ist das System aber stark genug, werden wir mit einer unglaublich stimmigen Welt belohnt, die vor Details nur so strotzt, sehr unterschiedliche Umwelten bietet und zudem mit herrlich animierten Charakteren aufwartet. Ebenso wenig muss sich die Soundkulisse verstecken, die uns die epischen Orchesterklänge nur so um die Ohren haut. Keine Gelegenheit wird ausgelassen um uns die Bedeutungsschwere des bevorstehenden Kampfes zu signalisieren. Da macht das Schwertschwingen gleich noch mal so viel Spaß.

    The Witcher (PC)

    Singleplayer
    8 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    9/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    8/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Verschiedene Enden
    die Atmosphäre
    das Kampfsystem
    den Dialogen folgen Konsequenzen
    das Intro
    Die Ladezeiten
    die abgesperrte Spielwelt
    NPCs bemerken keine Diebstähle
    lange Laufwege
  • The Witcher
    The Witcher
    Publisher
    Atari
    Developer
    CD Projekt
    Release
    26.10.2007

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991534
The Witcher
The Witcher im Gamezone-Test
Der Hexer punktet mit einer herrlich düsteren Atmosphäre und dem gelungenen Kampf- und Magiesystem.
http://www.gamezone.de/The-Witcher-Spiel-38484/Tests/The-Witcher-im-Gamezone-Test-991534/
12.11.2007
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/11/1173785025_58955_big.jpg
tests