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  • Theatre of War im Gamezone-Test

    Was uns hier geboten wird, findet man in dem Umfang und dieser Authentizität nur ganz selten im Strategie-Genre.

    Nach "Combat Mission: Afrika Korps" (2003), "Hearts of Iron: Doomsday" (2006) und "Frontline: Fields of Thunder" (2007) wurde es ruhig um die wirklich fordernden WW2-Strategiegames. Kommerziell erfolgreichere Genre-Kollegen wie "Codename: Panzers" oder "Company of Heroes" konnten vor allem technisch überzeugen, bewegten sich zu Gunsten ihrer Markt- bzw. Massentauglichkeit in Sachen Realismus jedoch meist nur knapp an der Oberfläche. Im Grunde genommen machen viele Weltkriegstitel genau das, was ein gutes Strategiespiel nie machen sollte: Sie simulieren den Krieg mit einem Augenzwinkern. Aber Krieg ist eben kein Zuckerschlecken und erst recht kein "Theater" - auch wenn die publikumswirksame Überschrift des neuesten Produkts aus dem Hause Kalypso eigentlich das genaue Gegenteil vermuten lässt -, sondern eine fürchterliche Sache, die es um jeden Preis zu verhindern gilt. Geht es aber einmal um Krieg, dann sollte man das Thema auch in einem Videospiel mit der gebotenen Ernsthaftigkeit behandeln. Seit einigen Wochen ist der Echtzeit-Taktik-Titel "Theatre of War", der in den USA bereits seit April 2007 im Handel ist, nun endlich auch in Deutschland als reguläre Box-Version mit erweiterten Inhalten erhältlich. Hat sich das Warten gelohnt? Wir sind der Frage nachgegangen.

    Geballte Ladung

    Theatre of War Theatre of War Der Umfang ist beachtlich: Neben dem Basisspiel enthält "Theatre of War" gleich noch das dazugehörige Addon "Battle for Moscow" und - exklusiv für Käufer der deutschen Version - ein Zusatzkapitel unter der Bezeichnung "Panzer Lehr-Kampagne". Hinzu kommt ein Editor zum Erstellen eigener Szenarien sowie ein Multiplayer-Part für bis zu acht Spieler. Kernstück des Titels sind aber zweifellos die fünf Hauptkampagnen, in denen wir deutsche, polnische, russische, französische oder alliierte (England/USA) Streitkräfte übernehmen. Die Einzelspielermissionen orientieren sich am chronologischen Ablauf damaliger Geschehnisse. So beginnt der deutsche Feldzug im Jahr 1939 mit dem Angriff Hitlers auf Polen, wobei die Reihenfolge der Kampagnen allerdings nicht vorgeschrieben ist. Der Spieler hat beispielsweise die Möglichkeit, mit dem US-Feldzug zu beginnen, also zu einem späteren Zeitpunkt, als der Krieg schon eine Weile tobte. Im Mittelpunkt der Handlung stehen die Schlachtfelder Europas in den Jahren 1939-1945 und wichtige Militäroperationen wie "Taifun" oder "Market Garden" sowie alle entscheidenen Kämpfe, unter anderem bei Mokra, Moskau oder in der Normandie. Die insgesamt rund fünfzig Schlachten des Kampagnenteils spielen sich dabei auf mehr als dreißig Karten ab, die nicht nur auf tatsächlichen Ereignissen an West- und Ostfront basieren, sondern sich sogar auf Luftaufnahmen von Orginalfotografien stützen. Soviel Hingabe zum Detail gebührt Respekt. Erfreulich ferner, dass die Macher aus dem Hause Battlefront für militärhistorisch interessierten Zockern eine Enzyklopädie beigefügt haben, die sich im Hauptmenü abrufen lässt und nähere Infos zu Waffen und Gerät jener Zeit beinhaltet. Und davon gibt's auch in "Theatre of War" reichlich. Es existieren allein schon ca. 150 Rad- und Kettenfahrzeuge, hinzu kommen zahlreiche Infanterie-, Artillerie- und Transporteinheiten.

    Die Vorbereitung ist die Entscheidung

    Theatre of War Theatre of War Dieser Ausspruch des deutschen Generalfeldmarschalls Moltke könnte als kennzeichnend für das Spielprinzip dieses Titels angesehen werden. Denn "Theatre of War" ist Taktik-Simulator, nicht Actionspiel und befindet sich damit in guter Gesellschaft zu diversen Titeln der "Combat Mission"-Reihe, von denen einige aufgrund ihres strategischen Anspruchs - man höre auf - von australischen Militärs sogar zu Simulationszwecken genutzt wurden. Zivildienstleistende und Gelegenheitsspieler sollten sich also schon mal warm anziehen, denn was ihnen hier geboten wird, ist Strategie auf hohem Niveau. Das erfordert Überlegung, planerisches Taktieren und etwas Zeit. Rushtechniken führen nämlich nicht zum Sieg. Aufgrund des vergleichsweise geringen Truppenaufgebots ist es praktisch unmöglich, den Gegner mittels Masse zu bezwingen. Auch Genre-Veteranen sind deshalb gut beraten, vor Beginn der eigentlichen Kampagnen erstmal das Training (= Tutorial) zu durchlaufen. Dort wird man mit den Grundlagen von Dingen wie Kampftaktik, Verteidigungstaktik, Truppenführung und Armeekontrolle vertraut gemacht. Anlass zur Sorge besteht trotzdem nicht. Denn ungeachtet seines fordernden Schwierigkeitsgrades - es gibt insgesamt drei Anforderungsebenen (leicht, mittel, hoch), aber bereits die niedrigste Stufe hat's mitunter in sich - ist "Theatre of War" aufgrund seiner eingängigen Steuerung auch für Anfänger leicht zu bedienen. Zudem kann man im Spiel während einer Schlacht immer wieder schnellspeichern oder pausieren, um so einen erneuten Versuch zu starten bzw. sein weiteres Vorgehen zu überdenken. Von Vorteil ist, dass man den Schwierigkeitsgrad von Mission zu Mission variieren kann, sich also nicht auf eine Anforderungsstufe für die gesamte Kampagne festlegen muss. Sollte es also wirklich mal zu haarig werden, lässt sich das Niveau entsprechend anpassen. Auf den niedrigsten beiden Stufen ("leicht" und "mittel") darf der Spieler auf einige Erleichterungen hoffen. Die eigenen Treffer verursachen dann mehr Schaden als die des Gegners und man kann ggf. auch die "Kampfmoral" deaktivieren. Die Soldaten sind in diesem Fall frei von Gemütsschwankungen und können nicht in Panik geraten, die auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad schon mal dazu führt, dass unsere Mannen alles stehen und liegen lassen und angsterfüllt vom Schlachtfeld rennen. Eine direkte Einflussnahme durch den Spieler auf Soldaten, die in schwierigen oder ausssichtslosen Situationen absolut die Nerven verlieren, ist dann nicht mehr möglich.

    Theatre of War Theatre of War Jedes Gefecht beginnt mit einer Aufstellungsphase. Anfangs, zu Beginn des jeweils ersten Einsatzes einer Kampagne, sind die Einheiten vom Computer vorgegeben, vor allem aber unerfahren. Die Zielgenauigkeit der Soldaten beispielsweise lässt in diesem Stadium noch sehr zu wünschen übrig. Für gewöhnlich feuert ein uns unterstellter Panzer dann zehn bis fünfzehn Granaten ab, bis er sich auf ein Feindobjekt endlich mal richtig eingeschossen hat. Mit zunehmendem Spielfortschritt aber werden die eigenen Leute immer besser und stehen dem Spieler anschließend - sofern sie die Schlacht überleben - als kampferprobte Untergebene für die nächste Mission zur Verfügung. Dieses rollenspielähnliche Element (eine Figur "aufleveln") führt zwangsläufig dazu, dass man Verantwortung für seine Truppe übernimmt. Man verheizt nicht irgendwelche Pixelmännchen, sondern ist vielmehr darauf bedacht, seine Armeeangehörigen zu schonen, um sie mitsamt ihren Fähigkeiten später noch einsetzen zu können. Die Bindung zu den eigenen Soldaten wird dadurch erhöht, dass deren Anzahl - in der Regel zwischen 30 bis 60 Mann - stets überschaubar ist und die Betreffenden sogar Namen tragen. So verrät uns ein Einheitenbildschirm, dass in unserem Kampfpanzer die Soldaten Kai Oster, Hubert Schmidt, Johannes Hartmann und Friedhold Herzog sitzen. Zu jedem dieser Mannschaften finden sich via Textbotschaften zudem Angaben über deren Fähigkeiten, Erfahrungen oder die gegenwärtige körperliche und geistige Verfassung (gesund, verwundet, ängstlich usw.). Das Truppenmanagement, welches man alternativ auch vom Computer automatisch durchführen lassen kann, ist nicht neu, aber in WW2-Games längst kein selbstverständlicher Aspekt, der in "Theatre of War" angewandt nicht unerheblich zur Langzeitmotivation beiträgt. Letztere ist auch dringend notwendig, will man die Herausforderungen meistern. Und auf andere Gameplay-bestimmenden Elemente haben die Entwickler fast komplett verzichtet. So gibt es zum Beispiel keinen Basenbau. Ebenso keine wirtschaftsbezogene Einflussfaktoren wie Rohstoffgewinnung, Forschung oder Produktion.

  • Theatre of War
    Theatre of War
    Publisher
    Kalypso Media GmbH
    Developer
    1C (RU)
    Release
    25.10.2007

    Aktuelle Strategie-Spiele Releases

    Cover Packshot von Rollercoaster Tycoon World Release: Rollercoaster Tycoon World Atari , Pipeworks Software
    Cover Packshot von Transport Fever Release: Transport Fever
    Cover Packshot von Civilization 6 Release: Civilization 6 2K Games , Firaxis Games
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Theatre of War
Theatre of War im Gamezone-Test
Was uns hier geboten wird, findet man in dem Umfang und dieser Authentizität nur ganz selten im Strategie-Genre.
http://www.gamezone.de/Theatre-of-War-Spiel-37151/Tests/Theatre-of-War-im-Gamezone-Test-991592/
07.12.2007
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/12/TheatreofWar6.jpg
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